
Zusammenfassung Die Auswertung von 145 Gründungssatzungen deutscher Aktiengesellschaften im Jahr 2025 zeigt eine erstaunliche Bandbreite zwischen standardisierten Regelungen, moderner Satzungsgestaltung und individuellen Maßanfertigungen. Der Beitrag untersucht die Verbreitung neuer aktienrechtlicher Gestaltungsmöglichkeiten ebenso wie klassische Satzungselemente und fördert dabei manche Überraschung und rechtliche Stilblüte zutage. Die Ergebnisse werden abschließend systematisch in einer Übersicht zusammengeführt.
Zusammenfassung Die Bafin hat mit ihrem am 18.8.2026 veröffentlichten Rundschreiben zur Verwaltungspraxis zum Übernahmerecht erstmals ausgewählte Teile ihrer bislang nur begrenzt öffentlich bekannten Aufsichtspraxis gebündelt und damit einen wichtigen Schritt zu mehr Transparenz unternommen. Der Beitrag arbeitet die zentralen Aussagen des Rundschreibens heraus und beleuchtet die (wenigen) neuen oder bislang nicht verbreitet bekannten Aspekte der Verwaltungspraxis. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere die strenge Bindungswirkung der Mitteilung nach § 10 WpÜG, Fragen zur Bietergemeinschaft und Übertragung angedienter Aktien an Dritte, die restriktiven Liquiditätsanforderungen bei Tauschangeboten, die Veröffentlichungspflichten nach § 23 WpÜG, die Stellungnahme der Zielgesellschaft nach § 27 WpÜG sowie die Befreiungswirkung des § 35 Abs. 3 WpÜG. Der Beitrag zeigt, dass das Rundschreiben in der Sache vor allem eine zunehmend formalisierte und punktuell übermäßig restriktive Verwaltungspraxis dokumentiert, die den Übernahmestandort Deutschland eher belastet als stärkt. Gerade deshalb versteht sich der Beitrag nicht nur als Einordnung des Rundschreibens, sondern auch als Impuls für eine erneute Reformdiskussion: Übernahmerecht und ausfüllende Verwaltungspraxis müssen sich konsequent an Fairness, Verhältnismäßigkeit, Vorhersehbarkeit und internationaler Wettbewerbsfähigkeit orientieren.