Panallergen‐Familien sind unterschiedlich hitze‐ und pH‐stabil, was sich auf Intensität und Charakteristika allergischer Reaktionen auswirkt. Das Ausmaß einer Epithelbarriere‐Dysfunktion beeinflusst maßgeblich die Sensibilisierung gegen verschiedene Allergene. Das Ziel unserer Studie war es, Zusammenhänge zwischen Patientenmerkmalen, Markern der epithelialen Barriere und unterschiedlichen Sensibilisierungsprofilen zu entschlüsseln. Spezifisches Immunglobulin E (sIgE) gegen stabile (2S‐Albumine, 7/8S‐ und 11S‐Globuline) und unstabile Allergene (PR‐10‐Proteine, Profiline) wurde bei 216 rekrutierten Patienten aus Südtirol, Italien, mit dem Multiplex‐Assay ALEX 2 bestimmt und mit demografischen Daten der Patienten, allergischen Symptomen, dem Investigator Global Assessment Score (IGA Score), dem transepidermalen Wasserverlust (TEWL) und dem fraktionierten exhalierten Stickstoffmonoxid (FeNO) korreliert. Patienten mit Sensibilisierungen gegen stabile Allergene waren jünger, wiesen häufiger Ekzeme, höhere IGA‐Werte und einen höheren TEWL auf. Gastrointestinale Symptome in Kombination mit Hautsymptomen traten häufiger auf. Respiratorische Symptome allein traten bei Patienten mit Sensibilisierungen gegen unstabile Allergene häufiger auf, korrelierten aber nur mit höheren FeNO‐Werten im Falle von Ko‐Sensibilisierungen gegen stabile Allergene. Sensibilisierungen gegen stabile Allergene sind mit ausgeprägter Beeinträchtigung der Epithelbarriere verbunden. Kinder mit Atemwegssymptomen könnten von der Testung mit Multiplex‐Tests auf Ko‐Sensibilisierungen gegen stabile Nahrungsmittelallergene und von der frühzeitigen Einleitung einer spezifischen Immuntherapie gegen Aeroallergene profitieren, um in positiven Fällen eine Asthmaentwicklung zu verhindern.