Mit Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen werden wichtige Innovationsimpulse in Verbindung gebracht. Am Beispiel der Metropole Ruhr wird in diesem Beitrag anhand von Kooperationsbeziehungen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sowie anhand von Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft untersucht, welche Effekte in diesem Sinne vor Ort wirksam werden. Im Ergebnis zeigt sich, dass die Kooperationsbeziehungen auf regionaler Ebene nur relativ schwach ausgeprägt sind. Auch Existenzgründungen aus der Wissenschaft finden im Ruhrgebiet im Vergleich zu anderen Metropolräumen in Deutschland seltener statt. Offensichtlich ist das vorhandene Innovationspotenzial noch nicht voll ausgeschöpft.
Die Verfügbarkeit von naturwissenschaftlich-technischen Fach- und Führungskräften mit Praxiserfahrung nimmt ab. Vor allem in kleinen und mittleren Unternehmen können Positionen für Ingenieure, Naturwissenschaftler und Techniker nicht hinreichend besetzt werden. Es mangelt dabei nicht allein an Köpfen — auch betriebliche Anforderungen und individuelle Kompetenzen passen vielfach nicht zusammen. Quantitative und qualitative Engpässe können nur in Zusammenarbeit von Unternehmen und Hochschulen angegangen werden. Der vorliegende Beitrag widmet sich diesen Lösungsmöglichkeiten am Beispiel von Ingenieuren und erarbeitet einen Handlungsrahmen zur Neuausrichtung betrieblicher Ausbildungsportfolios, um den eskalierenden Mangel an Ingenieuren innerhalb von fünf Jahren zu überwinden.
Die Metropole Ruhr ist mittlerweile – innerhalb und außerhalb der Region oft unbemerkt – zur größten Hochschulregion in Deutschland avanciert. Dabei sind die Wissenschaftseinrichtungen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor geworden. Durch die Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen werden knapp 2,5 Mrd. Euro als Nachfragepotenzial in der Metropole Ruhr wirksam. Davon stehen 1,7 Mrd. Euro in direktem Zusammenhang mit Investitions- und Sachausgaben der Wissenschaftseinrichtungen sowie Konsumausgaben der Beschäftigten und Studierenden. Weitere 770 Mio. Euro führen in vielen anderen Branchen wie Wohnungswirtschaft, Handel, Gastronomie, Handwerk etc. zu Umsätzen. Dabei ist nicht zu unterschätzen, dass die Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen insbesondere über Forschungstätigkeiten Mittel aus der Europäischen Union oder dem übrigen Deutschland in die Region holen. Jeder Euro aus der Grundfinanzierung des Landes erzeugt 39 Cent Drittmittel. Die gesamten regionalökonomischen Effekte schlagen sich dabei auch in spürbarer Beschäftigung nieder. Etwa 25.000 Menschen sind direkt in Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Studierendenwerken beschäftigt, weitere ca. 22.000 Arbeitsplätze in anderen Branchen werden durch die ausgelöste Nachfrage gesichert bzw. geschaffen. Die Wissenschaft hat sich somit zu einem bedeutenden wirtschaftlichen Faktor entwickelt und stellt einen wichtigen Gegenpol zur Beschäftigungsabnahme in schrumpfenden Wirtschaftsbranchen in der Region dar. Der gezielte Einbezug der Wissenschaft in eine regionale Entwicklungsstrategie und die gezielte Unterfütterung mit entsprechenden Maßnahmen zur Stärkung der Wissenschaft schafft mithin einen wirksamen Ansatzpunkt zur Gestaltung des Strukturwandels.
This paper sets out, based on an empirical study, the requirements of and measures for the formulation of internal incentive systems as an instrument for internal innovation management. In this connection the knowledge and experience of individuals taking an active part in innovation is used to formulate formation hints, and it becomes obvious that the implementation of integrated incentive systems, which allow for fundamental material demands beyond individual career expectations, are necessary.
Abstract Tiefgreifender Wandel ist in vielen Unternehmen permanent „in Arbeit" - Erfolg und Misserfolg liegen dabei jedoch häufig eng beieinander. Riskante Implikationen bestehen nicht zuletzt in den Auswirkungen von Change auf die Gesundheit der beteiligten und betroffenen Akteure. Dieser empirische Beitrag beschreibt das Belastungsempfinden und den Erschöpfungszustand von 133 Führungskräften, die zu konkreten Change-Prozessen schriftlich befragt wurden. Gestaltungsmöglichkeiten an der Schnittstelle von Prävention und Change-Management werden diskutiert.
Innovation gilt als strategischer Imperativ zur Sicherung von Zukunftsfähigkeit und Beschäftigung. Die Mitgestaltung von Innovationsfähigkeit wird zur Herausforderung für Betriebsräte – ihrer spezifischen Perspektive auf das Innovationsgeschehen wurde bislang jedoch wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Basierend auf Ergebnissen der WSI-Betriebsrätebefragung von 1.700 Interessenvertretern und auf der Grundlage qualitativer Betriebsfallstudien verfolgen die Autoren in diesem Band Fragen wie: Welche Innovationsbeiträge leisten die Interessenvertreter? Welche Muster innovationsorientierter Partizipation sind vorzufinden? Wie werden Betriebsräte in innovationsstarken Betrieben einbezogen? Über diese Bestandsaufnahme hinaus stehen Handlungsperspektiven für Betriebsräte im Fokus: Neben konkreten Ansatzpunkten zur Förderung von Innovationsfähigkeit geht es um Barrieren, die ihr Engagement einschränken. Die Studie belegt, dass die Innovationsleistung von Betrieben und eine »machtvolle Mitgestaltung« durch Betriebsräte gut zusammenpassen. Der Einstieg in das derzeit noch vage Mitbestimmungsfeld Innovation setzt jedoch bei Management und Betriebsräten die Bereitschaft voraus, selbst Neuland zu betreten.