
Das Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzinom der Haut, zusammengefasst als keratinozytärer Hautkrebs, treten überwiegend im höheren Lebensalter auf. Die chirurgische Behandlung ist der Therapiestandard, kann bei begrenzter Lebenserwartung jedoch eine Überbehandlung darstellen. Neben der Operation stehen abhängig von Tumorentität, Ausdehnung, Lokalisation und Therapieziel weitere Optionen wie Strahlentherapie, Immuntherapie mit Checkpoint-Inhibitoren und sogenannte zielgerichtete Systemtherapien zur Verfügung. Das postoperative Überleben älterer Patienten ist bislang nur unzureichend untersucht. Eigene retrospektive Daten zeigen bei über 80-Jährigen ein medianes postoperatives Überleben von nahezu 5 Jahren. Knapp 8
Die totale neoadjuvante Therapie (TNT) hat die Behandlung des lokal fortgeschrittenen Rektumkarzinoms grundlegend verändert. Durch die vollständige Verlagerung von Strahlen- bzw. Radiochemotherapie und systemischer Therapie in die präoperative Phase können höhere Komplettremissionsraten erreicht und bei ausgewählten Patient:innen der Organerhalt mit der Watch-and-Wait-Strategie ermöglicht werden. Organerhalt ist jedoch nicht automatisch mit Funktionserhalt gleichzusetzen. Sowohl Radio- und Chemotherapie als auch tiefe Rektumresektionen können anorektale, urogenitale und sexuelle Funktionsstörungen verursachen. Problematisch bleibt hierbei, dass eine klinische Komplettremission nicht gleichbedeutend mit dem histologischen Nachweis einer vollständigen Tumoreradikation ist. Etwa ein Viertel der Patient:innen unter Watch-and-Wait entwickelt ein lokales Wiederwachstum, überwiegend innerhalb der ersten 2 Jahre. Die Mehrzahl dieser Regrowth-Ereignisse ist bei konsequenter Surveillance durch eine Salvage-Operation kurativ behandelbar. Dennoch müssen die onkologischen Chancen, funktionellen Risiken, psychischen Belastungen und individuellen Präferenzen vor Therapiebeginn offen besprochen werden. Therapieziel ist nicht der anatomische Organerhalt allein, sondern eine individuell sinnvolle Balance aus onkologischer Sicherheit, Funktion, Selbstständigkeit und Lebensqualität.
Krebsassoziierte Fatigue („cancer-related fatigue“, CRF) mit kognitiven Anteilen sowie krebsbedingte kognitive Dysfunktionen („cancer-related cognitive impairment“, CRCI) sind häufige Langzeitfolgen onkologischer Erkrankungen und können die Teilhabe, die Rückkehr zur Arbeit und die Lebensqualität beeinträchtigen. Neben objektivierbaren neuropsychologischen Veränderungen spielen subjektiv wahrgenommene kognitive Einschränkungen und eine reduzierte mentale Belastbarkeit eine wichtige Rolle für die funktionelle Teilhabe im Alltag und Beruf. Multimodale Interventionen wie körperliche Aktivität, Yoga- und achtsamkeitsbasierte Verfahren sowie (digitale) psychoonkologische Angebote könnten zur Stabilisierung von Belastbarkeit und Teilhabe beitragen. Erste digitale multimodale Konzepte weisen auf eine gute Machbarkeit und Akzeptanz hin. Für die Rückkehr zur Arbeit nach Krebs sollten die funktionelle Belastbarkeit und kognitive Beeinträchtigungen erfasst sowie der Unterstützungsbedarf exploriert und adressiert werden. Psychoonkologische, neuropsychologische und arbeitsbezogene Unterstützungsangebote könnten künftig eine zunehmend wichtige Rolle in der onkologischen Nachsorge spielen.