
Die Behandlung von Kopf-Hals-Tumoren, insbesondere die Radio(chemo)therapie, ist häufig mit oralen Akut- und Spätfolgen wie Mukositis, Xerostomie, strahlenassoziierter Karies und Osteoradionekrose verbunden, welche die Morbidität und Lebensqualität erheblich beeinträchtigen können. Im vorliegenden Beitrag werden die zentralen Aufgabenfelder der zahnmedizinischen Mitbehandlung vor, während und nach onkologischer Therapie bei Patient*innen mit Kopf-Hals-Tumor erläutert. Hierbei werden Kriterien und Zeitfenster einer leitliniengerechten prätherapeutischen Sanierung sowie das Vorgehen bei der Entscheidung über Zahnerhalt oder -extraktion dargestellt. Ferner werden Supportivmaßnahmen bei oraler Mukositis und Xerostomie diskutiert sowie die Prinzipien der Prävention strahlenassoziierter Karies mit individuellen Fluoridierungsschienen erläutert. Abschließend werden Empfehlungen zur strukturierten posttherapeutischen Nachsorge dargestellt.
Onkologische Therapien führen zu längeren Behandlungsverläufen und steigenden Anforderungen an Information, Beratung und psychosozialer Unterstützung. Während strukturierte Coaching-Ansätze im ambulanten Bereich etabliert sind, liegen für das stationäre uroonkologische Setting bislang nur begrenzte Daten vor. Untersucht wurde, ob ein strukturiertes präoperatives OncoCoach-Gespräch bei Patientinnen und Patienten vor Zystektomie, Nephrektomie oder Nierenteilresektion mit geringerer psychosozialer Belastung und höherer Patientenzufriedenheit assoziiert ist. In einer einarmigen monozentrischen Pilotstudie wurden Patientinnen und Patienten mit einem standardisierten präoperativen OncoCoach-Gespräch begleitet. Die Ergebnisse wurden in einem Prä-post-Vergleich mit routinemäßig erhobenen Kontrolldaten ohne Coaching verglichen. Primäre Zielgrößen waren Distress gemäß National Comprehensive Cancer Network (NCCN) Distress Thermometer und Ergebnisse einer Befragung zur Patientenzufriedenheit. Die Auswertung erfolgte deskriptiv sowie mittels Mann-Whitney-U-Test, Chi-Quadrat-Test und Fisher’s Exact Test. Die Intervention erhielten 77 Patientinnen und Patienten. Der Distress lag im Median in der Interventionsgruppe bei 4 gegenüber 5 in der Kontrollgruppe; der Unterschied verfehlte im Hauptvergleich knapp das Signifikanzniveau. Der Anteil von Patientinnen und Patienten mit Distress ≥ 5 war in der Kontrollgruppe höher als in der Interventionsgruppe. Bei emotionalen Problemlagen zeigten sich signifikante Unterschiede zugunsten der Interventionsgruppe in den Kategorien „Sorgen“, „Ängste“, „Traurigkeit“ und „Nervosität“. Die Patientenzufriedenheit war insgesamt hoch, lag jedoch in der Interventionsgruppe durchgängig höher, insbesondere bei informations- und entscheidungsbezogenen Aspekten der Versorgung. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass ein strukturiertes präoperatives OncoCoaching im stationären uroonkologischen Setting praktikabel ist, sehr gut akzeptiert wird und potenziell zur Reduktion psychosozialer Belastung sowie zur Verbesserung patientenrelevanter Informations- und Beteiligungsaspekte beitragen kann. Zur Bestätigung sind prospektive, kontrollierte und multizentrische Studien erforderlich.
Das Retinoblastom (RB) ist der häufigste intraokulare Tumor im Kindesalter. In Europa liegt die 5‑Jahres-Überlebensrate bei über 95
Rund 20.000 Männer und Frauen erkranken in Deutschland jedes Jahr neu an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Weil oft erst spät entdeckt und aufgrund häufiger lokaler oder generalisierter Tumorprogression ist die Prognose schlecht. Präsentation aktueller Ergebnisse zu Inzidenz und Mortalität von Pankreaskarzinomen (PCA) und dem Überleben der Betroffenen in Deutschland sowie der Häufigkeit durchgeführter kurativer Behandlungsverfahren. Daten der flächendeckenden klinischen Krebsregister (KR) wurden ausgewertet. Inzidenz- und Mortalitätsraten der PCA (n = 186.644) sowie beobachtetes und tumorspezifisches 10-Jahres-Überleben im Zeitraum 2015–2024 wurden berechnet. Für PCA im Stadium I–III gemäß Union for International Cancer Control (UICC) und mit Diagnose in 2020–2024 (n = 29.054) wurde die Häufigkeit durchgeführter Tumorresektionen und nachfolgender adjuvanter Chemotherapie (CHT) untersucht. Die Inzidenz- und Mortalitätsraten von PCA blieben vergleichsweise konstant. Die sehr hohe Sterblichkeit wurde fast ausschließlich durch den Tumor verursacht. Bei 60