
Abstract Extracorporeal membrane oxygenation (ECMO) is increasingly used as a bridging strategy to lung transplantation. Long-term outcomes in this specific patient population after lung transplantation remain incompletely described. We investigated age-dependent long-term outcomes in adult lung transplant candidates on waiting list while receiving ECMO support. We performed a retrospective single-center cohort study including all adult patients listed for lung transplantation while receiving ECMO support between November 2010 and May 2025. Patients were stratified a priori by age at listing (<50 versus ≥50 years). The primary endpoint was 5-year post-transplant graft survival, defined as freedom from death or retransplantation. Secondary endpoints included comorbidities, frailty, exercise capacity, return to work, and patient-reported outcomes during outpatient follow-up. Among 1,493 patients listed for lung transplantation, 115 were listed while receiving ECMO support; 72 patients were aged <50 years and 43 patients were aged ≥50 years. Overall, 93 ECMO-listed patients (81%) underwent transplantation. One-, three-, and five-year post-transplant graft survival were 87%, 83%, and 77% in recipients aged <50 years compared with 72%, 53%, and 44% in recipients aged ≥50 years, respectively. Kaplan–Meier analysis demonstrated a significant difference between age groups. Recipient age ≥50 years was independently associated with an increased risk of graft loss in multivariable analysis (adjusted HR 2.53, 95% CI 1.14–5.59; p=0.022). Among patients reaching outpatient follow-up, older recipients had a slightly higher comorbidity burden, reduced exercise capacity, and lower rates of return to work, while Clinical Frailty Scale ≥4 remained relatively uncommon. In this 15-year single-center experience, recipient age ≥50 years was independently associated with inferior graft survival after ECMO-bridged lung transplantation. These findings support careful, function-oriented selection of older ECMO-supported candidates.
Zusammenfassung Bayern ist der deutsche Sonderfall der Tabakkontrollpolitik. Der Freistaat setzte 2008 zunächst ein besonders strenges Nichtraucherschutzgesetz in Kraft, lockerte es 2009 wieder und stellte den strikten Schutz nach dem Volksentscheid vom 4. Juli 2010 erneut her. Kann der bayerische Weg als Vorbild für ganz Deutschland gelten, und welche Möglichkeiten und Hürden zeigen sich bei der Übertragung auf andere Bundesländer? Narrative Übersichtsarbeit auf Basis einer gezielten Literatursichtung, amtlicher Dokumente und zweier beigefügter Texte zur bayerischen Entwicklung. Berücksichtigt wurden politische, juristische, arbeitsmedizinische und epidemiologische Arbeiten mit Bezug zum Nichtraucherschutz in Bayern und Deutschland. Die Studienlage spricht konsistent dafür, dass strikte Rauchverbote die Belastung durch Passivrauch in Innenräumen deutlich reduzieren. In deutschen Gastronomiebetrieben sank die Feinstaubbelastung nach Einführung des Rauchverbots massiv, bei Kindern ging die Passivrauchexposition in der Wohnung und im Auto zurück, ohne dass sich eine relevante Verlagerung ins Private bestätigte. Zugleich zeigt die politische Literatur, dass der bayerische Erfolg nur unter besonderen Bedingungen zustande kam: einfache Botschaft, klare gesundheitliche Rahmung, starke zivilgesellschaftliche Mobilisierung und eine Abstimmungsfrage, die sich nicht hinter Ausnahmen versteckte. Bayern ist ein Vorbild, wenn man darunter einen empirisch belastbaren und politisch mobilisierbaren Referenzfall versteht. Als Blaupause taugt das Modell nur bedingt, weil die föderale Rechtslage heterogen bleibt und Ausnahmen die Wirksamkeit schwächen. Die wichtigste Lehre lautet daher: Nichtraucherschutz ist dort am tragfähigsten, wo er einfach, ausnahmearm und als Schutz von Arbeit, Kindern und öffentlicher Gesundheit begründet wird.
Abstract Mycobacterium malmoense is a slow-growing nontuberculous mycobacterium (NTM) increasingly recognized as a cause of extrapulmonary infections. Tenosynovitis due to M. malmoense is rare and diagnostically challenging because of its indolent course and nonspecific clinical presentation. We report a 65-year-old immunocompetent woman presenting with progressive wrist pain, swelling, and impaired hand function without prior trauma. Symptoms developed after exposure to fresh fish and shellfish. Surgical exploration revealed extensive tenosynovitis with median nerve compression. Histopathology showed granulomatous synovitis suggestive of mycobacterial infection. Molecular testing detected Mycobacterium genus DNA, while PCR for the Mycobacterium tuberculosis complex was negative. After prolonged incubation, culture identified M. malmoense. Drug susceptibility testing demonstrated susceptibility to standard antimycobacterial agents except doxycycline. Initial empiric therapy targeting M. marinum was adapted following species identification. After 8 months of treatment, significant clinical and radiological improvement was observed, with no evidence of relapse at 6-month follow-up. M. malmoense tenosynovitis is extremely rare, with only few cases reported. Diagnosis is frequently delayed due to low sensitivity of microscopy, slow growth in culture, and nonspecific findings. Molecular diagnostics and prolonged incubation are essential. Management requires a combination of surgery and prolonged antimycobacterial therapy. NTM infections, including M. malmoense, should be considered in chronic tenosynovitis unresponsive to standard treatment. Early diagnostic suspicion and interdisciplinary management are crucial for favorable outcomes.
Zusammenfassung Multidisziplinäre Tumorboards (MDTs) sind zentral für die leitliniengerechte Versorgung von Patienten mit Lungenkarzinom. Obwohl ihre Durchführung mit einer Verbesserung der Versorgungsqualität sowie klinischer Endpunkte assoziiert ist, weisen zahlreiche Studien auf Defizite bei der Entscheidungsfindung und Umsetzbarkeit von MDT-Beschlüssen hin. Gleichzeitig fehlen in Deutschland sowohl verbindliche Prozessstandards als auch belastbare Daten darüber, wie thoraxonkologische MDTs aktuell durchgeführt werden. Ziel dieser Arbeit war es, qualitätsrelevante Faktoren effektiver MDTs darzustellen, etablierte Instrumente zur Qualitätsmessung zu bewerten und Ansätze zur strukturierten Weiterentwicklung der MDT-Prozesse in Deutschland aufzuzeigen. Narrativer Review auf Basis einer fokussierten, nicht-systematischen Literaturrecherche in PubMed/MEDLINE (Februar 2026). Eingeschlossen wurden Originalarbeiten, Reviews, Leitlinien und Konsensuspapiere in deutscher und englischer Sprache. Effektive MDTs sind durch Qualitätsfaktoren gekennzeichnet, die sich in fünf Dimensionen einordnen lassen: Team, Infrastruktur, Organisation, Entscheidungsfindung und Governance. Besonders relevant sind hierbei die Beteiligung aller relevanten Fachdisziplinen, eine kompetente Moderation, eine respektvolle Diskussionskultur, ausreichende Zeit zur Vorbereitung, klare Zuständigkeiten, strukturierte Prozesse und eine nachvollziehbare Dokumentation. Zudem müssen Komorbiditäten, psychosoziale Faktoren und Patientenwünsche für eine patientenzentrierte Entscheidungsfindung berücksichtigt werden. Zur Qualitätsmessung stehen validierte Instrumente wie der MODe-Fragebogen zur Verfügung. Digitale Konferenzformate und IT-Systeme zur MDT-Koordination und Entscheidungsfindung bieten zusätzliches Potenzial zur Prozessoptimierung. MDTs sind für die Versorgung des Lungenkarzinoms unverzichtbar. Ihre Effektivität wird wesentlich durch strukturierte Prozesse und nicht allein durch die medizinische Expertise der beteiligten Fachdisziplinen bestimmt. Für Deutschland besteht ein Bedarf an einer systematischen Erfassung bestehender Strukturen sowie an einer einheitlichen, validierten Qualitätsmessung. Eine bundesweite Bestandsaufnahme und die anschließende prospektive Anwendung standardisierter Instrumente wie des MODe könnten die nationale Evidenzbasis stärken, relevante Optimierungspotenziale identifizieren und die Grundlage für eine kontinuierliche Qualitätsverbesserung thoraxonkologischer MDTs schaffen.
Zusammenfassung Die Tabakindustrie hat in der Vergangenheit ihre Produktstrategie wiederholt angepasst. Sobald sich die Gesundheitsschädlichkeit des Tabakkonsums nicht mehr leugnen ließ, reagierte sie mit öffentlichkeitswirksamen Kampagnen, die wissenschaftliche Erkenntnisse relativieren sollten. Zusätzlich sollten modifizierte Produkte wie Zigarettenfilter oder sog. „Light“-Zigaretten den Anschein einer reduzierten Schädlichkeit vermitteln. Diese Strategie war in letzter Zeit immer weniger erfolgreich. Verhältnispräventive Gesundheitspolitik hat im Kontext mit der gestiegenen Aufklärung der Bevölkerung einen weltweiten Rückgang des Tabakkonsums bewirkt. Mit neuen Nikotinprodukten wie E-Zigaretten, Tabakerhitzern und Nikotinbeuteln wird nun ein zusätzliches Marktsegment entwickelt, das den rückläufigen Kernmarkt ergänzt. Und wiederum wird die mit dem Suchtmechanismus verbundene Gesundheitsschädlichkeit als „harm reduction“ relativiert. Neue Produkte werden als therapeutische Hilfsmittel für den Rauchstopp umgedeutet, womit sich die Tabakindustrie den Anschein pharmazeutischer Unternehmen geben will. Gleichzeitig wird mit einer Doppelstrategie der Kernmarkt mit Tabakprodukten weitergeführt, wobei dieses Produktsegment in absehbarer Zukunft den dominanten Anteil von Umsatz und Gewinn behalten wird. Insofern passt sich die Tabakindustrie den neuen Verhältnissen an, ohne das auf Nikotinabhängigkeit beruhende Geschäftsmodell zu verlassen.