
Mit der AAS (Asset Administration Shell) wurde ein strukturiertes Informationsmodell zur Beschreibung von Assets geschaffen. Sie stellt eine Technologie dar, um digitale Zwillinge von Anlagen, Produkten und Prozessen zu implementieren. Die AAS hat mit ihren Teilmodellen (Submodels) eine hohe Akzeptanz als standardisiertes Informationsmodell zum Datenaustausch gefunden. Dieser Beitrag schlägt vor, die Daten in einem AAS Repository aktuell zur Datenhaltung als lebender Digitaler Zwilling zu verwenden. Das Paper ist ein Technologievorschlag und illustriert das Zukunftspotenzial der AAS.
Virtuelle Steuerungen (vSPSen) sind ein weiterer Schritt bei der Digitalisierung der Produktion sowie der damit verbundenen OT/IT-Integration. Die Steuerungsfunktionalität (IEC 61131, PLCopen Bibliotheken) wird dabei räumlich und organisatorisch von der Maschine/Anlage separiert. Diese aktuelle Entwicklung beruht auf einer Reihe von Technologien, z. B. der industriellen Kommunikation, die in den vergangenen Jahren erfolgreich etabliert worden sind. Der Beitrag beschreibt die bisherige Entwicklung, den Stand der Technik sowie Herausforderungen für die zukünftige Weiterentwicklung von virtuellen Steuerungen.
Das Module Type Package (MTP) wird in der Großchemie bislang selten produktiv genutzt, bietet jedoch großes Potenzial für die Integration von Package Units in Prozessleitsysteme. Am Beispiel einer inhouse entwickelten Brenner-Unit wird gezeigt, dass eine vollständige softwareseitige Integration in unter 60 Minuten möglich ist und sich MTP bereits ab der zweiten Integration finanziell lohnt. Der Artikel macht Aufwand, Einsparpotenzial und Entlastung bei repetitiven Integrationsaufgaben transparent und richtet sich an Unit-Hersteller sowie Betreiber.
Kleine Losgrößen und Fachkräftemangel erfordern autonome Fabriken. Das Paper präsentiert einen Ansatz zur Automatisierung des gesamten Prozesses von Auftragserteilung bis Fertigung. Durch den MX-Port bestehend aus den Technologien Verwaltungsschale, OPC UA und EDC wird Interoperabilität und Datenraumzugang in heterogenen Umgebungen geschaffen. Auf dieser Grundlage umfasst die vorgestellte Lösung eine autonome Auftragsabwicklung und Anlagenbetrieb. Dieser Ansatz ermöglicht resiliente, unternehmensübergreifende Prozesse und wird durch prototypische Demonstratoren als Proof of Concept validiert.
Die Prozessindustrie steht vor einer paradoxen Situation: einerseits verfügen moderne Anlagen über eine Fülle von Sensoren, Messgeräten und Automatisierungssystemen, die kontinuierlich Daten erzeugen. Andererseits bleibt ein erheblicher Teil des Optimierungspotenzials ungenutzt, weil kritisches Prozesswissen aufgrund schrittweiser Digitalisierung in isolierten Systemen verborgen liegt. Die Herausforderung liegt heute darin, diese etablierten Systeme nicht zu ersetzen, sondern intelligent zu verknüpfen. Genau hier setzt die Vision der „Agentisierung der Automatisierung“ an: nicht als Revolution, sondern als konsequente Weiterentwicklungdessen, was wir bereits haben.