
Intravitreale operative Medikamenteneingaben (IVOMs) im Versorgungsalltag erreichen häufig nicht die in klinischen Studien gezeigten Behandlungsergebnisse. In Deutschland fehlen bislang flächendeckende, repräsentative Real-World-Daten zur IVOM-Versorgung bei Makulaerkrankungen. Vor diesem Hintergrund wurde das oregis-IVOM-Register als Subregister des nationalen oregis-Registers etabliert. Ziel ist die standardisierte Erhebung und Analyse von IVOM-Therapieverläufen im klinischen Alltag in Deutschland, um Langzeitergebnisse abzubilden und Optimierungspotenziale in der Versorgung zu identifizieren. Teilnehmende augenärztliche Zentren können durch ihre Beteiligung aktiv zur evidenzbasierten Weiterentwicklung der IVOM-Versorgung beitragen. Das oregis-IVOM-Register ist eine prospektive, nichtinterventionelle Beobachtungsstudie. Erfasst werden medizinische Versorgungsdaten erwachsener Patienten, die aufgrund einer neovaskulären altersabhängigen Makuladegeneration (nAMD), eines diabetischen Makulaödems (DMÖ), retinaler Venenverschlüsse (RVV) oder choroidaler Neovaskularisation (CNV) eine IVOM-Therapie erhalten. Die Datenerfassung erfolgt webbasiert mittels Remote Date Entry in einer elektronischen Datenbank über REDCap. Struktur, Datensätze und Erhebungsparameter orientieren sich am internationalen Fight Retinal Blindness!-Register. Das oregis-IVOM-Register bietet erstmals eine nationale, strukturierte Plattform, um reale Behandlungsverläufe systematisch zu erheben und auszuwerten. Es schließt eine wichtige Wissenslücke in der IVOM-Versorgungsforschung in Deutschland und ermöglicht regionale und internationale Vergleiche sowie Analysen zu Therapieadhärenz und Versorgungsrealität.
Retinopathia solaris ist eine seltene phototoxische Netzhautschädigung infolge direkter Sonnenexposition, typischerweise im Zusammenhang mit der ungeschützten Beobachtung von Sonnenfinsternissen. Untersuchung klinischer, morphologischer und funktioneller Befunde sowie Verlaufscharakteristika bei Patienten mit Retinopathia solaris. Retrospektive Analyse der Patienten mit Retinopathia solaris, die zwischen 2014 und März 2026 an der Universitäts-Augenklinik Erlangen behandelt wurden. Einschlusskriterium war die anamnestisch und klinisch gesicherte Diagnose einer Retinopathia solaris. Erfasst wurden demografische Daten, bestkorrigierter Visus (BCVA), Fundusbefund, Befunde der optischen Kohärenztomographie (OCT), Therapie und der klinische Verlauf. Es wird eine Fallserie von 5 Frauen und 3 Männern (mittleres Alter: 29 Jahre; Spannweite 11 bis 49 Jahre) dargestellt. In der Hälfte der Fälle erfolgte die Exposition im Rahmen einer Sonnenfinsternis, in den übrigen Fällen handelte es sich um andere Formen ungeschützter direkter Sonnenexposition. Klinisch zeigten sich Visusminderung und zentrale Skotome. In der OCT fanden sich charakteristische subfoveoläre Defekte der Photorezeptoren und des retinalen Pigmentepithels (RPE). Im Verlauf kam es meist zu einer funktionellen und morphologischen Besserung; in Einzelfällen blieben jedoch strukturelle Foveaveränderungen und subjektive Beschwerden bestehen. Diagnostisch sind Anamnese und klinischer Befund wegweisend. Trotz meist günstiger Prognose können Beschwerden persistieren. Mangels kausaler Therapie ist die Prävention – besonders bei Sonnenfinsternissen – essenziell.
Mit der Veröffentlichung der Norm DIN EN ISO 7921:2024 wurde erstmals ein internationaler Standard für medizinische Nahleseproben eingeführt. Diese Norm ermöglicht, dass nunmehr auch für den Lesevisus ein valider und international vergleichbarer Schwellenwert erhoben werden kann. Der vorliegende Artikel fasst die zentralen Inhalte und wissenschaftlichen Grundlagen der Norm zusammen. Beschrieben werden die Definition der Schriftgröße über die x‑Höhe, die geometrische (logarithmische) Abstufung der Schriftgrößen, Standardprüfabstände sowie Anforderungen an Beleuchtung, Kontrast und Schriftarten. Die Norm definiert die Berechnungsgrundlage für Schriftgrößen in deren geometrischer (logarithmischer) Abstufung und die dabei zulässigen Toleranzen sowie die Rahmenbedingungen für den Testabstand, die Beleuchtung und den Kontrast. Als Standardnotation wird logRAD verwendet, da sich damit die geometrische Skalierung der Schriftgrößen präzise abbilden lässt und sich diese Notation in der Wissenschaft bewährt hat. Für den klinischen Gebrauch können auf den Nahleseproben aber auch andere geometrische Notationen angegeben werden. Als Schriftarten wurden grundsätzlich Helvetica und Times New Roman festgelegt oder diesen ähnliche Schriftarten. Leseproben sind ein Medizinprodukt der Klasse I. DIN EN ISO 7921:2024 schafft erstmals eine international einheitliche Grundlage für die Herstellung medizinischer Nahleseproben und ermöglicht damit vergleichbare und nachvollziehbare Messungen des Lesevisus. Zusammen mit der seit 2026 verpflichtenden Registrierung von Medizinprodukten in EUDAMED stärkt diese Norm die Validität, Vergleichbarkeit und Nachvollziehbarkeit des Lesevisus im klinischen und wissenschaftlichen Gebrauch und damit auch die Rechtssicherheit.
Die chirurgischen Möglichkeiten bei Pathologien des vorderen Augenabschnittes haben sich über die letzten Jahrzehnte deutlich verbessert, während zeitgleich auch die Operationsverfahren immer komplexer werden. Während zu Beginn des 20. Jahrhunderts erstmalig die perforierende Keratoplastik etabliert wurde, besteht heutzutage bereits die Option verschiedener lamellärer Keratoplastiktechniken. Die intraoperative OCT-Technologie (iOCT/MI-OCT) kann den Chirurgen bei der exakten Platzierung von Inzisionen und Nähten unterstützen und trägt so zur Optimierung des Operationsergebnisses bei. Beispielsweise ermöglicht sie bei der DALK-Chirurgie eine präzisere Durchführung der Big-Bubble-Technik, erleichtert bei stark ödematöser Hornhaut die korrekte Entfaltung und Ausrichtung der DMEK-Lamelle und erlaubt im Rahmen der lamellären und der phototherapeutischen Keratektomie eine Präzisierung des Gewebeabtrags. Insbesondere bei Neugeborenen und Kleinkindern, deren Untersuchbarkeit an der Spaltlampe erschwert ist, kann oft erst intraoperativ mit der iOCT eine korrekte Diagnosestellung und somit die Durchführung eines zielgerichteten OP-Verfahrens erfolgen. Auch wenn in der ADVICE-Studie kein wirtschaftlicher Vorteil bei der Nutzung der iOCT bei regulären DMEK-Operationen gezeigt werden konnte, so können eine Steigerung der chirurgischen Effizienz und insbesondere eine verbesserte Ausbildung von angehenden Ophthalmochirurgen festgestellt werden.
Epikeratoplastiken wurden früher als Therapieoption zur Korrektur von hochgradigen Myopien und bei Keratokonus eingesetzt. Nicht selten zeigten sich im Verlauf allerdings strukturelle Komplikationen einschließlich Interface-Narben, Oberflächenirregularitäten sowie sekundäre korneale Ektasien. Ein 55-jähriger Patient stellte sich mit ausgeprägter subjektiver Visusminderung des rechten Auges vor. Aufgrund einer Myopia magna erfolgte in Südkorea vor 34 Jahren der operative Versuch der Visusbesserung durch Epikeratoplastik. Bei weiterhin unzureichendem funktionellem Visusergebnis wurde zudem eine additive photorefraktive Keratektomie (PRK) durchgeführt. Bei ausgeprägter Oberflächenirregularität mit anterior-stromaler Narbenbildung, Hornhautdickenzunahme auf zentral 708 μm und Kontaktlinsenunverträglichkeit sowie bei kortikonukleärer Katarakt wurde die Durchführung einer perforierenden Excimerlaser-Keratoplastik mit simultaner Kataraktoperation (Triple-PKP) empfohlen. Der Patient entschied sich jedoch zunächst für die Entfernung des Lentikels in einer externen Klinik. Bei Wiedervorstellung zeigte sich in der Folgeuntersuchung eine deutliche Verdünnung des Hornhautstromas. Daraufhin wurde die vorab empfohlene Triple-PKP am rechten Auge durchgeführt. Postoperativ zeigte sich bereits nach sechs Monaten eine deutliche Visusbesserung von 0,05 auf 0,4. Die Entfernung von Epikeratoplastiken kann mit einer Vielzahl von Komplikationen einhergehen. In diesem Fall stellte die Triple-PKP die sinnvollste Therapieoption dar, um die anatomische Stabilität wiederherzustellen sowie eine zeitnahe visuelle Rehabilitation zu erreichen.
Die Migräneaura ist eine häufige und differenzialdiagnostisch bedeutsame Phase der Migräne. Etwa 25–35
Wie belastbar ist die Evidenz für neue Therapien in der Ophthalmologie – und was sagt die jeweilige Studienphase tatsächlich aus? Phase I–IV stehen nicht nur für unterschiedliche Entwicklungsstufen, sondern v. a. für verschiedene Ziele: von erster Sicherheitsbewertung und Dosisfindung über den Wirksamkeitsnachweis bis hin zu Daten aus der Versorgungspraxis. Gerade in der Augenheilkunde ist die Bewertung klinischer Studien jedoch besonders anspruchsvoll. Bilateralität, invasive Applikationswege, komplexe Funktionsmessungen und die zunehmende Bedeutung bildgebender Biomarker erschweren Planung, Durchführung und Interpretation. Hinzu kommen fachspezifische Biasquellen, etwa durch die Wahl der Analyseeinheit, Maskierungsprobleme oder die begrenzte Aussagekraft struktureller Surrogatendpunkte ohne klare funktionelle Relevanz. Der Beitrag zeigt, wie ophthalmologische Studien über alle Phasen hinweg richtig eingeordnet und kritisch bewertet werden können. Im Fokus stehen Studiendesign, Endpunktwahl, regulatorischer Kontext und typische methodische Fallstricke. Ziel ist es, eine praxisnahe Orientierung für den klinischen Alltag zu geben und die Grundlage für evidenzbasierte Therapieentscheidungen zu stärken.
Die Teilnahme an klinischen Studien erfordert eine informierte Entscheidung, ist jedoch häufig mit Unsicherheiten verbunden. Es erfolgt die Darstellung patientenrelevanter Erwartungen und Empfehlungen zur patientenzentrierten Gestaltung klinischer Studien in der Augenheilkunde. Es wird eine strukturierte Übersicht unter Einbezug publizierter Literatur, Perspektiven der Patientenselbsthilfe und Erfahrungen klinischer Studienzentren gegeben. Zentrale Faktoren für Teilnahme und Verbleib in Studien sind verständliche Aufklärung, realistische Erwartungskommunikation, barrierefreie Informationen, erreichbare Studienzentren, konstante Ansprechpersonen und transparente Kostenregelungen. Selbsthilfeorganisationen unterstützen mit der Weitergabe von Informationen und bei der Rekrutierung. Nach Studienende wünschen sich Teilnehmende Informationen über Gruppenzuteilung, Ergebnisse und weitere Behandlungsmöglichkeiten. Patientenzentrierte Studienplanung verbessert Rekrutierung, Retention und ethische Qualität klinischer Forschung. Frühzeitige Einbindung der Selbsthilfe sowie verständliche Kommunikation und praxisnahe Studienabläufe sind entscheidend.
Der EyeMate-SC (G-Metrics GmbH, Hannover, Deutschland) ist ein dauerhaft im suprachoroidalen Raum implantierbarer Mikrosensor zur telemetrischen, hochfrequenten Selbstmessung des intraokularen Drucks (IOD), dessen Messwerte über ein externes Lesegerät an den behandelnden Augenarzt übermittelt werden. Ziel dieser Arbeit ist die Zusammenfassung der Evidenz zur Sicherheit des Implantats, zur Übereinstimmung der Messwerte mit der Goldmann-Applanationstonometrie (GAT), zur Patientenadhärenz und -akzeptanz sowie zum Potenzial der Erfassung von IOD-Fluktuationen. In diese Übersichtsarbeit wurden 24 Patienten mit Offenwinkelglaukom eingeschlossen, die im Rahmen einer nicht penetrierenden Glaukomoperation mit einem EyeMate-SC-Sensor versorgt und über 3 Jahre im Rahmen der ARGOS-SC01-Studie und der Follow-up-Studie ARGOS-SC01_FU nachverfolgt wurden. Die Implantation verlief in allen Fällen komplikationslos. Über den Beobachtungszeitraum traten jenseits des frühen postoperativen Intervalls 15 moderate unerwünschte Ereignisse auf, von denen ein Fall möglicherweise sensorassoziiert war. Der Sensor zeigte eine hohe langfristige Lagestabilität ohne Dislokationen und blieb trotz seiner oberflächlichen Position astigmatismusneutral. Die Übereinstimmung mit der GAT war dauerhaft gut. Zudem berichteten Patienten eine hohe Akzeptanz und Adhärenz und würden das System weiterempfehlen. Darüber hinaus ermöglichte der Sensor die Erfassung sowohl kurzfristiger als auch langfristiger IOD-Fluktuationen. Der EyeMate-SC ermöglicht erstmals eine hochfrequente telemetrische Selbstmessung des IOD unabhängig vom Linsenstatus und erlaubt eine Therapieentscheidung auf Basis umfassender Druckprofile statt Einzelmessungen. Neuere Systemgenerationen erweitern dieses Konzept um eine automatisierte, kontinuierliche Datenerfassung mit höherer zeitlicher Auflösung. In Kombination mit künstlicher Intelligenz könnten so progredienzassoziierte Muster frühzeitig erkannt werden. Der Nutzen hinsichtlich Krankheitsprogression, Lebensqualität und gesellschaftlicher Teilhabe bedarf weiterer Studien.
Simulatorbasiertes medizinisches Training (SBME) wird zunehmend als effektive Methode zur Vermittlung chirurgischer Fertigkeiten in der Augenheilkunde eingesetzt. Die Homburger Simulationstage (HST) kombinieren theoretische Kurse, Wetlab an Schweineaugen und Drylab-Simulationstraining für Assistenzärztinnen und -ärzte sowie junge Fachärztinnen und Fachärzte. Retrospektive Analyse der HST und Bewertung von (1) aktueller chirurgischer Ausbildung im Facharztcurriculum und (2) Integration von Simulationstraining. Neben der demografischen Analyse der 33 Teilnehmenden über einen Zeitraum von 3 Jahren erfolgte die Messung der Fertigkeiten der Teilnehmenden mithilfe der standardisierten „Cataract Challenge“-Software, einmal nach 1 h und am Ende des Simulationstrainings. Die Umfragen erfolgten anhand einer 5‑stufigen Likert-Skala. Freitext-Feedback bezüglich der HST wurde analysiert. Die Teilnehmenden (33,3
Das Glaukom ist eine der häufigsten Erblindungsursachen weltweit, so auch in Deutschland. Dennoch ist unklar, ob alle Betroffenen ausreichend über ihre Erkrankung sowie mögliche Therapien und deren Nebenwirkungen informiert sind. Umfrage unter GlaukompatientInnen, um den Stand der Aufklärung über die Erkrankung und mögliche Therapien zu erfassen. Der Fragenbogen bestand aus 11 Fragen zur Aufklärung und Therapiezufriedenheit bezüglich des Glaukoms. Er wurde vom Bundesverband Glaukom-Selbsthilfe e. V. in Zusammenarbeit mit der Sektion Glaukom der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) entwickelt. Der Fragebogen wurde den Mitgliedern des Bundesverbandes sowie über die Homepage und Patientenforen zugänglich gemacht und in Wartezimmern ausgelegt. Es nahmen 334 GlaukompatientInnen von Juli 2024 bis Juni 2025 an der Umfrage teil; 15,5
Die okuläre Beteiligung bei West-Nil-Virus-Infektion gewinnt in Europa zunehmend an Bedeutung, da sich das Virus durch den Klimawandel nach Norden ausbreitet. Neben den bekannten neurologischen Komplikationen kann das Virus, oft im Rahmen schwerer neuroinvasiver Verläufe, auch das Auge befallen und zu Netzhautveränderungen führen. Die häufigste Augenmanifestation ist eine multifokale Chorioretinitis in Form von charakteristisch linear angeordneten nummulären Läsionen. Berichtet wird zudem von Patientinnen und Patienten mit Uveitis, Optikusneuritis, retinaler Vaskulitis und gegebenenfalls bleibendem Sehverlust. Hier präsentieren wir solch einen Kasus aus unserer Klinik.
Das korneale Crosslinking (CXL) nach dem Dresden-Protokoll setzt eine minimale Hornhautdicke von 400 µm voraus, um das Endothel vor UV(ultraviolett)-Schäden zu schützen. Viele Patienten mit fortgeschrittener kornealer Ektasie weisen jedoch dünnere Hornhautzustände auf und werden von der Behandlung ausgeschlossen. Frühere Ansätze zur Umgehung dieser Limitation – hypoosmolare Quellung, kontaktlinsengestützte Verfahren – zeigten relevante Einschränkungen. Das ELZA-sub400-Protokoll verfolgt einen grundlegend anderen Ansatz: Die UV-Fluenz wird individuell an die Pachymetrie angepasst. Die Übersichtsarbeit basiert auf aktueller Literatur und aktuellen klinischen Daten des ELZA Institute. Dargestellt werden die photochemischen Grundlagen, der Algorithmus des sub400-Protokolls, klinische Ergebnisse und die praktische Durchführung. Das sub400-Protokoll basiert auf einem Algorithmus, der das Fick-Diffusionsgesetz für Riboflavin und Sauerstoff sowie das Lambert-Beer-Gesetz für die UV-Absorption integriert. Durch individuelle Anpassung der UV-Bestrahlungsdauer an die pachymetrisch gemessene Stromadicke wird ein effektives Crosslinking erzielt und gleichzeitig ein 70-µm-Sicherheitsabstand zum Endothel gewährleistet. In einer ersten prospektiven Studie mit 39 Augen (Hornhautdicke 214–398 µm) und Folgestudien wurde eine Erfolgsrate von 90
Die klinische Phase-3-Studie PULSAR zeigte, dass bei therapienaiven Patienten mit neovaskulärer altersbedingter Makuladegeneration (nAMD) eine Behandlung mit Aflibercept 8 mg in einem Großteil der Kohorte verlängerte Injektionsintervalle bei guter Verträglichkeit des Medikaments ermöglicht. Erste klinische Erfahrungen im Real-World-Setting konnten die Wirksamkeit sowohl bei therapienaiven als auch vorbehandelten Patienten bestätigen, allerdings liegen noch keine Daten zu längeren Beobachtungszeiträumen vor. Ziel der Studie war die Untersuchung der Therapiewirksamkeit, Injektionsfrequenz sowie Verträglichkeit von Aflibercept 8 mg in einem Zeitraum von 12 Monaten bei einem Kollektiv vorbehandelter nAMD-Patienten. Retrospektive Analyse von 73 Augen mit nAMD und vorausgegangener Anti-VEGF-Therapie, die auf Aflibercept 8 mg umgestellt wurden und nach einem Upload aus 3 monatlichen intravitrealen Injektionen (IVOMs) im Pro-re-nata(PRN)-Schema weiterbehandelt wurden. Untersucht wurden die Visusentwicklung und die zentrale Netzhautdicke (CSRT) nach Upload und nach 12 Monaten, die Injektionshäufigkeit im Jahr vor sowie nach Umstellung auf Aflibercept 8 mg sowie die Verträglichkeit des Medikaments. Von initial 73 Augen wurden nach 12 Monaten noch 27 Augen (37,0
Schwindel ist ein häufiges Leitsymptom auch in der augenärztlichen Praxis und Klinik. Es erfordert eine strukturierte, klinisch orientierte Diagnostik. Dieser Beitrag vermittelt ein praxisnahes Vorgehen, basierend auf einer gezielten Anamnese mit 4 Kernfragen sowie einer systematischen Untersuchung der Okulomotorik (4 statische und 4 dynamische Tests) und 4 Tests zur Untersuchung des vestibulären Systems. Der Fokus liegt auf der Differenzierung peripherer und zentraler Ursachen durch die strukturierte Anamneseerhebung und klinische Untersuchung. Ergänzend wird die funktionelle Anatomie von Hirnstamm und Kleinhirn dargestellt, um eine klinisch relevante topografische Zuordnung okulomotorischer Befunde zu ermöglichen.