
Kutane Malignome sind die häufigsten bösartigen Erkrankungen und zeigen eine seit Jahrzehnten ansteigende Inzidenz. Das Basalzellkarzinom (BZK), das kutane Plattenepithelkarzinom (cSCC), das Merkel-Zell-Karzinom (MZK) sowie das maligne Melanom (MM) sind hierbei die führenden Entitäten in der Kopf-Hals-Region. Allen Entitäten gemeinsam ist ätiologisch eine erhöhte Exposition gegenüber ultravioletter Strahlung. Das Risiko steigt mit zunehmender Exposition und damit mit dem Alter, wobei als weitere Kofaktoren u. a. heller Hauttyp, Immunkompromittierung, chronische Entzündungen, Noxen und ionisierende Strahlung sowie Infektion mit dem humanen Papillomavirus und Genodermatosen hinzukommen können. Über 75
Die MKG-Chirurgie war Pionier in der dreidimensionalen Planung von Operationen anhand von DICOM-Daten und die Nutzung derartiger Planungsdaten für die Herstellung individueller Implantate. Die dreidimensionale Planung und deren Umsetzung mit Schablonen und/oder patienten-spezifischen Implantaten sind zwar nicht der zwingende Goldstandard, aber aus der komplexen Gesichtschirurgie nicht mehr wegzudenken. Die Vorhersagbarkeit auch komplexester Rekonstruktionen und sekundärer Korrekturoperationen hat damit ein völlig neues Niveau erreicht, wobei die chirurgische Umsetzbarkeit stets kritisch berücksichtigt werden muss.Anhand von einzelnen Beispielfällen sekundärer Operationen sollen die Möglichkeiten derartiger Operationsplanungen und deren Umsetzung verdeutlicht werden.Umso erstaunlicher ist die unverändert nur sehr zögernde Nutzung dieser Möglichkeiten der digitalen Operationsplanung und deren Umsetzung mit patienten-spezifischen Schablonen und Implantaten in anderen chirurgischen Fächern. Die Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie ist hier aber erneut ihrer historisch gewachsenen Rolle eines „early adopters“ digitaler Möglichkeiten mehr als gerecht geworden.
Im Oktober 2020 trat die neue zahnärztliche Approbationsordnung in Kraft. Die praktische Umsetzung erfolgte pandemiebedingt zum Wintersemester 2021/2022. Ein wichtiges Ziel bestand darin, dem technologischen Fortschritt und neuen Behandlungsmethoden gerecht zu werden. Der ursprüngliche Plan, die zahnmedizinische und ärztliche Approbationsordnung zu harmonisieren, wurde nicht umgesetzt. Die bekannte Gliederung aus je fünf Semestern Vorklinik und Klinik wurde aufgelöst und eine neue Struktur geschaffen. Der vorklinische Abschnitt umfasst jetzt vier Semester mit einem mündlichen Staatsexamen, gefolgt von einem Phantomjahr für alle vier Kliniken und abschließend mit einem praktisch-mündlichen Staatsexamen. Danach folgt der viersemestrige klinische Abschnitt. Ergänzend zu den bekannten praktisch-mündlichen Prüfungen wurde, orientierend an der Medizin, eine schriftliche Prüfung eingeführt. Letztere umfasst alle medizinischen Fächer und die neu eingeführten Querschnittsbereiche, z. B. Notfallmedizin, orale Medizin sowie systemische Aspekte und Erkrankungen im Kopf-Hals-Bereich. Die Einführung des Phantomkurses im fünften und sechsten Semester stellt die Mund‑, Kiefer- und Gesichtschirurgie vor die Herausforderung und die Chance, am Phantom zu lehren, da die Studierenden erstmalig praktische Fähigkeiten vor dem Patientenkontakt am Phantommodell erlernen. Dadurch werden deutlich bessere Voraussetzungen für die klinischen Lehrveranstaltungen geschaffen. Die neue zahnärztliche Approbationsordnung bietet für das Fach eine sehr gute Möglichkeit, dessen Sichtbarkeit zu erhöhen. Allerdings ist insgesamt der Lehr- und Prüfungsaufwand deutlich höher und wird nur teilweise an den Standorten auch durch entsprechenden Personalzuwachs abgebildet.
Die onkologische Versorgung von Kopf-Hals-Tumoren und kutanen Malignomen im Kopf-Hals-Bereich hat sich in den letzten 15 Jahren grundlegend verändert. Neben Fortschritten in der Diagnostik und Therapie haben insbesondere strukturelle Entwicklungen, Zentralisierungstendenzen und neue Anforderungen an die interdisziplinäre Zusammenarbeit die Versorgungsrealität geprägt. Ziel dieser Übersichtsarbeit ist es, die wesentlichen Veränderungen der onkologischen Versorgung im Zeitraum von 2010 bis Ende 2025 darzustellen und deren Auswirkungen auf Therapiesequenzen, Versorgungsabläufe, fachärztliche Rollen, Weiterbildung sowie gesundheitsökonomische Aspekte zu analysieren. Diese narrative Übersichtsarbeit basiert auf relevanten Publikationen aus PubMed und MEDLINE, nationalen und internationalen Leitlinien sowie ausgewählten Register- und Versorgungsdaten mit Fokus auf Deutschland, Österreich und die Schweiz unter Einbeziehung internationaler Vergleichsdaten aus Europa und den USA. Die onkologische Versorgung ist durch eine zunehmende Individualisierung der Therapiesequenzen, den erweiterten Einsatz moderner Bildgebung und molekularer Marker sowie eine stärkere Zentrenorientierung gekennzeichnet. Gleichzeitig haben sich die Zuständigkeiten zwischen den beteiligten Fachdisziplinen verschoben und supportive sowie an Survivorship orientierte Versorgungsansätze an Bedeutung gewonnen. Diese Entwicklungen gehen mit steigenden Kosten, aber auch mit verbesserten Überlebens- und Lebensqualitätsparametern einher. Der Wandel der onkologischen Versorgung stellt hohe Anforderungen an die Versorgungsstrukturen und ärztliche Weiterbildung. Insbesondere die zunehmende Komplexität der Therapieentscheidungen und eine alternde Patientenpopulation erfordern eine Weiterentwicklung interdisziplinärer Konzepte und Ausbildungsmodelle.
Ziel des vorgestellten Konsensus-Statements war es, evidenzbasierte Empfehlungen zur perioperativen Nüchternheit zu entwickeln, die dem weltweit wachsenden Bewusstsein für die negativen Auswirkungen verlängerter präoperativer Karenzzeiten – insbesondere für klare Flüssigkeiten – Rechnung tragen. Auf Grundlage einer systematischen Literaturrecherche wurden 13 vorläufige Empfehlungen zur perioperativen Nüchternheit entwickelt. Von diesen wurden nach Überarbeitung in einem dreistufigen Delphi-Prozess durch ein internationales, multidisziplinäres Gremium 8 Empfehlungen konsentiert. Insgesamt nahmen 68 Vertreter:innen verschiedener Interessengruppen – darunter Patient:innen, Anästhesist:innen, Chirurg:innen, Ärzt:innen weiterer Fachrichtungen, Pflegekräfte sowie Mitglieder:innen relevanter internationaler Organisationen – aus 5 Kontinenten teil. Das Konsensus-Statement bestätigt im Wesentlichen die Empfehlungen früherer Leitlinien zu nichtklaren Flüssigkeiten, fester Nahrung, Kaugummi und postoperativer oraler Nahrungsaufnahme. Hinsichtlich klarer Flüssigkeiten spiegelt es jedoch ein grundlegendes Umdenken hin zu liberaleren Flüssigkeitsregimen wider. Es wird empfohlen, institutionelle Protokolle zur Verkürzung der Flüssigkeitskarenzzeiten zu implementieren. Diese können entweder eine feste Mindestkarenzzeit von 2 h vor dem Eingriff vorsehen oder das Trinken klarer Flüssigkeiten bis zum Abruf in den OP erlauben. Diese internationale, multidisziplinäre Konsenserklärung zielt darauf ab, die Qualität der Patientenversorgung zu verbessern, indem präoperative Nüchternheitszeiten innerhalb sicherer Grenzen minimiert werden. Die Umsetzung liberalisierter präoperativer Flüssigkeitsempfehlungen durch klar definierte institutionelle Protokolle stellt hierfür einen zentralen Ansatz dar.
Odontogenic diseases of the maxillary sinus are usually inflammatory; they are rarely cystic or neoplastic. In contrast to rhinogenic sinusitis, odontogenic sinusitis has a focal origin e.g., oroantral fistulae, apical infection, various foreign materials, and aspergillosis. The management of odontogenic maxillary sinusitis therefore requires simultaneous treatment of the odontogenetic origin with restoration of physiological mucociliary clearance of the sinus. The treatment goal is complete healing with maximal sparing of the structures and minimal stress for the patient. To ensure that a potential odontogenic cause is recognized, all cases of maxillary sinusitis must also be evaluated by an oral and maxillofacial surgeon. Regarding treatment, one can distinguish between measures targeting the odontogenic cause and measures aimed at restoring mucociliary clearance of the maxillary sinus, such that the following treatment algorithm results: restoration of the odontogenic origin with or without an osteoplastic approach via the anterior sinus wall as well as restoration of mucociliary clearance of the maxillary sinus according to the morphology of the ostiomeatal unit in CT scan. If the ostiomeatal unit is narrow, it is widened by functional endoscopic sinus surgery (FESS) in the middle meatus. In the case of a regular ostiomeatal unit, temporary drainage in the lower meatus may be adequate. While FESS is a minimally invasive approach and reduces morbidity for the patient, it requires special instruments and sufficient training.
Ein kleiner Anteil der kutanen Plattenepithelkarzinome („cutaneous squamous cell carcinoma“, CSCC) gehört in die Gruppe der fortgeschrittenen Tumoren, die neben einer chirurgischen Resektion auch eine adjuvante Strahlentherapie benötigen. Trotz der Kombination dieser Therapiemodalitäten kommt es nicht selten zu Rezidiven und Fernmetastasen, die schwierig zu therapieren sind. Das immunonkologische Medikament Cemiplimab (monoklonaler Antikörper gegen den Programmed-Death-1[PD-1]-Rezeptor) ist seit Längerem für die Therapie in der nichtresektablen Situation (fortgeschrittenes oder metastasierten CSCC) zugelassen. Zentrales Ziel der C‑POST-Studie war es, die Wirksamkeit und Sicherheit von Cemiplimab als adjuvante Therapie im Vergleich zu Placebo bei Patienten mit reseziertem Hochrisiko-CSCC nach Abschluss einer postoperativen Strahlentherapie zu bewerten. Die Ergebnisse haben zur Zulassung von Cemiplimab in Deutschland für diese Patientengruppe geführt.
Odontogenic diseases of the maxillary sinus represent a distinct clinical entity that differs fundamentally from rhinogenic sinusitis in terms of etiology, microbiology, clinical presentation, and therapeutic requirements. Despite increasing scientific attention, odontogenic sinusitis remains frequently unrecognized in clinical practice, which may result in delayed diagnosis and inadequate treatment. The aim of this work is to provide an up-to-date overview of the epidemiological, etiological, and microbiological characteristics of odontogenic maxillary sinus diseases and to contextualize their clinical relevance within modern dentistry and oral and maxillofacial surgery. This work is based on a narrative review of the current literature, including clinical studies, retrospective case series, microbiological investigations, and international consensus statements. Epidemiological data indicate that odontogenic causes account for approximately 30-50% of chronic, predominantly unilateral cases of maxillary sinusitis, with higher prevalences reported in specialized centers. Etiologically, apical periodontitis, periodontal disease, and inadequate endodontic treatment continue to predominate. At the same time, the proportion of iatrogenic causes-particularly those associated with implantological procedures, sinus floor elevation, and displacement of foreign material-has increased markedly in recent years. From a microbiological perspective, odontogenic sinusitis is characterized by polymicrobial infections dominated by anaerobic pathogens and pronounced biofilm formation, which explains the limited effectiveness of antibiotic therapy alone. Inflammation frequently extends beyond the maxillary sinus, thereby increasing the risk of treatment failure. In addition, maxillary sinus aspergillosis, often associated with prior dental interventions, represents an important differential diagnosis. Overall, to prevent chronicity and complications, odontogenic maxillary sinus diseases require a targeted diagnostic approach; consistent elimination of the odontogenic focus, and close interdisciplinary collaboration between dentistry, oral and maxillofacial surgery, and otorhinolaryngology.
Odontogenic diseases of the maxillary sinuses encompass a broad spectrum of inflammatory, cystic and neoplastic lesions, the clinical and radiological differentiation of which is often challenging. As a prototypical example of a maxillary sinus disease of odontogenic origin, chronic odontogenic rhinosinusitis exhibits certain histopathological differences to classical chronic rhinosinusitis. Furthermore, depending on the specific odontogenic cause, certain histopathological patterns may be observed. Odontogenic cysts represent a diagnostic challenge, as their histological appearance is often altered by inflammatory changes. This may also impair the diagnostic certainty of odontogenic keratocysts in biopsy material. Reliable histopathological distinction between individual entities therefore requires incorporation of clinical and radiological information. Detection of the common BRAF V600E mutation in ameloblastomas can increase the diagnostic certainty. The present overview underscores the importance of standardized histological assessment and functioning communication between clinicians, radiologists, and pathologists in order to accurately classify odontogenic diseases of the maxillary sinuses.
Procedures in the oral and maxillofacial region are increasingly performed in patients receiving oral anticoagulation or antiplatelet therapy. This requires clinicians to carefully balance the risk of peri- and postoperative bleeding against the potentially serious risk of thromboembolic events associated with modification of antithrombotic medication. This article presents a structured, practice-oriented approach to perioperative management of oral anticoagulation. The focus is placed on preoperative assessment of medical history, evaluation of the procedure-related bleeding risk, and individualized estimation of the thromboembolic risk based on the underlying indication for antithrombotic therapy. The relevant pharmacological agents are discussed with regard to their implications for surgical planning. Particular emphasis is placed on local haemostatic measures and on identifying clinical situations in which interdisciplinary consultation or inpatient management may be required.
Odontogene Erkrankungen der Kieferhöhlen umfassen ein breites Spektrum entzündlicher, zystischer und neoplastischer Läsionen, deren klinische und radiologische Abgrenzung häufig anspruchsvoll ist. Als prototypisches Beispiel einer Erkrankung der Kieferhöhle, basierend auf einer odontogenen Ursache, zeigt die chronische odontogene Rhinosinusitis gewisse histopathologische Unterschiede zur klassischen chronischen Rhinosinusitis. Abhängig von der genauen odontogenen Ursache lassen sich ferner bestimmte histopathologische Muster erkennen. Odontogene Zysten sind diagnostisch herausfordernd, da ihr histologisches Erscheinungsbild häufig von entzündlichen Veränderungen überlagert wird. Dies kann auch die Diagnosesicherheit odontogener Keratozysten im bioptisch gesicherten Material deutlich beeinträchtigen. Eine verlässliche histopathologische Unterscheidung der einzelnen Entitäten gelingt daher meist nur unter Einbeziehung klinischer und radiologischer Informationen. Der Nachweis der häufigen BRAF-V600E-Mutation beim Ameloblastom kann die diagnostische Sicherheit zusätzlich erhöhen. Die vorliegende Übersichtsarbeit unterstreicht die Bedeutung standardisierter histologischer Bewertungen und eines funktionierenden Informationsflusses zwischen Klinik, Radiologie und Pathologie, um eine präzise Klassifikation odontogener Erkrankungen der Kieferhöhle zu ermöglichen.
Odontogene Erkrankungen der Kieferhöhle stellen eine eigenständige klinische Entität dar, die sich in Ätiologie, Mikrobiologie, klinischer Präsentation und therapeutischen Erfordernissen grundlegend von rhinogenen Sinusitiden unterscheidet. Trotz zunehmender wissenschaftlicher Aufmerksamkeit werden odontogene Sinusitiden in der klinischen Praxis weiterhin häufig nicht erkannt, was zu verzögerter Diagnosestellung und inadäquater Therapie führen kann. Ziel dieser Arbeit ist es, einen aktuellen Überblick über die epidemiologischen, ätiologischen und mikrobiologischen Besonderheiten odontogener Kieferhöhlenerkrankungen zu geben und deren klinische Relevanz im Kontext moderner Zahnmedizin und Mund‑, Kiefer- und Gesichts(MKG)-Chirurgie einzuordnen. Die Arbeit basiert auf einer narrativen Auswertung der aktuellen Literatur, einschließlich klinischer Studien, retrospektiver Fallserien, mikrobiologischer Untersuchungen sowie internationaler Konsensuspapiere. Epidemiologische Daten zeigen, dass odontogene Ursachen für etwa 30–50
In der Planung für eine Versorgung mit Implantaten fallen im digitalen Volumentomogramm häufig pathologische Befunde in der Kieferhöhle auf. Da solche Befunde mit einer erhöhten Rate an Misserfolgen assoziiert sein können, kommt ihnen eine große Bedeutung zu. Während bei asymptomatischen Patienten mit lediglich einer Schleimhautschwellung am Kieferhöhlenboden problemlos implantiert werden kann, sollten symptomatische Patienten mit einer zirkulären Verschattung der Kieferhöhle und einem Verschluss der ostiomeatalen Einheit zuvor operiert werden. Bei einer Sinusitis maxillaris nach Implantation müssen Implantate als Fokus ausgeschlossen werden. Eine reine Perforation der Implantatspitze stellt bei einem osseointegrierten Implantat keinen Fokus dar. Bei einer durch ein Implantat verursachten Sinusitis maxillaris reicht die Therapie von der rein medikamentösen bis zur funktionell endoskopischen Kieferhöhlenoperation. Insgesamt ist aber die Erfolgsrate von Implantaten auch bei einer erkrankten Kieferhöhle hoch.
Die Kieferhöhlen stellen in der Mund‑, Kiefer- und Gesichts(MKG)-Chirurgie und der gesamten Zahnmedizin eine wichtige anatomische Struktur mit hoher Relevanz für unterschiedliche Erkrankungen sowie Therapieverfahren dar. Beispielsweise können die Kieferhöhlen von odontogenen Infektionen betroffen sein, die sich zudem möglicherweise von dort weiter in die übrigen Nasennebenhöhlen ausbreiten. Sie sind meist bei knöchernen Traumata des Mittelgesichts beteiligt und werden in ihren basalen Anteilen auch für augmentative Maßnahmen im Oberkieferseitenzahnbereich im Rahmen von Implantationen herangezogen. Auch benigne und maligne Tumoren können hier ihren Ursprung haben. Da die Kieferhöhlen aufgrund ihrer anatomischen Lage innerhalb des Gesichtsschädels nicht direkt inspizierbar sind, ist die Bildgebung der Kieferhöhlen in unserem Fachgebiet fundamental wichtig. Sie bildet die Grundlage für diagnostische Abklärungen sowie Operationsplanungen. Dieser Übersichtsbeitrag behandelt die einzelnen, nichtinvasiven Verfahren zur Bildgebung der Kieferhöhlen und fasst den derzeitigen Stand sowie absehbare Entwicklungen zusammen.
Seit über zwei Jahrzehnten basiert der Behandlungsstandard für Patienten mit resektablen, lokal fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinomen des Kopf-Hals-Bereichs (LA-HNSCC) und pathologischen Hochrisikomerkmalen neben der chirurgischen Resektion auf der adjuvanten Radiochemotherapie mit Cisplatin. Die Limitationen dieses therapeutischen Vorgehens sind jedoch unübersehbar: Ein großer Teil der Patienten (ca. 40–45
Eingriffe im Mund- und Kieferbereich werden zunehmend bei Patienten durchgeführt, die eine orale Antikoagulation oder eine Thrombozytenaggregationshemmung erhalten. Für Behandler ergibt sich daraus die Notwendigkeit, die peri- und postoperativen Blutungsrisiken gegen das potenziell schwerwiegende Thrombembolierisiko bei einer Veränderung der Medikation abzuwägen. In diesem Beitrag wird ein strukturiertes und praxisorientiertes Vorgehen für den perioperativen Umgang mit oraler Gerinnungshemmung dargestellt. Im Fokus stehen die präoperative Anamnese, die Einschätzung des eingriffsbezogenen Blutungsrisikos sowie die individuelle Bewertung des thrombembolischen Risikos unter Berücksichtigung der jeweiligen Indikation. Dargestellt werden die relevanten Wirkstoffgruppen sowie deren Bedeutung für die operative Planung. Besondere Aufmerksamkeit gilt lokalen hämostyptischen Maßnahmen sowie der Abgrenzung von Situationen, in denen eine interdisziplinäre Abstimmung oder eine Behandlung unter stationären Bedingungen erforderlich ist.