
Abstract Der historiographische Anspruch von Lukas und seine affirmative Berichterstattung von Wundern wird von führenden ExegetInnen als markanter Unterschied zur Wunderdarstellung zeitgenössischer Historiographie eingestuft. Denn dort werden Wunder in aller Regel distanziert wiedergegeben. Betrachtet man die Befreiung des Apostels Petrus in Apg 12, insbesondere das Lexem ἄγγελος , im Licht des sich in der Lukasexegese zunehmend etablierenden Konzepts der Doppelkodierung, lässt sich diese Diskrepanz zwischen lukanischer und historiographischer Wunderdarstellung einebnen. Über die schillernde Semantik des Lexems ἄγγελος bietet Lukas letztlich zwei mögliche Versionen des Befreiungsvorgangs: Es ist entweder ein Engel oder ein menschlicher Bote, der Petrus befreit. Das wiederum entspricht der historiographischen Konvention, Wunder distanziert wiederzugeben: Neben einer mirakulösen wird den RezipientInnen auch eine rationalisierte Version des Geschehens angeboten.
Abstract The link between wisdom literature and apocalyptic tradition has been worked on for several decades, in particular by the “Wisdom and Apocalypticism” group of the SBL. Confirmed by the relationships that are established between Ez 1 and Wisdom, in the texts from the 3rd century BC, this article shows how the theme of Wisdom is already implicitly found in Ez 1. The vision of Ez 1 is an “enigma”. Ezekiel, who benefits from it, is a real wise man unlike the king of Tyre.