
Die Indikation der Speichenköpfchenprothese in der Frakturversorgung wird in der Literatur kontrovers diskutiert. Zu unterschiedlich sind die dargestellten Patientenkollektive und die verwendeten Prothesen, um eindeutige Rückschlüsse ziehen zu können. Einerseits hat die Silikonprothese zu vielen mechanischen und biologischen Problemen geführt und andererseits werden mit der Radiusköpfchenresektion allein in 50-80 % gute und sehr gute Ergebnisse erzielt. Zusätzlich erfolgt die Klassifikation der Radiuskö pfchenfrakturen überwiegend nach morphologischen Gesichtspunkten, die den Frakturmechanismus und damit die knöchernen und ligamentären Begleitverletzungen nicht ausreichend respektieren. Entsprechend biomechanischer Gegebenheiten und den bekannten Ergebnissen können Metallprothesen zur Behandlung der Ellbogeninstabilität empfohlen werden. Vor allem Kombinationsverletzungen des Processus coronoideus und des Speichenköpfchens bedürfen der Rekonstruktion des radialen Pfeilers. Weiters kann die Speichenprothese Rekonstruktionen von proximalen Ellentrümmerfrakturen mechanisch schützen. Silikonprothesen sollten vor allem aus mechanischen Gesichtspunkten nicht verwendet werden. Der routinemäßige Einsatz der Radiusköpfchenprothese nach Resektion kann nicht empfohlen werden, entscheidend ist vielmehr die Gelenkstabilität nach Resektion des Speichenköpfchens.
Acute limb shortening to close diaphyseal bone defects after trauma or resection of infected, necrotic or tumor bone may allow early bridging through the approximated fragments [1] [3] [6]. After acute limb shortening, a second operation including a corticotomy for distraction osteogenesis in the metaphyseal area is usually performed [2] [3] [4]. The value of primary limb shortening and secondary distraction osteogenesis from the shortening site to treat diaphyseal bone defects has not been experimentally investigated. Such a proce¿dure, however, would strongly undermine the established principles we learned from Ilizarov. This study was aimed to characterize the properties of regener¿ated bone through acute short¿ening and gradual lengthening in comparison to simple lengthening proced¿ures using the same rabbit model. Mechanical prop¿erties of the biomechanical environment of this model were evaluated and standardized earlier [5]. Different parameters of this method were compared to the simple lengthening procedure. New bone formation was evaluated mechanically, radiologically, by his¿tomorphometry and densitometry. Compartment pressure and muscle function were monitored.
Zur Versorgung medialer Schenkelhalsfrakturen des alten Menschen mit begrenzter Lebenserwartung haben bipolare Hemiprothesen weite Verbreitung gefunden, da sie eine Reduktion des Operationstraumas bei kurzen Rehabilitationsphasen erlauben. Mit der Erweiterung des Indikationsspektrums auch auf rüstigere Patienten haben sich die Ansprüche an die Tragzeit der Prothese erhöht. Insbesondere der Abrieb des Polyäthylen und die Knorpeldestruktion im Acetabulum mit nachfolgender Protrusion in das kleine Becken stellten typische Langzeitprobleme dar. Deshalb wurde eine Keramik- Keramikduokopfprothese konzipiert mit einer Minimierung der Reibung im technischen Innengelenk und höchster biologischer Verträglichkeit im Keramikaußengelenk.
Die posttraumatische Arthrose des distalen Radioulnargelenkes gehört zu den Komplikationen, welche nach einer distalen Radiusfraktur auftreten können. Wir stellen in der folgenden Arbeit den Fall einer 80-jährigen Patientin vor, die beidseits mit UHP-Prothesen versorgt wurde. Es handelt sich dabei weltweit um die erste Patientin, die nach posttraumatisch erlittenen Arthrosen in dieser Form behandelt wurde. Die Arbeit erläutert diese Operationsmethode im Vergleich zu den zur Verfügung stehenden gebräuchlichen Operationstechniken.
Anhand einer retrospektiven Studie wurde untersucht, ob undis¿lozierte Frakturen des mittleren Schlüsselbeindrittels im Tornisterverband unverschoben blieben, ob sich bei verkürzten Frakturen eine Reposition mit dem Tornisterverband erzielen ließ bzw. wie weit sich das Repositionsergebnis bis zum Zeitpunkt der Ausheilung retinieren hatte lassen.165 Patienten mit Schlüsselbeinfrakturen im mittleren Drittel wurden in die Studie inkludiert und in Bezug auf das Ausmaß der Verkürzung und Dislokation primär, nach Reposition und zum Zeitpunkt der Abnahme des Tornisterverbandes analysiert. In 114 Fä llen war die Schlüsselbeinfraktur völlig unverschoben. 51 Frakturen waren primär disloziert und wurden im Tornisterverband reponiert.Nach Reposition im Tornisterverband zeigte sich eine deutliche Verbesserung der Fehlstellung. Zum Zeitpunkt der Abnahme des Tornisterverbandes glich das durchschnittliche Ergebnis jedoch wieder dem primären Befund. Zwei primär unverschobene Frakturen waren trotz Tornisterverband disloziert. Die Analyse der Rö ntgenbilder zeigte einen deutlichen Korrekturverlust in nahezu allen Gruppen (eingeteilt nach dem Ausmaß der primären Dislokation). Besonders ausgeprägt war diese Tendenz bei den Patienten mit einer primären Verkürzung von mehr als 2 cm. Ließ sich die Fraktur in diesen Fällen primär anatomisch reponieren, war das Ausheilungsergebnis zumindest akzeptabel. In den Fällen, in welchen sich primär keine optimale Reposition erzielen ließ, kam es bis zum Zeitpunkt der Tornisterverbandabnahme zu einer zunehmenden Verkürzung bis auf 3 cm.Unsere Ergebnisse zeigten, dass die Tornisterverbandtherapie der Schlüsselbeinfraktur im mittleren Drittel keine Garantie dafür bietet, dass unverschobene Schlüsselbeinfrakturen auch unverschoben bleiben. Durch den Tornisterverband kann zwar eine gering- bis mäßiggradige Verkürzung initial reponiert, jedoch nicht retiniert werden. Bei einer initialen Verkürzung von mehr als 2 cm sollte an die operative Stabilisierung der Schlü sselbeinfraktur gedacht werden, da in diesen Fällen im Rahmen der konservativen Therapie mit dem Tornisterverband mit schlechten radiologischen und funktionellen Resultaten zu rechnen ist.
Am 09. 11. 1939 wurde von Gerhard Küntscher die erste intramedulläre Osteosynthese durchgeführt. Sein Grundgedanke zur Mechanik und Biologie der Frakturversorgung bestand in der Durchführung der gedeckten Reposition unter Erhalt des Frakturhämatoms mit anschließender Retention. Diese Prinzipien haben heute weiterhin Bestand. Zwei wesentliche Voraussetzungen mußten vor Durchführung der Nagelung erfüllt werden:
Perkutane Schraubenosteosynthesen instabiler Beckenverletzungen sind technisch anspruchsvoll. Bei geringerer Invasivität sollten sie Verfahren mit ausgedehnten Zugängen vorgezogen werden. Stabilisierungen unter C-Arm-Kontrolle erfordern eine erhebliche Durchleuchtungszeit durch wiederholte Projektionswechsel. Bei CT-gesteuerten Verfahren ist das Matching aufwendig, Repositionsmanöver erfordern das CT im OP.
Die steigende Lebenserwartung hat zu einer Zunahme der Frakturen des coxalen Femurendes geführt. Deren Mortalität ist nur durch eine zügige operative Versorgung zu senken, die eine Vollbelastung der betroffenen Extremität erlaubt. Ziel der Osteosynthese ist die Wiederherstellung der prätraumatischen Mobilität. Stabile A1-Frakturen können mit Laschengleitschraubensystemen wie zum Beispiel der dynamischen Hüftschraube (DHS) versorgt werden. Für instabile A2- und A3-Frakturen ist der Gammanagel das Implantat der Wahl. Dieser gewährleistet als minimal-invasives intramedulläres Verfahren Belastungsstabilität ohne zusätzliche Spongiosaplastik.
Die Behandlung der Frakturen am proximalen Femurende spiegelt den Wandel und die historische Entwicklung der Traumatologie. Meilensteine waren die Extensionsbehandlung, die Entwicklung von Implantaten für Osteosynthese sowie für Hemiarthroplastiken oder Totalarthroplastiken [5] [7] [8] [11]. Mit dieser Entwicklung sind Namen wie Whitmann (Repositions-Retensions-Gipsverband), Smith-Petersen (Lamellen-Nagel in Amerika und Lorenz Böhler in Europa), AO Gruppe (130° Winkelplatte und DHS Nagel),eng verbunden. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat sich der Prothetische Gelenkersatz bei Schenkelhalsfrakturen durchgesetzt.Wir haben zum Teil diesen Wandel mitgemacht in unserem Material und bei erfüllten Voraussetzungen, wie der Möglichkeit zur Notfall-Operation (war nicht immer selbstverständlich), krankengymnastischer stationärer und poststationärer Behandlung, idealer familiärer Obhut (nur 5 % unserer Patienten kommen aus Altersheimen), sind unsere Resultate gut bis ausgezeichnet. Die Mortalität konnte sehr stark gesenkt werden (bei Bipolaren Endoprothesen und Totalprothesen unter 4 %). Ebenso niedrig waren die Komplikationen und somit auch die Behandlungskosten bei streng ausgewälter Indikation der Therapie-Methode und exakter Auswahl der richtigen Implantate nach Frakturart.
Similiar to the development in joint replacement surgery, revision surgery is becoming more and more important in anterior cruciate ligament (ACL) surgery. Localisation and volume of previous tunnels are crucial for planning revision surgery. Based on these different tunnel conditiones, a new grading system has been developed indicating the difficulty of the upcoming revision surgery. Evaluation of our more than 500 cases of ACL revision surgery demonstrated in 74 % malposition of the previous bone tunnels as the reason for graft failure and revision. Severely abnormal tunnel position allows in generally for new tunnel drilling in the correct position (Grade 1 revision). Isolated tibial tunnel dilation is seen mainly following ACL reconstruction using bone-patellar tendon-bone grafts (BPTB). In most of these cases the femoral tunnelI is obliterated by the bone block of the BPTB (Grade II). In these cases, bone grafting of the tibial tunnel alone is frequently necessary. Severe dilation of both the tibial and femoral tunnels are seen mainly following ACL reconstruction using hamstrings with graft fixation far away from the anatomical side (Grade III). In these cases bone grafting of the both old and drilling of new tunnels in the correct position as a one stage procedure might be a possible solution.On the tibial side the tunnels may be positioned or dilated too far anteriorly and/or posteriorly or medially. In some instances the opening of the old tunnel by osteotomy may be the safest approach for revision, especially if the old graft is still functioning but loose.A new technique for harvesting bone grafts from the iliac crest using specially designed bone cutting tubes was developed. 20-70 mm long and 8-15 mm large cortico-cancellous grafts may be cut out of the crest using a single 2-3 cm incision. The previous enlarged tunnels are reamed up in order to excise the sclerotic wall and achieve a cylindric form. An iliac crest graft with a diameter 1 mm more than the tunnel will be inserted press-fit. Then the new tunnel is drilled at its correct position. This allows a single stage procedure in many of the grade III revision cases.Rehabilitation depends on the revision grade. Grade 1 revisions are treated postoperatively like primary ACL reconstructiones. Grade II and III revisiones using more or less amounts of bone grafting have to be rehabilited delayed with partial weight bearing for about 6 weeks.Results: Between 1/93 and 12/95 108 failed ACL reconstructions underwent revision surgery, all performed by one surgeon (HHP). During the same time 288 ACL ruptures have been reconstructed in this center (HHP). 16 patients (15 %) were lost for follow-up. The remaining 92 patients were 32 women, 64 men. The age range was 28 years (17-44). The overall IKDC rating at 3.3 (2-6) years follow-up demonstrates, that early revision has better results than late ones (p < 0.01). But the best results still are obtained with primary reconstruction using correct tunnel positions (p < 0.01).
Durch die Einführung der unaufgebohrten Verriegelungsnagelung des Femurs ist die Diskussion über die Art der Stabilisierung des Oberschenkelschaftbruches beim polytraumatisierten Patienten belebt worden. Zielsetzung der Studie war zu evaluieren, inwieweit sich differente Stabilisierungstechniken des Femurschafts in der Polytraumasituation bei gleichzeitig bestehender Lungenkontusion hinsichtlich der pulmonalen Folgereaktionen unterscheiden.
Der Ersatz des vorderen Kreuzbandes mit Patellarsehne und Fixation mit Cross pin („Rigid fix”) hat gegenüber anderen Verfahren einige Vorteile: 1. Hohe Steife des Transplantates bei geringem Transplantatdurchmesser. Dadurch wird die Gefahr eines Transplantatimpingement am hinteren Kreuzband und an der lateralen Sulkuswand verringert. 2. Tunnelweitung femoral wird vermieden durch gelenknahe (anatomische) Fixation des Knochenblocks und die Umlenkung der Sehne am Knochenblock. Die vollständige knöcherne Auffüllung des tibialen Bohrkanals im Transplantatverlauf durch Spongiosaplastik ist eine wichtige Maßnahme, um Tunnelweitung im Tibiakopf zu vermeiden. 3. Wenige, gut standardisierte Fixationsmethoden. Hohe Stabilität der Primärfixation mit allen Fixationstechniken. Dadurch niedrige Fehlerquote. 4. Durch Fixation mittels „Rigid fix” Vermeidung von Hohlräumen, wie sie nach Resorption von Interferenzschrauben entstehen können. 5. In zahlreichen Studien nachgewiesene gute Langzeitstabilität. Die Morbidität durch die Entnahme des Transplantates läßt sich durch verbesserte Operationstechnik weitgehend vermeiden: 1. Doppelinzision, quer über der Patella und schräg über dem Tibiakopf mit subkutaner Sehnenentnahme führt zu guter Narbenbildung und schont die R. infrapatellares n. sapheni. 2. Spongiosaauffüllung der Tuberositas tibiae und des unteren Patellapols vermeidet oder verringert die Beschwerden beim Knien. 3. Die hohe Primärstabilität erlaubt frühzeitig intensives Quadrizepstraining. Dadurch reduziert sich das Auftreten einer Chondropathia patellae.
Although the Russell-Taylor reconstruction nail (RTRN) was primarily used to treat diaphyseal and cervical femoral fractures its configuration permitts its use also in difficult subtrochanteric comminuted fractures with diaphyseal involvement.
Die vorliegende Arbeit ist eine Literaturübersicht zur Frage der Indikation zum prothetischen Ersatz bei vorliegender medialer Schenkelhalsfraktur. Basierend auf den mechanischen Berechnungen von Pauwels und den Beobachtungen von Garden hat sich in den letzten Jahrzehnten eine Literaturdiskussion zur korrekten Wahl des Implantates entsponnen, die ihren Endpunkt noch nicht erreicht hat. Pro und Contra der Hemiprothese auf der einen, bzw. der Totalendoprothese auf der anderen Seite, die Frage ob in zementierter Technik oder zementfrei, ebenso wie die Grenzen der Indikation und die Ergebnisse hüftkopferhaltender Techniken werden aufgezeigt. Ein therapeutischer Algorithmus wird vorgestellt, der in der Entscheidungsfindung unterstützen helfen soll.
Locking nails used for the treatment of tibial fractures are inserted at the ventral edge of the proximal tibia, below the tibial plateau and above the tibial tuberosity. With the introduction of a new locking nail system we started to use an insertion point which lies more proximally and dorsally than the conventional point of insertion. The aim of this study was to determine the distance between this new entry point and the intracapsular structures of knee joint cavity and to compare the angle of insertion between the conventional and new entry point.On 50 randomly selected knee MRI's the distance between the new entry point and the knee joint cavity was measured electronically. Forty randomly selected lateral plain radiographs of the tibia were used to determine the insertion axis via both insertion points.A mean distance of 12.2 millimeter (7.4-18.3 mm) was found between the new entry point and the knee joint cavity. This distance is safe with regard to the risk of opening the knee joint.The insertion angle via the conventional entry point was 9.3 degrees, via the new entry point 4.7 degrees. This smaller insertion angle has advantages with regard to the risk of perforating the posterior cortex and in the treatment of proximal fractures.