
Zusammenfassung Die Therapie des fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) ist ein sich dynamisch veränderndes Feld, das Konzept „Chemoimmuntherapie, das war‘s“ gilt nicht mehr, stellte Prof. Niels Reinmuth, München, zum Abschluss einer Highlightsitzung auf dem DKK 2026 fest. „Wir haben immer mehr Mutationen, die relevant werden und über die Therapie entscheiden und die erfasst werden müssen.“ Zugleich hat sich das Feld jenseits der Mutationen insbesondere im Hinblick auf die Entwicklung und den Einsatz von Biomarkern erweitert. Mit den Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (ADC) gewinnt hier eine neue Wirkstoffgruppe beim fortgeschrittenen NSCLC rasch an Bedeutung: Ein ADC ist bereits zugelassen, mehrere weitere befinden sich in fortgeschrittener klinischer Entwicklung.
Zusammenfassung Die Hinzugabe eines Androgenrezeptor-Signalweg-Inhibitors (ARPI) zu einer Androgendeprivationstherapie (ADT) verlängert bei vulnerablen Patienten – entweder hochbetagt, gebrechlich oder deutliche Komorbidität – mit neu diagnostiziertem metastasiertem kastrationssensitivem Prostatakarzinom (mCSPC) signifikant das mediane Gesamtüberleben (OS) im Vergleich zu einer ADT-Monotherapie. Dies ergab eine Real-World-Analyse, die auf dem ASCO GU 2026 vorgestellt wurde.
Zusammenfassung „Die Therapie des multiplen Myeloms (MM) ist derzeit ein sehr aktives Feld. Trotzdem verlieren wir derzeit in jeder Therapielinie selbst bei bestmöglicher Therapie 15–35 % unserer Patient*innen“, machte Prof. Suzanne Lentzsch, New York, zu Beginn ihres Vortrages auf dem letzten ASH-Kongress deutlich. Die Vielzahl neuer Therapien in der klinischen Entwicklung stimmt zwar optimistisch, erschwert aber die Suche nach der optimalen Therapiesequenz.
Zusammenfassung Adipositas und ein erhöhter Body-Mass-Index (BMI) sind mit einem erhöhten Krebsrisiko assoziiert, korrelieren jedoch paradoxerweise mit verbesserten Behandlungsergebnissen nach einer Immuncheckpoint-Inhibition bei Lungenkarzinomen und Melanomen. Eine retrospektive monozentrische Studie einer US-Arbeitsgruppe zeigt jetzt, dass dieses Paradoxon auch für Patient*innen mit intrahepatischem Cholangiokarzinom (iCCA) gilt.
Zusammenfassung Auf der European Lung Cancer Conference in Kopenhagen wurden kürzlich zahlreiche neue Studiendaten zu Antikörper-Drug-Konjugaten (ADC) und KRAS-Inhibitoren beim Lungenkrebs vorgestellt.
Zusammenfassung Für therapienaive ältere und/oder Chemoimmuntherapie-unfitte Patienten mit diffus-großzelligem B-Zelllymphom (DLBCL) besteht ein ungedeckter Bedarf an wirksamen chemotherapiefreien Therapieoptionen. Auf dem ASH 2025 wurden jetzt neue Studiendaten für mehrere bispezifische CD20/CD3-Antikörper für Patient*innen ≥ 80 Jahre präsentiert. Sie lassen hoffen, dass diese Therapieregime aufgrund ihrer guten Tolerabilität und Effektivität als Monotherapie oder in Kombinationen über die derzeit zugelassenen Indikationen in späteren Therapielinien hinaus auch in der Erstlinientherapie verfügbar sein werden. Aus deutscher Sicht stand die R-Pola-Glo-Studie im Mittelpunkt, für die erstmals die primäre Analyse zur Wirksamkeit und Toxizität vorgestellt wurde.
Zusammenfassung Zum anatomischen Rezidivmuster beim chirurgisch resektablen Hochrisiko-Prostatakarzinom mit regionalem Lymphknotenbefall im PSMA-PET sind noch einige Aspekte bislang unzureichend verstanden. Eine New Yorker Arbeitsgruppe untersuchte in einer Studie die radiografischen Rezidivmuster bei 79 Patienten mit Hochrisiko-Prostatakarzinom, die sich einer PSMA-PET-Bildgebung mit anschließender radikaler Prostatektomie (RP) und pelviner Lymphadenektomie (PLND) unterzogen und postoperativ einen pathologischen Lymphknotenbefall (pN1) aufwiesen.
Zusammenfassung Der Body-Mass-Index (BMI) ist ein anerkannter Risikofaktor auch beim hepatozellulären Karzinom (HCC), doch sein Zusammenhang mit dem Tumorstadium bei Diagnosestellung, dem Überleben sowie dem „Adipositas-Paradox“ sind bislang unklar. Eine monozentrische Studie eines Therapiezentrums in Reno weist jetzt auf eine zeitlich determinierte Assoziation zwischen Adipositas, HCC-Diagnose und Therapieoutcome hin.
Zusammenfassung First in Human Study to Evaluate the Safety, Tolerability and Preliminary Efficacy of the Bispecific PSMAxCD3 Antibody CC-1 in Patients with Castration Resistant Prostate Carcinoma (PSMAxCD3) – Study AP 156/25 der AUO
Zusammenfassung Das small molecule Elraglusib, ein neuer GSK‑3β-Inhibitor, könnte in der Therapie des metastasierten duktalen Adenokarzinoms des Pankreas (PDAC) neue Impulse setzen, meinte Prof. Devalingam Mahalingam, Chicago, auf dem ASCO GU 2026. Neue Daten der offenen Phase-II-Studie Actuate‑1801 (Teil 3B) zeigen, dass die Hinzugabe von Elraglusib zu einer Basischemotherapie mit Gemcitabin plus nab‑Paclitaxel (GnP) das mediane Gesamtüberleben (OS) auf 10,1 Monate versus 7,2 Monate unter GnP allein verlängerte (Hazard Ratio [HR] 062; p = 0,02). Das 12-Monats OS wurde verdoppelt: 44,4 % versus 22,3 % (p = 0,0004).
Zusammenfassung Eine offene Phase-1-Multicenter-Studie zu LOXO-435 (LY3866288) bei lokal fortgeschrittenen oder metastasierten soliden Tumoren inklusive Urothel Carcinom mit FGFR3 Alterationen (FORAGER-1) – Studie AB 104/25 der AUO.
Zusammenfassung Die Nutzung der Molekulardiagnostik zum Krankheitsmonitoring war auf dem ASCO GI 2026 ein viel diskutiertes Thema. Hier ist insbesondere das Kolonkarzinom der Vorreiter für die Integration des ctDNA-Monitorings und der MRD-Diagnostik (Minimale Krankheitsaktivität). Neue Studiendaten unterstreichen auch beim Pankreas- und Cholangiokarzinom den Nutzen der Integration der Molekulardiagnostik in die Klinikroutine.
Zusammenfassung Impfstrategien, vor allem mit Peptidvakzinen gegen gastrointestinale Tumoren (GI-Tumoren), werden seit mehr als 20 Jahren beforscht, „aber ehrlicherweise mit wenig Erfolg“, bekannte Prof. Nils Halama, Mainz-Heidelberg auf dem 37. Deutschen Krebskongress (DKK). Neue Impulse wurden erst durch den Einsatz neuer Technologien gesetzt, die 2019 mit dem Deutschen Krebspreis 2019 an Prof. Ugur Sahin ausgezeichnet wurden. Treiber für eine personalisierte Tumorvakzine waren vor allem neue Sequenziertechnologien, die binnen kürzester Zeit einen Vergleich des Erbgutes des Tumors mit dem Erbgut gesunder Zellen des Betroffenen ermöglichten und zur Entwicklung mRNA-basierter und mRNA-naher Impfstrategien bei GI-Tumoren führte.
Zusammenfassung Kürzlich auf dem ASCO Genitourinary Cancers Symposium (ASCO GU) in San Francisco vorgestellte Studiendaten zu Belzutifan beim Nierenzellkarzinom (RCC) sowohl im adjuvanten als auch im metastasierten Setting könnten die Therapielandschaft bei diesem Tumor künftig ändern. Aufgrund des einzigartigen Wirkmechanismus und der verbesserten Effektivität bei Kombination mit bestehenden Therapieoptionen bietet der HIF2α-(Hypoxie-induzierbarer Faktor 2α) Inhibitor deutliche klinische Vorteile.
Zusammenfassung „Real-World-Erfahrungen“ mit Lutetium (177Lu) Vipivotid Tetraxetan beim metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinom – eine prospektive, multizentrische Beobachtungs-Kohorten- Studie ( PSMAreal) – Studie AP 147/25 der AUO.
Zusammenfassung Etablierter Bestandteil beim Erstlinienstandard des neu diagnostizierten DLBCL (diffuses großzelliges B-Zell-Lymphom) ist das CHOP-Regime (Cyclophosphamid, Adriamycin, Vincristin und Prednison). Die Ergebnisse der Smart‑Stop‑Studie zeigen jetzt, dass mit der smarten Strategie einer primären zielgerichteten Therapie mit dem LTRA-Regime (Lenalidomid, Tafasitamab, Rituximab und Acalabrutinib) beim DLBCL ein tiefes Ansprechen erzielt werden kann, das es erlaubt, die Chemotherapie zu reduzieren oder ganz zu vermeiden. „Die smarte Strategie einer primären zielgerichteten Therapie ist erfolgreich und erhält die kurative Intention“, erklärte Prof. Jason Westin, Houston, der die Studie auf dem ASH 2025 vorstellte.
Zusammenfassung Pirtobrutinib erweitert als Vertreter einer neuen Generation von BTK-Inhibitoren die therapeutischen Optionen für Patienten mit B-Zell-Neoplasien, insbesondere nach Resistenz oder Unverträglichkeit gegenüber kovalenten BTKi. Auf dem 37. Deutschen Krebskongresses (DKK) wurden mehrere Studien-Updates vorgestellt.
Zusammenfassung Die antitumorale Wirksamkeit zielgerichteter Immuntherapien, wie chimärer Antigenrezeptor-T-Zellprodukte (CAR-T) und bispezifischer T-Zell-Engager (TCEs), hängt entscheidend von der strukturellen Integrität und einer ausreichenden Expression der Zielantigene auf der Oberfläche der Tumorzellen ab. Beim rezidivierten bzw. refraktären multiplen Myelom (RRMM) zählen das B-Zell-Reifungsantigen (BCMA) sowie GPRC5D (G-Protein gekoppelter Rezeptor Klasse C, Gruppe 5, Mitglied D) zu den zentralen antigenen Zielstrukturen. Tumor-intrinsische Anpassungsmechanismen mit dem Auftreten resistenter Klone nach T-Zell-gerichteten Immuntherapien stellen hier eine wesentliche Hürde für dauerhafte Remissionen beim multiplen Myelom dar. Auf dem ASH 2025 wurden einige Studien vorgestellt, die mögliche Mutationsmechanismen untersuchten, sowie bi- und trispezifische Kandidaten zur Therapie im R/R-Setting und Vermeidung von Resistenzentwicklungen.
Zusammenfassung Auf der ASH-Jahrestagung 2025 wurden neue Studiendaten mit zielgerichteten Therapien für eine weitere Optimierung des Managements der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) vorgestellt. Dies betrifft Ibrutinib-haltige Kombinationen, aber auch neue Inhibitoren der Bruton-Tyrosinkinase (BTK).