
Zusammenfassung Der oropharyngeale Schluckakt ist ein hochkomplexer Vorgang im sensiblen Kreuzungsbereich von Atem- und Speiseweg. Bereits geringe Störungen können zu relevanten Schluckproblemen führen, die häufig auftreten, insbesondere bei älteren Menschen und Patient*innen mit neurologischen Erkrankungen oder Kopf-Hals-Tumoren. Die Folgen reichen von Mangelernährung, Dehydratation, einer verminderten Lebensqualität bis hin zu lebensbedrohlichen Komplikationen wie Aspirationspneumonien. Für eine gezielte und individuell angepasste Therapie ist daher eine differenzierte Diagnostik unerlässlich. Die flexible endoskopische Evaluation des Schluckakts (engl. fiberoptic endoscopic evaluation of swallowing, FEES) hat sich dabei als zentrales Verfahren etabliert. Sie ermöglicht eine Beurteilung der pharyngealen Schluckphase, sichere Erkennung von Pathologien und eine unmittelbare Erprobung therapeutischer Maßnahmen während der Untersuchung. Sie dient somit der Diagnostik sowie der Therapiekontrolle von oropharyngealen Schluckstörungen und zeigt damit die Vielseitigkeit der modernen flexiblen Endoskopie.
Viele Patienten erleben im Vorfeld und während endoskopischer Eingriffe Unsicherheiten und Ängste, z. B. in Bezug auf Vorbereitung, Untersuchungsablauf, Sedierung, Diagnose oder Behandlungserfolg. Mangelnde oder unzureichende Informationen können dies noch verstärken. Spezifische Instrumente zur Angstreduktion können dazu beitragen, empathisch und gezielt auf die Bedürfnisse der Patienten einzugehen und so deren Wohlbefinden zu fördern.
Zusammenfassung Das Konzept der Lernbox zeigt ein innovatives, praxisorientiertes und digital unterstütztes Lernkonzept, das moderne pädagogische Grundsätze wie Selbststeuerung, Kompetenzorientierung, Kooperation, Handlungsorientierung, Differenzierung und lebenslanges Lernen miteinander verbindet. Die Lernbox dient dabei nicht nur als Werkzeug zur Wissensvermittlung, sondern auch als Instrument zur Förderung kritischen Denkens, interprofessioneller Zusammenarbeit und eigenverantwortlichen Lernens im klinischen Alltag.
Zusammenfassung Remimazolam ist ein neues Ultra-kurz-wirksames Benzodiazepin, mit gleichartigen pharmakodynamischen Eigenschaften wie Midazolam, jedoch einer Pharmakokinetik vergleichbar mit Propofol. In mehreren randomisiert-kontrollierten Studien, mit Remimazolam, im Vergleich zu Propofol, zur Sedierung bei der Endoskopie, konnte eine gleichartige Sedierungseffizienz, bei einer meist signifikant niedrigeren Rate an Hypotonie, sowie in einigen Studien auch an Hypoxämie, dokumentiert werden. Dieses Ergebnis wird auch in zahlreichen systematischen Reviews und Metaanalysen bestätigt. Insofern könnte der Einsatz von Remimazolam besonders bei der Sedierung von Hoch-Risikopatienten (z.B. ASA≥ III, schwere COPD oder Herzinsuffizienz), welche länger-dauernden interventionellen Prozeduren unterzogen werden, sinnvoll sein. Aufgrund des aktuell höheren Preisniveaus und einer reduzierten Anwenderfreundlichkeit, im Vergleich zu Propofol, dürfte aber ein klinischer Einsatz in der endoskopischen Routine zunächst unwahrscheinlich sein.
Zusammenfassung Der demografische Wandel sowie die zunehmende Zahl an Menschen mit chronischen Krankheiten und dadurch verursachten Mehrfacherkrankungen führen zu immer komplexeren Herausforderungen. Zusätzlich besteht immer mehr Pflegebedarf. Daraus ergeben sich 2 Kernthemen: die bestmögliche Gesundheitsvorsorge und die Weiterentwicklung der Pflege(-praxis). Diesen kann in einem zeitgemäßen Gesundheitssystem durch die Implementierung einer Advanced Nursing Practice (ANP) begegnet werden. Advanced Practice Nurses (APNs) haben die Kompetenzen und die Fachexpertise in spezifischen Bereichen, um Patient*innen und deren Angehörige auf höchstem professionellem Niveau zu unterstützen und gleichzeitig die Pflegewissenschaft weiterzuentwickeln. Der Fokus war es herauszufinden, welche Aufgaben eine APN im Bereich der Endoskopie, konkret in einer Endoskopie-Ambulanz, in einem zeitgemäßen Gesundheitssystem übernehmen kann und welche Voraussetzungen für die Implementierung gegeben sein oder geschaffen werden müssen, und daraus ein Rollenmodell für eine APN-Endoskopie zu entwickeln. Einerseits wurde eine systematische Literaturrecherche in den Datenbanken PubMed und CINAHL durchgeführt, die anhand festgelegter Ein- und Ausschlusskriterien zur Einbeziehung von 10 Studien geführt hat. Des Weiteren wurden leitfadengestützte Interviews mit 3 Pflegepersonen aus dem Bereich der Endoskopie, 2 Mediziner*innen aus dem Bereich der Endoskopie (Gastroenterologie) und 3 Pflegeexpert*innen APN aus unterschiedlichen Fachbereichen geführt. Die Interviews wurden mit Hilfe einer zusammenfassenden Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet. Eine (österreichische) APN-Endoskopie sollte einen Master-Titel durch den erfolgreichen Abschluss eines einschlägigen (Fachhochschul-)Studiums erworben haben und mindestens 5 Jahre Berufserfahrung als Pflegekraft des Gehobenen Dienstes im einschlägigen Fachbereich, davon mindestens 2 Jahre in einer Endoskopie-Ambulanz nachweisen können, zumal bei ANP der direkte Patient*innenkontakt im Vordergrund steht. Leadership-Skills werden in Bezug auf Patient*innen, andere (anzuleitende) Pflegepersonen, die Rolle in interprofessionellen Teams, Projekttätigkeit sowie Schulung/Coaching benötigt. Dass es für die Implementierung von APN-Rollen Management-Support braucht, ist unbestritten. Die Schaffung von gesetzlichen Rahmenbedingungen wird ebenso als Notwendigkeit gesehen, um Klarheit über die APN-Rolle, deren (Ausbildungs-)Voraussetzungen und Kompetenzen zu haben, insbesondere aber auch, um die der APN-Rolle zugedachte Autonomie zu verankern. Um ANP auch in Österreich zu einem „Erfolgsmodell“ zu machen, braucht es zusätzlich ein entsprechendes Marketing. Durch die Implementierung von ANP und APN-Rollen kann aufgrund der diesen zugeschriebenen Kompetenzen den Herausforderungen im Gesundheitssystem aufgrund der Auswirkungen des demografischen Wandels begegnet werden. Rollenklarheit ist dafür essenziell. Diese wird maßgeblich durch die – in Österreich bislang nicht gegebene – gesetzliche Verankerung geschaffen. Somit sind alle Anstrengungen von Seiten der Pflege, vor allem aber von Seiten der Politik zu unternehmen, um das Defizit zu beseitigen und dem Erfolgsmodell ANP flächendeckend zum Durchbruch zu verhelfen.
Zusammenfassung Die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer Vorsorgekoloskopie im Alter von 90 Jahren ist ein Beispiel für einen Konflikt der Über- und Unterversorgung in einer alternden Gesellschaft. Mit steigender Lebenserwartung nimmt zwar die Inzidenz des kolorektalen Karzinoms zu, jedoch stellt sich zunehmend auch die Frage nach der Konsequenz einer Diagnostik und weiterführenden Therapie. Auch wenn die Vorsorgekoloskopie eine sehr sichere Untersuchung ist, nehmen die Raten an Komplikationen sowie kardiopulmonale Ereignisse zu. Die Darmvorbereitung ist belastender und häufiger unzureichend. Gleichzeitig sinkt der Nutzen der Vorsorgekoloskopie, so dass die Rate der Komplikationen ab einem gewissen Alter den Nutzen übersteigen kann. Zur Entscheidung der Durchführung einer Vorsorgekoloskopie im höheren Alter sind daher neben medizinischen Aspekten auch Patientenwille, Allgemeinzustand und Komorbiditäten entscheidend. Überdiagnosen können zu belastenden Therapien ohne relevanten Lebenszeitgewinn führen und das Wissen um die Erkrankung zur psychischen Belastung werden. Die Vorsorgekoloskopie im sehr hohen Alter ist daher keine Frage des chronologischen Alters allein, sondern eine individualisierte Entscheidung unter Berücksichtigung von Lebenserwartung, Komorbiditäten, Vorbefunden, therapeutischer Konsequenz und Patientenpräferenz. Eine pauschale Altersgrenze kann nicht gezogen werden.
Professionell Pflegende sind in ihrem Alltag – sowohl in der allgemeinen Pflege als auch in der Endoskopie – vielfältigen Belastungsfaktoren ausgesetzt. Um dem Fachkräftemangel und den Auswirkungen der demografischen Veränderungen entgegenzuwirken, müssen neue innovative und wirksame Konzepte entwickelt werden, die insbesondere die Gesundheit und Arbeitsfähigkeit der Pflegekräfte fördern. Für die Schaffung einer erfolgreichen lebensphasengerechten Arbeitswelt in Klinik und Praxis ist das Zusammenwirken u. a. von Arbeitgeber, Mitarbeitervertretung, Betriebsärzte und Berufsgenossenschaften erforderlich.
Eine Ösophagus- oder Fundusvarizenblutung ist eine lebensbedrohliche Situation. Standardtherapie ist die Ligatur bei Ösophagusvarizen bzw. die Obliteration bei Fundusvarizen. Neben dem DANIS-Stent sind Ballonkompressionssonden eine Option, um fulminante Blutungen kurzfristig in den Griff zu bekommen.
Die Tätigkeit der Assistenz in der Endoskopie zeichnet sich durch körperliche und mentale Herausforderungen aus, die von Endoskopiefachpersonal durchaus als Belastungsfaktoren wahrgenommen werden können. Die in deutschen Endoskopie-Abteilungen erhobenen Daten weisen auf Zusammenhänge zwischen Rück- und Kreuzschmerzen, Glieder- und Gelenkscherzen und Berufsjahren hin. Je negativer die körperlichen Anstrengungen eingeschätzt wurden, desto häufiger und stärker wurde von Rückenschmerzen berichtet. Darüber hinaus ergaben sich Zusammenhänge zwischen Geräuschpegel, Raumtemperatur und Kopfschmerzen. Um langfristig gesund und leistungsfähig zu bleiben, gehörten Handlungsfelder, wie gesundheitsförderliches Arbeitsverhalten, ergonomische Arbeitsplatzgestaltung und Gesundheitsprogramme (z. B. Fitnesstraining) zu den wichtigsten förderungswürdigen Aspekten. Die Optimierung ergonomischer Arbeitsbedingungen und das Zulassen von Selbstorganisation und Entscheidungsfreiräumen können dazu beitragen, den inneren Konflikt zwischen Freude an der Arbeit, Ausgebranntsein und Frustration zu verringern.
Ergonomie, Prävention und Alltagstipps für ein gesundes Berufsleben in der Endoskopie
Gut entscheiden in Führungspositionen bedeutet, Intuition, rationale Analyse und Informationsverarbeitung miteinander zu verbinden. Essenziell dabei ist, nicht isoliert zu agieren und Erwartungen zu managen.
ZusammenfassungDank der sozialpsychologischen Forschung wissen wir um die korrumpierenden Effekte von Macht auf Führungskräfte und welche zentralen Stellschrauben es für gute Führung im Gesundheitswesen gibt. Erfahren Sie, ob Sie noch Macht ausüben oder schon führen ...