
Im Rahmen der deutschlandweit ersten Untersuchung ihrer Art wurde über einen Zeitraum von 2‑mal 4 Wochen das Abfallaufkommen in einer ambulanten Arztpraxis mit einem hausärztlichen und diabetologischen Tätigkeitsspektrum erhoben. Ziel der Studie war es, einen ersten quantitativen Überblick über Art und Umfang des dort anfallenden Abfalls zu erlangen.
Die mit metabolischer Dysfunktion assoziierte steatotische Lebererkrankung (MASLD) und ihre progrediente Form, die mit metabolischer Dysfunktion assoziierte Steatohepatitis (MASH), sind mittlerweile die häufigste Ursache für Leberzirrhose und Leberzellkarzinom (HCC). Auch wenn das Risiko für kardiometabolische Begleiterkrankungen und kardiovaskuläre Ereignisse mit zunehmender Fibrose steigt, rücken bei Menschen mit MASH-assoziierter Leberzirrhose die Prophylaxe und Früherkennung von Komplikationen der Zirrhose in den Vordergrund. In diesem Beitrag sollen die Möglichkeiten und Grenzen der nichtinvasiven Diagnostik von Leberzirrhose und portaler Hypertension bei MASH näher beleuchtet sowie Strategien zur Prophylaxe der Dekompensation und zum HCC-Screening aufgezeigt werden. Weiterhin wird auf Besonderheiten des Gewichtsmanagements und der medikamentösen Therapie kardiometabolischer Risikofaktoren eingegangen. Abschließend wird ein Ausblick auf mögliche zukünftige, MASH-spezifische Therapieoptionen bei Zirrhose gegeben, die sich zurzeit in der späten klinischen Entwicklung befinden.
Seit 2003 existieren in Deutschland die Verträge zu den Disease-Management-Programmen (DMP). Sie sollen die Behandlungsqualität gesetzlich krankenversicherter und chronisch kranker Menschen anhand vorgegebener Qualitätsziele verbessern. Die Teilnahme ist für Ärztinnen und Ärzte ebenso wie für die Patientinnen und Patienten freiwillig, setzt aber ärztlicherseits kontinuierliche Untersuchungen und deren Dokumentation voraus, ebenso wie auf Patientenseite eine regelmäßige Teilnahme sowie ggf. das Wahrnehmen DMP-spezifischer Schulungen. Die Praxen erhalten regelmäßig Rückmeldungen zu den erreichten Ergebnissen bei den Qualitätszielen und können ihre eigenen Ergebnisse mit denen vergleichen, die in allen Praxen erreicht wurden. Bis Ende 2025 wurden in Deutschland etwa 7,7 Mio. Menschen in mindestens einem DMP betreut, davon allein 4,8 Mio. in dem größten DMP, dem für Typ-2-Diabetes. In den letzten Jahren nahm die Zahl der in den DMP Betreuten deutlich zu.
Zusammenfassung Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) bewertet im vorliegenden Positionspapier Chancen und Risiken eines bevölkerungsbasierten Screenings auf Typ‑1‑Diabetes mittels Insel‑Autoantikörpern in verschiedenen Kontexten. Der Nachweis multipler Antikörper erlaubt die frühe Identifikation präsymptomatischer Stadien mit hohem Progressionsrisiko, bei weiterhin begrenzter individueller Vorhersagbarkeit von Manifestationszeitpunkt und ‑verlauf. Ein potenzieller Nutzen besteht in der Reduktion diabetischer Ketoazidosen und einer möglichen Progressionsverzögerung durch immunmodulatorische Therapien, ist jedoch abhängig von strukturierter Nachsorge und hoher Versorgungsqualität. Dem stehen Einschränkungen durch unzureichend standardisierte Testverfahren, variable Verläufe, fehlende Langzeitdaten sowie psychologische und ethische Aspekte gegenüber. Zudem zeigen gesundheitsökonomische Analysen eine hohe Ressourcenbindung bei unklarer Kosteneffektivität. Insgesamt sieht die DDG derzeit keine Grundlage für ein populationsweites Screening; erforderlich sind bessere Evidenz, validierte Testverfahren und gesicherte Versorgungsstrukturen.
Ernährungsmedizinische Interventionen sind ein zentraler Baustein der Prävention und Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 (T2D) sowie bei der Reduktion kardiometabolischer Komplikationen. In dieser Übersichtsarbeit sind die wichtigsten Publikationen der Jahre 2024–2026 zusammengefasst. In den aktualisierten ADA-Leitlinien (ADA [American Diabetes Association]: Standards of Care in Diabetes 2026) wird eine individualisierte, lebensmittelbasierte medizinische Ernährungstherapie ohne festen Makronährstoffanteil betont; mediterrane, Dietary Approaches to Stop Hypertension (DASH)-, pflanzenbasierte sowie kohlenhydratreduzierte Kostformen werden empfohlen, ketogene Diäten – insbesondere unter SGLT2-Hemmern – kritisch bewertet. Übersichtsarbeiten und Netzwerkmetaanalysen bestätigen konsistent die mediterrane Ernährung als wirksamste Strategie zur Verbesserung von Blutzuckereinstellung und kardiovaskulärem Risiko, während kohlenhydratarme Kost den größten Effekt auf das Körpergewicht hat. Vegetarische und v. a. vegane Ernährungsformen senken HbA1c, LDL-Cholesterin und body mass index (BMI). Die DASH for diabetes (DASH4D)-Studien belegen, dass eine diabetesoptimierte DASH-Ernährung den mittleren Blutzuckerspiegel, die Zeit im Zielbereich und – kombiniert mit Natriumreduktion – den Blutdruck signifikant verbessert. Zeitlich limitierte Nahrungsaufnahme (20:4) verbessert bei Prädiabetes die β‑Zell-Funktion, die Insulinresistenz und den HbA1c-Wert. Ein internationaler Konsens empfiehlt das individuelle Screening auf Mikronährstoffmängel (v. a. Vitamin D, B12, Magnesium, Zink) sowie eine gezielte Supplementierung nur bei nachgewiesenem Mangel. Die Daten unterstreichen die Bedeutung einer personalisierten, durch spezialisierte Ernährungsfachkräfte begleiteten Ernährungstherapie als Grundpfeiler des T2D-Managements.