Educators and students face significant challenges in addressing global issues in education. Although concepts such as Education for Sustainable Development or Global Citizenship Education have gained prominence, their strong emphasis on methodological considerations has left the conceptual foundations of global issues underdeveloped. This paper advances a consolidated conceptual framework that foregrounds the pragmatic, ethical, and moral dimensions of complexity inherent in global issues. By integrating Habermas’ discourse ethics with elements of ethical complexity theory developed by Paul Cilliers and Harry Kunneman, we elaborate these dimensions. Building on this perspective, we argue for the establishment of a robust conceptual foundation that enables a more systematic organization of teaching and learning in this field.
In diesem Beitrag wird der Frage nachgegangen, welches heilpädagogische Wissen Studierende im 2. Studienjahr der Sekundarlehrpersonenausbildung im Rahmen einer interdisziplinär angelegten Modulanlage zwischen Bildungswissenschaften und Heilpädagogik an der Pädagogischen Hochschule Luzern erwerben. Die hier vorgelegte Studie fokussiert insbesondere den Wissenserwerb zu heilpädagogischen Störungsbildern sowie den Erwerb von Handlungskompetenzen für die Berufspraxis. Die Modulanlage folgt dem Anspruch, Mikroformen des Praxisbezugs durch sog. Frameworkarbeiten zu etablieren, um über die Praktika hinaus berufspraktisches Lernen zu bewirken. Das Framework dieses 2. Studienjahres umfasst die Adaptive Lehr- und Planungskompetenz sowie darin integriert, die heilpädagogischen Störungsbilder. Methodisch wird die Sozio-Kognition einer spezifischen Jahrgangs-Kohorte zu diesen Störungsbildern entlang eines Textkorpus bestehend aus Studierendenarbeiten berechnet und als Framemodellierung visualisiert. Die Studie schliesst mit Vorschlägen zur Anpassung des Curriculums und der vorgestellten Modulanlage.
Teachers' efficacy beliefs shape their engagement, resilience, and instructional quality. Although teachers' individual efficacy (IE) has been widely studied, its conceptual and empirical distinction from team-referenced efficacy (TRE), that is, individual teachers' beliefs about their team's capabilities, remains unclear. This study investigated the relationship between IE and TRE using survey data from 1,362 primary school teachers in Switzerland. Confirmatory factor analyses compared one-factor, two-factor, second-order, and bifactor models. The bifactor model showed the best fit, revealing that both IE and TRE items loaded strongly on a shared general efficacy factor and that a TRE-specific component captured additional team-oriented variance. Criterion validity analyses demonstrated differing associations: The general factor showed positive associations with all external criteria, whereas the TRE-specific factor showed negative associations with individual-level outcomes and positive associations with individual teachers' reports of team-level outcomes. Latent profile analysis identified two teacher profiles that differed primarily in overall efficacy levels rather than in distinct IE-TRE configurations. These findings challenge assumptions in existing efficacy theory by suggesting that TRE may not represent a separate construct but rather a contextualized expression of IE.
Augmented Reality (AR) kann durch interaktive Visualisierungen das konzeptuelle und modellbezogene Verständnis physikalischer Inhalte unterstützen. Damit dieses Potenzial im Unterricht genutzt werden kann, ist es entscheidend, dass Lehrkräfte bereits bei der Unterrichtsplanung fachdidaktische und technologiebezogene fachdidaktische Aspekte berücksichtigen. Vor diesem Hintergrund untersucht die Studie, inwieweit (angehende) Lehrkräfte diese Aspekte in einer simulierten Unterrichtsplanungssituation bei der Einschätzung von AR-Applikationen in der Elektrizitätslehre einbeziehen. Insgesamt 159 (angehende) Lehrkräfte der Sekundarstufen I und II testeten zwei AR-Applikationen zum Thema Stromkreis und bewerteten diese mithilfe eines Online-Fragebogens mit offenem Antwortformat. Die Antworten wurden mit einer inhaltlich strukturierenden Inhaltsanalyse nach deduktiv-induktivem Vorgehen ausgewertet. Das entwickelte Kategoriensystem erfasst die angesprochenen fachdidaktischen und technologiebezogenen fachdidaktischen Aspekte. Die Häufigkeiten der codierten Segmente wurden anschließend für statistische Vergleiche (Kruskal-Wallis-Tests) und zur Untersuchung von Zusammenhängen (Spearman-Korrelationen) herangezogen. Die Ergebnisse zeigen signifikante Unterschiede in der Häufigkeit der Nennung fachdidaktischer Aspekte zwischen angehenden und ausgebildeten Lehrkräften unterschiedlicher Zielstufen, insbesondere im Hinblick auf Aspekte der Modellkompetenz. Hinsichtlich der Häufigkeit der Nennung technologiebezogener fachdidaktischer Aspekte konnten hingegen keine Unterschiede zwischen den Gruppen festgestellt werden. Darüber hinaus konnte kein Zusammenhang zwischen der Häufigkeit der Nennung fachdidaktischer und technologiebezogener fachdidaktischer Aspekte festgestellt werden. Die Befunde liefern erste Hinweise darauf, wie die Lehrkräftebildung weiterentwickelt werden könnte.
Dieser Text basiert auf der Erkenntnis eines ethnographischen Forschungsprojekts, dass Musikstücke in musikdidaktischen Lehrveranstaltungen zentral sind. Dies steht im Kontrast zur wissenschaftlichen Diskussion, in der musikalische Praxen und nicht Musikstücke als primäre Referenz gefordert werden. Deshalb wird der Versuch unternommen, die beiden Positionen zu vermitteln. Auf Grundlage der Akteur-Netzwerk-Theorie wird aufgezeigt, dass Musikstücke als Akteure einen wichtigen Einfluss auf Unterrichtshandlungen nehmen und einen wesentlichen Beitrag leisten, um Praxen zu musikalischen Praxen zu machen. Allerdings zeigt die empirische Rekonstruktion auch, dass Musikstücke in den beforschten Lehrveranstaltungen als überzeitliche Größen verstanden werden, was aus praxistheoretischer Perspektive kritikwürdig ist. Diese Gegenüberstellung führt zu einem Plädoyer für einen musikalischen Text, der im Sinne Roland Barthes’ als Praxis gedacht wird.