
Background: Childbirth can become a traumatic experience due to structural factors (e.g., negative experiences with medical staff) or individual ones (e.g., specific interpretations), which can lead to the development of post-traumatic stress disorder (PTSD). Trauma-focused cognitive behavioral therapy is effective for the treatment of PTSD, and there is preliminary evidence of efficacy for PTSD following traumatic childbirth. Case Report: Mrs. G., on her own initiative, presented with symptoms of postpartum PTSD for individual outpatient therapy. The treatment was carried out according to the manual of Ehlers' [1999] cognitive therapy. At the end of the approximately 1-year treatment, the PTSD symptoms were completely remitted, with Mrs. G. reporting a significant reduction in intrusions and a changed interpretation of many factors of the delivery situation. Conclusions: This case report shows an example of the use of Ehlers' [1999] cognitive therapy for PTSD following traumatic childbirth. The aim was to facilitate the application of trauma-focused therapy in this scenario for psychotherapists. Hintergrund: Eine Entbindung kann aufgrund struktureller Faktoren (z.B. negativer Erfahrungen mit dem medizinischen Personal) oder individueller Faktoren (z.B. spezifischer Interpretationen) zu einem traumatischen Erlebnis werden, das zur Entwicklung einer posttraumatischen Belastungsst & ouml;rung (PTBS) f & uuml;hren kann. Traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie ist effektiv bei der Behandlung der PTBS und es gibt erste Hinweise auf die Wirksamkeit bei einer PTBS nach traumatischer Entbindung. Fallbericht: Frau G. stellte sich mit Symptomen einer PTBS nach einer Entbindung eigeninitiativ zur ambulanten Einzeltherapie vor. Die Behandlung wurde mit dem Manual der kognitiven Therapie nach Ehlers [1999] durchgef & uuml;hrt. Nach Ende der etwa einj & auml;hrigen Behandlung war die PTBS-Symptomatik vollst & auml;ndig remittiert, wobei Frau G. eine deutliche Reduktion der Intrusionen und eine ver & auml;nderte Interpretation vieler Faktoren der Entbindungssituation berichtete. Schlussfolgerungen: Diese Kasuistik zeigt beispielhaft die Anwendung der kognitiven Therapie nach Ehlers [1999] bei einer PTBS nach traumatischer Entbindung. Dadurch soll die Anwendung einer traumafokussierten Therapie in diesem Szenario f & uuml;r Psychotherapeut:innen erleichtert werden.Schl & uuml;sselw & ouml;rterPosttraumatische Belastungsst & ouml;rung, Kognitive Therapie, Fallbeschreibung, Traumatische Entbindung
Zwangsstörungen gehören mit einer Lebenszeitprävalenz von ca. 2-3% zu den häufigsten psy-chischen Störungen in der Bevölkerung. Expositionsverfahren stellen nach derzeitiger Stu-dienlage und den S3-Leitlinien das wirksamste Therapieverfahren in der Behandlung von Zwangserkrankungen dar. Trotzdem ist die leitlinienbasierte Versorgung insbesondere mit Expositionsverfahren von Zwangserkrankten besonders in der ambulanten Behandlungsreali-tät oftmals nicht gewährleistet und wird im therapeutischen Alltag nur unzureichend durchge-führt. Gründe hierfür sind der hohe Zeitaufwand und organisatorische Schwierigkeiten der Expositionsbehandlung, eine fehlende rechtliche Grundlage für die Delegation an Co-Therapeuten, die Sorge, dass Co-Therapeuten diese nicht effizient genug durchführen können und Risiken bergen könnten, die für den Patienten zu hoch sind. Erfahrungen mit Co-therapeutischen Konzepten liegen bisher hauptsächlich im stationären, kaum aber im ambulanten Bereich vor. Niedergelassene Psychotherapeuten können dabei nicht wie im stationären Kontext auf erfahrenes Pflegepersonal oder andere Co-Therapeuten zu-rückgreifen. Alternative Finanzierungsmodelle könnten eine ehrenamtliche Begleitung durch Co-Therapeuten oder geringfügige Vergütung im Falle von Psychologie-Studierenden oder PsychologInnen in Ausbildung sein. Auch Begleitung auf Basis von Soziotherapie, von Pflegeleistungen oder der Eingliederungshilfe wären denkbar. An rechtlichen Aspekten wären zu klären, ob Expositionsbehandlungen als Leistung unter den Approbationsvorbehalt fallen, welche Voraussetzungen ein Co-Therapeut erfüllen müsste und wie er angeleitet und supervidiert werden kann. Es wäre wünschenswert, dass Expositionsbehandlung in den Leistungskatalog der Soziotherapie aufgenommen würde, damit PsychotherapeutInnen sie verordnen können. Darüber hinaus sollte dafür gesorgt werden, dass Expositionsbehandlungen als delegationsfähige Leistung in den bestehenden Delegations-Vereinbarungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherungen aufgenommen wird. Es besteht die Hoffnung, dass im Falle der Delegierbarkeit der Expositionsbehandlung an Co-Therapeuten der bisherigen Unterversorgung in der Behandlung Zwangserkrankter und der Behandlungsverzögerung entgegengewirkt werden kann.
Zusammenfassung: In der vorliegenden Arbeit wird ein Überblick über den aktuellen Forschungsstand zum Unvollständigkeitserleben bei Menschen mit Zwängen gegeben. Phänomenologisch wird differenziert zwischen Nicht-genau-richtig-Erleben („not just right experiences“, NJREs) und selbstbezogenem Unvollständigkeitserleben (SU). Der Beitrag fasst zunächst die wichtigsten Erhebungsinstrumente zu NJREs zusammen. Anschließend werden Studien diskutiert, die den Zusammenhang von NJREs mit symptombasierten Subtypen, mit der Schwere der Zwänge und mit zwanghaften Persönlichkeitszügen und -störungen beleuchten. Auch auf die Differenzierung unterschiedlicher Motivationsprofile im Summerfeldt-Modell (Unvollständigkeit vs. Schadensvermeidung) wird eingegangen. Zudem wird erörtert, inwieweit NJREs störungsspezifisch für Zwänge sind und inwieweit von einer schlechteren Behandlungsprognose bei NJRE-betonten Zwängen auszugehen ist. – SU wird in den Kontext der Forschung zum Sense of Agency bei Zwangsstörungen gestellt. Klinische Überschneidungen zwischen beiden Konzepten werden herausgearbeitet.
Background: Prolonged grief disorder (PGD), which is now included in ICD-11 and DSM-5-TR, is associated with a reduced quality of life and frequent comorbidities. Specific treatment elements such as exposure to the worst memory loss have been suggested to adequately address symptoms of PGD, such as longing for or preoccupation with the deceased person. Case Report: Mr. T. sought treatment on his own initiative and presented with symptoms of PGD after the death of his mother. The individual outpatient treatment was carried out with the help of integrative cognitive behavioral therapy according to Rosner and colleagues (prolonged grief cognitive behavioral therapy) supplemented by elements of dialectical behavioral therapy according to Linehan. At the end of the 9-month treatment period, there was a complete remission of the PGD symptoms, with Mr. T. reporting that he had regained his inner contentment. Conclusions: This case report is an example of the clarity of the manual by Rosner and colleagues. The aim was to reduce potential fears of addressing this relatively new disorder and, therefore, encourage therapists to diagnose and treat PGD after losses.
Hintergrund: Die Harmonisierung von Kerndomänen ist entscheidend für vergleichbare und verwertbare Forschung zum Post-COVID-Syndrom. Gleichzeitig fehlt es bislang an einem praxisnahen, biopsychosozial ausgerichteten Instrumentarium für die klinische Versorgung. Der vorliegende Beitrag schließt diese Lücke mit einem Fokus auf psychosoziale Zielbereiche und geeignete Erhebungsinstrumente für Forschung und Praxis. Methoden: Im Rahmen eines strukturierten Konsensprozesses entwickelte das European Research Network to Improve Diagnosis, Treatment and Health Care for Patients with Persistent Somatic Symptoms (EURONET-SOMA) psychosoziale Kerndomänen sowie entsprechende Erhebungsinstrumente zur Erfassung des Post-COVID-Syndroms. Ergebnisse: Es wurden drei übergeordnete Dimensionen mit jeweils mehreren Domänen definiert. Die erste Dimension „(Klinische) Outcomes“ umfasst: (1) Klassifikation/Diagnostik des Post-COVID-Syndroms, (2) somatische Symptome (einschließlich Fatigue), (3) psychopathologischer Status und psychische Komorbiditäten, (4) körperlicher Zustand und somatische Komorbiditäten, (5) neurokognitive Symptome sowie (6) Krankheitsfolgen. Die zweite Dimension „Mechanismen“ beinhaltet: (7) kognitive, (8) affektive, (9) behaviorale und (10) soziale Komponenten sowie (11) psychobiologische Brückenmarker (z.B. neuroimmunologische und psychoneuroendokrinologische Variablen). Die dritte Dimension „Risikofaktoren“ umfasst: (12) sozioökonomische und soziokulturelle Faktoren, (13) vorbestehende Erkrankungen, (14) Persönlichkeitsmerkmale (z.B. Neurotizismus), (15) belastende Kindheitserfahrungen, (16) laufende Erwerbsminderungs- oder Rentenverfahren sowie (17) die Nutzung sozialer Medien. Schlussfolgerungen: Die genannten Kerndomänen fördern die Konsistenz biopsychosozialer Post-COVID-Forschung, während ökonomische Instrumente auch im Klinikalltag genutzt werden können.
Hintergrund: Menschen mit Long COVID (LC) haben weiterhin Schwierigkeiten, Zugang zu einer angemessenen Versorgung zu erhalten und fühlen sich oft unverstanden, wobei die dahinterliegenden Mechanismen dieser multisystemischen Erkrankung weiterhin nicht geklärt sind. Aufgrund dieser Herausforderungen soll eine bedürfnisgerechte App entwickelt werden, welche Betroffene in ihrem Alltag unterstützt, eine bessere Selbstorganisation ermöglicht, die Kommunikation mit Behandelnden verbessert und den Zugang zu relevanten Informationen erleichtert. Methoden: Es wurden quantitative Umfragen (N = 216) und qualitative Interviews (N = 20) durchgeführt, um den Einfluss von LC auf Gesundheit und Alltagsgestaltung von LC-Betroffenen und Professionellen zu analysieren. Die Umfragen enthielten Fragen zur Symptomlast, den Alltagsbelastungen sowie den Bedürfnissen an digitalen Hilfsmitteln. Zudem wurden Vor- und Nachteile einer digitalen App sowie gewünschte Funktionalitäten erfasst. Anschließend wurde die App entwickelt und systematisch Rückmeldungen eingeholt (N = 9). Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigten eine allgemeine Befürwortung einer kostenfreien App für den LC-Bereich, insbesondere in den Bereichen Symptomüberwachung und administrative Unterstützung. Datenschutz, Zugänglichkeit und einfache Handhabung wurden von den Teilnehmenden als essenzielle Anforderungen genannt. Diskussion: Neben dem wertschätzenden Entwicklungsprozess der App wurden insbesondere deren Funktionalitäten und die Visualisierung der Ergebnisse als sehr positiv bewertet. Die App wurde von den LC-Betroffenen und den LC-Professionellen als bedeutsames Hilfsmittel zur Selbstorganisation und zur Dokumentation des Krankheitsverlaufs angesehen. Schlussfolgerungen: Weitere Studien sind erforderlich, um die langfristige Akzeptanz, Benutzerfreundlichkeit und Wirksamkeit der App zu evaluieren.
Hintergrund: Bewegung und Aktivität spielen eine zentrale Rolle in Therapie und Rehabilitation, stoßen jedoch auf erhebliche Herausforderungen bei postakuten Infektionssyndromen (PAIS) wie Long COVID und ME/CFS. Bei diesen Patientengruppen führen körperliche und kognitive Aktivität nicht zwangsläufig zu Verbesserungen, sondern können in Form von Post-Exertional Malaise (PEM) zu langfristigen Verschlechterungen führen. Die Betroffenen erleben oft nicht nur erhebliche Einschränkungen der gesellschaftlichen Teilhabe, sondern auch Misstrauen sowie eine fehlende therapeutische Orientierung, die im schlimmsten Fall dauerhafte gesundheitliche Schäden und individuelle Notlagen verursachen können. Zusammenfassung: Eine differenzierte Betrachtung von Aktivierungsstrategien und Rehabilitation ist wichtig bei der Frage, welche Bedeutung gängige Therapiestrategien der Aktivierung bei diesen Erkrankungen haben und welche Maßnahmen es geben könnte, um Patienten besser gerecht zu werden. Die Frage von Aktivität und Rehabilitation adressiert allerdings nicht nur eine medizinische, sondern auch eine gesellschaftliche Dimension: Das Leitbild des aktiven Subjekts stellt eine zentrale normative Idee der Moderne dar, die sich auch in Grundprinzipen wohlfahrtsstaatlicher Versorgungslogiken und sozialer Integration widerspiegelt. Kernaussagen: Die aktuelle wissenschaftliche Lage zu Aktivität und Rehabilitation erlaubt nur teilweise Ableitungen für Therapiestrategien. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer differenzierten Betrachtung der Patientengruppen und individueller Krankheitsverläufe. Das Symptom PEM muss sorgfältig beachtet werden, weil es ein Leitsymptom des physiologischen Krankheitsbildes und der daraus resultierenden Belastbarkeit ist. Darüber hinaus sind strukturelle Veränderungen im Medizin- und Versorgungswesen erforderlich, um die Anerkennung und die Versorgung von komplexen unsichtbaren Erkrankungen zu verbessern. Leidensbeschreibungen und Beobachtungen von Betroffenen stellen dabei eine unverzichtbare Erkenntnisquelle dar.
Hintergrund: Eine Entbindung kann aufgrund struktureller Faktoren (z.B. negativer Erfahrungen mit dem medizinischen Personal) oder individueller Faktoren (z.B. spezifischer Interpretationen) zu einem traumatischen Erlebnis werden, das zur Entwicklung einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) führen kann. Traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie ist effektiv bei der Behandlung der PTBS und es gibt erste Hinweise auf die Wirksamkeit bei einer PTBS nach traumatischer Entbindung. Fallbericht: Frau G. stellte sich mit Symptomen einer PTBS nach einer Entbindung eigeninitiativ zur ambulanten Einzeltherapie vor. Die Behandlung wurde mit dem Manual der kognitiven Therapie nach Ehlers [1999] durchgeführt. Nach Ende der etwa einjährigen Behandlung war die PTBS-Symptomatik vollständig remittiert, wobei Frau G. eine deutliche Reduktion der Intrusionen und eine veränderte Interpretation vieler Faktoren der Entbindungssituation berichtete. Schlussfolgerungen: Diese Kasuistik zeigt beispielhaft die Anwendung der kognitiven Therapie nach Ehlers [1999] bei einer PTBS nach traumatischer Entbindung. Dadurch soll die Anwendung einer traumafokussierten Therapie in diesem Szenario für Psychotherapeut:innen erleichtert werden.
Einleitung: Suizidale Menschen befinden sich für gewöhnlich in einem Zustand der Ambivalenz. Bislang ist jedoch wenig darüber bekannt, welche Faktoren Einfluss auf diese suizidale Ambivalenz nehmen. In der vorliegenden Studie soll untersucht werden, inwiefern verschiedene Protektivfaktoren – positive mentale Gesundheit, Gründe zu leben, soziale Unterstützung – mit suizidaler Ambivalenz assoziiert sind und ob suizidale Ambivalenz den Zusammenhang zwischen Protektivfaktoren und Suizidgedanken vermittelt. Methode: Insgesamt nahmen 226 Teilnehmer*innen mit Suizidgedanken (71,7% weiblich; Alter: M = 23,53, SD = 5,7, Range = 18–55) an einer internetbasierten Fragebogenstudie teil. Ergebnisse: Es zeigte sich, dass der Wunsch zu leben den Zusammenhang zwischen Suizidgedanken und Gründen zu leben sowie sozialer Unterstützung vollständig mediiert; in Bezug auf positive mentale Gesundheit fand sich eine partielle Mediation. Der Wunsch zu sterben mediiert den Zusammenhang zwischen Suizidgedanken und allen untersuchten Protektivfaktoren partiell. Diskussion: Es lässt sich schlussfolgern, dass Gründe zu leben, soziale Unterstützung und positive mentale Gesundheit dann mit einer geringeren Häufigkeit/Intensität von Suizidgedanken assoziiert sind, wenn sie mit einem verstärkten Wunsch zu leben bzw. einem verminderten Wunsch zu sterben einhergehen. Die Ergebnisse unterstreichen zudem die Relevanz, suizidale Ambivalenz als ein bidimensionales Konstrukt zu konzeptualisieren.
Hintergrund: Essstörungen sind mit hohem Leidensdruck verbunden und führen bei ausbleibender Behandlung häufig zur Chronifizierung. Gleichzeitig führen etwa lange Wartezeiten auf einen Therapieplatz zur Unterversorgung Betroffener. Die in Deutschland gesetzlich verankerte Versorgung von Versicherten mit Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGAs) könnte Behandlungslücken schließen. Die vorliegende Studie untersucht die Nutzung von DiGAs bei Essstörungen und die Einstellung von Behandelnden in Deutschland dazu. Methode: In einer Online-Befragung wurden die Verordnungsrate von DiGAs, die Einstellung der Behandelnden (N = 133) sowie ihre Einschätzung erfasst, inwieweit DiGAs zentrale Therapieelemente bei Essstörungen abbilden können. Ergebnisse: DiGAs wurden von 18% aller Befragten und von 27% der Verordnungsberechtigten verordnet, ein Großteil hatte keine Nutzungserfahrung. Zwei DiGAs sind aktuell zur Essstörungsbehandlung zugelassen, beide waren weitgehend unbekannt. Die Befragten berichteten im Mittel eine leicht positive Einstellung zu Online-Interventionen: Während das Vertrauen in die Wirksamkeit hoch ausgeprägt war, wurden gleichzeitig Defizite der Anwendungen wahrgenommen. Laut den Befragten eignen sich DiGAs insbesondere für Routinetätigkeiten wie Verhaltensprotokollierung. Bedenken bestanden hinsichtlich der fehlenden therapeutischen Beziehung. Die Einstellung zu DiGAs wurde durch das Alter der Behandelnden sowie die Anzahl bekannter DiGAs prädiziert. Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse zeigen einen deutlichen Informationsbedarf zu DiGAs und ihrer Verordnung bei den Behandelnden auf. Weiterführende Forschung ist hinsichtlich zusätzlicher relevanter Faktoren für die Einstellungsbildung und die Implementierung im klinischen Alltag notwendig.
Introduction: Recent developments in artificial intelligence (AI), particularly automatic transcription and processing of speech using large language models, are expanding the potential for psychotherapy research and practice. As language is the central vehicle of psychotherapy, AI-supported tools are ideal for transcription, analysis, and processing, especially with regard to laborious documentation requirements. However, current applications are often unsuitable because of insufficient data protection and reliability. Methods: We introduce and test on-premise AI applications that can be deployed in air-gapped (network-isolated) environments and are therefore compliant with data protection requirements in the context of psychotherapy. Transcription and assignment to speakers are optimized with innovative approaches. We present the necessary steps for local and automated processing, transcription, and speaker diarization. Simulated anamnestic interviews between psychotherapy trainees and actor-patients were recorded, automatically and locally processed, transcribed, and assigned to the speakers. The results were compared with established procedures (conventional software and manual transcription). Finally, a brief summary and suggestions for diagnosis were generated using a local large language model. Results: Overall, the adapted AI-supported transcriptions were very good compared to manual transcriptions and mostly outperformed established software. Speaker diarization was reliable. The summaries were coherent and meaningful, and the diagnostic suggestions were reasonable. Conclusion: The pilot study demonstrates how dialogue in psychotherapy can be automatically logged and further processed using technology that is run locally and compliant with data protection. This may facilitate routine tasks and open new opportunities for research.KeywordsArtificial intelligence (AI) and data protection compliance, Language processing in psychotherapy, AI-based transcripts of psychotherapy sessions, Large language model summaries
Background: Eating disorders lead to a high level of distress and, if left untreated, symptoms often become chronic. However, long waiting times for therapy lead to inadequate care. The German health care system allows for the provision of digital health applications (DiGAs), potentially closing treatment gaps. This study investigates the practitioners' use of DiGAs and their attitude towards DiGAs in Germany. Methods: In an online survey, the use of DiGAs, practitioners' (N = 133) attitudes and the estimated ability to map treatment elements for eating disorders were assessed. Results: DiGAs had been prescribed by 18% of practitioners and by 27% of those authorized to prescribe, the majority did not have any experience with prescriptions. The two available DiGAs for eating disorder treatment were largely unfamiliar. On average, respondents reported a slightly positive attitude towards online interventions with perceived confidence in therapeutic effectiveness as well as deficits. Predictors of the attitude included the practitioners' age and the number of familiar DiGAs. DiGAs were perceived as particularly suitable for routine activities such as recording behavior. Concerns were raised regarding the lack of a therapeutic relationship. Conclusions: Our findings emphasize the need to enhance awareness and to provide healthcare professionals with information on the use and the prescription of DiGAs. Further research could identify additional factors influencing practitioners' attitudes towards DiGAs.
Hintergrund: Neueste Entwicklungen Künstlicher Intelligenz (KI), insbesondere die automatische Transkription und Weiterverarbeitung von Sprache durch Large-Language-Models, eröffnen enormes Potenzial für die Psychotherapieforschung und Praxis. Da Sprache das zentrale Medium der Psychotherapie ist, bieten sich KI-gestützte Verfahren zur Transkription, Analyse und Weiterverarbeitung an – insbesondere mit Blick auf die aufwändigen Dokumentationspflichten. Verfügbare Anwendungen sind jedoch oft ungeeignet, weil Datenschutz und Zuverlässigkeit nicht gewährleistet sind. Material und Methoden: Wir beschreiben und erproben lokal und vom Netzwerk isolierte (air-gapped) - also datenschutzkonforme - KI-Anwendungen im psychotherapeutischen Kontext. Dazu werden innovative Methoden eingeführt, um die Transkriptionsgenauigkeit und die Zuordnung von Sprecher*innen zu optimieren. Die erforderlichen technischen und methodischen Schritte zur lokalen und automatisierten Aufbereitung, Transkription und die Zuordnung von Sprecher*innen werden dargestellt. Deren Funktion wurde in einer Pilotstudie anhand simulierter Anamnesegespräche von Psychologiestudierenden mit Schauspielpatient*innen erprobt, und die Leistungsfähigkeit wurde mit etablierten Methoden (konventionelle Software bzw. manuelle Transkription) verglichen. Zuletzt wurden eine kurze Zusammenfassung der Gespräche sowie Diagnosevorschläge durch ein lokales Large Language Model erstellt. Ergebnisse: Insgesamt erzielten die adaptierten KI-gestützten Transkriptionen eine sehr gute Genauigkeit im Vergleich zu manuellen Transkriptionen und übertrafen größtenteils etablierte Software. Die Zuordnung der Sprecher*innen (Diarization) erfolgte ebenfalls zuverlässig. Die generierten Zusammenfassungen waren kohärent und fachlich relevant und die Diagnosevorschläge nachvollziehbar. Diskussionen und Schlussfolgerungen: Die explorative Arbeit demonstriert, wie psychotherapeutische Gespräche mit alltagstauglicher, lokaler und datenschutzkonformer Technologie automatisch protokolliert und weiterverarbeitet werden können. Dies kann Routineaufgaben erleichtern und neue Forschungsmöglichkeiten eröffnen.
Background: Childbirth can become a traumatic experience due to structural factors (e.g., negative experiences with medical staff) or individual ones (e.g., specific interpretations), which can lead to the development of post-traumatic stress disorder (PTSD). Trauma-focused cognitive behavioral therapy is effective for the treatment of PTSD and there is preliminary evidence of efficacy for PTSD following traumatic childbirth. Case Report: Mrs. G., on her own initiative, presented with symptoms of postpartum PTSD for individual outpatient therapy. The treatment was carried out according to the manual of Ehlers' [1999] cognitive therapy. At the end of the approximately one-year treatment, the PTSD symptoms were completely remitted, with Mrs. G. reporting a significant reduction in intrusions and a changed interpretation of many factors of the delivery situation. Conclusions: This case report shows an example of the use of Ehlers' [1999] cognitive therapy for PTSD following traumatic childbirth. The aim is to facilitate the application of trauma-focused therapy in this scenario for psychotherapists. (c) 2025 The Author(s). Published by S. Karger AG, Basel
Theoretical Background: Cognitive-behavioural therapy is the evidence-based first-line treatment for body dysmorphic disorder (BDD), but remission rates and treatment outcomes still need improvement. Knowledge about anticipated, disorder-specific challenges and therapeutic alliance is found in individual studies or at the manual level, although these are at the same time central adjusting screws for treatment success. Research Questions: What are the disorder-specific challenges in the treatment of BDD? How should the therapeutic alliance be structured? Method: In the qualitative-explorative study, semi-structured expert interviews were conducted with six psychotherapists with experience of BDD (five female, age: 42.66 years, SD = 7.60; number of BDD patients treated: 3-300), which were analysed using qualitative content analysis according to Mayring [Qualitative Inhaltsanalyse. Grundlagen und Techniken. Weinheim; 2015] with deductive (derived from research results and treatment manuals) and inductive category formation. Results: Twelve categories were identified as disorder-specific challenges, e.g., lack of/low insight or low treatment adherence. In shaping the therapeutic relationship, ten categories such as avoiding shaming or patience in building resulted. Conclusions: Some of the categories in the area of challenges (e.g., suicidality) and therapeutic alliance are rather transdiagnostic/cross-disorder than -specific. Similarly, these need special attention in BDD treatment and supervision as they contribute to case complexity and corresponding treatment implications.
Background: People with Long COVID (LC) continue to face difficulties in accessing appropriate care and often feel misunderstood, while the underlying mechanisms of this multi-systemic condition remain unclear. Due to these challenges, a needs-based app is to be developed that supports those affected in their daily lives, enables better self-organization, improves communication with healthcare providers, and facilitates access to relevant information.Methods: Quantitative surveys (N = 216) and qualitative interviews (N = 20) from LC-patients and professionals were conducted to analyze the impact of LC on health and daily life. The surveys included questions about symptom burden, everyday challenges, and the needs regarding digital tools. In addition, advantages and disadvantages of a digital app as well as desired features were recorded. Subsequently, the app was developed and systematic feedback was collected (N = 9). Results: Results showed general support for a free-to-access app in the LC field, particularly in the areas of symptom monitoring and administrative support. Privacy, accessibility, and ease of use were cited by participants as essential requirements.Discussion: In addition to the appreciative development process of the app, its functionalities and the visualization of results were particularly positively rated. The app was seen by LC patients and LC professionals as an important tool for self-organization and documenting the course of the illness.Conclusions: Further studies are needed to evaluate the acceptance, user-friendliness, and effectiveness of the app over time. (c) 2025 S. Karger AG, Basel
Introduction: Suicidal individuals regularly experience a state of ambivalence. However, little is known about the factors that influence this suicidal ambivalence. The present study aims to investigate the extent to which various protective factors-positive mental health, reasons to live, social support-are associated with suicidal ambivalence and whether suicidal ambivalence mediates the relationship between protective factors and suicidal ideation. Methods: A total of 226 adult participants with suicidal ideation (71.7% female, age: M = 23.53, SD = 5.7, range = 18-55) took part in an online study. Results: It was found that the wish to live fully mediated the relationship between suicidal ideation and reasons to live as well as social support; a partial mediation was found in relation to positive mental health. The wish to die partially mediated the relationship between suicidal ideation and the different protective factors. Discussion/ Conclusion: It can be concluded that reasons to live, social support and positive mental health are associated with a lower frequency/intensity of suicidal ideation when they go along with an increased wish to live and/or a diminished wish to die. The results underline the relevance of conceptualizing suicidal ambivalence as a bidimensional construct.