
Zusammenfassung Militärische Luftfahrzeugführer (LFF) müssen für den Einsatz im Flugdienst, insbesondere bei Verwendung als Jetpilot, eine uneingeschränkte funktionelle Integrität des muskuloskelettalen Systems aufweisen. Insbesondere unter hohen + Gz-Expositionen (im Flugdienst bis + 9 Gz und beim Rettungsausschuss mit dem Schleudersitz bis zu + 20 Gz) sowie bei hohen G-Onset-Raten wirken erhebliche axiale Kompressions- und Scherkräfte auf die Wirbelsäule. Zusätzlich sind die biomechanischen Belastungen im Falle einer möglichen Schleudersitzauslösung in die flugmedizinische Risikobewertung einzubeziehen. Vorbestehende strukturelle Veränderungen der Wirbelsäule können unter diesen Bedingungen symptomatisch werden, progredient verlaufen oder das Risiko akuter Wirbelsäulenverletzungen erhöhen. Im Rahmen eines mehrphasigen Auswahlverfahrens für den fliegerischen Dienst der Bundeswehr (Eignungsfeststellung und Tauglichkeit) erfolgt daher in der Phase 2 am Zentrum für Luft- und Raumfahrtmedizin der Luftwaffe (ZentrLuRMedLw) in Köln eine umfassende flugmedizinische Begutachtung auf Wehrfliegerverwendungsfähigkeit (WFV). Diese beinhaltet u. a. eine anthropometrische Ganzkörpervermessung, eine klinisch-orthopädische Untersuchung sowie ein MRT der gesamten Wirbelsäule mit anschließender flugmedizinischer Gesamtbewertung. Ziel des routinemäßigen MRT-Screenings im Rahmen der fliegerischen Tauglichkeit ist nicht allein der Ausschluss manifester Erkrankungen, sondern insbesondere die präventive Identifikation potenziell vulnerabler Befunde. Dadurch sollen Wirbelsäulenverletzungen unter Hochbelastung im militärischen Flugbetrieb vermieden und die langfristige fliegerische Verwendungsfähigkeit sichergestellt werden (Prävention, Vorsorge, Fürsorge).
Zusammenfassung Eine aktuelle Studie am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Köln hat eine optimierte Trainingsmethode im Rahmen einer Bettruhestudie getestet, welche die aerobe Fitness erhalten und dabei dem raumfahrtassoziierten neuro-okularen Syndrom (SANS) vorbeugen soll. Die 24 Probanden der Studie unterzogen sich einer 30-tägigen strengen Bettruhe in 6°-Kopftieflage (HDT). Während dieser Bettruhe absolvierte die Interventionsgruppe aerobes Training auf einem Liegeergometer und es wurden anschließend venokonstriktive Oberschenkelmanschetten getragen. Die Kontrollgruppe absolvierte kein Training und trug keine Manschetten. Die Studie zeigte, dass die maximale Sauerstoffaufnahme (VO2peak) in der Kontrollgruppe abnahm, während sie in der Interventionsgruppe erhalten blieb. Gleiches gilt für das Schlagvolumen und das Plasmavolumen. Die Muskelmasse und die Kraft der Knieextensoren nahmen in beiden Gruppen vergleichbar ab. Die Ergebnisse zeigen, dass aerobes Training in Kombination mit venokonstriktiven Oberschenkelmanschetten die kardiorespiratorische Fitness während längerer Bettruhe erhalten kann, jedoch den Verlust von Muskelmasse und Muskelkraft nicht verhindert.
Zusammenfassung Die Coronapandemie hat eindrücklich bewiesen, wie Infektionserreger unser alltägliches Leben beeinflussen. Die Infektionsprävention stellt einen zentralen Baustein dar, um für zukünftige Pandemien besser gewappnet zu sein. Reisen, insbesondere Personentransportfahrzeuge, wie Flugzeuge, Bahn und Bus, die von vielen und wechselnden Personengruppen genutzt werden, stellen hierbei eine besondere Herausforderung dar. Ziel des Graduiertenkollegs des DLR, das sich aus insgesamt 6 beteiligten Instituten zusammensetzte, war es daher, interdisziplinäre Lösungsansätze und -konzepte für diesen Bereich zu erarbeiten. In dieser Übersicht geben wir eine kurze Zusammenfassung der in diesem Rahmen abgeschlossenen Studien und ihres möglichen Beitrags zu einer effektiven Infektionsprävention.
Zusammenfassung Luftfahrzeugbesatzungsangehörige (LFBA) sind aufgrund ihrer Tätigkeit einer erhöhten Exposition gegenüber kosmischer Strahlung ausgesetzt. Basierend auf einer selektiven Literaturrecherche in den Datenbanken PubMed und Google Scholar zeigte sich, dass in typischen Reiseflughöhen die Strahlenexposition durch kosmische Strahlung gegenüber dem Niveau auf der Erdoberfläche um etwa das 100- bis 1000-fache erhöht ist. Diese liegen bei etwa 2–6 μSv/h auf Langstreckenflügen, was einer mittleren jährlichen effektiven Dosis von etwa 1–3 mSv entspricht. Polarflugrouten erhöhen die Strahlenexposition gegenüber äquatornahen Flugrouten um etwa 50 %. Während seltener solarer Teilchenereignisse kann es kurzfristig zu deutlich erhöhten Strahlungsniveaus kommen. Wenngleich LFBA zu den Berufsgruppen mit erhöhten natürlichen Strahlenexposition gehören, liegen die jährlichen effektiven Dosen jedoch in der Regel deutlich unterhalb der geltenden Grenzwerte für beruflich strahlenexponierte Personen.
Eine Reisende nach Mauritius infizierte sich mit dem Chikungunya-Virus, bevor ein Ausbruch offiziell deklariert wurde. Nach Reiserückkehr stellte sie sich mit persistierenden, wechselnden Gelenkschmerzen in den kleinen Fingergelenken, Knie-, Schulter- und Sprunggelenksschmerzen vor. Ein makulopapulöses Exanthem war bereits abgeklungen. Aufgrund einer vorbestehenden Osteopenie, einem chronischen Reizzustand der Tibialis-posterior-Sehne und arthritischen Veränderungen im Sprunggelenk bestand für sie ein erhöhtes Risiko einer Chronifizierung. Nach anfänglicher symptomatischer Therapie konnte bei weiterbestehender Symptomatik eine Schmerzremission nur durch eine fünfmonatige immunsuppressive Therapie erreicht werden.
Im Folgenden wird der Fall einer Patientin beschrieben die, nicht wie üblich zeitverzögert, sondern nahezu unmittelbar nach akuter Höhenexposition Symptome akuter Bergkrankheit entwickelte.
Die viszerale Leishmaniasis (VL) ist eine parasitäre Erkrankung. Ebenso wie die kutane und mukokutane Leishmaniasis wird sie durch den Stich einer infizierten Sandmücke übertragen 1, 2, 3. Aufgrund einer möglichen Hyperpigmentierung im Rahmen der Infektion bezeichnet man die VL auch als Kala-Azar (von Hindi: „schwarze Haut“ oder „schwarzes Fieber“) 2, 4, 5. Wenn unbehandelt, gilt sie mit einer Letalität von bis zu 95 % als schwerste Variante der Leishmaniasis 1. Sie betrifft vorrangig Bevölkerungsgruppen in ländlichen Regionen und ist eng mit Armut, Mangelernährung, Fluchtbewegung und Migration, Immunsuppression und erschwertem Zugang zu adäquater medizinischer Versorgung assoziiert 2. Besonders Kinder sind in Endemiegebieten häufig betroffen 2, 3.
Zusammenfassung Die Mitgliedernachrichten der Fachgesellschaften werden ca. 2 Monate vor Erscheinen der FTR-Ausgabe geschrieben, diese sind also dann nicht aktuell, beschreiben aber was uns gerade, im April 2026, intensiv beschäftigt.