
Mindestmengen werden oft definiert als vorgeschriebene Mindestzahlen an bestimmten Operationen oder Eingriffen, die ein Krankenhaus oder eine Abteilung pro Jahr durchführen muss. Sie sollen zu einer Konzentration von Behandlungen in der medizinischen Versorgung der Bevölkerung führen sowie damit der Qualitätssicherung und der Patientensicherheit dienen. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) regelt seit 2006 jährliche Mindestmengen für komplexe Operationen, um die Behandlungsqualität durch Erfahrung zu sichern. Dabei wird davon ausgegangen, dass größere Erfahrung von Operateuren und Teams bei komplexen Krebsoperationen das Risiko für Komplikationen senkt und das Behandlungsergebnis verbessert. In der Gastroenterologie und der Endoskopie gibt es in Deutschland bisher keine Mindestmengenregelung des G‑BA. Eine Konzentration von spezialisierten Leistungen wird dennoch zumindest teilweise erreicht, indem Patienten für bestimmte komplexe oder risikoreiche Eingriffe erfahrenen Zentren zugewiesen werden. Durch Zertifikate befördern die Fachgesellschaften zudem den Ausweis von Kompetenz. In ihren Positionspapieren und Leitlinien nimmt die European Society of Gastrointestinal Endoscopy zunehmend Key Performance Indicators (KPI) als Hinweise auf Ausbildung und Kompetenz auf. Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) hat in Leitlinien und Positionspapieren zur Studienlage Stellung genommen und auf die Implikationen auf die Qualität der Behandlung immer wieder hingewiesen. Nun legt sie auch eine Empfehlung für Mindestzahlen zu Kompetenzerwerb und -erhalt in der Endoskopie vor. Im Rahmen der Einführung von Leistungsgruppen in der aktuellen Krankenhausreform sollen zudem zukünftig Mindestvorhaltezahlen als ein weiteres Instrument mit dem Ziel einer stärkeren Zentralisierung dienen. Wissenschaftlich muss diese Hypothese einer Qualitätsverbesserung durch Leistungsgruppen bzw. Mindestzahlen für die Krankenhausplanung allerdings noch belegt werden.
Die ärztliche Weiterbildung ist essenziell für eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung, da sie theoretisches Wissen in eigenständige klinische Handlungskompetenz überführt sowie dadurch Patientensicherheit und Behandlungsqualität gewährleistet. Die Weiterbildung zur Fachärztin bzw. zum Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie basiert in Deutschland auf der Muster-Weiterbildungsordnung (MWBO) der Bundesärztekammer, deren Umsetzung durch die Landesärztekammern (LÄK) erfolgt. Trotz bundesweiter inhaltlicher Vorgaben bestehen regionale Unterschiede in Organisation und Durchführung. Die Weiterbildung umfasst derzeit 6 Jahre mit verpflichtenden Rotationen in Notaufnahme, Intensivmedizin und weiteren internistischen Bereichen sowie in spezifischen gastroenterologischen Kompetenzen, insbesondere in Endoskopie und Hepatologie. Zukünftige Herausforderungen ergeben sich v. a. durch die Krankenhausreform, die eine Reduktion von Weiterbildungsstandorten und damit Einschränkungen der Weiterbildungskapazitäten erwarten lässt. Gleichzeitig nimmt die Spezialisierung innerhalb der Gastroenterologie weiter zu, wodurch neue Konzepte für interventionelle Qualifikationen diskutiert werden, etwa Schwerpunktweiterbildungen oder flexible, zertifikatsbasierte Fortbildungsmodelle der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Zudem wird die ambulante Weiterbildung in Zusammenarbeit mit niedergelassenen Gastroenterologen künftig an Bedeutung gewinnen. Entscheidend bleibt eine strukturierte, sektorenübergreifende und ausreichend finanzierte Weiterbildung, um langfristig eine flächendeckende und qualitativ hochwertige gastroenterologische Versorgung sicherzustellen.
Die komplexen Gesetzgebungsverfahren zur umfassenden Reform der Krankenhausfinanzierung in Deutschland werden in diesem Artikel möglichst einfach und dennoch umfassend dargestellt. Aus Sicht der Gastroenterologie werden die sich abzeichnenden Auswirkungen vorgestellt und bewertet. Die Einführung definierter Leistungsgruppen markiert dabei den Wechsel von einer bettenbasierten Planung hin zu einer qualitätsorientierten Leistungsplanung. Der den Bund betreffenden Reform vorausgegangen war ein strukturierter Prozess der Reform in Nordrhein-Westfalen, der offiziell im Jahr 2017 mit den ersten Vorarbeiten begann und bereits eine auf leistungsgruppenbasierte Krankenhausplanung gegründet hat. Die auf Bundesebene hinzukommenden Elemente des Transformationsfonds, die Bedingungen für die Zulassung einer Leistungsgruppe sowie die Bedeutung und mögliche Auswirkungen einer „Vorhaltevergütung“ werden ausführlich dargestellt, so auch die bisherigen Hinweise auf die Umsetzung von „Mindestmengen“ als Bedingung für den Erhalt einer Leistungsgruppe. Klar wird, dass die Krankenhausplanung unter engen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen umfassend neugestaltet wird und dennoch eine bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung und die Sicherung der medizinischen Qualität beachtet werden müssen, also eine Verbesserung der Effizienz des ganzen Systems erreicht werden soll. Effizienz durch Komplexität zu erreichen, ist ein Teil der besonderen Herausforderung in diesem Reformprozess.
Erkrankungen des Verdauungstrakts und der Leber können zu vielfältigen möglicherweise diagnostisch wegweisenden Hauterscheinungen führen. Bei entzündlichen Darmerkrankungen finden sich als häufigste Hautmanifestationen das Erythema nodosum und das Pyoderma gangraenosum. Wie auch bei autoimmunen Lebererkrankungen finden sich Assoziationen zu anderen entzündlichen Erkrankungen der Haut wie Hidradenitis suppurativa, Vitiligo, Psoriasis und Alopecia areata. Infektiöse Hepatitiden können einen Lichen planus (Knötchenflechte) oder eine Porphyria cutanea tarda an der Haut induzieren. Eine enterale Malabsorption kann zu Mangelzuständen und charakteristischen Hautveränderungen, wie der Zöliakie, Acrodermatitis enteropathica, Pellagra und Skorbut, führen. Daneben sind Folgen einer medikamentösen Behandlung von Darm- und Lebererkrankungen an der Haut wie vielfältige Exantheme und Unverträglichkeitsreaktionen möglich, aber auch sog. paradoxe Reaktionen, bei denen sich insbesondere unter Biologikatherapie unerwartet und vorher unbekannte Hauterkrankungen, wie z. B. eine Psoriasis, zeigen können. Daher sollten Gastroenterologen und Gastroenterologinnen neu auftretende oder sich wandelnde Hautveränderungen bei der Betreuung von Patienten mit Darm- und Lebererkrankungen erkennen und einordnen, um dann geeignete therapeutische Maßnahmen einleiten zu können.
Die Psoriasisarthritis ist eine immunvermittelte chronisch-entzündliche muskuloskelettale Systemerkrankung, die etwa 30
Esophageal motility disorders comprise a heterogeneous group of conditions, with achalasia being the most well-characterized entity. In addition, spastic disorders such as diffuse esophageal spasm, jackhammer esophagus, and esophagogastric junction outflow obstruction (EGJOO) represent clinically relevant subtypes. Endoscopic treatment options for achalasia include pneumatic dilation (PD), and peroral endoscopic myotomy (POEM), while surgical myotomy remains an alternative. Among these, POEM has emerged as a highly effective and durable minimally invasive technique with excellent clinical success rates. In contrast, the management of nonachalasia spastic motility disorders is less standardized due to limited evidence and disease heterogeneity. POEM has increasingly gained importance in this setting, primarily due to its ability to tailor the length and location of myotomy to the spastic segment. Although clinical outcomes are promising, most data are derived from retrospective studies and small cohorts. Overall, treatment strategies should be individualized based on disease subtype, symptom severity, and patient-specific factors, ideally in specialized centers.
A diagnosis of gastroparesis is made when there is evidence of a clinically manifest delay in gastric emptying, without any mechanical obstruction of the stomach. The term functional dyspepsia (FD, also known as irritable stomach) encompasses a range of abdominal symptoms without any clear motility disorder of the stomach. It is not clinically possible to distinguish FD from gastroparesis, as the symptoms of both conditions are very similar. However, in terms of treatment and prognosis, they represent distinct clinical pictures. Endoscopy is essential for the diagnosis of gastroparesis to rule out a stenotic cause of the symptoms. Gastroscopy is used in particular to rule out mechanical stenosis of the gastric outlet. The diagnosis is confirmed by objectifying gastric hypomotility, usually via gastric emptying scintigraphy. FD serves as a diagnostic tool for exclusion. Once the diagnosis has been made, the condition should be critically reviewed over time and, if necessary, further diagnostic tests carried out, particularly in the absence of a response to treatment. The therapeutic success of the chosen treatment should be objectively assessed through regular Gastroparesis Cardinal Symptom Index (GCSI) measurements. Treatment for both conditions is escalated in a stepwise fashion, depending on the severity of symptoms and the patient's response to previous treatments. Managing patients with these conditions can sometimes be challenging in everyday clinical practice. This is particularly true of gastroparesis, as few drugs with long-term efficacy and few side effects have been approved to date.
Gastroesophageal reflux disease (GERD) is one of the most common gastrointestinal diseases. In clinical practice, when typical symptoms are present, initial diagnostic imaging can often be avoided and a trial treatment can be initiated. In the absence of response or if interventional therapy is planned, further diagnostic testing is required. In addition to endoscopy with histology, particularly functional diagnostics using 24 h impedance-pH testing is the gold standard and high-resolution manometry is also indicated to primarily exclude motility disorders. Particularly challenging is the assessment of proton pump inhibitor (PPI)-refractory symptoms. The focus here is on excluding alternative etiologies, optimizing acid-suppressing therapy, and conducting structured functional diagnostics. The resulting findings enable targeted, individualized treatment decision-making.
Glutamate dehydrogenase (GLDH) is an enzyme located predominantly in the mitochondria of hepatocytes and is measured far less frequently in routine practice than conventional liver tests. An isolated elevation of GLDH despite otherwise normal standard liver parameters, such as alanine aminotransferase (ALT), aspartate aminotransferase (AST), gamma-glutamyltransferase (GGT), bilirubin, alkaline phosphatase (ALP), cholinesterase (CHE), albumin or international normalized ratio (INR) can therefore lead to considerable diagnostic uncertainty. The key question is whether this finding reflects clinically relevant hepatocellular injury, particularly mitochondrial injury, a transient phenomenon, or a preanalytical or analytical artifact. This article summarizes the biochemical background, occurrence and diagnostic characteristics of GLDH in comparison to transaminase-based parameters. The focus is on a practical algorithm for systematic result validation and risk-adapted evaluation based on course control, clinical warning signs, targeted laboratory diagnostics and imaging. The aim is to avoid overdiagnosis while reliably identifying relevant causes of isolated GLDH elevation.
Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Spondyloarthritiden und insbesondere Psorasisarthritis sind keine isolierten Organerkrankungen, sondern Manifestationen einer gemeinsamen Darm-Gelenk-Achse. Bei einem relevanten Anteil der Patient:innen mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa treten im Verlauf muskuloskelettale Manifestationen bis hin zur Spondyloarthritis auf. Umgekehrt finden sich bei rheumatologischen Erkrankungen häufig subklinische intestinale Entzündungszeichen. Pathophysiologisch verbinden Barrierestörungen, Dysbiose und die IL(Interleukin)-23/IL-17-Achse Mukosa und Enthesis zu einem inflammatorischen Netzwerk. Die Transition verläuft stufenweise über prodromale Phasen mit subklinischer Enthesitis und Arthralgien. Für die Gastroenterologie ergibt sich daraus eine zentrale Rolle in der Früherkennung systemischer Entzündung und in der interdisziplinären Steuerung der Erkrankung.
Chronisch-entzündliche Systemerkrankungen (IMID) stellen aufgrund ihrer steigenden Prävalenz, Multiorganmanifestationen und langfristigen Krankheitslast eine zentrale Herausforderung moderner Gesundheitssysteme dar. Trotz zunehmender Erkenntnisse über gemeinsame immunologische Signalachsen wie IL-23/IL-17 oder TNF erfolgt die Versorgung im klinischen Alltag weiterhin überwiegend organ- und fachgebietsbezogen. Dies führt insbesondere bei komplexen Krankheitsverläufen häufig zu verzögerter Diagnosestellung, redundanter Diagnostik und heterogenen Therapieentscheidungen. Vor diesem Hintergrund wurde an der Universitätsmedizin Frankfurt eine interdisziplinäre Entzündungsmedizin etabliert, die Dermatologie, Rheumatologie und Gastroenterologie innerhalb eines gemeinsamen Versorgungskonzepts zusammenführt. Ziel ist eine koordinierte, systemmedizinisch orientierte Versorgung von Patientinnen und Patienten mit entzündlichen Multiorganmanifestationen. Zentrale Elemente sind gemeinsame interdisziplinäre Sprechstunden, konsentierte Therapieentscheidungen, standardisierte longitudinale Dokumentation sowie die Integration translationaler Forschung und patientenberichteter Outcomes (PRO). Die strukturierte interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglicht eine frühere Identifikation komplexer Krankheitsverläufe, reduziert konkurrierende leitlinienbasierte Einzelperspektiven und verbessert die Koordination moderner Immuntherapien. Ergänzend entsteht durch standardisierte Datenerhebung eine Plattform für Real-World-Evidenz, Qualitätssicherung und personalisierte Präzisionsmedizin. Mit der Initiative IMPACT (Inflammation Medicine Patients Active in Research) wird zusätzlich ein krankheitsübergreifendes Beteiligungsformat etabliert, das Patientinnen und Patienten als Co-Forschende in die Weiterentwicklung der Entzündungsmedizin einbindet.
Immunvermittelte chronisch-entzündliche Systemerkrankungen („immune-mediated inflammatory diseases“ [IMID]) nehmen in Deutschland und Europa kontinuierlich zu und stellen eine wachsende medizinische sowie gesundheitsökonomische Herausforderung dar. Betroffen sind häufig junge Patientinnen und Patienten mit chronischen, multimorbiden Krankheitsverläufen und relevanten Einschränkungen von Lebensqualität, Erwerbsfähigkeit und sozialer Teilhabe. Trotz erheblicher Fortschritte in Immunologie, translationaler Forschung und zielgerichteten Immunmodulation bleibt die Versorgungsrealität vieler Betroffener weiterhin fragmentiert. Chronische Inflammation wird im klinischen Alltag überwiegend organspezifisch adressiert, obwohl inflammatorische Signalachsen und systemische Pathomechanismen häufig mehrere Organsysteme gleichzeitig betreffen. Fehlende Interdisziplinarität erschwert die frühzeitige Erkennung von Manifestationen unterschiedlicher Organsysteme und inflammationsassoziierter Komorbiditäten. Gleichzeitig führen sektorale Versorgungsstrukturen, mangelnde Dateninteroperabilität und primär indikationsbezogene Forschungsansätze zu Limitationen in Prävention, longitudinalem Monitoring und datengetriebener Präzisionsmedizin. Langfristig könnte eine strukturierte, indikationsübergreifende Entzündungsmedizin dazu beitragen, Versorgung und translationale Forschung enger zu verzahnen, Prävention und Frühintervention zu stärken sowie personalisierte Therapiestrategien nachhaltiger in die klinische Routine zu integrieren.
Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) sind systemische, immunvermittelte Erkrankungen mit häufiger, teils unterschiedlicher extraintestinaler Beteiligung der Haut. Psoriasis (Schuppenflechte) und Hidradenitis suppurativa (HS) sind klinisch besonders relevant, weil sie mit Colitis ulcerosa und stärker noch mit Morbus Crohn assoziiert sind und therapeutische Entscheidungen wesentlich beeinflussen. Darstellung der epidemiologischen, pathogenetischen und therapeutischen Schnittstellen zwischen CED, Psoriasis und HS sowie Einordnung weiterer kutaner Manifestationen. Für die Psoriasis zeigt sich eine bidirektionale Assoziation, insbesondere mit Morbus Crohn. Gemeinsame Mechanismen umfassen die Differenzierungs- und Barrierestörung an den Grenzflächen, eine Aktivierung der TNF-α- und IL-23/Th17-Signalwege sowie Veränderungen des Mikrobioms. Unter Anti-TNF-Therapie können paradoxe psoriasiforme Hautveränderungen auftreten. Auch die HS tritt bei CED, vor allem bei Morbus Crohn, deutlich häufiger als in der Allgemeinbevölkerung auf; bedeutsame Kofaktoren sind Rauchen, weibliches Geschlecht, Adipositas und perianale Krankheitsmuster. Hautveränderungen sollten bei CED-Patienten systematisch erfasst werden, da sie Differenzialdiagnose, Monitoring und Wahl der Systemtherapie mitbestimmen. Besonders günstig sind interdisziplinäre Strategien, die intestinale und kutane Krankheitsaktivität gemeinsam adressieren.
Die Glutamatdehydrogenase (GLDH) ist ein überwiegend mitochondrial in Hepatozyten lokalisiertes Enzym, das im klinischen Alltag deutlich seltener bestimmt wird als die klassischen Leberwerte. Eine isolierte GLDH-Erhöhung bei unauffälligen Standardparametern wie Glutamat-Pyruvat-Transaminase (GPT), Glutamat-Oxalacetat-Transaminase (GOT), Gamma-Glutamyltransferase (γ-GT), Bilirubin, alkalische Phosphatase (AP), Cholinesterase (CHE), Albumin oder Quick/INR (International Normalized Ratio) führt daher häufig zu diagnostischer Unsicherheit. Zu klären bleibt, ob der Befund Ausdruck einer klinisch relevanten hepatozellulären, insbesondere mitochondrialen Schädigung ist, lediglich ein vorübergehendes Phänomen darstellt oder präanalytisch bzw. analytisch bedingt ist. Dieser Beitrag beleuchtet Biochemie, Vorkommen und diagnostische Besonderheiten der GLDH im Vergleich zu transaminasebasierten Parametern. Im Zentrum steht ein praxistauglicher Algorithmus zur systematischen Befundvalidierung und risikoadaptierten Abklärung anhand von Verlaufskontrollen, klinischen Warnzeichen, ergänzender Labordiagnostik und Bildgebung. Ziel ist es, Überdiagnostik zu vermeiden und zugleich relevante Ursachen einer isolierten GLDH-Erhöhung sicher zu erkennen.
Die chronische Obstipation gehört zu den häufigsten gastroenterologischen Konsultationsanlässen und betrifft Frauen doppelt so häufig wie Männer. Die Definition variiert zwischen klinischen Kriterien nach Rom V und Patientenwahrnehmung. Die 3 pathophysiologischen Subtypen – Normal-Transit-Obstipation (NTO), Slow-Transit-Obstipation (STO) und dyssynerge Defäkation (DD) – überlappen sich häufig untereinander und mit sekundären Formen, was die Diagnostik und Therapie erschwert. Ein standardisiertes, Subtyp-orientiertes Vorgehen ist daher erforderlich. Praxisorientierte, evidenzbasierte Übersicht zur Diagnostik und stufenweisen Therapie der chronischen Obstipation unter Berücksichtigung aktueller Leitlinien und in Europa zugelassener Medikamente. Narrative Übersichtsarbeit auf Grundlage internationaler Leitlinien (Rom V, World Gastroenterology Organisation [WGO] 2025, American Gastroenterological Association [AGA]/American College of Gastroenterology [ACG] 2023, Société Nationale Française de Colo-Proctologie [SNFCP] 2017, Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten [DGVS] S2k 2022), systematischer Reviews und Metaanalysen. Die klinische Evaluation, anorektale Funktionsdiagnostik und Kolontransitzeitmessung ermöglichen die Subtypeneinteilung. Die Therapie wird stufenweise aufgebaut: Ballaststoffe als Erstlinie, gefolgt von osmotischen Laxanzien, Stimulanzien und Prucaloprid bzw. Linaclotid. Biofeedback (BFB) ist Therapie der Wahl bei DD. Chirurgische Optionen bleiben streng selektierten Patienten vorbehalten. Die Subtypisierung ermöglicht eine gezielte Therapie.