
Zusammenfassung Die wesentlichen praxisbezogenen Nachschlagewerke der Homöopathie entstanden in einer Zeit, als sich die Medizin im Umbruch befand. Die alte „semiotische“ Sicht auf Krankheiten wurde zunehmend abgelöst durch den „diagnostischen“ Blick. Die sich daraus ergebende Ambivalenz spiegelt sich in den Kasuistiken dieser Homöopathengeneration wider. Während dies für alle Exponenten vorwiegend der amerikanischen Rezeption der Homöopathie gilt, wird hier der Fokus auf C. M. Boger (1861–1935) gelegt, der am deutlichsten die Balance zwischen beiden Sichtweisen verkörpert.
Zusammenfassung Die Homöopathie ist in Südafrika ein gesetzlich anerkannter Beruf, dessen Praktiker beim Allied Health Professions Council of South Africa registriert sind. Trotz dieser Anerkennung ist die Integration in das öffentliche Gesundheitssystem noch nicht realisiert. In den Jahren 2024 und 2025 hat die Homeopathic Association of South Africa eine zentrale Rolle bei der Förderung der Rechtsvertretung, der beruflichen Bildung, des öffentlichen Engagements und der internationalen Zusammenarbeit gespielt. Diese Bemühungen haben den beruflichen Zusammenhalt gestärkt, die Sichtbarkeit erhöht und die Glaubwürdigkeit innerhalb der gesamten Gesundheitslandschaft verbessert. Die erzielten Fortschritte spiegeln das anhaltende Engagement der Organisation und die kollektive Ausrichtung wider und tragen dazu bei, die Homöopathie als vertrauenswürdigen und wirksamen Bestandteil des südafrikanischen Gesundheitssystems zu positionieren.
Zusammenfassung Das von G.H.G. Jahr 1849 verfasste „Hautrepertorium“ wird in der modernen Homöopathie nur selten angewendet – zu Unrecht, wie der Autor dieses Beitrags meint. Er regt dazu an, das Werk für die Analyse dermatologischer Phänomene stärker zu berücksichtigen, indem er seine Struktur und die praktische Anwendung beschreibt.
Zusammenfassung Es wird die Entwicklung eines neuen Analysetools aus dem Boger-Werk dargestellt und seine praktische Anwendung bei der Arbeit mit Bogers General Analysis und Synoptic Key an 3 Fallbeispielen demonstriert. Mit 4 Begriffen gelingt nun – auch Boger-Neulingen – ein effektiver Überblick und eine sichere Arzneiwahl deutlich leichter und zügiger als bisher. Es ist eine Fortsetzung von 2 Artikeln zu Boger in der AHZ 2/2023 und 2/2024. Der jetzige Artikel reduziert auf sehr kompakte Weise die erforderlichen Kenntnisse für die Arbeit mit Bogers Werken auf das praktisch Notwendige.
Zusammenfassung Seit Dezember 2020 gibt es zur Prävention einer Covid-19-Erkrankung mRNA- oder vektorbasierte Injektionen mit beabsichtigten Impfwirkungen und überraschenden Auswirkungen. Individuelle Homöopathie bietet – trotz Polymorbidität und jeder möglichen Antidotierung – eine unerwartet erfolgreiche, nahezu nebenwirkungsfreie und kostengünstige ärztliche Therapie zur Behandlung unerwarteter Wirkungen von Anti-SARS-CoV-2-Impfprodukten.
Dieser Artikel konzentriert sich insbesondere auf 2 wesentliche Aspekte der Entwicklungsgeschichte der Liga Medicorum Homoeopathica Internationalis. Einerseits haben sich innerhalb der LMHI in den letzten 100 Jahren bedeutende strukturelle Veränderungen vollzogen, die letztlich zu der demokratischen Organisation geführt haben, die wir heute kennen. Andererseits hat die Suche nach der „richtigen“ Homöopathie – also Inhalte und thematischen Ausrichtungen, die die LMHI ihren Mitgliedern und der Außenwelt auch über ihre Kongresse vermittelt – nicht nur die globale Homöopathiegemeinschaft geprägt, sondern auch die Entstehung und die 100-jährige Entwicklung der Liga Medicorum Homoeopathica Internationalis beeinflusst.
Der Text beleuchtet die Rolle der Homöopathie bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen basierend auf 60 Jahren klinischer Erfahrung. Er beschreibt die Entwicklung der Krebsbehandlung, den aktuellen Stand moderner Forschung mit Fokus auf Immuntherapien und zeigt anhand von Fallbeispielen, wie homöopathische Mittel zur Verbesserung der Lebensqualität und in bestimmten Fällen zur Stabilisierung des Zustands beitragen können. Die individuelle Anpassung der Mittel und die genaue Risiko-Nutzen-Abwägung stehen dabei im Mittelpunkt.
Covid-Impfungen haben viele Nebenwirkungen. Daher besteht ein dringender Bedarf nach einer wirksamen Therapiemethode. Unsere Studie mit 40 Fällen, die beim LMHI-Kongress 2024 in Sevilla vorgestellt wurde, zeigte bereits eine positive Wirkung der homöopathischen Behandlung bei Nebenwirkungen der Covid-19-Impfung. Die beim LMHI-Kongress 2025 in Utrecht vorgestellte Auswertung aller 82 Fälle bestätigte die Ergebnisse. In dieser Publikation wird ein Fall des Projekts vorgestellt: die homöopathische Begleitung eines 82-jährigen Mannes mit beidseitigem klarzelligem Nierenzellkarzinom, diagnostiziert 6 Monate nach Erhalt von 2 Covid-19-Impfungen (Pfizer/BioNTech). Im Oktober 2021 wurde die homöopathische Behandlung mit aufsteigenden Lycopodium-Q-Potenzen begonnen. Am 02.11.2021 wurde der Tumor an der linken Niere organerhaltend operiert. Nach der Diagnose von Metastasen am Lungenhilus wurde eine Behandlung mit Immun-Checkpoint-Inhibitoren (Ipilimumab/Nivolumab) begonnen. Die homöopathische Behandlung mit aufsteigenden Lycopodium-Q-Potenzen wurde parallel fortgesetzt. Wenige Monate später waren die verbliebenen Tumoren um circa 60% zurückgegangen und die Tumorreste an der linken Niere verschwunden. Sowohl die Immuntherapie, jetzt mit Nivolumab mono (monatlich), als auch die homöopathische Therapie mit Lycopodium-Q-Potenzen wurden fortgesetzt; Letztere hin und wieder unterbrochen durch Zwischengaben von Medorrhinum, Silicea oder Akutmitteln. Seit Januar 2024 wird dem Patienten eine stabile Erkrankung attestiert, und die Tumoren haben sich fast vollständig zurückgebildet. Trotz der schweren Krankheit war die Lebensqualität des Patienten während des 4-jährigen Zeitraums der Behandlung kaum eingeschränkt. Die klassische Homöopathie konnte die Nebenwirkungen der Immuntherapie lindern und leistete einen wichtigen Beitrag zur Genesung des Patienten.
The 78-year delay in the publication of the 6th edition of the Organon led to a delayed and largely self-taught incorporation of 50-millesimal potencies into homeopathic practice. This study attempts to explore the original source of this innovation: Hahnemann‘s Paris case journals. The aim was to reconstruct Hahnemann‘s research process and examine its clinical application. To this end, two Paris case journals (DF7 and DF12) were analyzed. Hahnemann‘s prescription notes were very systematic, especially for initial consultations, which formed the core of this analysis. Where necessary, follow-up visits were also evaluated to define certain assumptions. The development of Hahnemann‘s notation, preparation, administration, and potency enhancement strategies shows the emergence of the prescription of 50-millesimal potencies. After experimenting with higher 50-millesimal potencies, he refined his method to begin treatment with lower potencies. This detailed examination of DF7 and DF12 provides valuable insights into the final phase of Hahnemann‘s therapeutic experiments and highlights the systematic development of his most mature and enduring contribution to homeopathy.
Eine eindringliche Botschaft hallte während der Eröffnungszeremonie des Internationalen Kongresses der LMHI (Liga Medicorum Homoeopathica Internationalis) im vergangenen Mai nach. Patienten sind die stärksten Fürsprecher der Homöopathie, doch Praktiker unterschätzen oft die potenzielle Kraft der Stimme der Patienten. Patienten können durch Interessenvertretung und Repräsentation einen bedeutenden Einfluss ausüben, sei es in EU-Institutionen wie dem Europäischen Parlament und dem Europäischen Rat, in Gesundheits-NGOs oder weltweit durch die Weltgesundheitsorganisation. Patienten sind mehr als nur Konsumenten – sie sind Aufklärer, Fürsprecher, Geldgeber und Botschafter, die die Zukunft der Homöopathie gestalten.
Über 8 Jahre wurden von 4 Behandlern unselektierte Falldaten an das Falldokumentationsprojekt Empirium übermittelt. Behandlungsdaten von 272 Patienten, 750 Diagnosen, 6466 Konsultationen, ca. 35 000 Symptome und 1008 homöopathische Arzneiverordnungen umfassend, werden statistisch ausgewertet, mit dem Schwerpunkt auf klinischen Verifikationen.
Die klinische Anwendung homöopathischer Präparate wird weiterhin umstritten sein, solange die Wirkungsweise unklar bleibt. Bioassays auf Pflanzenbasis werden wegen ihrer Einfachheit, Empfindlichkeit und Kosteneffizienz häufig eingesetzt. Wir haben ein Testsystem entwickelt, das in einer multizentrischen Wiederholungsstudie hochsignifikante Hinweise auf spezifische Wirkungen von Stannum metallicum D30 lieferte. Bei diesem Testsystem wird eine Fingerabdruck-Metabolomanalyse als „Zusatz“ zu einem Bioassay von Lepidium sativum (Kresse) eingesetzt. Die „Fingerabdrücke“ entstehen als Reaktion auf eine Art von morphogenetischen Feldsignalen, die von der homöopathisch behandelten Kresse ausgehen, und werden mithilfe einer computergestützten Bildanalyse ausgewertet. Zusätzlich wurde Stannum metallicum D30 mit Handystrahlung oder im Autoklaven behandelt, um die Stabilität gegenüber diesen physikalischen Behandlungen zu testen. Im Gegensatz zur computergestützten Bildanalyse hat die visuelle Bewertung durch den Menschen auf der Grundlage der kinästhetischen Wahrnehmung das Potenzial, die biologischen Wirkungen homöopathischer Präparate zu „begreifen“. Dies scheint analog zu Hahnemanns Konzept des homöopathischen Patientengesprächs zu sein, bei dem der Homöopath versucht, die Gestalt der Krankheit zu erkennen.