
Summary Die Haut des Menschen erfüllt verschiedene Funktionen. Ist diese Grenzfläche zur Außenwelt gestört, treten klinische Erscheinungsformen im Sinne dermatologischer Erkrankungen auf. Der Beitrag thematisiert diese Pathologien, wobei Mikroökologie und Immunologie der Haut sowie diagnostische und therapeutische Möglichkeiten im Mittelpunkt stehen. Veranschaulicht werden diese Zusammenhänge anhand ausgewählter Patientenfälle aus der Praxis. Die körpereigene Mikrobiota spielt als wichtiger Kooperationspartner des Immunsystems eine wichtige Rolle. Hauterkrankungen gehen dabei häufig mit Veränderungen der intestinalen Mikrobiota einher. Stuhlanalysen liefern wichtige Hinweise für Diagnostik und Therapie immunologischer Prozesse im Zusammenhang mit der Hautfunktion. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf möglichen therapeutischen Maßnahmen mit besonderem Fokus auf mikrobiologische Therapieverfahren unter Einsatz von Pro-, Prä- und Postbiotika. In den vergangenen Jahren hat die Bedeutung der Mikroökologie durch den wissenschaftlichen Erkenntniszuwachs und die intensivierte Forschung deutlich zugenommen. Sie stellt heute sowohl in Diagnostik und Therapie als auch im Hinblick auf Nachhaltigkeit, Ursachenorientierung und Rezidivprophylaxe ein wichtiges Standbein der regulativen Medizin dar.
Zusammenfassung Auf der Anwendungsebene bestehen zwischen europäischem und chinesischem Aderlass, Schröpfen und der Acupotomy Unterschiede in Invasivität und Präzision. Der klassische Aderlass war ein relativ unspezifisches, systemisch wirkendes Verfahren mit erheblicher Invasivität. Schröpfen, sowohl in der europäischen als auch in der chinesischen Tradition, arbeitet lokaler und gilt als schonender. Die Acupotomy steht zwischen beiden Polen: Sie ist präziser als Aderlass oder Schröpfen, da sie gezielt auf anatomische Strukturen abzielt, aber weniger invasiv als viele chirurgische Interventionen. Acupotomy ist insbesondere bei muskuloskelettalen Schmerzen und Ansatztendinosen ein vielversprechendes Verfahren. Diese technische Differenzierung spiegelt auch die jeweilige Entwicklungsstufe der anatomischen Kenntnisse wider: Während die europäische Medizin des Mittelalters über begrenzte anatomische Präzision verfügte, integriert die moderne Acupotomy explizit westlich-anatomisches Wissen.
Zusammenfassung Im Konzept der Resonanzmedizin versteht man das Herz nicht nur als physiologisches Organ, sondern als zentrales Resonanzorgan für emotionale, soziale, kulturelle und spirituelle Prozesse. Psychische Resonanz zeigt sich im Zusammenspiel von Gefühlen, Empathie und neuronalen Rückkopplungen und beeinflusst Wohlbefinden und Gesundheit. Auch soziale Beziehungen, gemeinschaftliche Rhythmen und Lebensweisen wirken über resonante Prozesse auf das Herz, während Stress, Isolation oder Digitalisierung sie beeinträchtigen können. Kultur, Sprache, Kunst und Rituale eröffnen symbolische Resonanzräume, in denen Menschen Sinn, Orientierung und Verbundenheit erfahren. Spiritualität ermöglicht darüber hinaus Erfahrungen transpersonaler Resonanz. Eine transversale Tiefenschicht verbindet diese Dimensionen durch dynamische Feedback- und Selbstorganisationsprozesse komplexer Systeme. In dieser Perspektive wird das Herz zum integrativen Vermittler zwischen Körper, Psyche, sozialer Welt und Sinn – und damit zu einem zentralen Bezugspunkt einer erweiterten integrativen Medizin, die nicht nur heilen, sondern verbinden will.
Summary Als Grenz- und Multifunktionsorgan bedarf die Haut – mehr noch als andere Organe – einer ganzheitlichen Betrachtungsweise. Funktionsstörungen und Erkrankungen der Haut betreffen daher nicht nur einzelne Symptome, sondern erfordern die Einbeziehung aller Säulen der klassischen Naturheilverfahren – insbesondere auch der Phytotherapie. Der folgende Beitrag verbindet bewährte Erkenntnisse aus der Erfahrungsheilkunde mit den Ergebnissen klinischer Studien und gibt einen Überblick über deren therapeutische Bedeutung.
Summary Hauterkrankungen sind sichtbare, häufig chronische oder rezidivierende Krankheitsbilder und für die Betroffenen oft mit erheblicher Belastung verbunden. In der klassisch-homöopathischen Praxis nach Hahnemann ist die Symptomatik der Haut bekanntermaßen ein Feld, in dem Morphologie, Lokalisation, Verlauf, Empfindungen und Modalitäten eine besonders präzise Mittelwahl ermöglichen können, dennoch gestaltet sich die homöopathische Behandlung von Dermatosen nicht trivial. Die homöopathische Verschreibung sollte auch bei dermatologischen Erkrankungen aufgrund der Gesamtheit der charakteristischen Symptome getroffen werden. Der Beitrag verbindet die homöopathische Fallaufnahme bei Dermatosen mit 10 häufig eingesetzten „hautaffinen“ Arzneien und Fällen aus der Praxis: drei kurze Fälle (Rosazea und atopische Dermatitis) sowie ein Langzeit-Fallbericht bei chronisch-atopischem Ekzem.
Zusammenfassung Qigong ist eine achtsame Bewegungspraxis aus der Traditionellen Chinesischen Medizin, die sanfte Bewegungen, bewusste Atmung und innere Aufmerksamkeit verbindet. Durch langsames Üben können sich Nervensystem, Herz und Atmung beruhigen, was Stress reduziert und die Selbstregulation stärkt. Mittlerweile zeigen auch Studien messbare Effekte wie niedrigeren Blutdruck, verbesserte Herzfrequenzvariabilität und geringere psychische Belastung. Durch Qigong können auch hormonelle und immunologische Prozesse positiv beeinflusst werden. Es fördert zudem Achtsamkeit, Körperwahrnehmung und emotionale Balance. Die Praxis wirkt wie eine bewegte Meditation und ist für viele Menschen geeignet, auch wenn sie nur gering körperlich belastbar sind. Insgesamt kann Qigong Gesundheit und innere Ruhe unterstützen sowie ein Gleichgewicht zwischen Aktivität und Erholung fördern.
Zusammenfassung Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) basiert auf den Prinzipien von Yin und Yang sowie den 5 Wandlungsphasen, die sowohl Naturprozesse als auch körperliche und psychische Funktionen des Menschen beschreiben. Körper und Geist werden dabei als untrennbare Einheit betrachtet. Blut (Xue) gehört zum Yin-Aspekt und hat eine nährende und befeuchtende Funktion im Körper, während Qi als Yang-Aspekt die dynamische Lebensenergie darstellt, die Blut bewegt und Prozesse im Körper antreibt. Besonders die Funktionskreise Herz, Milz und Leber sind eng mit dem Blut verbunden, da sie an seiner Bildung, Speicherung und Bewegung beteiligt sind. Blut ist Teil eines fein austarierten Zusammenspiels von energetischen und materiellen Anteilen, die nur im gegenseitigen harmonischen Zusammenwirken Gesundheit hervorbringen. Krankheiten entstehen nach der TCM durch Disharmonien wie Blut-Leere, Blut-Stase oder Blut-Hitze, die sich durch unterschiedliche Symptome äußern. Behandelt werden diese Störungen vor allem durch Ernährung, Akupunktur und chinesische Arzneimittel, die Blut aufbauen, bewegen oder kühlen.
Summary Chronische Erschöpfungszustände, z. B. im Rahmen postviraler Syndrome wie Long Covid, stellen die tägliche Praxis vor große Herausforderungen. Die Ursache liegt oft tief in der zellulären Bioenergetik: Eine gestörte mitochondriale Homöostase führt dazu, dass defekte Kraftwerke nicht mehr entsorgt werden und entzündliche Prozesse fördern. Dieser Beitrag beleuchtet das dynamische Zusammenspiel von Mitophagie und Biogenese. Erfahren Sie, wie Sie durch gezielte Reize wie Fasten, Sport und Phytotherapie die „Zellreinigung“ aktivieren und Patienten den Weg zurück zu mehr Vitalität ebnen können.
Zusammenfassung Das Passive Kreislauftraining nach Schiele ist ein hydrotherapeutisches Verfahren, das seit Jahrzehnten in der naturheilkundlichen Praxis bei funktionellen, chronischen und vegetativ geprägten Beschwerdebildern eingesetzt wird. Der vorliegende Beitrag wertet erstmals historische Patienten- und Fallberichte aus einem Zeitraum von über 80 Jahren systematisch aus. Ziel ist es, typische Indikationen, beobachtete Therapieeffekte, Reaktionsmuster sowie sicherheitsrelevante Aspekte darzustellen und diese für die heutige integrative Praxis einzuordnen. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die historische Entwicklung als Selbstzweck, sondern der Erkenntnisgewinn für die therapeutische Anwendung.
Summary Topische Phytotherapeutika sind fester Bestandteil der dermatologischen Versorgung. Sie werden in Selbstmedikation, als Begleittherapie und bei milder bis moderater Krankheitsaktivität eingesetzt. Mit dem Widerruf der EU-Zulassung für Episalvan im Juni 2022 sowie der Weiterentwicklung nicht steroidaler Topika haben sich die Rahmenbedingungen deutlich verändert. Die vorliegende Übersicht bewertet etablierte und neue pflanzliche Wirkstoffe nach aktueller Studienlage und ordnet sie in moderne Therapiekonzepte ein. Zusätzlich werden Entwicklungen in der Nanogalenik berücksichtigt, denn nanogalenische Formulierungen verbessern Penetration und Verträglichkeit erheblich. Topische Phytotherapie bleibt ein wertvoller Baustein dermatologischer Versorgung – ein fachgerechter Einsatz pflanzlicher Externa kann therapeutische Optionen sinnvoll erweitern, den Bedarf an Steroiden reduzieren und zur höheren Patientenzufriedenheit beitragen, sofern Qualität, Formulierung, Sicherheit und regulatorische Aspekte kontinuierlich berücksichtigt werden.
Summary Ingwer ist eine antiemetisch, karminativ und antiphlogistisch wirkende Scharfstoffdroge mit weltweiter Verbreitung. Aktuell ist sie Gegenstand zweier europäischer Monografien
Zusammenfassung In der Anthroposophischen Medizin wird das Blut als zentrales, lebendig regulierendes System verstanden, das im Gegensatz zum Nervensystem unbewusst wirkt, das innere Gleichgewicht aufrechterhält und eng mit Immunabwehr, Stoffwechsel und seelischen Prozessen verbunden ist. Die Funktionen des Blutes zeigen sich sowohl in der Entwicklung, im Sauerstoff- und Stofftransport als auch in der Immunabwehr, wobei Störungen wie Anämien, Infektanfälligkeit oder Blutungsneigung gezielt mit spezifischen anthroposophischen Arzneimitteln behandelt werden können. Der Beitrag zeigt die praktische Anwendbarkeit der Anthroposophischen Medizin wie die begleitende Behandlung von Fieber sowie den Einsatz spezifischer Arzneimittel zur Unterstützung der Blutbildung und der Krankheitsabwehr.
Summary Betrachtet man die Haut nicht nur als das größte Organ des menschlichen Körpers, sondern auch als „Spiegel der Seele“, werden viele dermatologische Erkrankungen auch als somatoforme Erscheinungen einer gestörten Psyche erkennbar. Diese Sichtweise ist ein logischer Schluss für eine „integrative Dermatologie“. In Japan hat die Kampo-Phytotherapie mit einem traditionell holistischen Ansatz den Schritt zu einer neuzeitlichen Überprüfung der Empirie mit erstaunlichen Ergebnissen durch wissenschaftliche Nachweismethoden gewagt. Statistischen Erhebungen zufolge verwenden ca. 80 % der befragten japanischen Hautärzte überlieferte Kampo-Rezepturen komplementär bei der Behandlung in der dermatologischen Praxis. Die Kampo-Behandlung zielt darauf ab, die konstitutionelle Situation des Patienten zu verbessern und die Hautbarriere zu stärken.
Zusammenfassung Die Übersicht zeigt, wie Akupunktur bei häufigen funktionellen Blutungsstörungen zur Linderung eingesetzt werden kann, sofern organische Ursachen ausgeschlossen sind. Die Diagnose basiert maßgeblich auf der Art und dem Zeitpunkt der Schmerzen sowie der Beschaffenheit des Blutes. Schmerzen vor der Periode deuten auf eine Fülle-Symptomatik oder Stagnation hin, während Beschwerden nach der Blutung auf eine Leere-Situation hindeuten. Entsprechend wird entweder überschüssiges Qi bewegt oder fehlendes Qi gestärkt. Bei PMS steht die Lösung von Qi-Blockaden im Vordergrund, während bei starken, dunklen Blutungen die Blut-Stase beseitigt werden muss. Ein verlängerter Zyklus mit blasser Blutung weist meist auf eine Nieren-Yang- Leere hin und erfordert stärkende Maßnahmen sowie ggf. Wärme durch Moxibustion. Ziel ist es stets, den harmonischen Fluss von Qi und Blut wiederherzustellen. Zusätzlich können einfache Rezepturen der chinesischen Arzneitherapie weiterhelfen.
Zusammenfassung Eine sanfte, präzise Übungspraxis zur Förderung von Ruhe, Wahrnehmung und innerer Balance
Zusammenfassung Potentilla erecta – Wer schon einmal mit der frischen Wurzel gearbeitet hat, weiß, welche besondere Signatur dem unscheinbaren Pflänzchen innewohnt.
Summary Ein gesundes langes Leben wird wesentlich durch Erleben von aufbauenden Beziehungen ermöglicht. Um dies wissenschaftlich zu verstehen und praktisch anzuwenden, ist es angebracht, den Menschen primär als ein informationsverarbeitendes Lebewesen in Resonanz in vielfältigen Beziehungen zu verstehen. Das maßgebliche Kriterium für seine Informationsverarbeitung ist Kohärenz im Inneren und mit der Außenwelt. Um diese immer wieder herzustellen, werden unsere Aktivitäten sowohl im Organismus als auch in unseren Außenbeziehungen von 3 neuroendokrinen motivationalen Systemen reguliert. Für eine gesunde Entwicklung ist ein gutes Zusammenspiel dieser 3 Systeme unter Leitung der Kohärenzmotivation erforderlich. Das Appetenz- und das Aversionssystem sind vor allem für kurzfristige vorübergehende Aktivitäten angebracht. Wenn sie länger dominieren, kommt es zu pathogenen Beziehungsmustern und chronischen Sucht- bzw. Stresserkrankungen. Dann ist es heilsam, mithilfe von salutogener Kommunikation wieder ein salutogenes Beziehungsmuster in stimmig kooperativer Kommunikation anzuregen und bewusst zu lernen.
Die Medizinische Aromatherapie kann in der Praxis vor allem integrativ für die Behandlung von Patient*innen mit Atemwegs- und Lungenerkrankungen verwendet werden. Die vielfältigen Wirkungen (antimikrobiell, entzündungshemmend, beruhigend, stimmungsaufhellend, immunmodulatorisch) ermöglichen sowohl eine gezielte pulmologische Therapie als auch eine ganzheitliche Behandlung. Inhalationen und Einreibungen sind als Anwendungsformen in der Lungenheilkunde gut etabliert. Die Erstellung eines erfolgversprechenden aromatherapeutischen Behandlungskonzepts erfordert umfassende Kenntnisse und praktische Erfahrung.
Die Schafgarbe blickt auf eine 2000 Jahre alte Tradition als Heilpflanze zurück. Sie wird vielseitig aufgrund ihrer krampflösenden, entzündungshemmenden und verdauungsfördernden Eigenschaften eingesetzt.
Fieber ist oftmals ein Grund für eine Konsultation in allgemeinmedizinischen und pädiatrischen Praxen und ein häufiges Symptom kindlicher Erkrankungen. Eine Leitlinie zum Fiebermanagement bei Kindern und Jugendlichen existierte in Deutschland bislang nicht. Vor diesem Hintergrund formulierten 14 medizinische Fachgesellschaften, eine universitäre Einrichtung und eine Patientenorganisation unter dem Dach der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. (AWMF) unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e. V. (DGKJ) die erste Leitlinie zum Fiebermanagement bei Kindern und Jugendlichen. Eine zentrale Koordinierungsstelle führte die Literaturrecherche durch und koordinierte eine endpunktbezogene Evidenzbewertung nach GRADE. Die strukturierte Konsensfindung erfolgte im Rahmen eines nominalen Gruppenprozesses und 3 Konsenskonferenzen unter unabhängiger Moderation. Die Literatursuche identifizierte insgesamt 99 Arbeiten und schloss davon 26 in die SIGN-Bewertung, 25 in die GRADE-Bewertung und 19 in die weitere Analyse ein. Die Leitliniengruppe formulierte 12 evidenzbasierte und 12 expertenkonsensbasierte Empfehlungen zur Aufklärung von Bezugspersonen, Diagnostik sowie Warnzeichen und Therapie von Fieber bei Kindern und Jugendlichen. Die Konsensstärke der Leitlinienempfehlungen variierte dabei zwischen 92 % und 100 %, was einem allgemeinen bis starken Konsens entspricht. Die Leitlinie gibt Angehörigen der Gesundheitsberufe sowie Bezugspersonen evidenzbasierte und durch Expert*innenmeinungen gestützte Handlungsempfehlungen zur Behandlung und Pflege von Kindern und Jugendlichen mit Fieber. Die Leitlinie erklärt Fieber als ein i.d.R. selbstlimitierendes Symptom und entfernt sich von der Kopplung der Fieberhöhe mit der Antipyrese sowie mit der Erkrankungsschwere für Kinder ab 3 Monaten. Hingegen empfiehlt die Leitlinie, auf den Allgemeinzustand des Kindes zu achten, und vermittelt die relevantesten sowie häufigsten Warnzeichen und Symptome. Sie unterstützt den restriktiven und leitlinienbasierten Einsatz von Antipyretika und Antibiotika. Die Leitlinie weist auch auf noch ungeklärte Forschungsfragen hin.