
Rezension zu: Felix Rosch: Das Schleswiger Hafenviertel im Hochmittelalter. Entstehung – Entwicklung – Topographie (Zeitschrift fur Archaologie des Mittelalters, Beiheft 26). Bonn: Dr. Rudolf Habelt Verlag 2018. 525 Seiten, davon knapp 200 Seiten Katalog, 95 Abbildungen. ISBN 978-3-7749-4136-6
Der wirtschaftende Mensch hat seine Umwelt in regional unterschiedlichem Ausmaß verändert. Die Umgestaltung erfolgte in Abhängigkeit von naturräumlichen Bedingungsfaktoren wie dem Geländerelief und hydrologischen Verhältnissen. Durch den Menschen ausgelöste oder beeinflusste Geländeveränderungen verliefen in den Großlandschaften Westfalens raumbezogen spezifisch. Von ihrem Wirkungsgrad sind ungeplante, langanhaltende Vorgänge bedeutend, die in ihrer Summe erhebliche Veränderungen des Landschaftsbilds nach sich gezogen haben. Intentionelle Eingriffe hingegen sind (aus heutiger Sicht) in ihrem Ausmaß als tendenziell gering zu bewerten; sie erfolgten im ländlichen Raum im Zusammenhang mit der Modellierung des Reliefs für den Bau von zum Beispiel Niederungsburgen und die Anlage von Höfen. Die umweltverändernden Prozesse lassen sich nicht isoliert betrachten, sie bilden vielmehr einen Bestandteil des Interferenzgefüges Mensch–Umwelt (Landschaft): Die veränderte Umwelt wirkte auf den Menschen zurück, der die Notwendigkeit sah, sein Handeln erneut an veränderte Bedingungsfaktoren anzupassen. Diese Darstellung verfolgt einerseits das Ziel, landschaftstypische anthropogene Geländeveränderungen und andererseits geplante Siedlungen und Siedlungselemente exemplarisch vorzustellen.
Rezension zu: Ines Spazier (Hrsg.): Die Grafschaft Henneberg und ihre Kloster (Sonderveroffentlichung des Thuringischen Landesamtes fur Denkmalpflege und Archaologie 1; Sonderveroffentlichung des Hennebergisch-Frankischen Geschichtsvereins 35). Weimar/Langenweisbach 2019. 176 Seiten. ISBN 978-3-95741-105-1
Rezension zu: Sven Kalmring/Lukas Werther (Hrsg.): Hafen im 1. Millennium AD. Standortbedingungen, Entwicklungsmodelle und okonomische Vernetzung (RGZM-Tagungen 31; Interdisziplinare Forschungen zu den Hafen von der Romischen Kaiserzeit bis zum Mittelalter in Europa 4). Mainz 2017. VII, 243 Seiten, ISBN 978-3-7954-3282-9
Rezension zu: Walter Melzer (Hrsg.): Lebensmittel im Mittelalter und in der Fruhen Neuzeit. Erzeugung, Verarbeitung, Versorgung. Beitrage des 16. Kolloquiums des Arbeitskreises zur archaologischen Erforschung des mittelalterlichen Handwerks (Soester Beitrage zur Archaologie 15). Soest: Westfalische Verlagsbuchhandlung Mocker & Jahn 2018. 203 Seiten. ISBN 978-3-87902-314-1
Rezension zu: Marianne Dumitrache: Die Konstanzer Marktstatte im Mittelalter und in der Neuzeit (Forschungen und Berichte zur Archaologie in Baden-Wurttemberg 5). Wiesbaden: Dr. Ludwig Reichert 2018. 456 Seiten, 344 Farbabbildungen. ISBN 978-3-95490-293-4
Anhand der Schwabischen Alb nordlich von Ulm lassen sich einige grundlegende Aspekte der Auseinandersetzung mit „konstruierten“ Landschaften aufzeigen. Mit einer landschafts- oder gar umweltarchaologischen Perspektive rucken Fragen der zeitlichen Dimension, insbesondere der langfristigen Wirkungen, um nicht zu sagen der Nachhaltigkeit, wie auch solche der Intentionen und unbeabsichtigten Nebenwirkungen ins Blickfeld. Dazu gibt der Aufsatz einen Uberblick uber die Siedlungsgeschichte der Ulmer Alb vom Neolithikum bis ins fruhe 19. Jahrhundert. Der Aufsatz geht auf einen Abendvortrag bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft fur Archaologie des Mittelalters und der Neuzeit am 16.5.2019 in Ulm zuruck.