Agentenbasierte künstliche Intelligenz eröffnet neue Möglichkeiten für die Unterstützung heterogener Bevölkerungsgruppen in Wohnquartieren. Sozialroboter bieten als physische Plattform für KI-Agenten einen vielversprechenden Zugang, da sie in halböffentlichen Räumen präsent sind, soziale Signale interpretieren und sich an wechselnde Gegenüber anpassen können. Allerdings fehlt es bislang an einem systematischen Überblick über die relevanten Forschungsperspektiven dieses Feldes. Der vorliegende Beitrag adressiert diese Lücke, indem er auf Grundlage einer Synthese fünf bestehender Frameworks zehn Forschungsperspektiven für den Einsatz von KI-Agenten in Form von Sozialrobotern in Wohnquartieren herleitet. Diese Perspektiven wurden mittels einer Real-Time-Delphi-Studie mit 43 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis hinsichtlich ihrer wissenschaftlichen und praktischen Relevanz validiert. Die Ergebnisse bestätigen die Relevanz aller zehn Perspektiven. Aus den qualitativen Daten wurde zudem eine elfte Perspektive – die Perspektivenverschränkung – identifiziert, die die systematischen Interdependenzen zwischen den Forschungsperspektiven als eigenständigen Forschungsgegenstand markiert. Der Beitrag liefert damit einen Orientierungsrahmen für einzelne Forschende und interdisziplinäre Verbünde, der eine gezielte Verortung und koordinierte Bearbeitung des Forschungsfeldes ermöglicht und zugleich Praxisakteuren aus Wohnungswirtschaft, Quartiersmanagement und Architektur als Anforderungsraster für Quartiersprojekte dient.