
Da Implantate in der Zahnmedizin eine etablierte Behandlungsalternative darstellen, steigt deren Anwendung auch bei schwierigen und komplexen Fällen mit limitierter Knochenquantität und -qualität.
Der Transpalatinalbogen (TPA) als orthodontisches Hilfsmittel findet seine Anwendung in vielen klinischen Situationen. In seiner passiven Form dient er zur Unterstützung der posterioren Verankerung, während er in aktiver Form die Molarenstellung in allen drei Raumrichtungen beeinflussen kann. Der S-Garian („Savaria dent“) stellt eine alternative Form zum konventionell eingesetzten Goshgarian-TPA dar.
Der Fallbericht erläutert die wichtigsten diagnostischen und therapeutischen Schritte in der prothetischen Rehabilitation einer Patientin mit Funktionsstörungen im Kauorgan. Es bestanden Schmerzen und Reibegeräusche im linken Kiefergelenk sowie Tinnitus. Die Magnetresonanztomographie zeigte in beiden Kiefergelenken arthrotische Veränderungen sowie eine Diskusverlagerung ohne Reposition.
In der Zahnmedizin stellt die mundgesundheitsbezogene Lebensqualität (MLQ) ein neues Kriterium zur Beurteilung oraler Erkrankungen sowie von Therapieeffekten dar. Sie ergänzt die klinischen Parameter der Mundgesundheit um den subjektiv erlebten Mundgesundheitszustand des Patienten. Die Erfassung der MLQ bei Kindern und Jugendlichen wurde jedoch im Vergleich zu Erwachsenen lange vernachlässigt, ist aber in den letzten Jahren zunehmend in den Blickpunkt der Mundgesundheitsforschung gerückt. Seit jüngster Zeit gibt es nun die Möglichkeit, bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 11 bis 14 Jahren MLQ nicht nur international, sondern auch im deutschsprachigen Raum mithilfe des Child Perceptions Questionnaire zu messen. Im vorliegenden Übersichtsartikel werden das Instrument und seine Anwendungsmöglichkeiten vorgestellt.
Dentale Erosionen und erosiver Zahnhartsubstanzverlust erlangten innerhalb der letzten Jahre einen immer höheren Stellenwert für Zahnärzte, Wissenschaftler und auch Patienten. Dieses zunehmende Interesse ist auf den vorherrschenden Lebensstil, einen hohen Konsum erosionsfördernder Speisen und Getränke sowie auf in der westlichen industrialisierten Gesellschaft häufiger auftretende internistische Gesundheitsprobleme zurückzuführen. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die heutige Definition, die Entstehung, häufigste Risikofaktoren sowie die Diagnostik, Therapie und Prävention.
Der BioBiteCorrector® (BBC) ist ein intermaxilläres Non-Compliance-Klasse-II-Gerät. Als solches hat er die Vorverlagerung des Unterkiefers zur Aufgabe. Er ist ein Scharnier, das direkt auf die Bögen der Multibracket-Apparatur aufgebracht wird. Das Ziel dieser Studie war es zu eruieren, ob der BBC auf skeletaler und auch auf dentoalveolärer Ebene wirkt.
Zahnfehlanlagen treten bei Patienten mit Lippen-Kiefer-Gaumen(LKG)-Spalten vermehrt und speziell im Bereich der lateralen Schneidezähne auf. Ziel der vorliegenden retrospektiven Studie war es, die Patienten mit LKG-Spalten, die an der Universitätsklinik Innsbruck in Behandlung sind, auf Zahnanomalien zu untersuchen.
Verhaltensgewohnheiten im Mundbereich können zu Schäden an Zähnen und Kiefer führen, wenn sie intensiv ausgeführt werden. Beispiele solcher Habits sind Daumen- oder Fingerlutschen, Nägelkauen und Bruxismus. Im vorliegenden Beitrag werden deren Auftretenshäufigkeiten sowie Erklärungsmodelle und Interventionen beschrieben. Dabei wird diskutiert, welche Maßnahmen im Rahmen der zahnärztlichen Behandlung möglich und sinnvoll sind und in welchen Fällen weitergehende psychotherapeutische Hilfen angezeigt sind.
Der Zahnarzt wird von der Bevölkerung am häufigsten regelmäßig besucht, und der Mund ist eine ausgezeichnete Diagnosequelle für Fehlentwicklungen im Stoffwechsel. Darmerkrankungen, Bluterkrankungen und Kalziumstoffwechsel zeigen sich meist als Erstes in der Gingiva oder in erhöhter Kariesneigung. Der ganzheitlich denkende Zahnarzt hat daher eine zentrale Funktion in der Prophylaxe von Krankheiten. Bei schon bekannten Krankheiten ist die Belastung durch chronische Entzündungen oder Materialien aus dem Mund und deren Entfernung ein wichtiger Behandlungsbeitrag zur Grunderkrankung.
ZusammenfassungBesonders gingivale Rezessionen beeinträchtigen das ästhetische Erscheinungsbild nachhaltig. Der gleichmäßige girlandenförmige Verlauf der Gingiva ist einer der Schlüsselparameter für ein ästhetisches Empfinden. Während bei singulären Rezessionen der koronale Verschiebelappen als Standardtechnik klinisch vorhersagbar anerkannt ist, bleiben multiple Rezessionen eine Herausforderung für den Behandler. Bei Letzteren eignet sich die modifizierte Tunneltechnik in Verbindung mit einem subepithelialen Bindegewebetransplantat, um gingivale Rezessionen abzudecken und die natürlichen Gingiva-Zahn-Verhältnisse wiederherzustellen. Durch einen nahezu inzisionsfreien Zugang wird die Mobilität des bukkalen Weichgewebes erzielt und dadurch eine Koronalposition des bukkalen Komplexes ermöglicht. Speziell entwickelte scharfe Tunnelierungsinstrumente erleichtern das chirurgische Verfahren und sorgen für eine Reduktion intraoperativer Komplikationen, wie Perforationen und Rupturen. Die modifizierte Tunneltechnik zeigt hervorragende ästhetische Ergebnisse mit nahezu narbenloser Abheilung.
Die Rolle des okklusalen Traumas in der Pathogenese der Parodontitis war Gegenstand vieler Untersuchungen. Sowohl Tierstudien als auch klinische Studien brachten unterschiedliche Ergebnisse. Bis heute bleibt die Frage offen, welche klinische Bedeutung die Beseitigung okklusaler Interferenzen im Rahmen der Parodontitistherapie hat. Ebenso ist weiter ungeklärt, welchen Stellenwert die Früherkennung von okklusalen Traumen in der Parodontologie einnimmt.
Es sind nun mehr als 12 Jahre seit den ersten Publikationen über die medikamentenassoziierte Osteonekrose des Kiefers (MRONJ) vergangen. Der Mangel an wissenschaftlich fundierter Information hat in dieser Zeit häufig zu Fehlinformationen und Ängsten bei Patienten und auch bei Ärzten/Zahnärzten geführt. Eine MRONJ ist zweifelsfrei eine schwerwiegende Erkrankung der Mundhöhle mit starker Beeinträchtigung der Lebensqualität. Sie kann als Therapiefolge nach Behandlung von malignen und benignen Knochenerkrankungen mit Bisphosphonaten, Denosumab oder Bevacizumab (Angiogenesehemmer) auftreten. Die MRONJ ist eine seltene Erkrankung und tritt in erster Linie bei onkologischen Patienten (1–15 %) auf, die in kürzeren Abständen und mit hohen Dosen behandelt werden. Hier überwiegt der nachgewiesene Nutzen einer Behandlung mit antiresorptiv wirkenden Medikamenten meist bei Weitem die potenziellen Risiken der Entstehung einer MRONJ. Insbesondere onkologische Patienten sollten vor Behandlungsbeginn zahnärztlich versorgt sein. Bei einer Osteoporosetherapie tritt eine Osteonekrose des Kiefers als assoziierte Therapiefolge sehr selten auf (0,001–0,01 %) und ist bei einer Therapiedauer unter 4 Jahren kaum höher als die Inzidenz in der Normalbevölkerung (< 0,001 %). Trotzdem ist bei Patienten mit einer diesbezüglichen Therapie wegen des potenziellen Risikos einer MRONJ eine erhöhte Achtsamkeit geboten. Präventive Maßnahmen sind sinnvoll, notwendig und wirksam. Nach 4 Jahren nimmt die Inzidenz um den Faktor 10 zu. Zur Therapie der manifesten MRONJ kann bei umschriebenen Befunden eine konservative Therapie oder eine wenig invasive Operation zielführend sein. Bei fortgeschrittenen oder multiplen Kiefernekrosen ist aber oft auch eine operative Therapie unter strengen Vorsichtsmaßnahmen medizinisch notwendig und gewinnt zunehmend an Bedeutung. Das individuelle Risikoprofil für eine MRONJ ist somit bei jedem einzelnen Patienten unterschiedlich und muss dem Risiko der zu behandelnden Grunderkrankung gegenübergestellt werden. Die wirkungsvollste und einfachste Maßnahme gegen eine MRONJ ist die Prävention. Um präventive Maßnahmen optimal einzusetzen und auch um Therapieunsicherheiten zu vermeiden, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen dem osteologisch/onkologisch behandelnden Arzt und dem behandelnden Zahnarzt unbedingt notwendig.
Die zahnärztliche Behandlung schwangerer Patientinnen weist einige wichtige Besonderheiten auf, u. a. aufgrund der zahlreichen physiologischen Veränderungen, die eine Frau während dieser intensiven Phase erlebt. Unsicherheit oder fehlendes Wissen vonseiten der behandelnden Zahnärzte bezüglich diagnostischer und therapeutischer Möglichkeiten in der Behandlung Schwangerer, speziell im Hinblick auf pharmakologische Fragen, führen häufig zu Fehlbehandlungen oder unzureichende Therapien. Deren Folgen reichen von unnötigen Schmerzepisoden und damit stressbedingten Belastungen der Mutter und des Ungeborenen bis hin zu ausgedehnten Abszedierungen im Kiefer- und Halsbereich aufgrund unzureichend behandelter dentogener Infektionen.