
Zusammenfassung Aufgrund der stetig wachsenden Weltbevölkerung und anderer Faktoren ist ein Anstieg der Nahrungsmittelproduktion in den kommenden Jahren dringend erforderlich. Eine potenzielle neue Nahrungsmittelquelle könnten essbare Insekten aufgrund ihres hohen Gehalts an Proteinen (bis zu 40%), essenziellen Aminosäuren, gesättigten Fettsäuren, Vitaminen und anderen Spurenelemente darstellen. Weiterhin wurden bioaktive Peptide mit einer positiven Wirkung auf den Organismus in essbaren Insekten beschrieben.Dabei können Insekten wesentlich nachhaltiger und ressourcenschonender produziert werden als Fleisch und andere tierische Produkte. Aus diesem Grund werden auch in Deutschland in letzter Zeit vermehrt Produkte vermarktet, die essbare Insekten enthalten.In Europa gelten diese als neuartige Lebensmittel (novel foods) und müssen durch die Europäische Legislative zugelassen werden. Dies beinhaltet die Prüfung auf Lebensmittelsicherheit, was auch die Allergenitätsbewertung einschließt. Bisher sind bereits einige Produkte aus Insekten, wie dem Mehlwurm und den Heimchen, in Europa zugelassen. Aufgrund einer bestehenden allergenen Potenz ist allerdings eine klare Deklaration der Insekten auf den Produkten Pflicht.In Arthropoden (z.B. Milben oder Krebstiere) sind Proteine wie Tropomyosin, Argininkinase und Chitinase ubiquitär vorhanden. Diese Proteine sind v.a. für Schalentiere, aber auch in Hausstaubmilben, als potenziell kreuzreaktive Allergene bekannt. Jedoch wurden in Europa auch bereits allergische Reaktionen auf essbare Insekten beschrieben.Eine Sensibilisierung auf die bekannten Allergene, wie das Tropomyosin, kann inhalativ oder kutan, z.B. bei der Verarbeitung der Nahrungsmittel oder gastrointestinal nach Verzehr erfolgen. Bei Hausstaub- oder Vorratsmilben erfolgt die Sensibilisierung i.d.R. inhalativ. Für Insekten ist auch eine primäre Sensibilisierung durch berufliche Exposition, z.B. bei der Aufzucht oder Verarbeitung von Insekten, möglich.Insektenallergene können v.a. nach Verzehr durchaus leichte anaphylaktische Reaktionen auslösen, weshalb besonders bei Personen mit bekannten Allergien gegen Krebstiere oder Milben ein erhöhtes Risiko einer allergischen Reaktion auf Nahrungsmittel besteht, welche Insekten oder Insektenproteine enthalten. Aus diesem Grund sind Aufklärung und Schulung von Patienten mit bekannten Allergien notwendig, um Risiken zu minimieren. Außerdem besteht ein Bedarf an weiterführender Forschung, um das allergene Proteinprofil besser zu verstehen und die Risikoabschätzung zu verbessern.
Zusammenfassung Mehrere Spezies wurden neu klassifiziert, darunter klinisch relevante Spezies wie C. glabrata (Nakaseomyces glabratus), C. krusei (Pichia kudriavzevii) und C. auris (Candidozyma auris). Die neue Leitlinie empfiehlt, für die nächsten Jahre in Befunden beide Bezeichnungen zu nennen. C. auris zeigt eine hohe Umweltstabilität, ist häufig multiresistent gegenüber Antimykotika und ist weltweit Auslöser zahlreicher Ausbrüche. Der Nachweis aus sterilen Materialien ist in Deutschland seit 2023 meldepflichtig. Ein Zuwachs an resistenten C.-auris-Isolaten ist in Deutschland zu erwarten. In Berlin wurde zwischen 2018 und 2022 ein Ausbruch mit einem Fluconazol-resistenten C.-parapsilosis-Stamm nachgewiesen. Eine Verwandtschaft der Isolate wurde molekulargenetisch nachgewiesen. Bei C. tropicalis und C. glabrata nehmen Resistenzen gegen die häufig eingesetzten Azol-Antimykotika weltweit zu. Bei C. glabrata werden darüber hinaus zunehmende Resistenzen gegen die Erstlinientherapie mit Echinocandinen beobachtet, wodurch die Therapiemöglichkeiten erheblich beeinträchtigt werden. Für C. auris hat EUCAST erstmals Breakpoints für die Echinocandine Anidulafungin und Micafungin sowie für Amphotericin B eingeführt. Für Amphotericin B wurde die gesamte Wildtyp-Population als „empfänglich bei erhöhter Exposition“ (Susceptible, increased Exposure, I) eingestuft. Eine antimykotische Prophylaxe mittels Azol-Antimykotika wird bei Hochrisikopatienten oder bei Neutropenie empfohlen. Bei Vorliegen einer Azol-Resistenz kommen Echinocandine zum Einsatz. Für die Erstlinientherapie der Candidämie wird der Einsatz von Echinocandinen empfohlen. In der Klasse der Echinocandine wurde 2024 das neue Echinocandin Rezafungin zugelassen, welches nur einmal wöchentlich infundiert werden muss. Neue Substanzen wie Fosmanogepix und Ibrexafungerp bieten vielversprechende, neue Therapieoptionen zur Therapie von Candida-Infektionen und werden das Antimykotika-Portfolio zukünftig erweitern.
Zusammenfassung Bei einem 5-jährigen Mädchen bestanden seit Monaten trockene erythematosquamöse Papeln und Plaques an Armen und Beinen. Seit mehreren Wochen entwickelte sich außerdem am linken Unterschenkel ein großflächiges erosives und nässendes sowie schmerzhaftes Areal. Aus einem Abstrich von der Wundfläche am Unterschenkel ließ sich ein Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus (MRSA) anzüchten. Der MRSA-Stamm war gegen Cotrimoxazol, Clindamycin und Doxycyclin empfindlich. In der Pilzkultur ließ sich der zoophile Dermatophyt Trichophyton (T.) quinckeanum anzüchten. Die Identifizierung beruhte auf morphologischen Kriterien. Eine Bestätigung der Identifizierung erfolgte mittels Polymerase Chain Reaction (PCR) und Sequenzierung der ITS (Internal Transcribed Spacer)-Region-Pilz-DNA. Der Vater und die 15-jährige Schwester waren ebenfalls von der Dermatophytose betroffen. Die wahrscheinliche Infektionsquelle für alle drei von der Dermatomykose Betroffenen war eine Katze, ein Freigänger. Das 5-jährige Mädchen wurde topisch mit Octenidinhydrochlorid 0,1% in Basiscreme behandelt, außerdem antibiotisch mit Cotrimoxazol. Zusätzlich kamen eine Ciclopirox-haltige Creme und Itraconazol 100 mg Kapseln, 1-mal täglich über 4 Wochen, zur Anwendung. Die Schwester und der Vater erhielten Terbinafin zur oralen antimykotischen Therapie. Unter dieser Behandlung heilte die Dermatophytose bei allen drei Patienten folgenlos ab. T. quinckeanum ist ein Emerging Pathogen in Deutschland mit Schwerpunkt des Vorkommens in Mittel- und Ostdeutschland. Der zoophile Dermatophyt wird von Mäusen über Katzen auf den Menschen übertragen. Die oft entzündlichen Dermatomykosen betreffen Kinder und Erwachsene. Bei einer gleichzeitig auftretenden sekundären Infektion durch Bakterien, hier einem MRSA, muss zusätzlich antiseptisch und gegebenenfalls auch antibiotisch behandelt werden.
Zusammenfassung Ein 20-jähriger Patient stellte sich wegen einer asymptomatischen knotigen Hautveränderung am dritten Zeh rechts vor. Anamnestisch bestand an gleicher Lokalisation ein Zeckenstich im Spätsommer des Vorjahres. Etwa 4 Wochen später entwickelte sich dort eine persistierende noduläre Läsion ohne weitere Beschwerden.Bei der klinischen Untersuchung zeigte sich zusätzlich ein randbetontes Erythem am Fußrücken im Sinne eines Erythema migrans sowie ein derber, livid-erythematöser Knoten dorsal im Bereich der Phalanx proximalis von Digitus III rechts, vereinbar mit einem Borrelien-Lymphozytom (Lymphadenosis cutis benigna). Die serologische Diagnostik ergab positive Borrelien-IgG-Antikörper bei negativen IgM-Antikörpern. In Zusammenschau von Anamnese und klinischem Befund wurde leitliniengerecht die Diagnose einer akral lokalisierten kutanen Borreliose gestellt.Unter antibiotischer Therapie mit Doxycyclin über 14 Tage kam es zur vollständigen Rückbildung der nodulären Läsion sowie zu einer deutlichen Abblassung des Erythems. Systemische Symptome traten nicht auf.
Zusammenfassung Nach dem aktuellen Stand der Forschung gilt die Tumordicke nach Breslow als der bedeutendste prognostische Parameter beim malignen Melanom. Sie bestimmt das weitere diagnostische und therapeutische Prozedere, da die Wahrscheinlichkeit für eine Metastasierung des Tumors mit der Tumordicke zunimmt. Im Rahmen dieser Kasuistik wurden die Charakteristika des vorliegenden malignen Melanoms untersucht und erforscht, warum dieser Tumor trotz einer Tumordicke von über 13 mm nicht metastasiert ist. Moderne dermatologische Bildgebungsverfahren wie die dynamische optische Kohärenztomografie (D-OCT) und die Line-field konfokale optische Kohärenztomografie (LC-OCT) wurden zur In-vivo-Analyse des Tumors sowie dessen Durchblutung eingesetzt. Zusätzlich wurde der Tumor mit der Lichtblattmikroskopie ex vivo aufgearbeitet, die eine 3D-Visualisierung der Blut- und Lymphgefäße des Melanoms ermöglicht. Die Befunde sollen dazu beitragen, Tumoreigenschaften frühzeitig zu definieren, welche das Metastasierungsrisiko beeinflussen. Des Weiteren ist unser Ziel, die genannten Bildgebungsverfahren als diagnostische Instrumente zur Prognoseabschätzung beim malignen Melanom zu etablieren. Schließlich könnte dies bei der Früherkennung eines erhöhten Metastasierungsrisikos helfen.
Zusammenfassung Darstellung eines seltenen Falls einer palmoplantaren ekkrinen Hidradenitis (PEH) nach Tauchaktivitäten sowie Diskussion möglicher auslösender Faktoren, diagnostischer Aspekte und therapeutischer Optionen. Berichtet wird über einen 37-jährigen Mann mit livider Verfärbung, Schwellung, Parästhesien und starken Schmerzen, vorwiegend an der linken Hand, die 7 Tage nach mehreren Tauchgängen mit Neoprenhandschuhen im Atlantik auftraten. Die Diagnosesicherung erfolgte mittels klinischer Untersuchung und histopathologischer Analyse einer Stanzbiopsie. Die Histopathologie bestätigte die Diagnose einer PEH mit epidermaler Hyperkeratose, Ödemen sowie entzündlichen Infiltraten um ekkrine Schweißdrüsen und Kapillaren. Die Pathophysiologie scheint mit einer Obstruktion der Schweißdrüsengänge infolge prolongierter Wassereinwirkung, erhöhter Salzkonzentration und mechanischen Drucks durch die Tauchausrüstung zusammenzuhängen. Eine systemische Kortikosteroidtherapie führte zu einer raschen klinischen Besserung. Der Fall unterstreicht die Bedeutung einer sorgfältigen Anamnese und gezielten histopathologischen Diagnostik bei Verdacht auf PEH. Aufgrund des meist selbstlimitierenden Verlaufs sind in milden Fällen konservative Maßnahmen ausreichend. Präventionsstrategien, insbesondere für Taucher, könnten auf die Reduktion von Okklusion, Feuchtigkeitsretention und mechanischem Druck abzielen. Weitere Studien zu umweltbedingten und physiologischen Auslösern der PEH sind erforderlich.
Das bullöse Pemphigoid (BP) ist die häufigste bullöse Autoimmundermatose. Ein Auftreten nach Knie-Totalendoprothese (Knie-TEP) ist bisher selten beschrieben. Wir berichten über eine 76-jährige Patientin, die 2 Monate nach Implantation einer Knie-TEP links eine lokal begrenzte, juckende Blasenbildung entwickelte. Histologisch zeigte sich eine subepidermale Blasenbildung mit eosinophilen Granulozyten (BP-Typ). Die direkte und indirekte Immunfluoreszenz sowie ELISA waren negativ. Eine Nickelallergie wurde ausgeschlossen. Es kam nach 8 Monaten zu einer spontanen Abheilung der Läsionen.Es handelt sich um ein lokalisiertes, immunfluoreszenz-negatives BP mit einem möglichen Zusammenhang zur Chrom-Kobalt-Molybdän-Legierung der Prothese. Bei postoperativer Blasenbildung sollte differenzialdiagnostisch stets ein BP in Betracht gezogen und eine vollständige immunhistologische Diagnostik durchgeführt werden.
Scheuerstellen, Blasen oder eine Dermatitis entstehen, wenn die Haut mechanisch gereizt und beansprucht wird. Im schlimmsten Fall bilden sich Wunden, die sich infizieren können; daher ist es wichtig, die Hautbarriere zu schützen. Diese In-vitro-Studie wurde durchgeführt, um die antibakterielle und antimykotische Wirkung einer im Handel erhältlichen Hautschutzsalbe mit pflanzlichen Inhaltsstoffen (ilon Protect Salbe) zu untersuchen. Die Hauptinhaltsstoffe dieser Salbe sind Olivenöl, Lärchenterpentin, Eukalyptusöl und Thymianöl, die Salbenbasis besteht aus Vaseline und weißem Bienenwachs. Die antimikrobielle Wirkung des Produkts wurde bei 2,5- und 5%iger Konzentration der Salbe im Müller-Hinton-Medium mittels Tropfenverdünnungstest an den grampositiven Bakterien Staphylococcus aureus, einem Methicillin-resistenten S. aureus (MRSA), S. epidermidis, S. haemolyticus, Streptococcus pyogenes, dem gramnegativen Pseudomonas aeruginosa und den Hefen Candida albicans und C. tropicalis getestet. Die 2,5%ige und die 5%ige Salbe zeigten beide eine Wirkung sowohl auf die humanpathogenen Candida albicans und C. tropicalis als auch auf Str. pyogenes und P. aeruginosa, aber nur mit der 5%igen Konzentration wurde eine Hemmung von MRSA und S. haemolyticus erreicht. Das Wachstum von S. aureus und S. epidermidis hingegen wurde nicht gehemmt. Die Hautpflegesalbe weist eine antimykotische und selektive antibakterielle Wirkung auf.
Unter der Allgemeinbevölkerung in Nordschweden lag die Prävalenz des Raynaud-Phänomens (RP) bei 12%; dies wirkte sich bei auch in kälterer Umgebung arbeitenden Berufstätigen nicht auf die Dauer und Häufigkeit von Erkrankungen und den Lebensunterhalt aus. Patienten mit RP im Rahmen einer Systemischen Sklerose (SSc) hatten zu 25% Beeinträchtigungen in der Gebrauchsfähigkeit der Hände, mit Tendenz zur Verschlechterung, allerdings oft durch Sehnenschäden. Patienten mit niedrigerem Body-Mass-Index (BMI) sind häufiger vom RP betroffen. Es tritt auch öfter auf, wenn Patienten Gewicht verlieren, durchaus auch als Folge von Diäten. Auch bei niedrigen Außentemperaturen kommt das RP häufig vor. Diese Abhängigkeit betrifft nicht nur das primäre RP – ein klarer Zusammenhang lässt sich auch bei zugrunde liegender SSc nachweisen. Angststörungen und Depressionen sind bei Menschen mit RP öfter anzutreffen als in der Normalbevölkerung – und können umgekehrt die Entstehung eines RP offenbar mit hervorrufen. Auch bei Diagnose einer peripheren sensorischen Polyneuropathie tritt das RP häufiger auf. Mehrere Medikamente können zur Liste der RP-Verursacher addiert werden, auch Silikon aus Brustimplantaten. Bei neu aufgetretenem RP kann es sich um eine Frühform der SSc (VEDOSS) handeln. Die Nagelfalz-Kapillarmikroskopie ist ein wichtiger Baustein für die Diagnose der SSc. Um diese zu stellen, sind die Kapillarveränderungen allein aber nicht hinreichend. Treten keine weiteren Krankheitsmerkmale hinzu, kann man nach 5–10 Jahren wohl von einem primären RP ausgehen. Beim primären RP stehen kälteprophylaktische Maßnahmen im Vordergrund. Beheizbare Handschuhe helfen, ein RP zu reduzieren. Dabei scheint die Verwendung von Silberfäden keine zusätzlichen Vorteile zu bringen. Zur medikamentösen Behandlung bei der SSc sind neue Leitlinien der EULAR (European Alliance of Associations for Rheumatology) und der BSR (British Society for Rheumatology) erschienen. Kalziumkanalblocker (CCB) werden zur Initialtherapie empfohlen, daneben Phosphodiesterase-5-Hemmer (PDE5-Hemmer) und Prostanoide. Beim Auftreten von Fingernekrosen bringen CCB offenbar keine Vorteile. Hier kann neben PDE5-Hemmern, Prostanoiden und dem Endothelin-Antagonisten Bosentan auch Botulinum-A-Toxin lokal angewendet werden – empfohlen wird dies bisher nur von der britischen Leitlinie. Beim RP ist ein erheblicher Placebo-Effekt zu berücksichtigen. Euphorischen Fallstudien stehen oft ernüchternde kontrollierte Studien gegenüber. Eine lokale Applikation von aus Fettgewebe gewonnenen Fett-, Bindegewebe- und Stammzellen könnte bei RP-Patienten mit SSc deren Schmerzen und die Gebrauchsbeeinträchtigung der Hände bessern.
Ein 31-jähriger Patient mit großknotiger Sarkoidose am Nasenrücken wurde systemisch über ein halbes Jahr mit Fumarsäureestern (Fumaderm) hochdosiert und lokal durch Unterspritzung mit Triamcinolonacetonid (1-mal/Monat) erfolglos behandelt. Durch eine Systemtherapieumstellung auf niedrig dosiertes Allopurinol (300 mg/Tag) über 6 Monate zeigte sich eine Rückbildung der Läsionen. Diese Kasuistik ist ein weiteres von bisher nur wenigen Beispielen der erfolgreichen Behandlung einer therapierefraktären großknotigen Sarkoidose mit Allopurinol.
Das Rowell-Syndrom wurde erstmals 1963 beschrieben und ist gekennzeichnet durch das Vorhandensein von kokardenförmigen, erythema-multiforme-ähnlichen Läsionen, kutanem Lupus erythematodes sowie ein charakteristisches immunologisches Muster in der Serologie, wie z.B. positive gesprenkelte ANA, Anti-Ro/SSA- oder Anti-La/SSB-Antikörper und ein positiver Rheumafaktor. Weltweit wurden weniger als 100 Fälle beschrieben, was diese Erkrankung zu einer seltenen Entität macht.Wir berichten über den Fall einer 67-jährigen Frau, bei der das Rowell-Syndrom ein Frühzeichen eines Lupus erythematodes war und einen entscheidenden Wegweiser für die Diagnosestellung darstellte. Dieser Fall unterstreicht die Notwendigkeit, erythema-multiforme-ähnliche Läsionen im Zusammenhang mit Autoimmunerkrankungen auch mit seltenen Hauterkrankungen wie dem Rowell-Syndrom in Verbindung zu bringen.
Zusammenfassung Mit steigender Zahl an Krebserkrankungen wächst auch die Gruppe der Langzeitüberlebenden, die zunehmend unter den sichtbaren und funktionellen Folgen onkologischer Therapien leiden. Neben den somatischen Belastungen rücken psychosoziale Faktoren wie Selbstwahrnehmung und Lebensqualität in den Fokus der Versorgung. Ziel dieser Arbeit ist es, die Bedeutung ästhetisch-medizinischer Verfahren in der Betreuung onkologischer Patienten darzustellen und deren Potenzial zur Verbesserung von Lebensqualität, Selbstbild und sozialer Teilhabe zu beleuchten. Anhand aktueller Literatur sowie klinischer Erfahrungswerte werden die häufigsten therapieassoziierten Hautveränderungen aufgeführt und die Anwendung ästhetischer Interventionen wie Botulinumtoxin und dermaler Filler bei onkologischen Patienten kritisch dargestellt. Dabei werden indikationsspezifische Aspekte, Kontraindikationen und besondere Vorsichtsmaßnahmen diskutiert. Ästhetische Behandlungen können bei sorgfältiger Indikationsstellung und enger interdisziplinärer Abstimmung sicher durchgeführt werden. Sie bieten effektive Unterstützung bei der Linderung therapiebedingter Veränderungen wie Narbenbildung, Alopezie oder Volumenverlust. Gleichzeitig bestehen onkologiespezifische Risiken, etwa durch Immunsuppression, Medikamenteninteraktionen und potenzielle immunologische Reaktionen. Die ästhetische Medizin kann einen wertvollen Beitrag zur ganzheitlichen Betreuung onkologischer Patienten leisten. Ihre Integration in die supportive und rehabilitative Versorgung sollte strukturell verankert und weiter wissenschaftlich evaluiert werden.