
Zusammenfassung Im Rahmen der Migration des hebis-Verbundes vom PICA-LBS-System auf das cloudbasierte FOLIO-System wurde die Migrationssoftware pygimix (Python Gießener Software für die Migration und Integration fast x-beliebiger Daten) entwickelt. Da bestehende Open-Source-Tools nicht auf die spezifischen Anforderungen der LBS-Migration zugeschnitten waren, wurde am Hochschulrechenzentrum der Justus-Liebig-Universität Gießen eine maßgeschneiderte Lösung implementiert. Der Artikel beschreibt die technische Architektur von pygimix, die auf einer nebenläufigen Supervisor-Worker -Struktur basiert und die Datenverarbeitung mittels Zustandsmaschinen ( finite-state machines ) steuert. Ein besonderer Fokus liegt auf der Flexibilität der Software: Durch die Verwendung von Python- Dictionaries , JSON-Konfigurationen und mandantenspezifischen Namensbereichen (Modulen und Klassen) wurde eine hohe Erweiterbarkeit und Nachnutzbarkeit für verschiedene Bibliotheksmandanten sichergestellt. Am Beispiel der Ausleihmigration der Universitätsbibliothek (UB) Gießen wird aufgezeigt, wie komplexe Datensätze wie Exemplare, Benutzerstammdaten und Entleihungen performant und unter Berücksichtigung der FOLIO-Business-Logik übertragen werden konnten. Die Ergebnisse belegen eine erhebliche Zeitersparnis bei der Datenübertragung und bieten eine skalierbare Grundlage für zukünftige Migrationsprojekte im Verbund.
Zusammenfassung Der Beitrag beschreibt die Einführung des Bibliotheksmanagementsystems FOLIO und des Discoverysystems VuFind für die Universitäts- und Hochschulbibliotheken im Bibliotheksverbund Bayern (BVB). Nach dem Go-live von vier Pilotbibliotheken in einer ersten Projektphase, liegt der Fokus der zweiten Projektphase auf den parallel durchgeführten Migrationen zahlreicher weiterer Bibliotheken sowie deren Überführung in den FOLIO-Regelbetrieb. Zudem werden sowohl das Betriebskonzept von VuFind und die gemeinschaftliche Softwareentwicklung als auch die Bedeutung kooperativer Organisations- und Wissenstransferstrukturen für das Projekt beleuchtet.
Zusammenfassung Seit Januar 2025 nutzt die Staats- und Universitätsbibliothek Bremen als erste Bibliothek im Gemeinsamen Bibliotheksverbund GBV das Open-Source-Lokalsystem FOLIO mit den Modulen für Erwerbung und Ausleihe im produktiven Betrieb. Da FOLIO sich im Berichtszeitraum noch in einem dynamischen Entwicklungsprozess befand, standen noch nicht alle Funktionalitäten des Altsystems OCLC LBS3 in neuer Form zur Verfügung. Der Beitrag stellt die Hürden vor, die während der dreijährigen Migration zu überwinden waren, und beschreibt, welche Lösungen dabei gefunden wurden. Es wird ein Einblick in den technischen und organisatorischen Ablauf des Umstiegs gegeben.
Zusammenfassung 1931 fand zwischen dem Staatsarchiv des Kantons Zürich (StAZH) und dem Stiftsarchiv St. Gallen (StiASG) ein lang antizipierter Kulturgütertausch statt. Getauscht wurden knapp 500 Urkunden, größere Aktenbestände und einige Bände gegen sieben Handschriften sowie eine mehrbändige Druckschriftensammlung. Grund dafür war eine größere Anzahl fürstäbtischer Verwaltungsdokumente, die im Zuge des Zweiten Villmergerkriegs 1712 als Kriegsbeute von St. Gallen nach Zürich abtransportiert worden waren. Das im Folgenden näher vorzustellende Kooperationsprojekt steht exemplarisch für die Möglichkeit, durch digitale Werkzeuge vormals getrennte Archivbestände virtuell zusammenzuführen und der Öffentlichkeit vereint zugänglich zu machen.
Zusammenfassung Der Beitrag beschreibt die Neugestaltung der Hochschulbibliothek der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen am Standort Köln. Durch Nutzendenbeteiligung und eine klare Zonierung des Raums entstand auf begrenzter Fläche eine helle, nachhaltige Lernlandschaft mit deutlich mehr und diverseren Arbeitsplätzen, buchbaren Lernkabinen, Loungebereich und Workbar. Open-Library-Technik, akustische Maßnahmen, ein einfach anpassbares Leitsystem und eine übersichtliche Aufstellung nach der Regensburger Verbundklassifikation ergänzen das Betriebskonzept.
Zusammenfassung Vor dem Hintergrund des Klimawandels, der auch für das schriftliche Kulturgut eine Bedrohung darstellt, werden nachhaltige Magazinbauten seit einigen Jahren zunehmend fachlich diskutiert. Der Magazinbau des Landesarchivs Schleswig-Holstein setzte als Schleswiger Modell bereits 1991 den Standard für die passiv natürliche Klimatisierung von Archivmagazinen. Angesichts aktueller Planungen für eine Magazinerweiterung erfolgte beim Landesarchiv Schleswig-Holstein eine Evaluierung des Schleswiger Modells. Die Ergebnisse zeigen, dass es als konzeptionelle Grundlage weiterhin Geltung beanspruchen kann.
Zusammenfassung Für digitalisierte und in Kulturgutportalen online gestellte Akten mit heterogenem Inhalt gibt es bislang keine vollständig zufriedenstellende, normierte und in verschiedenen Sprachfassungen verfügbare Rechteauszeichnung. Vorhandene Systeme gehen immer von einzelnen Objekten aus (sowohl bei Lizenzen wie CC als auch bei RightsStatements.org). Vielfach ist aber bei umfangreichen Beständen im Behördenschriftgut und in persönlichen Unterlagen der rechtliche Status je Einzelobjekt in einer Akte sehr unterschiedlich und eine Einzelprüfung kaum darstellbar. Das Landesarchiv Baden-Württemberg stellt vor, wie es sich in diesem Dilemma zurzeit verhält.
Zusammenfassung Aktuellen Studien zufolge wird der verstärkte Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) auch Berufsgruppen wie Historiker*innen bedrohen. Eine inhaltliche Betrachtung und Bewertung historischer Dokumentationen mit KI-generierten Inhalten auf sozialen Plattformen zeigt ein hohes Missbrauchspotenzial. Die Wiedergabe oder Erfindung falscher Informationen verzerrt das öffentliche Geschichtsbild, wie in diesem Artikel am Beispiel des Mittelalters gezeigt wird. KI nutzt frei zugängliche Informationen ohne Angabe von Belegen und verarbeitet diese zu einem Geschichtsbild mit Makeln. Die eigentlichen Quellen werden weniger rezipiert, wodurch die Gefahr entsteht, dass einzelne Akteure eine gezielte Geschichtsverfälschung betreiben, ohne dass die Rezipierenden etwas bemerken.
Das Beispiel der ins Stadtzentrum verlagerten Zweigbibliothek Natur- und Lebenswissenschaften der Justus-Liebig-Universität Gießen zeigt, wie eine wissenschaftliche Bibliothek durch eine geschickte Standortwahl und ein innovatives Design sowohl den Interessen der Studierenden entgegenkommen als auch einen Beitrag zur Stadtentwicklung leisten kann. Der neue exponierte Standort verbessert die Lernraumsituation für die Studierenden und soll den Dialog zwischen Universität und Gesellschaft stärken sowie das Stadtbild positiv beeinflussen.
The Dalman Institute, the Institute of Data Science, and the Computing Centre at the University of Greifswald developed in 2024/2025 the web application “Tin Gustaf”. Using artificial intelligence (AI), the project generates image descriptions for around 14 000 digitised artefacts from the cultural landscape of Palestine. These descriptions were then transformed by AI into numerical representations and grouped. In the spirit of digital curation, this approach enables exploratory engagement with the collection and reveals unexpected connections that might otherwise remain unnoticed.
Der Erfahrungsbericht des Landeskirchlichen Archivs der Evangelischen Kirche von Westfalen zeigt, wie Digitalisierungsprojekte auch bei begrenzten Ressourcen erfolgreich und weitgehend eigenständig umgesetzt werden können. Der Beitrag beleuchtet praxisnah strategische, organisatorische und technische Aspekte und zeigt typische Herausforderungen sowie konkrete Lösungswege, die besonders für kleinere und mittelgroße Archive relevant sein können.
The article highlights the complex and accomplished career of Latvian architect Gunnar Birkerts (1925–2017). Born in Latvia, educated in architecture in Germany, and professionally active in the United States, Birkerts developed a body of work that distinguishes him within the global architectural canon. The culmination of his creative practice is the National Library of Latvia, a project that synthesizes his conceptual and formal ambitions. The article underscores the significance of the year 2025 , which marks both the centenary of Birkerts’s birth and the 500th anniversary of the first Latvian book printed in Germany in the context of the Reformation.
Software ohne Programmierkenntnisse selber zu erstellen, ist mit KI-Technologie möglich und jeden Bastelenthusiasmus wert! Der Beispiele gibt es mittlerweile viele, z. B. René Turcios. Er hat mehr als 200 Hackathons gewonnen, ohne eine einzige Zeile Code zu schreiben. Er entwickelt komplette Apps nur mithilfe von KI-Prompts. Siehe https://sfstandard.com/2025/07/05/rene-turcios-hackathon-labubu-vibe-coding-chatgpt /. Zuletzt geprüft am 14.01.2026. Oder man denke an das schwedische KI-Start-up Lovable, das eine KI-gestützte Entwicklungsplattform anbietet, mit der man Websites und Web-Apps natürlichsprachlich per Chat bauen kann. Der seit Anfang 2025 eingeführte Begriff und das damit verknüpfte Konzept des vibe coding demokratisiert nicht nur die Softwareentwicklung über einen niedrigschwelligen Zugang zur Automatisierung von Programmiercodes, sondern eröffnet für individuelle Lösungen und für Open-Source-Anwendungen mit offenen Schnittstellen völlig neue Möglichkeiten maßgeschneiderter Lösungen. Die KI-seitige Unterstützung und Umwandlung natürlichsprachlich formulierter Anforderungen in Kommando- und Programmzeilen, Prompting genannt, markiert einen weiteren Meilenstein auch der digitalen Souveränität. Insofern ist die zunehmende Befähigung der Bibliothekszunft, sich mit vibe oder casual coding vertraut zu machen, ein erstes Desideratum. Dies ersetzt natürlich keinesfalls den zweiten Wunsch, dass sich zunehmend Bibliothekar*innen systematisch mit den Herausforderungen des Softwareingenieurwesens vertraut machen. Auf Augenhöhe mit Programmierer*innen und Entwickler*innen die Kommunikation zur Digitalisierung von Dienstleistungen und Prozessen zu suchen, ist mit vibe coding ein weiterer Coup gelungen. Dem Ideal Habermas‘ hin zum zwanglosen Zwang des besseren Arguments – durch technische Expertise und Nachweis von Machbarkeit durch Kolleg*innen – ist Vorschub geleistet. Ebenfalls erfahren die Prototypisierung ( mock ups etc.) und kreative Problemlösungen einen Push. Zwei Beispiele verdeutlichen den qualitativen Sprung: einmal kann somit ein Large Language Model (LLM) bei Discovery-Tools helfen, das Retrieval zu kontextualisieren und in den Ergebnissen einfach besser zu machen. Und zum anderen kann vibe coding unterstützen beim Verbessern eines veralteten Skriptes für den Bibliothekswertrechner, ein etabliertes Tool mit dem Nutzende spielerisch den Wert ihrer Bibliotheksnutzung berechnen können. Darüber hinaus bedeutet vibe coding ebenfalls, dass nicht alles gelingt und Fehler gemacht werden. Und der Vorbehalt bleibt bestehen, dass für unter Sicherheitsaspekten gehärtete Systeme gerade mit komplexen Ansprüchen an das System und für den Massenbetrieb klassische Expertise nicht durch vibe coding substituiert werden kann.