
Die ärztliche Weiterbildung in der Anästhesiologie in Deutschland steht vor vielfältigen Herausforderungen, darunter hohe Kompetenzanforderungen, Personalmangel, die Umsetzung kompetenzorientierter Weiterbildungskonzepte sowie mögliche Nachwirkungen der SARS-CoV-2-Pandemie. Diese Sekundäranalyse fokussiert sich auf die deutsche Subgruppe einer Umfrage der European Society of Anaesthesiology and Intensive Care (ESAIC) von Dow et al. Mithilfe deskriptiver Statistik wurden Weiterbildungsbedingungen, Supervision, Arbeitsbelastung, pandemiebezogene Auswirkungen auf die Weiterbildung sowie die Erwägung einer beruflichen Tätigkeit im Ausland analysiert und im europäischen Kontext betrachtet. Insgesamt beantworteten 140 Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung aus Deutschland den Fragebogen. Obwohl die Ergebnisse größtenteils mit europäischen Trends übereinstimmen, berichtete nur ein vergleichsweise geringer Anteil der Befragten (38
Die sepsisinduzierte Koagulopathie (SIC) stellt eine häufige und prognostisch hochrelevante Komplikation der Sepsis dar, die durch eine fehlregulierte Interaktion zwischen Inflammation, Endothelaktivierung und Gerinnung charakterisiert ist. Pathophysiologisch führen die überschießende Immunantwort auf „pathogen associated molecular patterns“ (PAMPs) und „damage associated molecular patterns“ (DAMPs), die Aktivierung des Komplementsystems, die Bildung neutrophiler extrazellulärer Fallen (NETs) sowie die Schädigung des endothelialen Glykokalyx zu einer prothrombotischen und antifibrinolytischen Mikroumgebung mit Mikrothrombosen, Organfunktionsstörungen und erhöhter Letalität. Etwa 20–25
Nichtmedikamentöse Verfahren können die Effektivität der perioperativen Schmerztherapie deutlich verbessern. Positive, realistische Informationen und Zielsetzungen sowie der bewusste Einsatz von Kommunikationsstrategien und Placeboeffekten haben einen positiven Einfluss auf das Schmerzerleben. Maladaptive Kognitionen sowie eine unnötige Fokussierung auf Schmerzen wirken verstärkend auf das Schmerzerleben. Physiotherapeutische Maßnahmen, transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) und Akupunktur können bei ausgewählten Indikationen ergänzend eingesetzt werden. Musik, Ruhe, Licht, angenehme Umgebung und persönliche Gegenstände sind niedrigschwellige Umgebungsfaktoren mit potenziellem Nutzen. Nichtmedikamentöse Verfahren ersetzen postoperativ keine etablierte medikamentöse Analgesie, sollten als risikoarme, patientenzentrierte Maßnahmen jedoch fester Bestandteil multimodaler Analgesiekonzepte sein. Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung sind klare Zuständigkeiten, Schulung, interprofessionelle Abstimmung und eine realistische Indikationsstellung. Dieser Beitrag gibt einen praxisorientierten Überblick über den gezielten Einsatz entsprechender Techniken und Strategien.
Bei vorliegender systemischer Lokalanästhetika-Intoxikation (LAST) sind die frühzeitige Erkennung, die unverzügliche Sicherstellung von Oxygenierung und Kreislaufstabilität sowie die Berücksichtigung spezifischer Reanimationsbesonderheiten entscheidend. Die i.v.-Lipidemulsionstherapie stellt nach wie vor einen zentralen therapeutischen Bestandteil dar. Präventivmaßnahmen zur Vermeidung einer LAST beruhen weniger auf einzelnen Maßnahmen als auf einem integrativen multimodalen Konzept, das sowohl den Faktor Mensch als auch verfahrensspezifische Risikoreduktionen umfasst. Hierzu zählen unter anderem Auswahl und Dosierung des Lokalanästhetikums, konsequente Anwendung der Sonographie (sofern das Verfahren es zulässt), fraktionierte Injektion und wiederholte Aspiration sowie die Vorhaltung standardisierter Notfallalgorithmen und regelmäßige Teamtrainings. Nur das Zusammenspiel dieser Maßnahmen ermöglicht eine wirksame Prävention und ein erfolgreiches Management der LAST im klinischen Alltag.