
Am wichtigsten EU-Klimaschutzinstrument, dem Emissionshandel, gibt es zunehmend Kritik. Aber auch die Reform der Richtlinie für Maße und Gewichte zeigt, wie kompliziert die Suche nach Anreizen für nachhaltigeren Verkehr ist.
Der Beitrag nutzt Daten einer Panelbefragung im Ruhrgebiet, um die Entwicklung des Zeitkartenbesitzes,der Verkehrsmittelnutzung und ausgewählter verkehrspolitischer Meinungen von 2022 bis 2025, also seit kurz vor der Einführung des 9-Euro-Tickets, zu untersuchen. Dabei wird auch nach Neukunden, Stammkunden, Nicht-Kunden und „Schnupperkunden“ des 9-Euro-Tickets differenziert. Die Ergebnisse zeigen einen deutlichen Anstieg des Zeitkartenbesitzes, eine hohe und seit der Einführung des DT noch zunehmende Unterstützung für das Angebot, aber kaum Veränderungen der Verkehrsmittelnutzung. Demnach scheint die Zunahme des Ticketbesitzes im Gesamtbild eher auf Kannibalisierungseffekte als auf Verkehrsverlagerung zurückzuführen zu sein. Dies verdeckt allerdings die gegenläufigen Tendenzen zwischen Neukunden (zunehmende ÖPNV-Nutzung) und Stammkunden (abnehmende ÖPNV-Nutzung).
Dieses Papier untersucht die institutionelle und organisatorische Neugestaltung des deutschen Schienenpersonenfernverkehrs (SPFV) im Kontext der geplanten Einführung des Deutschlandtaktes. Unter Anwendung der Neuen Institutionenökonomik (NIÖ) werden vier Modelle – Mischmodell, Auktionsmodell, Konzessionsmodell und Direktvergabe des Gesamtnetzes – anhand von sechs Bewertungskriterien verglichen. Ergänzt durch Experteninterviews zeigt die Analyse, dass das Konzessionsmodell die ausgewogenste Lösung hinsichtlich Effizienz, Steuerbarkeit und Umsetzbarkeit bietet. Es wird empfohlen, dieses Modell durch einen bundesweiten Aufgabenträger schrittweise einzuführen, um den Deutschlandtakt realisierbar zu machen.
Zwei Länder, eine Fahrt, eine App, ein Preis: Zwischen Köln Hauptbahnhof und Maastricht können Fahrgäste im Nahverkehr mit der naveo App modernes E-Ticketing nutzen und damit ohne Tarif- und Technikbrüche grenzüberschreitend reisen. easyConnect heißt das System, das der Aachener Verkehrsverbund (AVV) im Rahmen der ÖPNV Digitalisierungsoffensive NRW und mit Partnern auf niederländischer Seite 2022 an den Start gebracht hat und seitdem fortlaufend weiterentwickelt. Es verknüpft die länderspezifischen Ticketsysteme ohne Anpassung bestehender Tarifstrukturen und erprobt die Umsetzung grenzüberschreitender Prinzipien des Account Based Ticketings (ABT). Damit eröffnen sich echte Chancen für einen interoperablen Nahverkehr in Europa.
Eine ineffiziente Nutzung der Parkflächen in industriellen Liegenschaften kann betriebliche Abläufe stören, Emissionen erhöhen und den Verkehrsfluss behindern. Technische Systeme zur Kontrolle der Parkflächen und Steuerung der Belegung können die Auslastung des Parkraums verbessern. Traditionelle, sensorbasierte Systeme weisen jedoch in dynamischen Umgebungen oft eine unzureichende Präzision und Skalierbarkeit auf. KI-gestützte Kamerasysteme bieten die Möglichkeit, die Parkplatzbelegung in Echtzeit genauer zu erfassen und verschiedene Fahrzeugtypen zu unterscheiden. Dies führt zu einer effizienteren Nutzung der Parkflächen und zu einer Optimierung des Parkplatzmanagements, was wiederum die Förderung nachhaltiger Lösungen unterstützt.
Nachhaltige Mobilitätsplanung steht in ländlichen Räumen vor großen Herausforderungen. Interkommunale Kooperationen können bei der Erarbeitung von Instrumenten und Konzepten zur Verbesserung ländlicher Mobilität unterstützt. Ausgehend von bestehenden planerischen Ansätzen und ihrer Finanzierung werden Vorschläge abgleitet, wie Mobilitätsplanung mit anderen Disziplinen verzahnt und Förderprogramme sowie Finanzierungsstrukturen gestaltet sein sollten, um nachhaltige Mobilitätsangebote in ländlichen Räumen langfristig zu sichern.
Die neuen Finanzierungsbedingungen des Deutschlandtickets (DT) zwingen Verkehrsunternehmen dazu, bestehende Absatzpotenziale zu bestimmen und konsequent auszuschöpfen. Mittels unterschiedlicher Analyseverfahren werden die Absatzpotenziale für das DT berechnet, wobei größere Bestandseffekte durch eine Flexibilisierung der Tarifkonditionen, durch eine kostenlose Kindermitnahme und durch ein preisgünstiges Seniorenticket wirtschaftlich erschließbar sind und bestehende bzw. geplante Aktivitäten im Bereich DT Jobtickets ergänzen. Insgesamt erscheint es möglich, nicht nur den Bestand des DT um 3-4 Mio. Tickets zu erhöhen, sondern auch die Einnahmensituation der Unternehmen zu verbessern.
Im Rahmen der Studie werden die Auswirkungen adaptiver Beleuchtungskonzepte von Radverkehrswegen im ländlichen Raum untersucht. Hierfür wird das Sicherheitsgefühl der Radwegnutzenden und deren Einstellung zur Reduktion von Lichtverschmutzung erhoben. Zur Minimierung ökologischer Folgen künstlichen Lichts können Straßenleuchten mit Photovoltaik und Bewegungsmeldern bedarfsgerecht betrieben werden. Die Ergebnisse zeigen, dass adaptive Beleuchtung das Sicherheitsempfinden aller Befragten verstärkt. Nur die Minderheit stellt die Reduktion von Lichtverschmutzung über das eigene Sicherheitsgefühl.
In Deutschland gibt es über 49 Millionen Pkw, Tendenz steigend. Im Schnitt werden diese weniger als eine Stunde am Tag bewegt. Gerade im Hinblick auf einen zukunftsweisenden Stadtumbau stellt sich die Frage, wie mit dem hohen Flächenverbrauch durch den ruhenden Verkehr umgegangen werden kann. In diesem Zusammenhang rücken großflächige Parkplätze in den Blick. Der vorgeschlagene Beitrag stellt Ergebnisse aus einem Ressortforschungsprojekt des Bundes vor, das großflächige Parkplätze erfasst, klassifiziert und auf dieser Grundlage konkrete Transformationspotenziale ableitet.
Floating Car Data (FCD) sind GPS-Daten, die von fahrenden Fahrzeugen gesammelt werden. Diese Daten werden mithilfe von Onboard-Units und Navigationssystemen erfasst und datenschutzkonform aufgezeichnet. Eine klassische Nutzungsmöglichkeit von FCD ist die Visualisierung von Verkehrsflüssen und Staus im Straßennetz. Dieser Artikel prüft die Einsatzmöglichkeiten von FCD in der klassischen Verkehrsplanung: Können FCD anstelle von örtlichen Verkehrszählungen genutzt werden, um den täglichen Quellund Zielverkehr eines Quartiers zu erfassen?
Mit den beiden Forschungsprojekten HFTmobil und HFTmobil2.0 beschreitet die HFT Stuttgart neue Wege in der Mobilitätsforschung. Anhand einer ganzheitlichen Befragung wurde das Mobilitätsverhalten am Campus erfasst. Die erarbeiteten Konzepte beziehen alle Hochschulangehörigen mit ein und schaffen nachhaltige Lösungen für den Weg zum Campus. Ergänzend werden die Ergebnisse dieser Mobilitätsforschung in die Stadtgesellschaft getragen und in gemeinsamen Projekten mit internationalen Partnern länderübergreifende Betrachtungen der Herausforderungen der Verkehrs- und Mobilitätswende beleuchtet.
Mobilität ist zentral für unser Leben, stellt jedoch auch eine große Herausforderung für die nachhaltige Stadtentwicklung dar. Neben technologischen Entwicklungen erfordert der Weg zur klimaneutralen Stadt auch einen gesellschaftlichen Wandel. Im Reallaborprojekt „MobiQ“ wird an drei Orten untersucht, wie Bürger:innen und lokale Akteur:innen gemeinsam nachhaltige Mobilität gestalten können. Ziel ist es, die Alltagsmobilität zu verändern, gesellschaftliche Teilhabe zu fördern und das Bewusstsein für innovative Mobilitätslösungen sowie alternative Nutzungen des öffentlichen Raums zu stärken.
Die Förderrichtlinie zur Vernetzten Mobilität und zum Mobilitätsmanagement (FöRi-MM) ist ein wichtiger Baustein zur finanziellen Förderung von Maßnahmen der lokalen Mobilitätswende und findet über die Landesgrenzen Nordrhein-Westfalens hinaus Beachtung. In diesem Beitrag werden die Ergebnisse einer aktuellen Evaluationsstudie präsentiert und die zentralen Charakteristika der Förderrichtlinie herausgearbeitet. Zudem werden die im Juli 2025 in Kraft getretenen Neuerungen diskutiert.
Mobilität bildet das Fundament für Wirtschaft und Gesellschaft, stellt aber zugleich eine große Herausforderung für die nachhaltige Entwicklung urbaner und ländlicher Räume dar. Die Mobilitätswende kann jedoch nur im Miteinander von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gelingen. Das Projekt MobiQ zeigt, wie bürgerschaftliches Engagement, lokale Experimente und transdisziplinäre Forschung zusammenwirken können, um nachhaltige Mobilitätslösungen zu entwickeln. In drei Kommunen entstanden praxisnahe Ansätze, die im Buch „Mobilität gemeinsam gestalten – In 10 Schritten“ dargestellt sind.
In Deutschland bisher einmalig durch das Modell der getrennten Ersteller- und Bestellerfunktion hat traffiQ, die lokale Nahverkehrsgesellschaft der Stadt Frankfurt am Main, völlig eigene Möglichkeiten, Nahverkehr zu gestalten. Mit Gründung des Bereichs Forschung und Innovation wurde 2021 eine zentrale Schnittstelle für Innovationsthemen zwischen den beauftragten Verkehrsunternehmen und städtischen Institutionen geschaffen. Nach nur vier Jahren blickt der Bereich bereits auf die erfolgreiche Umsetzung zahlreicher innovativer Projekte zurück und ist Impulsgeber für weitere.
Fahrermangel und hohe Energiekosten sind Gründe, weshalb Verkehrsbetriebe im ÖV das Angebot eher kürzen müssen als erweitern können – die Mobilitätswende gerät dadurch ins Stocken. Die Perspektive des Einsatzes fahrerloser Transportgefäße weckt bei vielen Verkehrsunternehmen das Interesse für den Einsatz der neuen Technologie der Fahrzeuge. Diese lässt jedoch auch hohe Kosten für zusätzliche Hard- und Software befürchten. Im folgenden Artikel wird eine Abschätzung mit dem Vergleich zu konventionellen Fahrzeugen und unter Berücksichtigung des Einsatzprofiles vorgenommen.
Haben Nachtzüge ein Nachfrageproblem? Vorgestellt wird eine Befragung aktueller und potenzieller Nutzenden in sechs europäischen Ländern. Sie zeigt durchaus Barrieren, v. a. bei der Informationsverfügbarkeit, doch belegen die Ergebnisse ebenso große Potenziale. So besteht sowohl unter Privat- als auch Geschäftsreisenden Interesse an Nachtzügen und auch bisherige Nutzungserfahrungen werden überwiegend positiv bewertet. Im Kontext wachsender internationaler Kooperationen verschiedener Verkehrsunternehmen und zunehmenden politischen Absichtserklärungen liefert dieser Beitrag empirische Argumente zur Unterstützung entsprechender Vorhaben.