
Die subtalare Arthrorise (STA) ist ein etabliertes, minimalinvasives, gelenkerhaltendes Verfahren zur Behandlung des flexiblen Pes planovalgus. Ursprünglich vor allem bei Kindern eingesetzt, gewinnt sie zunehmend als ergänzende Maßnahme bei Erwachsenen an Bedeutung. Unterschieden werden endosinotarsale Techniken (Sinus-tarsi-Spacer) und exosinotarsale Verfahren (Calcaneo-Stop/SESA-Schraube). Der Wirkmechanismus scheint nicht allein auf einer mechanischen Blockade der Pronation zu bestehen, sondern zusätzlich auf propriozeptiven und neuromuskulären Effekten sowie, bei offenen Epiphysen, knöcherner Remodellierung. Dies erklärt, warum Korrekturergebnisse auch nach Implantatentfernung erhalten bleiben. Vergleichsstudien zeigen weitgehend ähnliche Ergebnisse beider Verfahren, die Implantatwahl scheint für den Erfolg sekundär. Bei Erwachsenen kommen überwiegend endosinotarsale Implantate zum Einsatz, meist kombiniert mit FDL-Transfer, einer medialisierenden Kalkaneusosteotomie oder anderen Prozeduren der Plattfußkorrektur. Häufigste Komplikation sind Sinus-tarsi-Schmerzen mit Explantationsraten von 7–30
Sensomotorische Einlagen (SMFO) modulieren über gezielte plantare Reize afferente Signale und beeinflussen neuromuskuläre Steuerungsmechanismen. Ziel dieser Übersichtsarbeit ist eine evidenzbasierte Bewertung ihrer klinischen Wirksamkeit bei verschiedenen Krankheitsbildern des Bewegungsapparats. Rapid Review randomisierter kontrollierter Studien und systematischer Reviews mit indikationsbezogener GRADE-Bewertung, insbesondere mit Beurteilung der aktuellen Evidenz für die verschiedenen Konzepte. Die robusteste Evidenz liegt für den flexiblen symptomatischen Pes planovalgus und das patellofemorale Schmerzsyndrom vor, ohne konsistente Überlegenheit von SMFO gegenüber klassischen stützenden Einlagen. Beim patellofemoralen Schmerzsyndrom zeigen randomisierte Daten eine signifikante Verbesserung der Schmerzen und der Funktion sowohl bei SMFO als auch bei klassischen Einlagen. Die Evidenz zur Sensomotorik bei der chronischen Sprunggelenkinstabilität beschränkt sich überwiegend auf mechanistische und indirekte Endpunkte. Die Bewertung erschwert die Tatsache, dass die in den Studien verwendeten Einlagen mit strukturierter Oberfläche nicht dem entsprechen, was im deutschen Sprachraum klassischerweise unter SMFO verstanden wird. Noch geringer ist die Evidenz für SMFO bei unspezifischem Schmerz der Lendenwirbelsäule („low back pain“), mit heterogenen Ergebnissen. Eine klare Überlegenheit sensomotorischer Konzepte für einzelne Diagnosen kann auf Basis der aktuellen Literatur nicht belegt werden, was jedoch nicht mit einer generellen Unwirksamkeit gleichzusetzen ist. SMFO sind eine therapeutische Option im Rahmen multimodaler Konzepte und sollten indikations- und patientenspezifisch eingesetzt werden.