
Wichtig ist aber, dass sich hinter dem Begriff SAPV nicht nur eine besondere Abrechnungsmöglichkeit verbirgt, sondern durch sinnhafte Qualitätskontrollen und Strukturvorgaben eine wertvolle Ergänzung der bereits jetzt zur Verfügung stehenden Versorgungsebenen weiter ausgebaut wird. Hier liegt hoffentlich auch die große Chance, wenn der neue Bundesrahmenvertrag zur Palliativmedizin in den Landesverbänden umgesetzt wird.
Wir leben in einer schnelllebigen Zeit. Eine redundante Bemerkung, und das gleich am Anfang des Editorials? Aber das Tempo und der zu beobachtende Umgang miteinander/gegeneinander im Alltag und im Berufsleben verändern sich ständig. Viele vermissen Konstanz und Ruhe und so etwas wie Achtsamkeit. Es gibt Teile der Gesellschaft, die haben ihre sozialen, intellektuellen und emotionalen Fähigkeiten an TikTok, YouTube und andere soziale Medien abgegeben. Neue Berufe wie Influencer/in entstehen. Das scheinen die neuen Traumberufe zu sein. The Lure of Easy Money , 1984 (Glenn Frey †)
Wir leben in einer schnelllebigen Zeit. Eine redundante Bemerkung, und das gleich am Anfang des Editorials? Aber das Tempo und der zu beobachtende Umgang miteinander/gegeneinander im Alltag und im Berufsleben verändern sich ständig. Viele vermissen Konstanz und Ruhe und so etwas wie Achtsamkeit. Es gibt Teile der Gesellschaft, die haben ihre sozialen, intellektuellen und emotionalen Fähigkeiten an TikTok, YouTube und andere soziale Medien abgegeben. Neue Berufe wie Influencer/in entstehen. Das scheinen die neuen Traumberufe zu sein. The Lure of Easy Money, 1984 (Glenn Frey †)
Wir leben in einer schnelllebigen Zeit. Eine redundante Bemerkung, und das gleich am Anfang des Editorials? Aber das Tempo und der zu beobachtende Umgang miteinander/gegeneinander im Alltag und im Berufsleben verändern sich ständig. Viele vermissen Konstanz und Ruhe und so etwas wie Achtsamkeit. Es gibt Teile der Gesellschaft, die haben ihre sozialen, intellektuellen und emotionalen Fähigkeiten an TikTok, YouTube und andere soziale Medien abgegeben. Neue Berufe wie Influencer/in entstehen. Das scheinen die neuen Traumberufe zu sein. The Lure of Easy Money, 1984 (Glenn Frey †)
Zusammenfassung „Gute Ernährung muss passen wie ein guter Anzug“ postulierte die erfahrungsheilkundliche Traditionelle Chinesische Medizin bereits vor über 3000 Jahren. Wenn aber Ernährung kein Anzug „von der Stange“ sein soll, wie funktioniert dann das „Maßschneidern“ und können von Ovarialkarzinom Betroffene davon profitieren? Ein therapeutischer und kulinarischer Blick über die Chinesische Mauer hinweg zeigt: Östliche Ernährungsempfehlungen können gerade bei einer Karzinomart, die auch heute noch oft erst im peritoneal metastasierten Stadium diagnostiziert wird, ein deutliches Plus an Lebensqualität bringen, für Ovarialkrebs-Erkrankte spürbar bekömmlicher und wohltuender als dogmatische Diäten und vor allem: schmackhaft.
Vom 26. bis 29. September fand der erste Weltkongress Integrative Onkologie (World Congress of Integrative Oncology, WOCOIO) in Ludwigsburg statt. Kongresspräsident war Prof. Dr. Gary Deng vom Memorial Sloan Kettering Cancer Center, New York. Mit diesem Kongress gelang die erfolgreiche Premiere eines neuen wissenschaftlichen Konzepts. Schwerpunkte waren dabei der persönliche und interdisziplinäre Austausch von Wissen und Erfahrungen.
Zusammenfassung Hintergrund Ovarialkarzinom (OC) ist nach dem Brustkrebs (BC) die häufigste gynäkologische Malignität und die häufigste Todesursache bei gynäkologischem Krebs. Ca. 1 von 72 Frauen (F) erkrankt im Laufe ihres Lebens an OC. Ca. 75% der Fälle werden in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Epithelialtumore machen ca. 90% aller Ovarialtumoren (OT) aus. Der häufigste histologische Subtyp des epithelialen OCs ist serös. Ungefähr 90% der serösen Karzinome sind hochgradig (high-grade (HG)) und 10% niedriggradig (low-grade (LG)). Das Tumorstadium bei Erstdiagnose des OCs und die Therapiequalität sind die wichtigsten Prognosefaktoren. Die aktuelle Übersicht der systemischen Therapie (T) von serösen OCen in neoadjuvanten, adjuvanten, rezidivierenden und metastasierenden Settings, ausgenommen intraperitoneale hypertherme Chemotherapie (CT) (HIPEC), wird hier besprochen. Methode Selektive Literaturrecherche mit den Suchbegriffen „ovarian cancer“, „treatment“, „Overview of epithelial carcinoma of the ovary, fallopian tube, and peritoneum“, S3-Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge maligner Ovarialtumoren (Version 5.1, 2022), ASCO Berichte 2023. Ergebnisse Die systemische T des OCs wird auf die neoadjuvante, adjuvante T des frühen und des fortgeschrittenen OCs, RezidivT und palliative T aufgeteilt. Bei Patientinnen (Pat.) mit frühem HG serösem OC (HGSOC) Stadium FIGO I–IIA, außer Stadium FIGO IA, G1 ist eine adjuvante platinhaltige CT indiziert. Bei fortgeschrittenem OC wird die Prognose der Pat. wesentlich durch das Ausmaß der Tumorreduktion bei der ersten Operation (OP) bestimmt. Pat. mit kompletter Tumorresektion haben ein signifikant längeres Überleben als Pat. mit Tumorrest am Ende der OP. Im Anschluss an die OP gilt die Kombinationstherapie aus Carboplatin (Carbo) und Paclitaxel (Pacli) über 6 Zyklen als Standard. Außerdem ist eine Erhaltungstherapie (ET) mit dem Angiogenese-Inhibitor Bevacizumab (Bev) ab FIGO Stadium IIIB und PARP-Inhibitoren (PARPi) wie Niraparib (Nira) alleine oder Olaparib (Ola) alleine oder in Kombination mit Bev je nach BRCA- und HRD-Status bei Pat. mit HGSOC ab FIGO Stadium III indiziert. In der Rezidivsituation wird zwischen platingeeignetem (PG) und nicht-platingeeignetem (NPG) Rezidiv (R) unterschieden. Bei PG R, nach Prüfung der OP-Indikation, wird eine platinhaltige KombinationsT, bestehend aus Carbo/pegiliertem liposomalem Doxorubicin (PLD), Carbo/Gemcitabin (Gem), Carbo/Pacli, empfohlen. Bei Pat. mit R eines HGSOCs nach Ansprechen auf eine platinhaltige RezidivT sollte eine ET mit einem PARPi Nira oder Ola bei fehlender Vortherapie mit PARPi angeboten werden. Außerdem besteht bei gutem Ansprechen auf die CT die Möglichkeit einer erneuten „PARPi nach PARPi“ ET mit Ola bei vorangegangener wirksamer PARPi-T nach Kostenübernahmezusage als Off-label use. Bei Pat. mit erstem PG R und ohne vorherige VEGFR-gerichtete T sind die Kombinationen (K) aus Carbo/Gem/Bev oder Carbo/Pacll/Bev mit anschließender ET mit Bev zugelassen. Bei NPG R, definiert als R<3 bis 6 Monate nach letzter platinhaltigen CT, bei keiner sinnvollen OP-Indikation, kommen Mono-CTen, wie Pacli, PLD, Topotecan (Topo), Gem ggf. in K mit Bev, außer PLD, falls keine anti-angiogene Vortherapie erfolgte, in Frage. Die in Deutschland noch nicht zugelassene T mit einem Antibody Drug Conugate (ADC) (Folat-Rezeptor-alfa Antagonisten) Mirvetuximab Soravtansin bei positivem FR-alpha Status wäre auch eine Option bei NPG R. Zur HIPEC liegen derzeit nur wenige Daten vor, daher kann diese T-Option außerhalb von klinischen Studien nicht empfohlen werden. Die low grade serösen OC (LGSOC) gelten als weniger chemosensibel. Bei bestehender Indikation wird in der Primärtherapie die K aus Carbo/Pacli mit anschließender endokriner Erhaltungstherapie (EnET) oder alleinige EnT bei Östrogenrezeptor (ER) positiven Tumoren eingesetzt. Für F mit LGSOC R können mögliche sekundäre zytoreduktive OP, CT (unter Verwendung von Standarddefinitionen für PG- oder NPG-Erkrankungen), EnT oder zielgerichtete Wirkstoffe (z. B. Trametinib oder Bev) durchgeführt werden. Diskussion Diese Übersichtsarbeit dient als Orientierung, den Patientinnen mit epithelialen serösen OCen eine stadiengerechte moderne T bei der Ersterkrankung und auch beim Rezidiv anbieten zu können. Die Ergebnisse internationaler Studien und Metaanalysen zur systemischen T sowie die aktuellen Empfehlungen der S3-Leitlinie und klinisch relevante ASCO-Ergebnisse von 2023 wurden in dieser Arbeit berücksichtigt. Durch die optimale T soll mittel- und langfristig die Mortalität der Pat. mit malignen OT gesenkt und die Lebensqualität (LQ) erhöht werden. Trotz Entwicklung eines umfangreichen, operativen Therapiekonzeptes und moderner medikamentöser T ist die Prognose im Verhältnis zu anderen Krebserkrankungen der Geschlechtsorgane eher schlecht. Das relative 5-Jahres-Überleben liegt derzeit bei ca. 43% über alle Stadien. Schlussfolgerung Eine optimale leitliniengerechte T verbessert das Überleben der Pat. signifikant und sollte somit als Standard eingesetzt werden, dabei sollten aber auch neue Entwicklungen und Therapiemöglichkeiten stets berücksichtigt werden.
zusammenfassung Einleitung Mit dem Ziel des Enhanced Recovery After Surgery (ERAS) gewinnt bei Risikopatienten die präoperative Phase zur optimalen Konditionierung an Bedeutung, um damit auch das Risiko von postoperativen Komplikationen zu vermindern. Prähabilitation als multimodales Modell bestehend aus Ernährungstherapie, Kraft- und Ausdauertraining sowie psychologischer Unterstützung soll es ermöglichen, dass Patienten selbstständig daran mitwirken können, bestmöglich für eine Operation vorbereitet zu sein und sich schneller von den eventuell auftretenden Nachwirkungen zu erholen. Ein optimierter Ernährungszustand und eine Verbesserung der Belastbarkeit bilden dabei die Basis, um ein individuell an den Patienten angepasstes Programm zu erstellen. Methoden Das circa 6-wöchige Prähabilitationsprogramm für Patienten besteht aus Mobilitäts- und Kraftübungen, Hausbesuchen, einer Ernährungstherapie und psychologischer Unterstützung. Eingeschlossen werden Hochrisikopatienten vor großen abdominalchirurgischen Tumoroperationen, die mindestens 70 Jahre alt sind, einen ASA-Score von 3 oder 4 haben und bei denen die Indikationen für eine neoadjuvante Therapie besteht. Ausgewertet werden Ernährungsstatus, Tests zur funktionellen Belastbarkeit, dem kognitiven Zustand und ein Fragebogen zur Beurteilung der Lebensqualität zu Beginn, mehrfach während des Programms und postoperativ. Schlussfolgerung Durch die intensive und engmaschige Betreuung sowie der Chance, dass Patienten selber etwas aktiv beisteuern können, besteht die Möglichkeit, die besten Voraussetzungen zu schaffen, um Einfluss auf das Outcome der Operation zu erlangen. Eine Senkung der Komplikationsrate, eine Verkürzung der Krankenhausverweildauer und ein schnelleres Zurückerlangen der Mobilität stehen dabei im Vordergrund.
Zusammenfassung Hintergrund Immuncheckpoint-Inhibitoren (ICI), BRAF- und MEK-Inhibitoren haben die Prognose von Patienten mit metastasiertem malignem Melanom entscheidend verbessert. Nichtsdestotrotz spricht ein erheblicher Prozentsatz nicht oder nur vorübergehend auf diese modernen Therapien an. Insbesondere bei Patienten mit BRAF-Wildtyp-Melanom sind die Therapieoptionen nach Versagen von ICI limitiert. Kasuistik Eine 24-jährige Patientin stellte sich im Dezember 2015 mit einem akrolentiginösen malignen Melanom am linken Fußballen im Tumorstadium IIB (pT4a, pN0, cM0, Infiltrationstiefe 7,95 mm, BRAF-V600-Wildtyp) vor, das leitliniengerecht operativ versorgt und für 18 Monate adjuvant mit Interferon-alpha behandelt wurde. Nach Diagnose von zwei Lymphknotenmetastasen links inguinal und radikaler Lymphknotendissektion erhielt die Patientin für 12 Monate eine adjuvante Therapie mit Nivolumab. Nach einem 10-monatigen tumorfreien Intervall ohne Therapie erbrachte das Staging eine paraaortale Lymphknotenmetastase. Gemäß Tumorkonferenz-Beschluss wurde bei nunmehr vorliegendem Stadium IV eine Immunkombinationstherapie mit Nivolumab und Ipilimumab begonnen, die nach 2 Gaben aufgrund einer Autoimmunkolitis und -hepatitis Grad 3 beendet und auf eine Nivolumab-Monotherapie umgestellt wurde. Bei erneutem Tumorprogress auch nach Metastasenresektion und fehlender Möglichkeit einer Studienteilnahme wurde eine palliative Chemotherapie mit Dacarbazin 850 mg/m2 alle 3 Wochen eingeleitet. Hiermit ließ sich nach 4 Zyklen eine partielle Remission und nach 10 Zyklen eine Komplettremission erzielen, die nunmehr seit 10 Monaten ohne Therapie anhält. Diskussion Es gibt Hinweise darauf, dass die Effektivität einer Chemotherapie nach vorangegangener Immuncheckpoint-Inhibition höher ist als ohne diese Vortherapie, möglicherweise durch einen immunmodulatorischen Effekt der Chemotherapie, der synergistisch mit einer Immunaktivierung durch ICI wirkt. Bisher liegen nur wenige Studien zu dieser Therapiesequenz beim Melanom vor, bei denen es sich ausschließlich um retrospektive Analysen handelt. Diese weisen auf einen klinischen Nutzen der Therapiesequenz hin, wenngleich die Evidenz hierfür sehr gering ist. Die meisten Patienten, die nach einer Vortherapie mit ICI auf Dacarbazin oder andere Chemotherapien ansprechen, erreichen eine partielle Remission. Anhaltende Komplettremissionen wie bei unserer Patientin sind eine Rarität.
In dieser Arbeit wird die Bedeutung von Effektstärken in der onkologischen Forschung betrachtet. Es wird erläutert, welche Arten von Effektstärken bei der Bewertung von Krebstherapien verwendet werden und inwieweit sie für die Durchführung und Bewertung klinischer Studien relevant sind. Hierbei wird auf die Bedeutung von Effektstärken für die Fallzahlplanung eingegangen sowie die Wichtigkeit der Bewertung der klinischen Relevanz von Studienergebnissen diskutiert. Darüber hinaus wird abschließend die Verwendung von „common language“-Effektstärken in der onkologischen Praxis erklärt und beleuchtet. Es wird erläutert, wie sie dazu beitragen können, die Kommunikation von Studienergebnissen verständlicher zu machen.
ZusammenfassungUntersuchungen zeigen den großen Bedarf, existenzielle und spirituelle Bedürfnisse von akut oder chronisch erkrankten und vor allem von älteren schwerkranken und sterbenden Menschen wahrzunehmen und diesen kompetent zu begegnen. Spiritual Care wird zwar in Definitionen und Leitlinien als unverzichtbare Dimension von Palliative Care aufgeführt, es bleibt jedoch unklar, wie sie personell, strukturell und organisatorisch im Gesundheitswesen realisiert werden kann.Mit dem Modellprojekt „Spiritual/Existential Care interprofessionell“ (SpECi) wird als primäres Ziel die Verbesserung der Lebensqualität von Patient*innen/Bewohner*innen in der letzten Lebensphase verfolgt.An sieben Modellstandorten wurden Mitarbeitende in Krankenhäusern, Einrichtungen der Altenpflege, stationären Hospizen und Palliativstationen im Zeitraum von August 2021 bis Mai 2022 in einer 40-stündigen Qualifizierung in Spiritual/Existential Care geschult. Die geschulten Multiplikatoren (haupt- und ehrenamtlich Tätige) aus verschiedenen Gesundheitsberufen sollen befähigt werden, den Spiritual-Care-Ansatz in den alltäglichen Arbeitskontext zu integrieren. Die wissenschaftliche Begleitforschung zu den Wirkungsfaktoren der Multiplikatorenschulung in und damit auch durch Spiritual/Existential Care hilft, das vorliegende Modell zu evaluieren und weitere Maßnahmen zu einer Verbesserung der spirituellen Sorge um ältere und sterbende Menschen in den Einrichtungen des Gesundheitswesens zu entwickeln. Der Durchführungszeitraum des von der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW geförderten Projekts reicht vom 01.10.2020 bis 30.09.2023. Aktuell befindet sich das Modellprojekt in der letzten von drei Befragungsphasen.
Was, wenn jemand so schwer und komplex krank ist, dass seine Versorgung im vertrauten häuslichen Umfeld nicht mehr alleine von den Angehörigen und dem jeweiligen Hausarzt bzw. Hausärztin gewährleistet werden kann? Muss er oder sie dann in der palliativen Situation in eine stationäre Pflegeinrichtung oder, wenn die Grunderkrankung zu weit fortgeschritten ist, in ein Hospiz? Auch wenn er oder sie das vielleicht gar nicht will?
Zusammenfassung Hintergrund Angehörige von Patient*innen und Bewohner*innen aus Alten-/Pflegeheimen, Geriatrie, Palliativstationen und stationären Hospizen stehen zumeist nicht im Zentrum der Beachtung durch das betreuende Personal dieser Einrichtungen. Fragestellung Wie stellt sich ihr Belastungs- und Unterstützungsempfinden dar und wie hängt dieses mit dem Befinden zusammen? Methoden Anonyme Querschnittserhebung mit standardisierten Fragebögen unter Angehörigen von Bewohner*innen/ Patient*innen aus Alten-/Pflegeheimen, Geriatrie, Palliativstationen und Hospizen. Ergebnisse Das psychologische Befinden der Angehörigen (n=228) war eher gering und ihr Belastungsempfinden aufgrund der Situation ihrer Familienangehörigen im mittleren „auffälligen“ Bereich. Die meisten waren zufrieden mit der Unterstützung durch ihre Familie (59%), Freunde/Bekannte (50%) sowie durch das therapeutische Personal (53%), jedoch deutlich weniger mit der Unterstützung durch die Seelsorge (28%). Auch mit der Unterstützung ihrer eigenen spirituellen Bedürfnisse durch das therapeutische Personal waren 69% zufrieden. Das Beeinträchtigungsempfinden hat damit jedoch nichts zu tun. Für das spirituelle Wohlbefinden zeigt sich jedoch, dass die Dimension Sinn und Bedeutung moderat mit dem Support durch Familie, Freunde/Bekannte sowie durch das therapeutische Personal zusammenhängt. Dass die Zufriedenheit mit deren Unterstützung weniger mit dem psychologischen Wohlbefinden als mit dem spirituellen Wohlbefinden zusammenhängt, insbesondere mit der Dimension Sinn, ist überraschend. Schlussfolgerungen Auf Mitarbeitende im Gesundheitssystem, insbesondere in den letzten Lebensphasen der von ihnen begleiteten Patient*innen und Bewohner*innen, kommen nicht nur unmittelbare Betreuungsaufgaben zu, sondern auch Anforderungen seitens der Angehörigen, die über reine Informationsbedürfnisse hinausgehen. Auch sie haben dezidierte spirituelle Bedürfnisse, die denen der Patient*innen ähneln. Hier sind Spiritual Care Schulungsprogramme sinnvoll, die auch die Angehörigen in den Blick nehmen.
Zusammenfassung Karzinome des Magens gehören weltweit zu den häufigsten tumorbedingten Todesursachen. Patienten mit einem Magenkarzinom leiden oft an Ernährungsproblemen und Gewichtsverlust, weshalb eine Ernährungstherapie in allen Phasen der Erkrankung von großer Bedeutung ist. Die chirurgische Therapie ist die einzige Möglichkeit zur kurativen Behandlung. Bereits bei Diagnosestellung sind Patienten in einem schlechten Ernährungszustand, der negative Auswirkungen auf das Behandlungsergebnis haben kann, weshalb die Mangelernährung bereits präoperativ behandelt werden und im weiteren Verlauf bei jedem ambulanten Patientenkontakt beurteilt werden soll. Langfristig gesehen kann der Patient alles essen, was er verträgt, sollte sich aber an folgenden Ernährungsempfehlungen orientieren wie beispielsweise 6–8 kleine protein- und energiereiche Mahlzeiten, auf eine ausreichende Proteinzufuhr achten sowie Essen und Trinken trennen. Nach der Operation ist das Risiko von Mangelerscheinungen an bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen wie Vitamin B12, Vitamin D, Eisen und Calcium erhöht. Hier sollte eine entsprechende Supplementation erfolgen. Weitere Probleme, die nach der Operation auftreten können, sind u. a. Appetitlosigkeit, Steatorrhö und das Dumping-Syndrom. Eine begleitende postoperative Ernährungstherapie ist ein wichtiger Baustein in der Therapie, um den Ernährungsstatus und somit auch die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.
Dieser Song, dessen Titelzeile gerade meine Gedanken und Gefühle beschäftigen, stammt aus dem Kinofilm Alfie. Mick Jagger schrieb die Lyrics und Jude Law spielte die Hauptrolle. Der gar nicht so bekannte Song gewann 2004 immerhin den Golden Globe Award.
ZusammenfassungDie palliativmedizinische Versorgung im ambulanten Bereich ist heute wesentlicher und integraler Bestandteil der Begleitung schwerstkranker und sterbender Patienten. Die Versorgung erfolgt – die individuellen Bedürfnisse des Patienten berücksichtigend – in verschiedenen miteinander verbundenen Stufen. Multiprofessionalität und ständige Verfügbarkeit für die Patienten sind wesentliches Kennzeichen der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV). Die meisten der in der SAPV betreuten Patienten leiden an einer onkologischen Erkrankung. Deshalb ist die Verbindung von SAPV und Onkologie sehr eng. Die Zusammenarbeit mit eigenständigen SAPV-Teams sollte frühzeitig erfolgen, um einen Verbleib und auch ein Versterben zu Hause sicherzustellen. Denn dies entspricht dem überwiegenden Wünschen unserer Patienten.
Zusammenfassung Der medizinische Fortschritt in der Onkologie ermöglicht bei verschiedenen Tumorentitäten die Durchführung von medikamentösen Tumortherapien in immer weiteren und späteren Therapielinien. Das bedeutet, dass mehr unterschiedliche Zytostatika und moderne zielgerichtete Therapien in Kombination oder sequentiell eingesetzt werden können. Das bringt für die Patienten längere Behandlungszeiten und im besten Fall auch längere Überlebenszeiten mit sich. Die zweite Seite des Januskopfes konfrontiert die Patienten aber mit teilweise neuen und nicht selten auch ausgeprägten und langanhaltenden Nebenwirkungen. Im Spektrum der unerwünschten Toxizität von medikamentöser Tumortherapie ist die Chemotherapie-induzierte Polyneuropathie (CIPN) besonders problematisch. Im Beitrag wird sowohl ein Überblick über die zur Verfügung stehenden supportiven konventionellen Maßnahmen als auch ein Blick auf erweiterte Supportivmaßnahmen aus dem Bereich der Komplementärmedizin vorgestellt. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der neuen und noch relativ unbekannten Behandlungsoption mit Endocannabinoiden in Kombination mit verschiedenen antiinflammatorischen Fettsäuren.
Zusammenfassung Ziel Die Gewichtszunahme bei Brustkrebspatientinnen ist ein bekannter Nebeneffekt von Chemo- und endokriner Therapie, welche das Risiko für die Gesamt- und brustkrebsspezifische Mortalität von Brustkrebspatientinnen (BKP) erhöht, die psychosoziale Gesundheit gefährdet und deshalb möglichst vermieden/ behandelt werden sollte. Hierzu können Ernährungsinterventionen einen wirksamen Beitrag leisten. Diese Arbeit untersucht, wie sensibilisiert Onkologinnen und Onkologen (ONKO) für das Phänomen sind, wie sie bei Gewichtszunahme von BKP vorgehen und welche Rolle die Zusammenarbeit mit Ernährungsfachpersonen dabei spielt. Methode Sieben auf gynäkologische Krebserkrankungen spezialisierte ONKO wurden anhand eines halbstrukturierten Interviewleitfadens interviewt. Die Datenanalyse erfolgte anhand einer qualitativ strukturierenden Inhaltsanalyse. Ergebnisse Vier Hauptkategorien konnten identifiziert werden, welche die unterschiedlichen Sicht- und Handlungsweisen der ONKO bezüglich der Gewichtszunahme bei BKP nach Diagnosestellung strukturieren: 1. Das Phänomen: Beobachtung und Folgen einer Gewichtszunahme; 2. Patientinnenbezogene Perspektivenübernahme bezüglich der Gewichtszunahme; 3. Maßnahmen gegen eine Gewichtszunahme bei BKP; 4. Maßnahmenleitende/-hemmende Gedanken bei einer Gewichtszunahme. Diskussion Die Handlungsweisen der ONKO (ungenügende Maßnahmen zur Prävention und Behandlung einer Gewichtszunahme bei BKP, seltene interprofessionelle Zusammenarbeit mit Ernährungsfachpersonen) lassen sich durch ihre Sichtweisen erklären: ONKO unterschätzen tendenziell: 1) die gesundheitliche Relevanz der Gewichtszunahme, 2) die für BKP subjektive Relevanz der Gewichtszunahme, 3) die fachliche Kompetenz von Ernährungsfachpersonen sowie 4) die Wirksamkeit von Ernährungsinterventionen. Schlussfolgerung Zur Förderung der Intention von ONKO, Maßnahmen gegen eine Gewichtszunahme zu treffen, sollten ihre Risikowahrnehmung (bezüglich gesundheitlicher Folgen einer Gewichtszunahme) sowie ihre Handlungsergebniserwartung (bezüglich Zusammenarbeit mit Ernährungsfachpersonen) erhöht werden.
1970 wurde der Song „Woodstock“ von Joni Mitchell geschrieben und von zahlreichen Interpreten berühmt gemacht. Er wurde zur Hymne der damaligen „Counterculture“. Die Älteren unter uns können sich daran sicher noch erinnern. Politischer Hintergrund war der Vietnamkrieg mit seinen unzähligen Opfern. Meist jüngere Menschen trafen sich zu Protestaktionen in aller Welt, um für Frieden und auch für tiefgreifende soziale und kulturelle Veränderungen zu protestieren.
Zusammenfassung In die statistische Auswertung einer zwischen Mai und Oktober 2020 deutschlandweit durchgeführten Untersuchung zu den psychosozialen und medizinisch-pflegerischen Sterbebedingungen gelangten 855 Teilnehmer. Der hierfür verwendete Fragebogen entsprach weitgehend einer Form, welche bereits 2013/2014 und 1988 durchgeführt wurde. Zusätzlich wurden Erfahrungen zur Coronapandemie und der Zukunft der Versorgung Sterbender ermittelt. Als Ergebnis zeigte sich, dass sich sowohl die erreichten Strukturmerkmale als auch Versorgungsqualitäten gegenüber der letzten Studie 2013/2014 nur geringfügig verändert haben. Indes weisen die Ergebnisse zu den unterschiedlichen Krankenhausversorgungsbereichen (Stationen) z.T. erhebliche Unterschiede auf. Gezeigt werden kann ferner, wie z.T. dramatisch (etwa in Bezug auf die Integration von Angehörigen) sich die Coronapandemie auf die Betreuung Sterbender ausgewirkt hat. Für die Zukunft sieht eine große Gruppe der Befragten die Betreuung von Sterbenden vor sehr großen Herausforderungen.