
Indem urbanes Grün einen wesentlichen Beitrag zum menschlichen Wohlbefinden leistet, ist es ein zentraler Bestandteil von Städten. Kulturellen Ökosystemleistungen (d. h. Freizeit und Erholung, Landschaftserleben, Gesundheit, soziale Interaktion etc.) kommt hier neben regulierenden Ökosystemleistungen (z. B. Einfluss auf das Stadtklima) wesentliche Bedeutung zu. Dabei umfasst urbanes Grün vielfältige Formen, die von Stadtparks und Brachflächen bis hin zu grünen Fassaden reichen. Anforderungen an Ausstattung und Gestaltung variieren indes zwischen gesellschaftlichen Gruppen. Insbesondere junge Menschen stellen spezifische, von Erwachsenen abweichende Anforderungen an urbanes Grün, die bislang häufig weniger bekannt, verstanden und berücksichtigt sind bzw. werden. Angesichts der sich verschlechternden Lebensbedingungen für junge Menschen in Städten, einschließlich des zunehmenden Mangels an erreichbaren und altersgerechten Grünflächen, besteht dringender Handlungsbedarf, dieser Situation zu begegnen. Dies verlangt ein klares Verständnis, welche Funktionen urbanes Grün für junge Menschen erfüllt und welche Anforderungen junge Menschen an die Ausstattung und Gestaltung urbanen Grüns stellen. Diese Fragen werden von u3Green adressiert. Die Arbeiten in u3Green beruhen auf einem mehrstufigen, partizipativen Ansatz, der junge Menschen in Erhebung, Analyse und Interpretation sowie in die Kommunikation ihrer Anforderungen an urbanes Grün involviert. Ein zentrales Element von u3Green ist ein von jungen Menschen erstellter Online-Fragebogen sowie ihr Mitwirken an der Auswertung der Fragebogendaten. Die Ergebnisse der Datenerhebung und -analyse heben die Bedeutung urbanen Grüns für junge Menschen im Hinblick auf kulturelle Ökosystemleistungen unter Berücksichtigung subjektiver Bedeutung, Nutzungsintensität und relevanter Aktivitäten hervor. Zudem wird die Bedeutung von Ausstattung und Gestaltung speziell im Hinblick auf Komfort, Sicherheit sowie Sportaktivitäten und soziale Interaktion unterstrichen, wobei sich deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern zeigen.
Angesichts von Krisen wie Klimawandel und Artensterben wird aus verschiedenen Wissenschaftsfeldern gefordert, der Lebendigkeit der nichtmenschlichen Mitwelt sowohl konzeptionell als auch empirisch größere Aufmerksamkeit zu schenken, um neue Formen eines solidarischen Miteinanders zu ermöglichen. Unser Beitrag versucht dies anhand transformativer Praktiken in der Landwirtschaft, am Beispiel von sog. „Naturwein“. Wir sehen Naturwein als Reaktion und Kritik am konventionellen Weinbau und dessen ökologischen Belastungen durch maschinelle Bewirtschaftung und Pestizideinsatz, wie sie typisch sind für das Massenweinsegment. Winzer*innen der „Naturwein“-Bewegung versuchen, auf synthetische Pflanzenschutzmittel zu verzichten, Biodiversität zu fördern und Mikroorganismen im Boden zu reaktivieren. Naturweinwinzer*innen sehen daher nichtmenschliche Lebensformen explizit als Co-Produzenten an. Auch etablierte Betriebe, etwa im Verband deutscher Prädikatsweingüter, orientieren sich mittlerweile an solchen regenerativen Formen der Weinbergpflege. Wir stellen diese transformativen Praktiken im Weinbau vor und skizzieren potenzielle Forschungsfelder.