
Die Hashimoto-Enzephalopathie (HE) auch bekannt als steroidresponsive Enzephalopathie assoziiert mit Autoimmunthyreoiditis (SREAT) ist eine seltene, jedoch aufgrund mangelndem Bewusstsein und unklaren Diagnosekriterien möglicherweise unterdiagnostizierte Erkrankung. Die Symptomatik ist vielfältig und kann von leichter kognitiver Beeinträchtigung bis zum Status epilepticus reichen, oftmals zeigen sich Wesensveränderungen, Verwirrtheit, subakute kognitive Defizite, Krampfanfälle, Bewegungsstörungen sowie psychiatrische Symptome wie Halluzinationen, Wahn und Depressionen. Im hier dargestellten Fall wird die Symptomatik und differenzialdiagnostische Überlegung einer HE am Beispiel einer 40-jährigen Patientin diskutiert, die mit akustischen Halluzinationen, depressiver Verstimmtheit, regelmäßigen Anfällen und kognitiven Defiziten zur stationären Aufnahme kam.
Im klinischen Alltag werden insomnische Störungen oft nur als Symptome einer zugrundeliegenden Haupterkrankung wahrgenommen und meist als nicht besonders relevant im Hinblick auf eine gründliche Abklärung und spezifische Therapie angesehen.
Antipsychotika werden zur Behandlung psychotischer Symptome im Rahmen schizophrener und affektiver Erkrankungen eingesetzt. Ein direkter Zusammenhang zwischen erhöhter dopaminerger Aktivität und einer Steigerung des sexuellen Verlangens und der sexuellen Aktivität ist in Tierversuchen und auch aus Beobachtungen bei Menschen gut belegt. Vergleichsweise wenig beforschte und beachtete sind medikamentös ausgelöste Störungen des Sexuallebens. Im Gegensatz zur antipsychotischen Wirkung und extrapyramidal-motorischen Nebenwirkungen ist für sexuelle Nebenwirkungen keine Dosis-Wirkungs-Beziehung bekannt. Das kann daran liegen, dass Antipsychotika auf unterschiedlichen Ebenen in das Sexualerleben eingreifen. Eine Störung des Sexuallebens kann auf sozialer, psychischer, zentralnervöser, oder peripher-organischer Ebene vorhanden sein. Diese Ebenen sind eng miteinander verwoben und beeinflussen sich gegenseitig. Eine Sexualstörung besteht daher in den Regel aus einer Kombination von Dysfunktionen auf mehreren dieser Ebenen.
Frühe Beziehungs- und Interaktionserfahrungen bauen eine psychische Struktur auf, die dem Kind eine relativ optimale Anpassungsfähigkeit an die altersgemäßen Entwicklungsaufgaben ermöglicht. Jeder neue Entwicklungsschritt baut auf vorhergehende Erfahrungen auf. Strukturelle Defizite können sich in Störungen der Anpassungsleistungen, der Selbstregulation und Selbstorganisation auswirken. Die Eltern-Kleinkind-Intervention ist eine Möglichkeit, sehr kleinen Kindern und ihren Eltern therapeutisch zu helfen. Der hohe präventive Nutzen liegt im Wissen, dass sich frühe emotionale Erfahrungen sowohl auf die psychische als auch die körperliche Gesundheit auswirken. Eine positive und tragfähige Beziehungserfahrung mit zumindest einer Person ist ein wichtiger Schutzfaktor in der Entwicklung des Kindes. Studien belegen den positiven Zusammenhang zwischen einer sicheren Bindung und der späteren Schulleistung. Keine noch so früh ansetzende intellektuelle Förderung kann eine stabile emotionale Bindung zu einer Beziehungsperson ersetzen. Eltern-Kleinkind-Interventionen sind daher eine wichtige präventive Maßnahme mit lebenslänglichen Auswirkungen.
Ein demenzielles Syndrom und eine parkinsonoide extrapyramidalmotorische Symptomatik sind häufig assoziiert. Allgemein etablierte Konsensuskriterien erlauben die Diagnose einer Lewy-Körper-Demenz – allerdings schließt diese auf klinischen Kriterien basierende Diagnose auch die Diagnose einer Demenz anderer Ätiologie nicht aus. Im klinischen Alltag treten häufig Mischformen mit begleitender Alzheimer-Erkrankung oder vaskulärer Enzephalopathie auf.
Die Frontallappenepilepsie ist nach der Temporallappenepilepsie die zweithäufigste fokale Epilepsieform. Die Diagnose von Frontallappenanfällen stellt oft eine besondere Herausforderung dar, da die Anfallssemiologie in Abhängigkeit von den involvierten kortikalen Arealen stark variieren kann und zudem das Oberflächen-EEG keine epilepsietypischen Veränderungen aufweisen muss. Aufgrund ihrer fallweise sehr bizarr anmutenden klinischen Präsentation ist die Abgrenzung von psychogenen, nicht epileptischen Anfällen mitunter schwierig. Bei schlafgebundenem Auftreten der iktalen Ereignisse sind differenzialdiagnostisch auch Parasomnien in Betracht zu ziehen. Bei Therapieresistenz ist frühzeitig eine prächirurgische Abklärung indiziert.
Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen weltweit und verursachen oft erhebliche funktionelle Beeinträchtigungen. Die generalisierte Angststörung ist in der Grundversorgung die am meisten beeinträchtigende Angststörung. Der Grad der Behinderung bei einer generalisierten Angststörung ist vergleichbar mit der einer schweren Depression und ähnelt chronischen körperlichen Erkrankungen wie Magen-Darm-Geschwüren, Arthritis, Asthma und Diabetes mellitus. In der täglichen Praxis treten Angsterkrankungen nur selten isoliert auf. Affektive Störungen und Abhängigkeitserkrankungen stellen häufige Komorbiditäten dar, die einen erheblichen Einfluss auf die klinische Symptomatik und den Behandlungsansatz haben. Dabei haben sich sowohl psychotherapeutische als auch pharmakologische Techniken als wirksame therapeutische Strategien erwiesen.
Die endovaskuläre Therapie des akuten ischämischen Schlaganfalls stellt bei Patienten mit schweren klinischen Defiziten und einem proximalen Gefäßverschluss eine die intravenöse Thrombolyse ergänzende oder (bei Kontraindikationen gegen die systemische Lyse) alternative Behandlungsoption dar. Derzeit hat sich (bei fehlenden Kontraindikationen gegen die systemische Thrombolyse) die Kombination mit der mechanischen Thrombektomie in Form sogenannter Stent-Retriever als effektiv und sicher erwiesen. Bis zum Nachweis der Überlegenheit in bestimmten Patientengruppen gegenüber der alleinigen intravenösen Thrombolyse sollten die endovaskulär behandelten Patienten sorgfältig in registerbasierten Studien dokumentiert werden.
ZusammenfassungDie behaviorale frontotemporale Demenz (bvFTD) ist bei Patienten vor dem 65. Lebensjahr die zweithäufigste Demenzerkrankung nach der Alzheimer-Erkrankung. Die frontotemporalen Atrophien können sich in Form zweier klinischer Subtypen manifestieren. Entweder stehen bei der behavioralen FTD klinisch Verhaltens-, und Persönlichkeitsveränderungen im Vordergrund oder bei der primär progredienten Aphasie eine Störung von Sprachverständnis und -produktion. Eine sichere Diagnose kann bisher nur post mortem mit Hilfe der Neuropathologie oder durch den Nachweis einer genetischen Mutation erfolgen. Zur Diagnosestellung werden neben der klinischen Einteilung derzeit Bildgebungsverfahren (MRT und FDG-PET) zur Beurteilung des Frontal-, und Temporallappens ergänzt. Die Untersuchung von Tau, Amyloid-ß und der Neurofilamente kann zur Abgrenzung einer Alzheimer-Erkrankung erfolgen.