
Die Referenten und ihre Themen Gerhard Bleul: Therapieziele der Homöopathie – Woran messen wir sie im Verlauf? – Was verstehen wir unter „Heilung“ Anne Sparenborg-Nolte: Das Modell der Lebenskraft als Grundlage der Verlaufsbeobachtung – Von den Hering’schen Regeln zum Schichtenmodell Vithoulkasʼ Dieter Elendt: Narzissmus der Therapeuten und die dadurch bedingten Fehleinschätzungen Matthias Klünder/Matthias Strelow: Das Konzept der Unterdrückung bei Hahnemann und Vijayakar Curt Kösters: Die Hering’schen Regeln – Für und Wider Georg Ivanovas: Das regulative Modell – die Sprache von Homöopathie und zeitgemäßer Wissenschaft Ina Chammah: Ungenügende Reaktion auf gut gewählte Mittel – Wie können wir die Regulationsfähigkeit verbessern? – Fall einer Autoimmunthyreoiditis Nehle Titze: Verlaufsbeobachtung in der homöopathischen Klinik – Erfahrungen mit einem Beurteilungsformular Franz Bonsch: Behandlungsdokumentation und Evaluation Maria Olga Kokornaczyk: Homöopathische Grundlagenforschung: Tropfenverdunstungsmethode und medizinische Kristallisationsverfahren Klaus von Ammon: Studien zur individuellen Homöopathie – Protokolle und Ergebnisse Stefanie Jahn: Die Bedeutung der „Lebensordnung“ und Begleittherapie am Beispiel der „Spanischen Grippe“ 1918 Josef M. Schmidt: Medizinhistorische und -theoretische Perspektiven zum Begriff der Gesundheit Susanne Diez: Was bedeutet eigentlich „Heilung“? Abschluss-Statements und Plenumsdiskussion Die Seminare Heiner Frei: Die Polaritätsanalyse bei komplexen Erkrankungen Georg Ivanovas: Wissenchaftliche Modelle in der Homöopathie Poster-Präsentation (Fr. 23.November 2018, 18.00– 18.30 Uhr): N-of-1-clinical trial design (Susanne Ulbrich-Zürni, Michael Teut, Stephanie Roll, Robert Mathie In vitro Effekte von homöopathischen Arzneien auf kultivierte Escherichia coli (Jürgen Pannek, Carmen Kurmann, Esther Imbach, Felix Amsler, Susanne Pannek-Rademacher) Stellenwert der klassischen Homöopathie in der Prophylaxe von rezidivierenden Harnwegsinfekten bei Personen mit neurogener Blasenfunktionsstörung (Jürgen Pannek, Susanne Pannek-Rademacher, Mohinder S. Jus, Jens Wöllner, Jörg Krebs) Homöopathie im Spital (Susanne Pannek-Rademacher, Felix Amsler, Mohinder S. Jus, Jürgen Pannek) Untersuchung des Einflusses der Schüttelschläge auf die Formbildung von Tiefpotenzen mittels der Tropfenverdunstungsmethode (Maria Olga Kokornaczyk, Sandra Würtenberger, Stephan Baumgartner) Die Wirkung des homöopathischen Präparates Mercurius corrosivus auf das Wachstum stark quecksilbergeschädigter Wasserlinsen Lemma gibba L. (Tim Jäger, Sandra Würtenberger und Stephan Baumgartner) Literaturbasierte Untersuchung der Evidenz und Plausibilität nichtlokaler Wirkungen potenzierter Arzneimittel (Renate Künne) Kinderzeichnungen in der Verlaufsbeurteilung (Irene Schwarz) Basiswissen Homöopathie und Blended Learning (Anna Gerstenhöfer)
ZusammenfassungWie kann das Ziel Hahnemanns erreicht werden, dass die Homöopathie „den mathematischen Wissenschaften an Zuverlässigkeit nahe komme“ 7 (§ 145)? Was bedeutet das einleitende Zitat von Aristoteles mathematisch und homöopathisch?
Zusammenfassung Hahnemanns Kommunikation mit Patienten war von seinen Erwartungen an die Kooperations- und später zunehmend an die Folgebereitschaft der Patienten geprägt. So vermittelten die Praxisräumlichkeiten in Leipzig noch eher professionelle Sachlichkeit im Familienbetrieb, während sie in Paris die hervorgehobene Position des renommierten Behandlers in der Arzt-Patient-Beziehung unterstrichen. Die Kranken sollten genau über ihre Symptome, Vorbehandlung und die Nutzung von Hausmitteln berichten, auf die gleichzeitige Behandlung durch Dritte verzichten und die Vorschriften zur Medikamenteneinnahme und Diätetik genau beachten, ohne über die verschriebene Arznei informiert zu sein. Die Patienten erwarteten genaue Beachtung ihrer (schriftlichen) mitgeteilten Beschwerden, Deutung ihrer Symptome, eine gewisse Zuwendung, Linderung und ggf. Heilung. Zu den medizinischen Aspekten gehören Hahnemanns Anweisungen zur Diät und Lebensführung und sehr akribische Angaben zur Mitteleinnahme. Miasmatische Gesichtspunkte spielen ab ca. 1816 eine Rolle, sie werden zu anamnestischen Zwecken als Fragen an die Patienten formuliert. Diagnosen teilt Hahnemann nicht mit, allerdings betont er oft in suggestiver Weise die Dignität einer Erkrankung.
ZusammenfassungAusgehend von den Diskussionen zwischen W. Pauli und C. G. Jung und der daraus resultierenden quaternitären Weltsicht wird untersucht, inwieweit dieses Modell den Erfahrungen von über 200 Jahren Homöopathiegeschichte gerecht werden kann. Verschiedene Aspekte der Homöopathie werden bezüglich kausaler und akausaler Zusammenhänge erörtert. Letztlich ergibt sich daraus die Notwendigkeit, die Homöopathie als ein Verwobensein von beidem – kausalen und akausalen Elementen – zu begreifen und dementsprechende Gesetzmäßigkeiten und Zusammenhänge zu erkennen.
ZusammenfassungBehandlung eines Kleinkindes mit Purpura Schönlein-Henoch und Asthma bronchiale mit Belladonna und Rhus toxicodendron unter Benutzung der General Analysis von C. M. Boger und unter Hinzuziehung der Familienanamnese.
ZusammenfassungAusgehend von den „Letztmitteln“ („Endmitteln“) in den „Bewährten Indikationen“ sollen hier Hintergründe, Entstehung, Zusammenhänge und das Ziel der „Wiener Schule der Homöopathie von Mathias Dorcsi“ aufgezeigt werden. Insbesondere werden die „Bewährten Indikationen“, das „Kleine Symptomenverzeichnis“ besprochen. Es werden die Themen Lern- und Lehrbarkeit, Konstitution sowie Stellung der Homöopathie als ein Teil einer erweiterten Medizin behandelt.
ZusammenfassungEntgegen der bisherigen Annahme, dass in homöopathischen Hochpotenzen in Verdünnungsgraden jenseits der Avogadro’schen Konstante kein Ausgangsmaterial mehr nachzuweisen sein dürfte, konnte in den letzten Jahren das Gegenteil in unabhängigen Studien konsistent gezeigt werden. Neben den mit höherer Potenzierung in abnehmender Größe entstandenen Nanopartikeln konnten auch Nanopartikel von Laktose und Silikaten nachgewiesen werden. Im Nanoparticle-Allostatic-Cross-Adaption-Sensitization Model von Bell wird versucht diese Beobachtungen in der Zusammenschau bereits vorliegender biologischer und physikalischer Erkenntnisse zu einer Hypothese homöopathischer Arzneiwirkung zusammenzufügen, was aber in einigen Punkten noch einer experimentellen Überprüfung bedarf.
ZusammenfassungDas Asperger-Syndrom gehört zum Autismus-Spektrum und ist charakterisiert durch ein auffälliges Sozialverhalten, stereotypes Benehmen und z. T. ausgeprägte Spezialinteressen. Dem Syndrom liegen multiple Wahrnehmungsstörungen zugrunde – eine Gemeinsamkeit mit dem ADS/ADHS, welche es ermöglicht, bei der homöopathischen Mittelbestimmung bei beiden Leiden identisch vorzugehen. Dieser Artikel erläutert die Besonderheiten der Mittelbestimmung mit Polaritätsanalyse an 2 Fallbeispielen. Mit Verlaufsbeobachtungen bei 20 Patienten wird aufgezeigt, dass die Homöopathie einen wesentlichen Beitrag zur Behandlung des Asperger-Syndroms leisten kann. Die Resultate werden verglichen mit denjenigen der ADS-/ADHS-Behandlung.
Der wissenschaftliche Aspekt der Homöopathie darf nicht übersehen oder heruntergespielt werden. Auch wenn zur Zeit versucht wurde, per Abstimmung die ärztliche Zusatzbezeichnung Homöopathie abzuschaffen, was ja nun wirklich kein wissenschaftliches Vorgehen ist, und ihr dabei mangelnde Wissenschaftlichkeit vorzuwerfen, darf man sich als Homöopath nicht vormachen, dass das positive Ergebnis für die Homöopathie ein Beweis eben ihrer Wissenschaftlichkeit sei. Ebenso war ein Meinungsbild der Anwesenden einer Dozentenkonferenz im Januar 2009 kein Beweis einer Naturgesetzlichkeit der Ähnlichkeitsregel (s. Editorial ZKH 1/2009), sondern eben nur eine beliebige mehrheitliche Ansichtssache. Dass die Homöopathie auch akausale Aspekte aufweist, wie Norbert Winter überzeugend zeigen konnte und kann – wie übrigens auch pharmakologische Studien mit ihrem Placebo-Effekt – spricht ihr nicht ihre kausalen Aspekte ab. Diesen kausalen Aspekten widmet sich die Mehrzahl der Beiträge dieses Heftes. Wie wichtig die Revision der Materia medica, die man im kausalen Sinne auch als das Instrumentarium des homöopathischen Praktikers ansehen kann – s. Klaus-Henning Gypser in seiner Einleitung zur Einführung in die Materia medica revisa homoeopathiae – ist, und wieviel Vermutetes sich im Laufe der Zeit zu den Prüfungssymptomen hinzugemischt hat, zeigt Christian Thoma. Der mathematische Aspekt der Repertorisation mit Hilfe eines Computerprogrammes wird von Heiner Frei am Beispiel des Asperger-Syndroms dargestellt. Hier wird gezeigt, dass Clemens von Bönninghausen mit seinem Diktum zu den Kontraindikationen, nämlichwidersprechendeModalitäten, bereits einen Einstieg in die Berechenbarkeit von Phänomenen – Prüfungsund Krankheitssymptome – vorbereitet hat. Hiermit war Bönninghausen schon ein weit mehr kausal denkender Praktiker als Hahnemann. Letzterer hat immerhin durch seine Art der hervorhebenden Darstellung in seinen Arzneiprüfungen – z.B. Normaldruck und Sperrdruck – die Mathematisierung der Homöopathie angelegt. Weit weniger im kausalen Bereich arbeitet noch heute die klassische Psychiatrie, wie Ulrich Koch zeigen kann. In dieser medizinischen Disziplin ist der „ganzheitliche(n), holistische(n) Schau“, bzw. dem „Verstehen der Leidensgeschichte und des Erlebens des Patienten“ die „zu stellende Diagnose untergeordnet“ – nicht zuletzt, weil sie eine „Konvention und kein Faktum“ darstellt. Und das, weil objektive Parameter fehlen: die Diagnose wird zu einer „Vereinbarung“ (man könnte hier an die eingangs erwähnten Abstimmungen denken)! Wie deutlich der zeitliche Zusammenhang zwischen homöopathischer Mittelgabe und einem objektiven Parameter, nämlich der laborchemisch bestimmten Konzentration der Thrombozyten ist, zeigt die Arbeit von Christoph Thomas und Dario Spinedi. Bei der Mittelwahl und Verlaufskontrolle zeigt nicht zuletzt das Miteinander der Beachtung von objektivem Parameter und subjektiven Zeichen (z.B. Träume von wilden Tieren), also gerade dem, auf das sich die zeitgenössische (= klassische) Psychiatrie stützt (s.o.) die Heilungsmöglichkeiten der Homöopathie bei Autoimmunkrankheiten auf – ein Thema, das wir in unserer letzten Ausgabe ZKH 1/2018 bereits in den Fokus gestellt haben. Für den Abschluss des Editorials habe ich die Ehre, auf eine neue Errungenschaft für die Homöopathie hinzuweisen: Seit kurzem ist die homöopathische Arznei „Tinctura acris sine kali“ in zwei verschiedenen Präparationen erhältlich: von den vier von Hahnemann geprüften Zubereitungen, die in der 2. Auflage des 2. Bandes seiner Reinen Arzneimittellehre veröffentlicht wurden, sind nun die ersten zwei, nämlich 1. Tinctura acris sine kali ex acido acetico sowie 2. Tinctura acris sine kali ex acido sulfurico für den homöopathischen Praktiker erhältlich.
Zusammenfassung Eine gleichzeitige Applikation von nicht-indiziertem Silica D6 und Mercurius cyanatus D6 je dreimal täglich bewirkte bei einem weiblichen Säugling ausgeprägte Arzneimittelsymptome2 ab 3 – 4 Wochen nach Beginn dieser Medikation. Diese Warnzeichen wurden jedoch nicht erkannt, und so erhielt das Kind im Alter von 1 ½ bis 7 Monaten insgesamt etwa 150 – 180 Dosen pro Arznei. Ohne andere erkennbare Ursache oder ererbte Disposition kam es im Alter von 8 ½ Monaten zu einer Aplasie des Knochenmarks. Phosphorus zeigte bei gleichzeitig fortgeführter allopathischer Therapie nur vorübergehend eine bessernde Wirkung. China, Acidum sulfuricum und Lachesis heilten nicht. Erst nach Beendigung jeglicher allopathischen Therapie wurde durch 12 Gaben Phosphorus Q1 eine dauerhafte Heilung bewirkt, Nachbeobachtungszeit: 28 Jahre.Das vorliegende Fallbeispiel belegt, dass es beim Einsatz potenzierter Arzneien zwingend erforderlich ist, die Gesetzmäßigkeiten und Regeln der klassischen Homöopathie genau zu beachten und einzuhalten. Die wesentliche Gefahr besteht darin, potenzierte Medikamente regelwidrig gemäß den Gewohnheiten der Allopathie zu verordnen, z. B.: nach klinischen Diagnosen statt nach individuellen Symptomen, in zu starker Dosierung, in zu häufig repetierten Dosen, nach fixen Schemata statt individuell dem jeweiligen Krankheitsfall angepasst, ohne sorgfältige Verlaufsbeobachtung oder als gleichzeitige Verabreichung mehrerer Arzneimittel (z. B. in Kombinationspräparaten).
ZusammenfassungEs werden die Prüfungssymptome im Kopf-zu-Fuß-Schema der fragmentarischen Secale-cornutum-Prüfung von H. C. Allen vorgelegt.
ZusammenfassungEs wird über die Recherche und experimentelle Herstellung der Tinctura acris sine kali berichtet. Dabei aufgeworfene Fragen werden diskutiert, z. B. welche wirksamen Inhaltsstoffe die Tinktur enthält, welcher Natur der rote Farbstoff ist und welche der verschiedenen Varianten der Tinctura acris Hahnemann wohl als Grundlage für seine Prüfung am Gesunden verwendet hat.
Zusammenfassung Darstellung der homöopathischen Infektionsnosode Streptococcinum mit Hilfe von Rubriken im Repertorium; Interviews und Berichte von Patienten, die mit Streptococcinum behandelt wurden; Erläuterungen der Indikationen von D. M. Foubister zur Behandlung mit Infektionsnosoden bei akuten und chronischen Erkrankungen; Erwähnung von Behandlungsfällen aus der Literatur; Darstellung von Vergleichsmitteln.
Dr. Julius Mezger (1891 – 1976) publizierte 1949 die 1. Auflage der Gesichteten homöopathischen Arzneimittellehre. Bis zur 3. Auflage (1964) war er selbst federführend, ab der 4. Auflage (1977) übernahm Dr. Martin Stübler die Bearbeitung. Bis zur 12. Auflage (2005) hat es keine wesentlichen Änderungen mehr gegeben, so dass sich der Haug Verlag entschied, Mitarbeiter für eine Neubearbeitung zu suchen. Nach mehreren Anläufen konnte schließlich die Wiesbadener Ärztin Ulrike Fröhlich, Vorsitzende der Hahnemann-Gesellschaft, gewonnen werden, die im Team mit Jan Bauer, Angelica Bingenheimer, Dr. Kerstin Julia van den Dool, Dr. Birgit Lochbrunner und Dr. Frank Zimmermann-Viehoff diese sehr anspruchsvolle Aufgabe übernahm.Aufgrund der herausragenden Stellung des „Mezger“ im Kanon der homöopathischen Arzneimittellehren und seiner langen Tradition möchten wir an dieser Stelle die Bearbeiterin zu Wort kommen lassen, um mehr über die Hintergründe der Neubearbeitung zu erfahren.
ZusammenfassungDrei klinische Langzeitverläufe von Fällen mit akuter bzw. chronischer Autoimmunthrombopenie (Idiopathische thrombozytopenische Purpura, Morbus maculosus Werlhof) werden geschildert. Nachdem in den betreffenden Krankheitsfällen die konventionelle schulmedizinische Therapie keinen dauerhaften Erfolg zeigte, wurde eine Behandlung nach der Methode der klassischen Homöopathie durchgeführt. Im intraindividuellen Vergleich zwischen vorangehender allopathischer und nachfolgender klassisch-homöopathischer Behandlung lässt sich eine therapeutische Überlegenheit der homöopathischen Methode belegen – zumindest im Bezug auf die hier dokumentierten Fälle. Unter dieser Behandlung kam es in allen 3 Fällen zur kompletten Heilung, was durch eine jahrelange Beobachtung bzw. Nachbeobachtung (4 bzw. 7 bzw. 12 Jahre) gesichert werden konnte.
ZusammenfassungKeuchhusten wird bei Patienten nach Erfahrung des Autors häufig übersehen, da viele Ärzte anscheinend nicht mehr mit dem Auftreten der Erkrankung rechnen. Die Inzidenz des Keuchhustens ist jedoch ansteigend, und selbst eine erfolgte Impfung oder eine früher durchgemachte Erkrankung sind keine Garantie für eine lang andauernde Schutzwirkung. Ziel dieses Artikels ist daher, einen Überblick über die Erkrankung, ihre Diagnostik und Therapiemöglichkeiten zu geben, sowie auf mögliche Gründe hinzuweisen, warum der Keuchhusten oft übersehen wird. Anhand mehrerer Fälle aus meiner Praxis wird schließlich die homöopathische Behandlung des Keuchhustens näher betrachtet.
ZusammenfassungEine gleichzeitige Applikation von nicht-indiziertem Silica D6 und Mercurius cyanatus D6 je dreimal täglich bewirkte bei einem weiblichen Säugling ausgeprägte Arzneimittelsymptome2 ab 3 – 4 Wochen nach Beginn dieser Medikation. Diese Warnzeichen wurden jedoch nicht erkannt, und so erhielt das Kind im Alter von 1 ½ bis 7 Monaten insgesamt etwa 150 – 180 Dosen pro Arznei. Ohne andere erkennbare Ursache oder ererbte Disposition kam es im Alter von 8 ½ Monaten zu einer Aplasie des Knochenmarks. Phosphorus zeigte bei gleichzeitig fortgeführter allopathischer Therapie nur vorübergehend eine bessernde Wirkung. China, Acidum sulfuricum und Lachesis heilten nicht. Erst nach Beendigung jeglicher allopathischen Therapie wurde durch 12 Gaben Phosphorus Q1 eine dauerhafte Heilung bewirkt, Nachbeobachtungszeit: 28 Jahre.Das vorliegende Fallbeispiel belegt, dass es beim Einsatz potenzierter Arzneien zwingend erforderlich ist, die Gesetzmäßigkeiten und Regeln der klassischen Homöopathie genau zu beachten und einzuhalten. Die wesentliche Gefahr besteht darin, potenzierte Medikamente regelwidrig gemäß den Gewohnheiten der Allopathie zu verordnen, z. B.: nach klinischen Diagnosen statt nach individuellen Symptomen, in zu starker Dosierung, in zu häufig repetierten Dosen, nach fixen Schemata statt individuell dem jeweiligen Krankheitsfall angepasst, ohne sorgfältige Verlaufsbeobachtung oder als gleichzeitige Verabreichung mehrerer Arzneimittel (z. B. in Kombinationspräparaten).
ZusammenfassungAnhand einer Kasuistik wird die homöopathische Behandlung einer Purpura Schönlein-Henoch bei einem 12 Jahre alten Jungen demonstriert. Die Diagnosestellung wurde aufgrund des späten Auftretens der typischen Effloreszenzen deutlich verzögert. Komplikationen in Form abdomineller Koliken und einer Nierenbeteiligung mit Proteinurie konnten dann aber positiv durch die homöopathische Therapie beeinflusst werden.