
Zusammenfassung Die operative Therapie der Induratio penis plastica bleibt der Goldstandard zur Korrektur der Penisverkrümmung. Bei Patienten mit schwerer erektiler Dysfunktion ist die Implantation einer Penisprothese angezeigt. Eine Korrektur der residuellen Penisverkrümmung kann durch Plaqueinzision und Grafting erfolgen. Das Kollagenvlies TachoSil (Corza Medical, MA, USA) stellt ein zuverlässiges Graft mit vielversprechenden Ergebnissen dar. 2018 veröffentlichte Hatzichristodoulou erstmals seine neue Technik der Plaqueinzision und Grafting mit TachoSil zur Korrektur der residuellen Penisverkrümmung während der Penisprothesenimplantation (PICS Technik). Seitdem hat sich diese Methode verbreitet und wird mittlerweile von vielen Chirurgen weltweit eingesetzt. In der vorliegenden narrativen Übersichtsarbeit werden alle Veröffentlichungen berücksichtigt, die den Einsatz von TachoSil nach Plaqueinzision zur Korrektur der residuellen Penisverkrümmung beschreiben. TachoSil ist selbstklebend, was es einzigartig, sicher und ideal für diese Indikation macht. Die in der Literatur beschriebenen Ergebnisse dieser Technik sind ausgezeichnet. Es werden jedoch zusätzliche Daten mit größeren Patientenzahlen und Langzeitbeobachtungen benötigt.
Zusammenfassung Die Früherkennung des Prostatakarzinoms in Deutschland ist weiterhin überwiegend opportunistisch. Ein organisiertes, qualitätsgesichertes und einladungsbasiertes Programm existiert nicht; stattdessen wird die Versorgung durch heterogene Testung des prostataspezifischen Antigens (PSA), variable Beratung und inkonsistente diagnostische Folgepfade geprägt. Zugleich haben sich Evidenzlage und Leitlinienstand deutlich weiterentwickelt. Die aktualisierte deutsche S3-Leitlinie empfiehlt nach ergebnisoffener Beratung ab dem 45. Lebensjahr eine PSA-basierte, risikoadaptierte Früherkennungsstrategie mit Basis-PSA, intervallgesteuerter Wiedervorstellung und definierter weiterer Abklärung. Die EAU-Leitlinie 2026 folgt demselben Grundprinzip einer individualisierten, risikoadaptierten Früherkennung, wählt für Männer ohne zusätzliche Risikofaktoren jedoch mit 50 Jahren einen zurückhaltenderen Einstieg. Die entscheidende Frage lautet daher nicht mehr, ob eine unselektierte jährliche PSA-Testung für alle Männer sinnvoll ist, sondern ob Deutschland den Übergang von opportunistischer Testung zu einer strukturierten, individualisierten und qualitätsgesicherten Früherkennung jetzt konsequent vollziehen sollte. Vieles spricht dafür, diesen Weg bereits ab dem 45. Lebensjahr mit einer ersten strukturierten Beratung und einem Basis-PSA zu eröffnen, nicht als Einladung zur Übertestung, sondern als Einstieg in ein risikoorientiertes Konzept mit verlängerbaren Kontrollintervallen bei niedrigem Risiko. Ein solcher Ansatz ist klinisch plausibel, epidemiologisch begründbar, durch aktuelle deutsche und europäische Daten zunehmend gestützt und gesundheitspolitisch überzeugender als die Fortsetzung der bisherigen Grauzone zwischen gesetzlicher Früherkennung mittels digital-rektaler Untersuchung und faktisch opportunistischer PSA-Testung.
Abstract:Focal therapy (FT) is used to selectively ablate tumor-bearing regions while preserving as much healthy prostatic tissue as possible. This approach seeks to maintain the functional advantages over radical treatment options - such as radical prostatectomy or radiation therapy - without significantly compromising local tumor control. At present, FT is offered primarily to carefully selected patients with low-risk or early intermediate-risk prostate cancer who do not wish to undergo active surveillance or are considered unsuitable candidates for this approach. Reliable patient selection requires multiparametric magnetic resonance imaging, targeted and systematic biopsies, and a precise assessment of tumor location, tumor volume, and prostatic anatomy.FT procedures can be divided into thermal (e.g., high-intensity focused ultrasound (HIFU) or cryotherapy) and non-thermal ablation methods (vascular-targeted photo-dynamic therapy (VTP) or irreversible electroporation (IRE)). These procedures differ in terms of their mechanism of action, technical implementation, and suitability for specific tumor locations. Consequently, the choice of procedure must be made on a case-by-case basis, taking into account the anatomical characteristics and the physical limitations of the respective technology.The aim of this review is to present the currently available focal therapy techniques with regard to their indications, technical characteristics, limitations, and suitability for different tumor locations. Particular emphasis is placed on identifying the most appropriate treatment modality for a given tumor location. Precise diagnostic evaluation, consideration of tumor location, and the selection of an appropriate ablation technique are essential determinants of treatment success. Given the varying strengths and limitations of the available technologies, centers should offer several complementary techniques to enable individualized treatment tailored to the specific tumor.