
In dem Artikel werden zentrale Aspekte der Klimaanpassung in Städten und Einwirkungen auf Menschen systematisch herausgearbeitet und fachlich präzisiert. Die tatsächlichen Wirkmechanismen verschiedener Maßnahmen wie Begrünung, reflektierende Oberflächen, Wasservernebler, blaue Infrastruktur und technische Kühlung wurden realistisch eingeordnet. Dabei zeigte sich, dass viele Maßnahmen nur kleinräumig wirken und ihre Effekte häufig im Hinblick auf ihre Wirkung überschätzt werden. Gleichzeitig wurden rechtliche Rahmenbedingungen analysiert, die belegen, dass in Deutschland bereits zahlreiche rechtliche Vorgaben zur Klimaanpassung existieren. Die Hauptschwierigkeit liegt weniger im Fehlen von Gesetzen als in deren konsequenter Anwendung. Insgesamt wurde deutlich, dass Klimaanpassung aus vielen kleinen Bausteinen besteht, die gemeinsam wirksam werden. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung einer faktenbasierten, klaren und praxisorientierten Kommunikation, vor allem bei der richtigen Anwendung von Begriffen und Fakten sowie bei der Angabe nicht nur qualitativer, sondern auch quantitativer Informationen in Bezug auf die thermische Belastung von Menschen.
Im Rahmen einer Literaturrecherche konnten 72 Publikationen ermittelt werden, deren zugrundeliegende Studien methodische Ansätze der VDI-Richtlinien (Richtlinienreihe VDI 3957) mit Bezug zu Kryptogamen (Flechten, Moose) verwenden. Die Zusammenstellung zeigt, dass sich ein Großteil der Studien auf den west- und süddeutschen Raum bezieht. Publikationen aus Nord- und Ostdeutschland sind hingegen nur in geringer Zahl zu finden. Am häufigsten wurden passive Monitoringverfahren genutzt, insbesondere solche gemäß den Richtlinien VDI 3957 Blatt 8, Blatt 13 und Blatt 20. Die vorliegende Arbeit liefert einen grundlegenden Überblick über vorhandene Publikationen im Bereich des VDI-bezogenen Biomonitorings mit Flechten und Moosen und soll Impulse für die weitere Bearbeitung der betrachteten Richtlinien geben.
Als Grundlage für die Beurteilung der Luft am Arbeitsplatz und in diesem Zusammenhang der inhalativen Exposition von Beschäftigten gegenüber Metallen und deren Verbindungen werden unter anderem Beurteilungsmaßstäbe wie Arbeitsplatzgrenzwerte oder auch maximale Arbeitsplatzkonzentrationen herangezogen. Sofern sich solche auf bestimmte Verbindungsgruppen beziehen, die nach ihrer Löslichkeit klassifiziert sind (beispielsweise lösliche und schwerlösliche Verbindungen), stellt sich die Frage nach der Definition des (Schwer-)Löslichkeitsbegriffs. Für die (fehlende) Löslichkeit einer chemischen Verbindung können diverse Faktoren von Relevanz sein, die die chemische Verbindung selbst, aber ebenso äußere Bedingungen betreffen. Im vorliegenden Artikel soll beispielhaft beschrieben werden, wie sich die für das Lösungsverhalten einer chemischen Verbindung relevanten (und für Löslichkeitsversuche gewählten) Parameter in Abhängigkeit von der Betrachtungsweise unterscheiden können. Anhand der für unterschiedlichen Gruppen an Aluminiumverbindungen etablierten maximalen Arbeitsplatzkonzentrationen soll zudem demonstriert werden, welche Herausforderungen für die Entwicklung geeigneter Messverfahren und somit auch für die Überwachung von Arbeitsplätzen aus einer Klassifizierung von Metallverbindungen nach ihrer Löslichkeit resultieren können.
Die IFA-Expositionsdatenbank „Messdaten zur Exposition gegenüber Gefahrstoffen am Arbeitsplatz“ (MEGA) hat seit 1972 über vier Millionen Datensätze zu arbeitsplatzbezogenen Expositionen gegenüber Gefahrstoffen und Biostoffen dokumentiert. Damit zählt sie zu den größten Expositionsdatenbanken. Die Daten stammen aus mehr als 80 000 Betrieben und enthalten pro Datensatz bis zu 200 Detailinformationen, was vielfältige Auswertungen für Prävention, Berufskrankheiten-Ermittlung sowie die REACH-Verordnung (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals) ermöglicht. Historische Messreihen ab 1961 und spezielle Messprogramme, etwa zu Dieselmotorabgasen, fließen in wissenschaftliche Studien, Reporte und Empfehlungen des Instituts für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) und der Unfallversicherungsträger ein. MEGA wird zunehmend auch international genutzt, unter anderem für EU-Regulierungen wie REACH und die Richtlinie 2004/37/EG. Mit der neuen webbasierten Software MEGA-innovativ wird der Datenzugang modernisiert, wodurch MEGA weiterhin ein zentrales Steuerungs- und Präventionsinstrument im Arbeitsschutz bleibt.
The correlation for formaldehyde emission testing of flooring installation products (adhesives) and floor surface treatment products between test results obtained by EN 16516 “Construction products: Assessment of release of dangerous substances – Determination of emissions into indoor air “ [1] and those obtained by the reference method of the Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals (REACH) requirements [2] was investigated, and a scientifically valid correlation factor was determined.
Das CycloPlasma-Verfahren kombiniert Cyclodextrin-Beschichtungen (β-CyD) mit nicht-thermischem Plasma (NTP) zur Dekontamination von Lindan- und Pentachlorphenol (PCP)-belasteten Holzbauteilen. Laborstudien mittels Thermoextraktion und dem Emissionsprüfkammer-Verfahren sowie ein einjähriger Feldversuch in der historischen Thürlmühle zeigen signifikante Emissionsreduktionen. β-CyD hemmt die Diffusion sehr stark, Plasma reduziert bereits freigesetzte Luftkontaminanten rasch. Die Extrapolation der erhaltenen Emissionsraten prognostizieren eine realistische Wirksamkeit von Cyclodextrinen über zehn bis 15 Jahre hinaus. Synergistische Kombinationen aus beiden Verfahren erreichen einen zusätzlichen Sicherheitsfaktor. Das Verfahren ermöglicht nachhaltige Sanierungen gemäß der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) für Millionen belasteter Gebäude. Dieses Projekt wurde durch die Fraunhofer-Zukunftsstiftung gefördert.
Mineralfaserbasierte Dämmsysteme enthalten typischerweise Komponenten, die bei Temperaturbelastung oberhalb von circa 150 °C zersetzt werden. Dabei setzen Bindemittel aus Mineralwollen, Schlichten aus Glasgeweben und Klebstoffe aus Kaschierungen eine Vielzahl von Schadstoffen frei, von denen in vorliegender Untersuchung Formaldehyd und Kohlenstoffmonoxid als Leitkomponenten ausgewählt wurden. Unter ungünstigen Lüftungsbedingungen kann es in Innenräumen wie am dargestellten Beispiel isolierter Abgasrohre zu einer Überschreitung entsprechender Arbeitsplatzgrenzwerte kommen. Da ein reales Dämmsystem am Beispiel eines heißen Abgasrohres nicht vollständig durchheizt wird, liegt auch nach längerer Nutzungsdauer von harzgebundenen Mineralwollen noch Bindemittel vor, das zersetzt werden kann. Eine effiziente Reduktion des Schadstofffreisetzungspotenzials kann daher nur erreicht werden, wenn bindemittelfreie, zum Beispiel mechanisch verfilzte Materialien zum Einsatz kommen. Glasgewebe erfordern bei der Herstellung Schlichten, die bei gleichzeitigem Erhalt mechanischer Eigenschaften nicht vollständig durch eine thermische Entschlichtung entfernt werden können. Als Kompromiss aus Schadstofffreisetzung und mechanischer Festigkeit beziehungsweise Marktverfügbarkeit kann ein optimaler Glühverlust von < 0,2 % ausgemacht werden. Klebstoffe, die zum Aufkleben von Aluminiumfolie als äußerem Abschluss von Dämmsystemen eingesetzt werden, sind problematisch, wenn eine Temperatur von 150 °C überschritten wird, wie eine beispielhafte Schadensuntersuchung zeigt.
Für 190 Städte in Deutschland mit mehr als 50 000 Einwohnern präsentierte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) im Frühsommer 2025 Untersuchungsergebnisse zum Hitze-Check 2.0. Sie beruhen auf einem Hitzebetroffenheitsindex (HBI), der allerdings ausschließlich für die Siedlungs- und Verkehrsräume in den einzelnen Städten ermittelt wurde. Die zugrunde liegenden vier Indikatoren (Oberflächentemperatur, Versiegelung, Grünvolumen und Bevölkerungsdichte) weisen auf die dominierende Verwendung geeigneter Fernerkundungs- und Luftbilddaten hin. Dadurch ist der HBI auf trockene Hitze fokussiert. Der Begriff Hitzebetroffenheitsindex suggeriert einen Bezug zur Wahrnehmung von Hitze durch Menschen in der Stadt. Unter Berücksichtigung thermophysiologischer Grundlagen zur Quantifizierung des Hitzeempfindens von Menschen kann der HBI diesen Anspruch jedoch nicht erfüllen. Aufgrund seiner Bestimmungsmethodik stellt der HBI, der die menschliche Wärmebilanz unberücksichtigt lässt, eher einen wirkungsunabhängigen, durchschnittlichen Hitzeanfälligkeits-, Hitzegefährdungs- oder Hitzepotenzialindex für bewohnte Stadtgebiete dar.
Die Bestimmung der erforderlichen Schornsteinhöhe nach Nr. 5.5 der Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft) dient dem Ziel, einen ungestörten Abtransport und eine ausreichende Verdünnung von Abgasen sicherzustellen. Für Quellen mit geringen Emissionsmassenströmen (Q) oder seltenen Emissionen kann die Anwendung der bestehenden Regelwerke jedoch mit erheblichem Aufwand verbunden sein. Im vorliegenden Beitrag werden daher ausbreitungsrechnungsgestützte Untersuchungen vorgestellt, um zu klären, unter welchen Randbedingungen eine ausreichende Verdünnung auch bei gestörtem Abtransport angenommen werden kann. Hierzu wurde eine systematische Parameterstudie mit dem Ausbreitungsmodell AUSTAL unter Berücksichtigung unterschiedlicher Gebäudegeometrien, Ableithöhen und Emissionsstärken durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Einhaltung der maßgeblichen S-Werte vom Verhältnis Q/S, der Gebäudegeometrie sowie der Lage der Quelle zu Rezirkulationszonen und zur Umgebung abhängt. Aufbauend darauf werden allgemeingültige Zusammenhänge abgeleitet, die eine vereinfachte Beurteilung ermöglichen. Für typische Konstellationen mit geringen Emissionen können so Bedingungen formuliert werden, unter denen auf eine detaillierte Einzelfallprüfung verzichtet werden kann. Die Ergebnisse liefern damit eine fundierte Grundlage für vereinfachte Ansätze in der Schornsteinhöhenbestimmung, wie sie im Rahmen der Richtlinienentwicklung (VDI 3783 Blatt 13.1) angestrebt werden.
Der Artikel setzt die Beschreibung einer Untersuchung fort, die die Probenahme von Nitrosaminen, das Ermitteln ihrer Emissionsquellen und die Verhinderung einer Artefaktbildung durch Vorläufersubstanzen thematisiert. Flüchtige Nitrosamine stellen ein erhebliches Risiko im Bergbausektor dar. Jüngste Messungen in einer untertägigen Deponie ergaben unerwartet hohe Nitrosaminkonzentrationen, woraufhin eine einschlägige Ursachenforschung durch das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) und das Institut für Gefahrstoff-Forschung (IGF) initiiert wurde. In diesem Rahmen wurden sowohl ThermoSorb-N-Kartuschen, die den derzeitigen Stand der Technik der Probenahme darstellen, als auch Tenax TA-Thermodesorptionsröhrchen hinsichtlich ihrer Robustheit gegenüber Artefaktbildung und der möglichen Verwendung von vorgeschalteten Filtermaterialien untersucht. Dieser Beitrag vergleicht als Schwerpunkt zwei thermische Desorptionssysteme und zwei Gaschromatographie-Ionenmobilitätsspektrometer für die Nitrosaminanalyse in der Luft am Arbeitsplatz unter Tage. Die entwickelten Methoden wurden parallel zum Stand der Technik für Gefahrstoffmessungen in einem Salzbergwerk eingesetzt.
Dieser Beitrag knüpft an Teil 1 der Untersuchung an, in dem offene Fragen zur Probenahme von N-Nitrosaminen, potenzielle Emissionsquellen und Schutzmaßnahmen im Sinne der Gefahrstoffverordnung diskutiert wurden. Der vorliegenden Artikel konzentriert sich auf den Aufbau und die Funktionsweise des eingesetzten Probenträgers, der ThermoSorb-N-Kartusche, sowie auf den möglichen Einfluss von Staubbelastungen auf die Messergebnisse. Zu diesem Zweck wurden ThermoSorb-N-Kartuschen unter realen Bedingungen des untertägigen Bergbaus sowohl ohne Vorfilter als auch mit verschiedenen vorgeschalteten Filtermaterialien eingesetzt, um den Einfluss unterschiedlicher Staubfilter auf die Messergebnisse zu bewerten und so mögliche artefaktbedingte Fehlmessungen zu identifizieren. Die Ergebnisse liefern erste Hinweise darauf, wie sich die Auswahl des Vorfilters konkret auf die Nitrosamin-Probenahme auswirkt und bieten damit eine praxisnahe Grundlage für die Auswahl geeigneter Messverfahren im Bergbau.