
Der akute Mesenterialarterienverschluss stellt eine seltene lebensbedrohliche Notfallsituation dar. Die kontrastmittelverstärkte biphasische CT-Angiographie ist der diagnostische Goldstandard und ermöglicht die rasche Differenzierung zwischen embolischer und thrombotischer Genese, die Abschätzung ischämischer Darmveränderungen und die Beurteilung relevanter Begleitbefunde. Am Standort des Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, hat sich therapeutisch die endovaskuläre Revaskularisation mittels mechanischer Thrombektomie, Aspiration und gegebenenfalls Stentangioplastie als bevorzugtes Verfahren etabliert, wodurch die interventionelle Radiologie eine Schlüsselrolle in Diagnostik, Therapieplanung, Akutbehandlung und Nachsorge einnimmt.
Die zunehmende Anzahl hochbetagter, multimorbider und geriatrischer Patientinnen und Patienten verändert die Anforderungen an die Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin grundlegend. Bei fortgeschrittenen vaskulären Erkrankungen wie der chronisch extremitätengefährdenden Ischämie (CLTI), dem diabetischen Fußsyndrom, komplexen Aortenaneurysmen oder Gefäßprotheseninfektionen reichen leitliniengerechte interventionelle oder operative Therapien allein häufig nicht aus, um den individuellen Bedürfnissen der Betroffenen gerecht zu werden. Palliativmedizinische Konzepte finden sie in der Gefäßmedizin bislang nur begrenzt Anwendung. Diese Übersichtsarbeit beschreibt den Stellenwert palliativmedizinischer Ansätze in der Gefäßchirurgie und gibt praxisorientierte Empfehlungen zur Identifikation eines palliativen Behandlungsbedarfs, zur patientenzentrierten Therapiezieldefinition sowie zur Kommunikation und interdisziplinären Versorgung. Die typische Zielgruppe umfasst Patientinnen und Patienten ohne realistische Revaskularisationsoptionen, mit fortgeschrittenem diabetischem Fußsyndrom, symptomatischen Aortenaneurysmen, Protheseninfektionen oder komplexen Dialysezugangsproblemen. Ergänzend stellen geriatrische Syndrome wie Frailty, Sarkopenie, Demenz und funktioneller Verlust sowie belastende Symptome wie Schmerzen, chronische Wunden, Dyspnoe oder Sepsis wichtige Hinweise auf einen palliativen Unterstützungsbedarf dar. Besonders hervorgehoben wird der oft fließende Übergang zwischen kurativer und palliativer Therapie. Palliativmedizin wird dabei nicht als ausschließliches „End-of-life-Konzept“ verstanden, sondern definiert sich als bedarfsorientierte und frühzeitige Behandlungsstrategie, die zeitlich parallel zur kurativen Therapie eingesetzt werden kann. Schwerpunkt ist hier eine Haltung, die die Patienten und Patientinnen als Person in ihrer physischen, psychischen, sozialen und spirituellen Dimension wahrnimmt, die das familiäre Umfeld mit einbezieht und durch einen wahrhaftigen Umgang auch Tod und Sterben als Teil des Lebens akzeptiert. Eine strukturierte und offene Kommunikation, die zu einer gemeinsamen Entscheidungsfindung („shared decision making“) führt, bildet die Grundlage der individuellen Therapiezieldefinition. Die Implementierung palliativmedizinischer Prinzipien erweitert die vaskuläre Versorgung um bedarfsorientierte Symptomkontrolle, individuelle Lebensqualität und Patientenautonomie und sollte als integraler Bestandteil einer modernen, patientenzentrierten Gefäßchirurgie verstanden werden.
This paper describes the design and step-by-step construction of a low-cost angio-simulator for endovascular training in both home and in-hospital settings. The simulator is primarily made of acrylic glass (polymethyl methacrylate, PMMA) and operates without specialized simulation software; a smartphone camera and a wireless projector are used for image transmission. The simulator includes a thoracoabdominal aorta segment and an aortic arch with supra-aortic branches and provides both femoral and brachial access, enabling practice of renal, mesenteric and carotid interventions. Total material costs were approximately € 150, and the device was built by one person within 3 days. Initial tests demonstrated reliable target-vessel cannulation and stable handling of catheters and guidewires. Because PMMA can be reshaped when heated, the model can be modified to reproduce selected anatomical variants and simple vascular pathologies. This customizable and cost-effective simulator represents a practical alternative to commercial systems and can broaden access to endovascular training and new techniques in a safe in vitro environment.