Berichte über Landwirtschaft - Zeitschrift für Agrarpolitik und Landwirtschaft(2020)
University of Hohenheim
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摘要
Damit die Sukzession geschutzter artenreicher Wiesen und vor allem Weiden in Mittelgebirgslagen vermieden werden kann, wurde in der Region Sudschwarzwald ein interdisziplinares Projekt zur Weiterentwicklung der Wertschopfungskette Bio-Weiderindfleisch durchgefuhrt. Von der Grunlandbewirtschaftung bis hin zur Fleischvermarktung an der Ladentheke erfolgte eine okonomisch-okologische Analyse und Bewertung sowie eine Weiterentwicklung der Wertschopfungskette. Anhand der explorativen Studie wurde deutlich, dass die extensiven Weidegebiete im Sudschwarzwald mit einem Futterangebot von ca. 16-21 kg TM/GV*Tag und einer durchschnittlichen Energiedichte von ca. 8,9 MJ ME/kg TM nur begrenzt fur die Mast von Rindern geeignet sind. Die durchschnittlichen Tageszunahmen liegen lediglich bei 330 g/Tag bis 482 g/Tag. Allerdings konnen Bio-Weiderinderzeuger u.a. durch hohe Erzeugerpreise von bis zu 5,50 Euro/kg SG und eine sinnvolle Pramienoptimierung dennoch ausreichend positive kalkulatorische Betriebszweigergebnisse erzielen und somit die regionalen, naturschutzorientierten Grunlandflachen in der Bewirtschaftung halten. Im Projektverlauf konnten die erzielten Zwischenergebnisse dazu beitragen, die Anzahl der in der Wertschopfungskette Bio-Weiderindfleisch produzierten Rinder von 700 auf 1.300 fast zu verdoppeln und die Anzahl beteiligter Landwirte um 50 % von 100 auf 150 zu erhohen, mit jeweils weiter ansteigender Tendenz. Durch die starkere Integration der Biokalber in die Wertschopfungskette wird die Rentabilitat verbessert und die erforderliche Mindestmenge an Rindfleisch fur eine erfolgreiche Weiterentwicklung der Wertschopfungskette ermoglicht. Daruber hinaus erreicht die Ausmast der Kalber auch eine bessere Okobilanz im Hinblick auf Nahrstoffuberschusse und Klimaschutz. Allerdings ist die Ausmast der Biokalber fur Weiderindfleisch vorrangig fur bessere Standorte geeignet, wahrend geringere Futterqualitaten auf Weiden mit hohen Anteilen an FFH-Flachen weiterhin besser durch Mutterkuhe genutzt werden konnen. Beide Produktionsschienen bieten somit eine synergistische Kombination im Sinne des Aufbaus und einer Weiterentwicklung der Wertschopfungskette sowie zum Erhalt von Naturschutzgrunland. Eine geeignete Ausmast von Weiderindern konnte sowohl in einem Sammelstall als auch auf mehreren kleineren Betrieben mit vorhandenen Stallgebauden erfolgen, was in vielen Fallen die gunstigere Losung darstellen konnte, aber im Hinblick auf Tierwohlstandards noch Verbesserungspotenzial aufweist. Neben der Produktion ist fur eine erfolgreiche Weiderind-Wertschopfungskette ein angepasstes Vermarktungskonzept mit engagierten Akteuren eine wichtige Voraussetzung, wobei motivierte selbstandige Einzelhandler im Rahmen von Kooperationsgruppen besondere Chancen bieten. Vor diesem Hintergrund haben auch andere Regionen Deutschlands das Potenzial, ahnlich erfolgreiche Wertschopfungsketten fur (Bio-) Weiderindfleisch, auch zum Grunlandschutz, zu etablieren wie der Sudschwarzwald. Teile des Voralpenraums oder der Eifel bieten dafur gute Voraussetzungen.