Version 1.1 erweitert das bilinguale Instrumenten- und Validierungsprotokoll für das Intergenerationelle Beziehungs-Schuld-Freiheits-Instrument (IBSFI/IRGFI) um ein vollständig integriertes Modalitäts- und Entwicklungsmodul. Das Modul verbindet die Recodierungsbewegung von fremdgebundenem „müssen“ zu selbstautorisiertem „wollen“ mit einem zehnstufigen Entwicklungsmodell der Modalität (K1 Bedürfnisse, K2 Bruch, K3 Wollen und Sollen, K4 intensiviertes Müssen, K5 Erlaubnisdenken, K6 Fähigkeitsdenken, K7 pubertäre Aushandlung, K8 erwachsene Modalitätskonfiguration, K9 Individuation, K10 bedürfnisorientierte Familienharmonie). Neu spezifiziert werden die Konstrukte MN (Notwendigkeitsmodalität), MO (Sollensmodalität), ME mit den Subdimensionen ME-P (Erlaubnis) und ME-A (Fähigkeit), MA (Autorschaftsmodalität) und das Veränderungsmaß MR (Modalitätsrecodierung) sowie die explorativen Kandidatenkonstrukte MI (Individuationsbalance) und FH (bedürfnisorientierte Familienharmonie). Ergänzt sind Itempools in Deutsch und Englisch, Abgrenzungsregeln gegenüber F2, D2, Int2, Con2, LA2 und Ded2, Filter- und Kodierregeln einschließlich struktureller Nicht-Anwendbarkeit und Reverse-Codierung, Messmodellalternativen, präregistrierbare Hypothesen und Falsifikationsbedingungen. Beigefügt sind ein JSON Schema des Modalitätsmoduls sowie zwei Strukturdiagramme. Modalität wird nicht mit Ereignis, Kontaktstruktur, subjektiver Funktion, Absicht, moralischer Bewertung oder Wahrnehmungsdaten gleichgesetzt. Die K-Stufen sind eine theoretische Prozesskarte, keine Entwicklungsdiagnostik und keine Personentypologie. Das Dokument berichtet keine empirischen Ergebnisse. Version 1.1 extends the bilingual instrument development and validation protocol for the Intergenerational Relational Guilt-Freedom Instrument (IBSFI/IRGFI) by a fully integrated modality and developmental module. It links the recoding movement from externally bound “must” to self-authorized “want” with a ten-stage developmental model of modality (K1–K10). New constructs are MN (necessity modality), MO (normative should modality), ME with subdimensions ME-P (permission) and ME-A (ability), MA (authorship modality), the change measure MR (modality recoding), and the exploratory candidate constructs MI (individuation balance) and FH (needs-oriented family harmony). The addendum specifies German-English parallel item pools, discriminant rules against F2, D2, Int2, Con2, LA2 and Ded2, filtering and coding rules including structural non-applicability and reverse coding, measurement model alternatives, preregisterable hypotheses and falsification conditions, plus a JSON schema and two structure diagrams. Modality is not equated with event, contact structure, subjective function, intention, moral evaluation or perception data. The document reports no empirical results. Änderungen gegenüber v1.0 / Changes from v1.0: vollständige Integration des Modalverbenmodells als Prozess- und Indikatorenebene; neue Konstrukte MN, MO, ME-P, ME-A, MA, MR sowie explorativ MI und FH; Aufnahme des Entwicklungsmodells K1–K10; erweiterte Hypothesen- und Falsifikationsliste; JSON Schema und Diagramme; keine empirischen Befunde ergänzt.
Der Beitrag entwickelt das Konstrukt der Reparatur submissiver Entscheidungskraft als strukturell-analytisches Modell der Rückkehr zum eigenen Wollen bei sexuell traumatisierten Frauen. Ausgangspunkt ist, dass in chronisch relationaler Traumatisierung nicht die Willensfreiheit im philosophischen Sinne beschädigt ist, sondern die Entscheidungsarchitektur selbst: die Größe s_iD (eigenes Wollen) ist durch o_iD (fremdes Sollen) überschrieben. Das Modell operationalisiert die Reparatur als vierstufige Achse — Widerruf des Mitvollzugs, Erlaubnis der Aversion (Nein-Katalog), Bezeugbarkeit, Rückkehr zu s_iD — und nutzt dafür zwei Werkzeuge: das Basistest-Modell (BTM), das prüft, ob ein Nein tragfähig stehen bleibt, wenn Sanktion, Zustimmung und Dringlichkeit entfernt werden, sowie das Pubertäts-Modell (PM), das den nie geleisteten Erstwiderruf der Pubertät als Strukturvollzug rekonstruiert. Der Ansatz grenzt sich ausdrücklich gegen Coaching (Ziel-Achse, s_iD vorausgesetzt) und Therapie (klinische Indikation, Wirksamkeitsprüfung) ab und ist rein analytisch-deskriptiv. Kopplung an publizierte Modellachsen des Logik-Instituts: Modalverben-Modell, Nachrichten-Decodierung / Fünf-Seiten-Modell, Silber-System, Scham-Detektor, Gold-Kern, IBSFI-Kopplung. Hinweis: Der Beitrag ist rein analytisch-deskriptiv und ersetzt keine klinische Diagnostik, Beratung oder Therapie.
Dieses theoretische Konzeptpapier führt die Wollen–Müssen–Selbsterklärungs-These als eigenständiges Modell der Entwicklungs- und Beziehungspsychologie ein. Die These besagt, dass der Übergang vom bestätigten Wollen des Kindes zum sozial auferlegten Müssen psychisch und relational besonders dann konfliktträchtig wird, wenn Erwachsene Notwendigkeit, Herkunft und eigene Beteiligung an diesem Müssen nicht entwicklungsangemessen erklären. Ausgehend von einer autobiografisch-idiografischen, gegenstandsbezogenen Theoriebildung wird die These mit Forschungsständen zu Autonomieunterstützung, psychologischer Kontrolle, induktiver Disziplin, Bindung, epistemischem Vertrauen, Mentalisierung, Invalidierung, adoleszenter Autoritätslegitimität und transgenerationaler Weitergabe verbunden. Das Papier definiert Wollen, Müssen, Selbsterklärung, Beziehungsbruch und relationale Kontinuität, formuliert acht falsifizierbare Propositionen und entwickelt ein mehrphasiges empirisches Forschungsprogramm. Die These wird nicht als bereits bewiesen oder universell ausgegeben. Ihr originärer Beitrag liegt in der Verdichtung des Übergangsmodells: bestätigtes Wollen → auferlegtes Müssen → Selbsterklärung oder Beziehungsbruch.