
Abstract Cancer treatment-induced bone loss (CTIBL) is a recognised late complication in cancer survivors. The proposed mechanism links chemotherapy-induced ovarian failure and subsequent oestrogen deficiency to bone mineral density (BMD) reduction. Whether taxane-based chemotherapy independently impairs ovarian function and bone mass in hormonally competent animals has not been conclusively established. 50 female Sprague-Dawley rats (age 6 months) were allocated to three groups: SHAM/DOC (sham-ovx+6 cycles of docetaxel i. v. at 3-week intervals; n=15), OVX/Placebo (ovx+placebo; n=20), and SHAM/Placebo (sham-ovx+placebo; n=15). After a 12-week period, BMD of the lumbar vertebrae (L5) was measured by DXA (Hologic) before and 12 weeks after completion of chemotherapy. Ovarian function was assessed by vaginal cytology, serum oestradiol, and ovarian histology. OVX reliably induced secondary amenorrhoea, oestradiol suppression (5.99 ng/l vs. 16.85–21.11 ng/l in sham groups; p<0.05), and significant BMD reduction (L6: 0.189 vs. 0.231–0.242 g/cm²; p<0.05). In the SHAM/DOC group, all 15 animals maintained a normal oestrous cycle (100%), serum oestradiol was preserved (21.11 ng/l; p=n.s. vs. SHAM/Placebo), and lumbar BMD did not decline significantly (0.231 → 0.227 g/cm²; p=n.s.). Ovarian histology showed no morphological changes after chemotherapy. 6 cycles of docetaxel did not impair ovarian function or reduce BMD in hormonally competent rats. These findings raise the question, whether taxanes exert a hormone-independent direct negative skeletal effect.
Zusammenfassung Die Behandlung mit Wachstumshormon (GH) ist bei Patienten mit organischen Erkrankungen des Hypophysenvorderlappens und dem Bestehen einer Hypophysenvorderlappeninsuffizienz gut etabliert. Ein positiver Effekt auf die Entwicklung der Knochenmineralsalzdichte ist redundant belegt, so dass von der Normalisierung eines ansonsten erhöhten Frakturrisikos ausgegangen werden kann. Andere Indikationen neben der Hypophysenvorderlappeninsuffizienz für eine GH-Therapie im Erwachsenenalter mit Blick auf den Knochenstoffwechsel bzw. die Osteoporose sind zum jetzigen Zeitpunkt nach den Kriterien der Evidenz-basierten Medizin für einen allgemeinen klinischen Einsatz nicht begründet. Entsprechende Zulassungen liegen nicht vor und sind auch absehbar nicht zu erwarten. Zu beachten ist, dass ein endogener GH-Exzess (Akromegalie) mit einem erhöhten Osteoporose- und Frakturrisiko einher geht. Dies ist in der klinischen Betreuung der betroffenen Patientinnen und Patienten zu beachten.
Abstract Glucocorticoids (GCs) are effective anti-inflammatory and immunosuppressive agents that are widely used in clinical practice to treat various diseases. However, their therapeutic benefits are accompanied by well-recognized adverse effects. The detrimental effects of GCs on bone health are well known, such as glucocorticoid-induced osteoporosis and fractures. It is a worldwide critical health issue to explore appropriate therapeutic regimens, especially the duration and dosage of glucocorticoid use, so as to achieve a balance between maintaining efficacy and avoiding bone damage. This review summarizes recent advances in understanding the time-dependent and dose-dependent effects of glucocorticoid treatment across different disease settings, with the aim of providing insights that may assist clinicians in developing safer and more individualized glucocorticoid treatment strategies.
Zusammenfassung Ein polymyalgisches Schmerzsyndrom bei einer 34-jährigen Frau begann post partum und einer 17-monatigen Stillperiode. Ursächlich erwies es sich als schwere Vitamin D-Mangel bedingte Osteomalazie mit sekundärem Hyperparathyreoidismus. Die DXA-Densitometrie zeigte entsprechend eine verminderte Knochendichte, die war aber in den Messregionen Wirbelsäule, Gesamthüfte mit Schenkelhals, Trochanter, Intertrochantär, Wardsches Dreieck und dem Ganzkörper- Skelett unterschiedlich. Die Vitamin D-Therapie mit 20.000 IU Cholecalciferol (Dekristol) zunächst für 8 Tage zum Auffüllen des entleerten Speichers mit 1×1 täglich, danach 1×1 wöchentlich für 5 Monate dazu 1 g Ca++ täglich besserte die klinischen Beschwerden und die Laborwerte, die sich nach 10 Monaten weitgehend normalisierten. Der entsprechende Anstieg der Knochendichte (BMD) war nach 5 und 10 Monaten unterschiedlich, am niedrigsten im Ganzkörper-Messbereich mit+11 bis+19% und am höchsten in der LWS mit+35 bis+70%. Am schnellsten war der Anstieg im Bereich des Schenkelhalses mit sehr niedriger Differenz von+63 bis+64% alles im Vergleich zu den Basiswerten. Die Zunahme des Knochenmineralgehaltes (BMC) war am niedrigsten auch im Ganzkörper-Messberecih mit+20 bis 25% nach 5 und 10 Monaten, am höchsten aber im Trochanter mit+75 bis+92% im Vergleich zu den Basiswerten. Diese unterschiedlichen Veränderungen von BMD und BMC können Hinweise auf unterschiedliche Defizite in der osteomalazischen Knochenstruktur sein, aber auch durch biomechanisch unterschiedliche Beanspruchungen bedingt gedeutet werden.
Zusammenfassung Der Knochen wird zunehmend nicht nur als strukturelles Stützorgan, sondern auch als aktives endokrines Organ verstanden. Neben seiner Rolle im Mineralstoffwechsel produziert das Skelett hormonell wirksame Faktoren, sogenannte Osteokine, mit systemischen Effekten. Ziel dieser Übersichtsarbeit ist es, den aktuellen Kenntnisstand zu knochenderivierten Hormonen zusammenzufassen und deren klinische Relevanz zu bewerten. Ein zentrales Beispiel ist der Fibroblasten-Wachstumsfaktor 23 (FGF-23), ein Schlüsselregulator des Phosphat- und Vitamin-D-Stoffwechsels, der in einem Netzwerk mit Niere und Darm wirkt. Störungen führen zu Erkrankungen wie hypophosphatämischen Rachitiden und spielen eine wichtige Rolle bei chronischer Nierenerkrankung. Weitere Faktoren wie Osteocalcin, Lipocalin-2, Sclerostin und die RANKL/OPG-Achse werden als potenzielle endokrine Mediatoren diskutiert. Präklinische Studien zeigen vielfältige Effekte auf Glukose- und Energiestoffwechsel, Leberfunktion, Immunsystem und kardiovaskuläre Prozesse. Insbesondere Osteocalcin und Lipocalin-2 stehen im Zusammenhang mit Insulinsensitivität, Appetit und metabolischen Erkrankungen. Klinische Daten sind jedoch meist assoziativ, während kausale Zusammenhänge beim Menschen oft unklar oder widersprüchlich bleiben. Neben löslichen Faktoren gewinnen extrazelluläre Vesikel als neue Mediatoren der endokrinen Kommunikation an Bedeutung. Sie transportieren komplexe molekulare Signaturen und könnten künftig als Biomarker oder therapeutische Werkzeuge dienen. Zusammenfassend bestätigt die Evidenz die Rolle des Knochens als integratives Organ in systemischen Netzwerken. Während FGF-23 klar etabliert ist, bleibt die klinische Bedeutung vieler Osteokine weiter zu klären.