
The neuropeptides oxytocin (OXT) and arginine vasopressin (AVP) are strongly involved in the regulation of social cognition and behavior. Behavioral studies in humans relying on the intranasal administration of the peptides demonstrate the influence of OXT and AVP on social interactions, e. g., attachment, interpersonal trust, and cooperative behavior, as well as emotion recognition, visual attention and social memory, indicating that OXT and AVP contribute to the processing of social cues. Clinical studies suggest that altered OXT signaling in particular may play a pathophysiological role in mental and developmental disorders characterized by social dysfunction, such as autism, borderline personality disorder, schizophrenia, and social anxiety disorder. This article summarizes recent findings on OXT and AVP effects in healthy humans and patients and addresses potential therapeutical options in the treatment of mental disorders.
Schriftleitung S. Elsenbruch, Essen (federführend) E-Mail: Sigrid.Elsenbruch@uk-essen.de C. Petersen-Ewert, Hamburg E-Mail: corinna.petersen-ewert@haw-hamburg.de Sektionsleitung G. Fabry, Freiburg (Lehre) E-Mail: goetz.fabry@klinikum.uni-freiburg.de M. Härter, Hamburg (Verhaltensmedizin, Psychosomatik) E-Mail: m.haerter@uke.uni-hamburg.de E. Kasten, Lübeck (Neuropsychologie, Biologische Psychologie) E-Mail: EriKasten@aol.com N. Knoll (Prävention, Krankheitsverarbeitung) E-Mail: nina.knoll@charite.de N. von Steinbüchel, Göttingen (Gesundheitsforschung, Lebensqualität) E-Mail: nvsteinbuechel@med.uni-goettingen.de Wissenschaftlicher Beirat F. Balck, Dresden; J. Bengel, Freiburg; N. Birbaumer, Tübingen / Padua; J. Born, Lübeck; E. Brähler, Leipzig; M. Bullinger, Hamburg; P. Enck, Tübingen; H. Faller, Würzburg; D. Gerber, Kiel; M. Hasenbring, Bochum; C. Heim; Atlanta; L. Jäncke, Zürich; U. Koch, Hamburg; H. Lang, Würzburg; C. Michel, Genf; F. Muthny, Münster; B. Sabel, Magdeburg; G. Schüßler, Innsbruck; H. Schulz, Hamburg; H. Traue, Ulm; R. Verres, Heidelberg; G. Weidner, San Francisco. Verlag/Anzeigen/Aboservice Akademische Verlagsgesellschaft AKA GmbH Postfach 103305 D-69023 Heidelberg Tel.: +49 6221 21881 Fax: +49 6221 167355 E-Mail: info@aka-verlag.de Anzeigentarif: Preisliste Nr. 8 vom 1.7.2009 Erscheinungsweise: vierteljährlich Bezugsbedingungen Jahresabonnement für Bibliotheken, Institute, Firmen: ¤ 150,–, Privatbezieher: ¤ 75,–, jeweils zuzüglich ¤ 12,– (Inund Ausland) Versandkosten (Preise gültig für 4 Ausgaben); Einzelheft (unverbindliche Preisempfehlung): ¤ 60,–. Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Psychologie (DGMP) erhalten die Zeitschrift im Rahmen ihrer Mitgliedschaft. Das Abonnement gilt jeweils für ein Jahr und verlängert sich jeweils um ein weiteres Jahr, falls es nicht sechs Wochen vor Ablauf des laufenden Abo-Jahres gekündigt wird. © Copyright 2012, Akademische Verlagsgesellschaft AKA GmbH, Heidelberg Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der Grenzen des Urheberrechtes ist unzulässig und strafbar. Dies gilt insbesondere für Übersetzungen, Nachdruck, Mikroverfilmung oder vergleichbare Verfahren sowie die Speicherung in Datenverarbeitungsanlagen. Der Verlag haftet nicht für Manuskripte, die unverlangt eingereicht werden. Der Redaktion angebotene Originalbeiträge dürfen nicht gleichzeitig in anderen Zeitschriften veröffentlicht werden. Mit der Annahme der Veröffentlichung überträgt der Autor dem Verlag das Verlagsrecht. In der Zeitschrift für Medizinische Psychologie angegebene Dosierungen für Medikamente und Arzneimittel entbinden den Nutzer – trotz sorgfältiger Prüfung durch Autoren und Schriftleiter – nicht davon, Dosisangaben zu prüfen, um sie in eigener Verantwortung sachgerecht anwenden zu können. Produktion AKA Verlag / Büro Amsterdam Nieuwe Hemweg 6B 1013 BG Amsterdam Niederlande E-Mail: info@aka-verlag.de Satz/Layout Bernd Kosubek, Leipzig Druck Krips Repro, Meppel (Niederlande) Printed in the Netherlands www.zmedpsychol.de Inhalt Seite
Zusammenfassung In der vorliegenden Ubersichtsarbeit sollen aktuelle Befunde zur Konzeptualisierung, Epidemiologie und zur Behandlung von funktionellen somatischen Syndromen (FSS) dargestellt werden. FSS bezeichnen Cluster von medizinisch unerklarten korperlichen Beschwerden. Obwohl das Konzept der FSS durchaus kontrovers diskutiert wird, existiert mittlerweile eine Vielzahl an diagnostischen Kriterien fur einzelne FSS, die auch in der Praxis zunehmend Anwendung finden. Personen mit einem FSS erfullen dabei oft die Kriterien fur mindestens ein zusatzliches FSS; ebenfalls liegt haufig eine Komorbiditat mit depressiven, Angst- und/oder Personlichkeitsstorungen vor. Die Syndrome zeigen vielfach einen chronischen Verlauf. Als wirksame Methoden der Behandlung haben sich bisher vor allem Antidepressiva und Psychotherapie erwiesen. Die Notwendigkeit der Untersuchung von spezifischen Risikofaktoren und von differentiellen pathophysiologischen Mechanismen einzelner FSS in zukunftigen Studien wird hervorgehoben.
Organisiert – gut durchführbar – klar strukturiert Jeder 5. Patient in Deutschland leidet an organischen Beschwerden, ohne dass jemals eine Ursache gefunden wird. Die Odyssee von Arzt zu Arzt endet hä
Clinical trials to evaluate the therapeutic effect of pharmacological interventions are mostly conducted as double-blind comparative studies. The study drug must prove its superiority over an active established treatment (comparator) and/or a placebo. This traditional study design assumes an additive relationship between pharmacological and placebo effects. Recent research demonstrates that this model is probably not apt to establish the therapeutic efficiency in clinical practice. The real therapeutic benefit of a new drug becomes visible only through modifications and adaptations of the study design that simulate the clinical treatment context. Such a modification is seen in the introduction of an open verum treatment arm, in which participants are certain to receive the study drug. This treatment realizes expectancy effects that are inherent to clinical practice. The expectancy effects are unspecified treatment effects and represent the placebo effect. The aim of the open verum condition and the inherent optimized placebo effect is to maximize the participants¡¯ therapeutic benefit through the improved drug effect. Additionally, this procedure mimics clinical practice more realistically and enables a more effective estimate of the therapeutic efficiency of the drug under investigation. The drug's therapeutic efficiency in clinical practice, including the expectancy effects, represents a new but relevant criterion and objective for pharmacological research.
In den letzten Jahrzehnten haben sich die Anforderungen an das Gesundheitssystem in Deutschland gewandelt. Zunehmend sind Patienten zu versorgen, die komplexe Problemlagen in mehreren Bereichen mit sich bringen. Beispiele sind Kinder mit chronischen Erkrankungen vor einem schwierigen sozialen Hintergrund oder altere, oft multimorbide Menschen mit funktionellen Beeintrachtigungen. Als Reaktion werden Versorgungseinheiten vermehrt multidisziplinar gefuhrt wie beispielsweise Notaufnahmen oder es werden Schnittstellen durch interdisziplinar arbeitende Teams uberbruckt wie die Schnittstelle zwischen Stroke Unit / Rehabilitation oder Kinderpsychiatrie / Sozialdienst (Franke et al. 2009). Doch nur wenige Professionen sind fur eine solche anspruchsvolle Kooperation ausgebildet. Eine Ausnahme bilden Geriatrische Teams aus Altersmedizinern, Fachpflegekraften und Therapeuten (zum Beispiel Physiotherapeuten, Neuropsychologen und anderes), die per definitionem interdisziplinar arbeiten und dabei multidimensionale Wirkgefuge nach dem bio-psycho-sozialen Modell berucksichtigen. Diese Arbeitsweise wird in entsprechenden Fortbildungsgangen wie zercur (zertifiziertes Curriculum Geriatrie) bewusst gefordert, wahrend dazu in anderen medizinischen Fachrichtungen selten Bildungsangebote bestehen (Buck et al. 2002 und Bundesverband Geriatrie, 2010). Die besonderen, interdisziplinaren Kompetenzen Geriatrischer Teams wurden bisher uberwiegend im stationaren Versorgungsbereich im Rahmen der medizinischen Komplexbehandlung genutzt (Goetz et al. 2000).
Fragestellung: Ausgangspunkt unseres medizinpsychologischen Lehrkonzepts waren Uberlegungen daruber, welche fachlichen Kompetenzen Medizinstudierende erwerben sollen. Da Medizin eine praktische Wissenschaft mit dem Ziel der gelingenden Praxis ist, sind Urteilskraft und Forschungskompetenz Schlusselinhalte der arztlichen Ausbildung. In dieser Studie untersuchten wir die studentische Rezeption eines solchen praxis- und forschungsorientierten Seminars. Methode: Unser Curriculum beinhaltete die studentische Auseinandersetzung mit jeweils einem psychologischen Problemfeld in direkter Interaktion mit Simulationspatienten und die professionelle Prasentation eines eigenen Forschungsprojektes im Rahmen eines Studentenkongresses. 193 Studierende im zweiten Studienjahr evaluierten vier Lernziele und acht Lehrmethoden anhand eines Fragebogens. Ergebnisse: Die Studierenden fuhlten sich zur Selbstreflexion angeregt. Die medizinpsychologischen Wissensinhalte wurden als eher wichtig fur die Ausbildung zum Arzt erachtet, bezweifelt wurde allerdings deren praktische Umsetzbarkeit. Die Aneignung kommunikativer Fertigkeiten uber Interaktion mit Simulationspatienten wurde besonders positiv bewertet, wahrend der Erwerb methodischer Kompetenzen eher kritisch gesehen wurde. Entsprechend wurde die Interaktion mit Simulationspatienten als beste und der Studentenkongress als schlechteste Lehrmethode bewertet. Je deutlicher Studierende die Schulung praktischer Fertigkeiten fur sich realisieren konnten, um so mehr profitierten sie von den Simulationspatienten, von der Projektarbeit, dem Semesterkongress, der Vermittlung durch den Dozenten sowie der eigenen Referatsausarbeitung. Schlussfolgerung: Sowohl die Forderung von Urteilskraft und Forschungskompetenz als auch die Auseinandersetzung mit vielfaltigen Lehrmethoden stellen hohe Anforderungen an Medizinstudierende. Die studentische Rezeption unseres Curriculums ist dahingehend ermutigend, sowohl die praktische Ausbildung in kommunikativen Fertigkeiten uber Interaktionen mit Simulationspatienten als auch die wissenschaftliche Bearbeitung einer eigenen Fragestellung in die medizinpsychologische Lehre aufzunehmen.
1ZusammenfassungFragestellung: Chemical Coping beschreibt eine Form der missbrauchli-chen Medikamenteneinnahme zum Zweck einer selbstmedikativen Bewal-tigung emotionaler Leidenszustande, die mit chronischen somatischen Be-schwerden vielfach einhergehen. Zielsetzung ist die Pilottestung der deut-schen Ubersetzung des Chemical Coping Index (CCI-D) an 80 somatofor-men Patienten und die Entwicklung einer Kurzversion.Methode: Zur ersten Uberprufung der psychometrischen Gute des CCI-Dwurde eine Item- sowie Reliabilitatsanalyse durchgefuhrt. Die Evaluationder entwickelten Kurzskala erfolgte auf Grundlage einer Item – und Relia-bilitatsanalyse, einer konfirmatorischen Faktorenanalyse sowie Kriteriums-validierung mittels Korrelationsanalyse mit Masen fur Medikamenten- undDrogenkonsum, Depressivitat, Somatisierung, Angst, psychosoziale Belas-tung und Alexithymie.Ergebnisse: Die sechsfaktorielle Subskalenstruktur des CCI-D lies sichnicht deutlich replizieren. Die Kurzskala CCI-D12 ist hoch reliabel ( =0.92) und weist gute Werte in den Modell-Fit-Indizes auf. Chemical Co-ping ist signifikant korreliert mit der erhohten Einnahme von Schmerz-mitteln (P 0.01) sowie Missachtung arztlicher Einnahmevorschriften(P 0.01) und steht signifikant im Zusammenhang mit Entzugssympto-men (P 0.001), Angst (P 0.05), Krankheitsangst (P 0.01), psy-chosozialer Belastung (P 0.001) und Alexithymie (P 0.001). Soma-tische Belastungen werden vergleichbar zwischen Patienten mit niedrigenversus hohen Werten im CCI-D12 objektiviert.Schlussfolgerung: Es konnte mit der Kurzskala CCI-D12 erstmalig eindeutschsprachiges Erhebungsinstrument zur Erfassung eines selbstmedika-tiven Medikamentenmissbrauchs bereitgestellt werden, dessen Einsatz zeit-okonomisch, reliabel sowie valide erfolgt.AbstractObjectives: The concept of Chemical Coping proposes that patients suffer-ing from chronic pain might utilize their pain medication to ameliorate co-existing distressful emotional states. Primary objective of this study was thepreliminary evaluation of the German version of the Chemical Coping Index(CCI-D) in 80 patients with somatoform diseases as well as the developmentand evaluation of a short-scale.Methods: The psychometric properties of the CCI-D were tested via itemanalysis and reliability analysis (Cronbach’s coefficient alpha). To evaluatethe short-scale of the CCI-D item analysis, reliability analysis, confirmatoryfactor analysis and concurrent correlation analysis were performed.Results: The scale structure of the original version of the CCI could notbe replicated distinctly. The CCI-D12 was highly reliable ( = 0.92),explained 51% of variance and showed plausible values in confirmatorymodell-fit-indices. Chemical Coping was significantly correlated with anincreased intake of pain medication (P 0.01), defiance of medical intakeinstructions (P 0.01), and highly associated with experienced withdrawalsymptoms (P 0.001), fear (P 0.05), hypochondria (P 0.01), psy-chosocial distress (P 0.001), and alexithymia (P 0.001). Patients didnot differ significantly in somatization and pain disability.Conclusion: The German short-scale CCI-D12 is a reliable and valid instru-ment assessing patterns of chemical coping and misuse of pain medication.SchlagworteChemical Coping, Medikamentenmissbrauch, Somatoforme Storungen,Coping mit SchmerzenKey-WordsChemical coping, drug abuse, somatoform disorders, coping with pain
A paediatric cancer diagnosis may exceed the resources of the children, adolescents and their families. The goal of this article is to describe the status quo of paediatric psycho-oncology. First, the nature and prevalence of psycho-reactive symptoms will be described and a process-oriented model which includes risk- and protective factors to describe the coping process with the illness will be developed. Subsequently, the importance of implementing routine psychological screening is emphasized. Although in the meanwhile psycho-oncological support is an integral part of multidisciplinary treatment, there are only few effectiveness studies in this field. In addition, it remains unclear how the psycho-oncological follow-up and the transition to adult-care should be designed and thus conclusions for future directions are drawn. Schlagworte
Somatosensory hallucinations occur not only in psychosis or under the influence of drugs. Therefore, we implemented a survey to investigate changes in body perception in a random sample of users in different German internet forums. Methods: Using an internet-based questionnaire, 680 mostly young sub- jects were asked about changes in body perception. Items addressed sensory hallucinations, affected body parts, frequency and perceived cause of such experiences. In addition, some questions assessed symptoms of identity dis- orders (e. g. Body Identity Integrity Disorder, Gender Identity Disorder). Two items were included twice in a slightly changed format in order to test reliability. Results: Out of 680 questionnaires 422 (62 %) were included in the analy- sis. All participants reported a body-referred change in perception at least once in their life and about 90 % reportedly experienced more than one such change in body perception. The sensation that a part of the body was heav- ier (47.1 %), lighter (34.5 %), larger (31.4 %), smaller (16.5 %), levitating (26.9 %), was tingling and pricking (84.5 %), not belonging to one's own body (20.5 %) or leaving the body (15.7 %) were reported. 6.4 % of respon- dents experienced changes in the identification with their own body. Women reported significantly more body perception changes than men. Conclusions: There exist multiple changes in body perception, presumably brought on by stress, meditation, or exercise. Women seem to be more sen- sitive with respect to the perception of their own body compared to men.
Objective: Purpose was to evaluate factor structure, symptom clusters and psychometric properties of the German adaptation of the Posttraumatic Stress Disorder Checklist ‐ Civilian Version (PCL-C) in 1594 breast and prostate cancer survivors. Methods: Factor structure, internal consistency, concurrent and divergent validity were analyzed through measures of posttraumatic stress (IES-R), anxiety and depression (HADS) as well as HRQoL (SF-8). Results: Three factors were extracted using principal component analysis, which explained 60.5 % of the variance. The factors measure numbing and arousal (9 items) ( = 0.88), intrusion (5 items) ( = 0.88) and avoidance (3 items) ( = 0.74). Confirmatory factor analysis suggested good to acceptable fit indexes. Concurrent and divergent validity of the PCL-C was determined. Conclusion: Findings confirm a three-factor model of the PCL-C, however, symptom clusters suggest avoidance and numbing as two different dimensions, and feelings of numbness and arousal as one dimension. Findings support the use of the PCL-C as a reliable and valid instrument for cancer patients.
Pediatric headaches, namely migraine and tension type headache, belong to the most common health problems in children and adolescents. The behavioural medicine approach to chronic headache in childhood and adolescence is based on the etiopathogenesis and empirical research. The biobehavioral perspective has the concept of migraine as an information processing deficit disorder, characterized by a central hypersensitivity (informationprocessing dysfunction) and dishabituation. We assume that hereditary and psychosocial (parental education) mechanisms both play an important role in migraine. Behavioural medicine interventions are highly effective and encompass information-processing-training, stress-management training, relaxation training, pain-coping techniques and biofeedback treatment.
1 HintergrundGesundheitsforderung stellt in den Curricula gesundheitsbe-zogener Studiengange einen fixen Bestandteil dar. Die Hoch-schule selbst ist ein Setting, in dem gesundheitsforderlicheInterventionen zu implementieren sind. Allerdings soll diesnicht nur fur die MitarbeiterInnen – gewahrleistet durch Be-triebliches Gesundheitsmanagement – geschehen, sondernauch fur die im Vergleich vernachlassigte Gruppe der Stu-dierenden (Graser, 2010). Befunde zum Thema Studieren-dengesundheit belegen namlich eindeutig Handlungsbedarf:So ergab etwa eine Befragung von uber 44000 Studieren-den in Osterreich, dass je knapp ein Viertel der Studieren-den durch fehlende Studienmotivation, Arbeits- und Kon-zentrationsschwierigkeiten oder auch stressbedingte gesund-heitliche Beschwerden im Studium beeintrachtigt ist (BM-WF, 2012). Gemas dem 19. Bericht der Sozialerhebungdes Deutschen Studentenwerkes (BMBF, 2010) unterbrechen11% aller Studierenden ihr Studium, wobei fast jeder Funftedies aus gesundheitlichen Grunden, vorrangig aufgrund psy-chischer Schwierigkeiten, tut. Berufsbegleitend Studierendegelten durch die Vereinbarkeitsproblematik (Beruf, Familie,Studium), damit einhergehendem Zeitmangel, fehlender Un-terstutzung von Seiten der ArbeitgeberInnen und der Hoch-schule als besonders belastet und gefahrdet (Brunner & Ka-da, 2011).2 ZieleDie Fokussierung von Studierenden im Zuge hochschuli-scher Gesundheitsforderung kann durch die Integration desThemas Studierendengesundheit in Lehrveranstaltungen rea-lisiert werden. Ein Beispiel dafur soll der vorliegende Beitrag
One third of all children and adolescents among the population suffer from functional symptoms and pain disorders (including abdominal pain, headache, joint pain) without diagnosable biomedical correlate. A subgroup does not achieve a successful adaptation to these functional symptoms but develops a somatoform disorder that is associated with an excessive medical consultation behavior, hypochondriacal anxiety and significant psychosocial impairment (e. g. school absenteeism). This paper presents a behavioral medicine conceptualization of the emergence of somatoform disorder, an approach to assessment and case formulation, and a behavioral medicine intervention comprising seven modules based on an individually tailored treatment indication.
Seit 1970 ist die Medizinische Psychologie ein fester Bestandteil der Approbationsordnung für Ärzte (ÄAppO) und ein Pflichtfach im Medizinstudium. Ein wichtiger Teil des Curriculums sind die Themen Arzt-Patient-Beziehung und Kommunikation (Petersen et al. 2006). Vermittelt werden jedoch auch theoretische Grundlagen der Psychologie, welche Themen wie Lernen, Kognition, Emotion, Motivation, Persönlichkeit, Entwicklung und Methoden umfassen. Bei allen Themengebieten soll der Brückenschlag zu psychologischen Aspekten von Krankheit und Gesundheit gelingen: sowohl in der theoretischen Fundierung als auch in den klinischen Bezügen. Als Beispiel sei das Thema „Emotion“ genannt: Emotionen spielen im klinischen Alltag eine bedeutende Rolle. Eine Grundlage für das Verständnis von Emotionen bildet zunächst die Kenntnis von Basisemotionen und (neuro-)psychologischen Theorien der Emotionsentstehung. Ausgehend davon befasst sich die Medizinische Psychologie mit Emotionen in der klinischen Praxis. Betrachtet werden sowohl Emotionen in ihrer durchschnittlichen Ausprägung als auch affektive Störungen wie Depression oder Angststörungen. Die oben aufgeführten theoretischen Grundlagen sind auch Bestandteile eines klassischen Psychologiestudiums. Während jedoch im Psychologiestudium jedes Thema, sei es Stressverarbeitung, Methoden, Entwicklung oder psychobiologische Grundlagen, während eines ganzen Semesters vertieft wird, steht derzeit in den Regelstudiengängen Humanmedizin für jedes Thema nicht wesentlich mehr als eine Doppelstunde zur Verfügung. Die Dozierenden sehen sich also vor der Herausforderung, grundlegende Theorien in einem Bruchteil der Zeit abhandeln zu müssen. Angesichts einer solchen Zeitknappheit besteht die Gefahr, dass komplexe Theorien des menschlichen Erlebens und Verhaltens als allzu theoretisch, im schlimmsten Fall als unwesentlich oder sogar banal empfunden werden. Ein wirklicher Ausweg aus diesem Dilemma scheint nicht möglich. Allerdings können Übungen und prägnante Beispiele aus dem klinischen Alltag dazu beitragen, das Problem der Zeitknappheit zu entschärfen. Gute Übungen oder anschauliche Beispiele für eine Theorie können:
Fragestellung: Eine stressreduzierende Wirkung von Taiji wurde in mehreren Studien wiederholt beobachtet.In der vorliegenden Arbeit wird der Frage nachgegangen, bei welchen Personen eine Verminderung der physiologischen Stressreaktivität infolge eines Taiji-Kurses am ausgeprägtesten