
das Editorial der Juniausgabe (Heinrich 2010) befasste sich mit den Grunden, auch englischsprachige Beitrage in die bisher rein deutschsprachige UWSF aufzunehmen. dies geschieht zum einen auf Grund der leserumfrage (Heinrich und Hollert 2009), deren Ergebnis in diesem Punkt eindeutig war (Heinrich 2010), zum anderen auf Wunsch der Herausgeber und des Verlages, die sich so eine grosere Bereitschaft der autoren erhoffen, vor allem auch originalarbeiten in UWSF zu publizieren; hinzu kommt der Wunsch, das hohe Potenzial von Springer fur Vertriebswege vor allem auch auserhalb des deutschsprachigen Bereiches zu nutzen. Mit einem Wort, unsere Zeitschrift will und soll expandieren. Zahlreiche Zeitschriften haben lange vor uns ihre Sprache auf Englisch umgestellt, auf die unterschiedlichste Weise. Einige haben ubergangsweise beide Sprachen zugelassen, indem die deutschsprachigen Beitrage ubersetzt wurden – z. B. bei „Fresenius’ Zeitschrift fur analytische Chemie“ und „lebensmittel-Untersuchung und -Forschung“, beides Springer Zeitschriften – um dann ganz auf Englisch uberzugehen. Hinzu kommt, dass eine Zeitschrift den Zeitstromen unterliegt, ja unterliegen muss, sonst wird sie von ihnen uberrollt; und diese Zeitstrome sind nun einmal angloamerikanisch orientiert. 2 UWSF wird zu einer europaischen Zeitschrift
Der SETAC-GLB fördert seit mehreren Jahren den wissenschaftlichen nachwuchs durch die Verleihung von Förderpreisen. Die Preise werden jeweils im rahmen der Jahrestagungen überreicht. Die beste eingereichte Doktorarbeit wird hierbei mit einem Förderpreis in Höhe von 3000 € und die beste Diplomoder Masterarbeit mit einem Förderpreis in Höhe von 1000 € gewürdigt. Die Preisverleihung fand auf der Jahrestagung 2009 der SETAC-GLB in München-Weihenstephan statt, auf der den Preisträgern auch die Möglichkeit geboten wurde, ihre Arbeiten einem größeren Publikum vorzustellen. Der Preis für die beste Doktorarbeit wurde vom Verband der Chemischen Industrie e. V. (http://www. vci.de) gestiftet. Für die nachwuchsförderpreise 2009 hatten sich insgesamt 15 Kandidatinnen und Kandidaten mit acht Doktorarbeiten und sieben Diplomarbeiten beworben. Die Auswahl der besten Arbeiten erfolgte durch die Mitglieder des Vorstandes des SETAC-GLB in einem zweistufigen Verfahren. Für die Auswahl der preiswürdigen Arbeiten waren die hohe wissenschaftliche Qualität sowie eine klare Darstellung der verwendeten Methoden und der erzielten Ergebnisse ausschlaggebend. Eine ansprechende und übersichtliche Strukturierung der Arbeit war ebenso wichtig wie eine aussagefähige Diskussion mit einer kritischen Bewertung der eigenen Ergebnisse. Es war auch in diesem Jahr wieder eine spannende Herausforderung für die Jury, die Preisträger aus den eingereichten Arbeiten auszuwählen. Das breite Themenspektrum aus allen Gebieten der Ökotoxikologie und Umweltchemie und die durchweg hohe Qualität der Bewerbungen machte die Entscheidung nicht leicht. Die Wahl fiel auf zwei Arbeiten aus dem umweltanalytischen Bereich und aus dem Themenfeld der Wirkungsforschung. Der Vorstand der SETAC-GLB gratuliert den Preisträgern 2009:
Die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) verfolgt mit dem Konzept des guten ökologischen Zustands einen Immissionsbewertungsansatz, der die Exposition der Lebensgemeinschaft gegenüber Schadstoffen implizit berücksichtigt. Allerdings lässt das Expositionskonzept konsequente Verknüpfungen mit Nahrungsketten und Stoffzyklen vermissen, bei denen Sedimente und Schwebstoffe eine erhebliche Rolle spielen. Dies macht sich sowohl in den Monitoringkonzepten als auch in den Bewertungsansätzen bemerkbar. Dieser Artikel soll die wesentlichen Herausforderungen auf dem Weg zu einer prozessorientierten Herangehensweise identifizieren.
Feinpartikel bedeuten fur die Wasserwirtschaft und Hydrologie eine standige Herausforderung, denn sie storen die Wassernutzung, sind aber untrennbar mit unseren Gewassern verbunden. Den Wissenschaftlern ist es bisher nicht gelungen, Verhalten und Eigenschaften von Feinpartikeln so gut zu verstehen, dass dieses Thema von der internationalen Forschungsagenda verschwinden konnte. Uber 60 Teilnehmer aus Universitaten, Fachhochschulen, Forschungseinrichtungen, Behorden, Umweltamtern, Firmen und Ingenieurburos fanden sich daher am 8. Oktober 2009 zu einem Fachseminar in Trier ein, in dem ein internationales Forschungsthema und regionale wasserwirtschaftliche Probleme aufeinandertrafen. Es war das siebte Treffen der Seminarreihe „Regionale Wasserwirtschaft in Theorie und Praxis“, deren Veranstaltungen seit 2002 an wechselnden Standorten in Trier und Luxemburg durchgefuhrt werden. In vertiefender Ruckund Zusammenschau des Fachseminars wurde die in dieser Ausgabe erscheinende Beitragsreihe „Relevanz von Feinpartikeln in Hydrologie und Wasserwirtschaft“ entwickelt. Die Autoren dieses Editorials sind als Organisationskomitee der Tagung die mitverantwortlichen Herausgeber der einzelnen Beitrage. Im Beitragsblock „Naturliche Systeme“ werden die Interaktionen von physikalischen, chemischen und biologischen Prozessen betont, welche die Feinpartikeldynamiken steuern. Der Analyse des Transportverhaltens und der Identifikation von Feinpartikelquellen und -senken kommt im Kontext eines einzugsgebietsweiten Sedimentmanagements besondere Bedeutung zu und wird zukunftig bei gewasserschutzrelevanten Masnahmen in der europaischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) an Einfluss gewinnen. Kurtenbach et al. von der Universitat Trier stellen in ihrem Beitrag die wichtigsten Erkenntnisse und Forschungsdefizite heraus. Durch kleinraumige Strukturen im Bachbett laufen Erosion und Sedimentationsprozesse gleichzeitig ab, was jedoch schwer zu modellieren ist. Ungeklart sind die kurzzeitige Zwischenspeicherung und die Rolle des hyporheischen Interstitials sowohl fur den Transport des Feinmaterials selbst als auch fur den Schadund Nahrstofftransport und die gesamte okologisch-toxikologische Bewertung. Breitung und Keller von der Bundesanstalt fur Gewasserkunde in Koblenz gehen das Problem des Baggergutes an. Abgelagerte Feinsedimente storen unter anderem den Schiffsverkehr und mussen beseitigt werden. Das allein ist schon aufwendig genug, aber wenn das Baggergut zusatzlich kontaminiert ist – eine typische Situation in Flussha10.1007/s12302-010-0169-7
Die Siedlungsentwässerung ist mit hohen Frachtanteilen an der Schadstoffbelastung von Gewässersystemen beteiligt. Ausschlaggebend hierfür sind die über Mischwasserentlastungen und Regenwassereinleitungen eingetragenen Partikel, die als Transportmatrix für anthropogene Schadstoffe (z. B. Schwermetalle, MKW, PAK u. a.) im Siedlungsabfluss fungieren.
gaiac was founded in 2003 as a research institute affiliated to the RWTH Aachen University with a research focus on the effects of anthropogenic influences on aquatic and terrestrial biocoenoses. gaiac as a small and medium enterprise (SME) operates in close cooperation with the Institute for Environmental Research at Aachen University which provides the chairman and further members of the board of the association. The members of the board are: • Prof. Dr. Andreas Schaffer (chair) • Prof. Dr. Hans Toni Ratte (vice chair) • Dr. Martina Ros-Nickoll • Prof. Dr. Henner Hollert • Dr. Monika Hammers-Wirtz (managing director) The registered association gaiac is supported by a research advisory committee composed of experts from academia, industry and different authorities. Currently we have 14 employees, corresponding to seven full-time equivalents. gaiac research activities (Fig. 1) include • ecological and ecotoxicological lab and field investigations • ecological modelling • development of environmental decision support systems The institute is involved in many joint research projects (supported, e. g., by BMBF, UBA, EU) and offers R&D services to industrial partners, different authorities and water associations. Combining experimental research in the fields of “aquatic ecology”, “terrestrial ecology” and “ecotoxicology” with the development and application of corresponding models is a unique strength of the institute. This is carried out in a truly inter-disciplinary research environment by collaboration with several faculties at RWTH Aachen University and external institutes. 10.1007/s12302-010-0150-5
Hintergrund, Ziel und Zweck Die Anwendung von Nanosilber nimmt zwar stetig zu, doch die Kenntnisse zum Vorkommen nanoskaligen Silbers in Abwässern und zum Verhalten in Kläranlagen sind gering. Untersuchungen unter realen Betriebsbedingungen fehlen sogar vollständig. In der vorliegenden Studie wurde Nanosilber mit folgenden Zielen untersucht: 1) Hemmung der Nitrifikationsleistung im Belebtschlamm einer Kläranlage, 2) Erstellung einer Massenbilanz für Nanosilber in einer Pilotkläranlage und 3) Verifizierung der Bilanz durch eine Untersuchung in einer realen kommunalen Kläranlage, in die durch einen Indirekteinleiter partikuläres Silber eingetragen wird.
Background In recent years, sediments have become a central topic of scientific and public discussion as an important factor for determining water quality. While the quality of surface waters in Germany has significantly improved during the past years, highly contaminated sediments still create a considerable threat to the quality of several European catchment areas.
Im Netzwerk Elektromobilitaet des Landes Rheinland-Pfalz kooperieren vier staatliche Forschungsinstitutionen aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland, um in einem interdisziplinaeren Wissenschaftsverbund Themenstellungen zum Betrieb von Elektrofahrzeugen zu bearbeiten. Dazu sollen auch Demonstrationsprojekte in Form von Feldstudien und -tests mit Elektrofahrzeugen durchgefuehrt werden. Zielsetzung des Netzwerks ist es, die moeglichen Vorteile von Elektrofahrzeugen zu beschreiben und zu quantifizieren sowie Konzepte fuer den Einsatz von Elektrofahrzeugen in Deutschland zu entwickeln. Im laendlich gelegenen Raum angesiedelt ist das Demonstrationsprojekt Nachhaltige Mobilitaet am Umweltcampus Birkenfeld, der als Nullemissionsstandort ueber vielfaeltige Moeglichkeiten der erneuerbaren Stromerzeugung verfuegt. Dort wird der Einsatz von Elektrofahrzeugen als Dienst- und Car-Sharing-Fahrzeuge getestet (auch in e-conversion). Weiterhin werden die Moeglichkeiten des Managements von Elektrofahrzeugen und der erneuerbaren Stromerzeugung am Campus im Rahmen eines micro-grid untersucht und es werden insbesondere emissionsarme und ressourcenschonende Antriebsalternativen fuer groessere Entfernungen in den Focus genommen, damit ein umfassendes Bild der Umwelt- und Ressourceneffizienz entsteht.
Hintergrund, Ziel und Bereich Das Moosmonitoring liefert seit 1990 alle fünf Jahre flächendeckende Informationen über die Anreicherung atmosphärischer Depositionen von Metallen in Moosen. Seit 2005 wird auch die Stickstoffanreicherung erfasst. Bund und Länder führen das Moosmonitoring arbeitsteilig in dem International Cooperative Programme on Effects of Air Pollution on Natural Vegetation and Crops (ICP Vegetation) durch. Dieser Artikel behandelt die Kartierung der zeitlichen Entwicklung der Metallanreicherung in Mecklenburg-Vorpommern seit 1990, die Stickstoffanreicherung 2005 sowie die räumliche Varianz der Metallbioakkumulation in Abhängigkeit von Eigenschaften der Probeentnahmestellen und ihrer Umgebung unter Berücksichtigung der modellierten Cd-, Hg- und Pb-Gesamtdeposition (EMEP).
Der Beitrag ist aus einem Vortrag hervorgegangen, den der Verfasser am 23. 9. 2009 bei der Jahrestagung der Gesellschaft Deutscher Chemiker, Fachgruppe Umweltchemie und Ökotoxikologie, in Trier gehalten hat. Wenngleich gewichtige Sachgründe für eine fachübergreifende rechts- und naturwissenschaftliche Kooperation sprechen, so stellt sie doch in der gegenwärtigen universitären Forschungslandschaft eher eine Rarität dar. Zu den Ursachen hierfür gehört, dass eine derartige Kooperation mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden ist, die aus der zunehmenden Spezialisierung der Wissenschaft und der damit einhergehenden Herausbildung divergierender Fächerkulturen resultieren. Hinzu kommt, dass die aktuelle Drittmittelförderung, die nicht zuletzt auf die Initiierung und Intensivierung von Interdisziplinarität zielt, auf Rechtswissenschaftler nur eine vergleichsweise geringe Anreizwirkung ausübt. Doch mehren sich die Anzeichen dafür, dass sich hier alsbald ein Wandel vollzieht. Das Chemikalienrecht bietet jedenfalls (ebenso wie beispielsweise das Naturschutzrecht) etliche Ansatzpunkte für sachlich ertragreiches kooperatives Zusammenwirken von Rechts- und Naturwissenschaftlern.
Für einen sicheren Umgang mit Chemikalien ist es notwendig, die Risiken durch verschiedene Anwendungen zu identifizieren. Erst dann können gegebenenfalls vorhandene schädliche Auswirkungen auf Mensch und Umwelt durch geeignete Maßnahmen reduziert werden. Eine wesentliche Grundlage der Bewertung bilden intrinsische Stoffeigenschaften und ihre Identifizierung. Umfassende Expositionsbetrachtungen folgen. REACH und GHS liefern neue Instrumente, die durch höhere Anforderungen an Informationsqualität und Transparenz sowie Harmonisierung dazu beitragen können, Risikomanagementmaßnahmen (RMM) zu optimieren. Mit dem Inkrafttreten der CLP-Verordnung zur Umsetzung des GHS in der EU am 20. 1. 2009 ist die im Weißbuch zur Europäischen Chemikalienpolitik 2001 vorgeschlagene Neuordnung des Chemikalienrechts auf der regulatorischen Ebene abgeschlossen.
Schon vor mehr als zehn Jahren wurden unter der Federführung der BfG Handlungsanweisungen für den Umgang mit Baggergut im Geltungsbereich der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung erstellt, wobei die zu betrachtenden Sedimente vorrangig hinsichtlich ihrer Qualität zu beurteilen sind. Die möglichen Auswirkungen auf die Umwelt an der Entstehungs- und Umlagerungsstelle sind dabei immer unter ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten zu bewerten.
Hintergrund und Ziel Auch in Zukunft wird die Belastung der Wälder Bayerns durch erhöhte bodennahe Ozonkonzentrationen undvermehrte Sommertrockenheit infolge des Klimawandels zunehmen. Für ein solches Szenario werden Ertragseinbußen prognostiziert. Die Wirtschaftsbaumart Buche (Fagus sylvatica L.) wird im Klimawandel aufgrund ihrer breiten ökologischen Amplitude als sehr anpassungsfähig eingeschätzt, wegen der Kombinationswirkung der Einflussgrößen Trockenheit und Ozonbelastung ist die Buche jedoch besonders hohen Risiken ausgesetzt. Ziel der Studie ist es, das überregionale Risiko für Bayerns Wälder durch die Ozonbelastung anhand verschiedener Bewertungskonzepte insbesondere in einem extremen Trockenjahr am Beispiel 2003 im Vergleich mit einem klimatisch durchschnittlichen, eher feuchten Jahr (2002) zu ermitteln. Darüber hinaus werden die verwendeten Bewertungskonzepte diskutiert und Weiterentwicklungen für eine mehr standortspezifische Risikobeurteilung empfohlen.
Absicht Im Rahmen der Luftreinhaltekonvention werden Moose zur europaweiten Kartierung der Bioakkumulation von Schwermetallen und Stickstoff verwendet. Hierzu werden alle fünf Jahre Moose gesammelt und chemisch analysiert. Diese Daten werden in dem vorliegenden Artikel für die Natura-2000-Gebiete Deutschlands (SCI) ausgewertet.
Hintergrund, Ziel und Bereich In die Atmosphäre emittierte Stoffe gelangen durch atmosphärische Deposition zurück auf die Erdoberfläche. Dort wird die Anreicherung von Schwermetalldepositionen seit 1990 alle fünf Jahre europaweit in den UNECE ICP Vegetation Heavy Metals in Mosses Surveys gemessen, seit 2005 auch die Stickstoffakkumulation. Gegenstand der vorliegenden Untersuchung ist die Kartierung der Metall- und Stickstoffanreicherung in Sachsen seit 1990 bzw. seit 2005, die Beschreibung der räumlichen Varianz der Metallbioakkumulation in Abhängigkeit von Eigenschaften der Moosbeprobungsstellen und ihrer Umgebung sowie erstmals auch die Verknüpfung der Stoffgehalte in den Moosen mit denen der europaweit flächendeckend modellierten Gesamtdeposition von Cadmium (Cd), Blei (Pb) und Quecksilber (Hg).