
Zusammenfassung Bei der kardiovaskulären Risikoeinschätzung von Frauen haben geschlechtsspezifische Risikofaktoren eine eigenständige prognostische Bedeutung. Die Schwangerschaft ist mit erheblichen hämodynamischen und metabolischen Adaptationen verbunden und kann als physiologischer kardiovaskulärer Belastungstest verstanden werden. Bereits leicht erhöhte Blutdruckwerte vor der Konzeption sind mit einem erhöhten Risiko für schwangerschaftsassoziierte Komplikationen assoziiert. Bei Manifestation hypertensiver Schwangerschaftserkrankungen – von Gestationshypertonie und Präeklampsie bis hin zur peripartalen Kardiomyopathie – wird eine erhöhte kardiovaskuläre Vulnerabilität klinisch evident. Frauen mit Präeklampsie weisen ein 2- bis 4-fach erhöhtes Risiko für eine spätere arterielle Hypertonie sowie ein signifikant erhöhtes Risiko für koronare Herzkrankheit, Herzinsuffizienz und Schlaganfall auf. Die ESC-Leitlinien empfehlen daher eine strukturierte, langfristige kardiovaskuläre Nachsorge dieser Patientinnen mit regelmäßiger Blutdruckkontrolle, metabolischem Screening und individualisierter Risikostratifizierung.
Zusammenfassung Genetische Ursachen spielen beim rezidivierenden inflammatorischen myoperikardialen Syndrom (IMPS) eine wichtige Rolle, besonders bei jungen Patienten mit positiver Familienanamnese für Myokarditis, Perikarditis oder Kardiomyopathien. Oft markiert eine akute Myokarditis die Erstmanifestation einer erblichen Kardiomyopathie in sogenannten „Hot Phases“. Eine genetische Testung sollte bei positiver Familienanamnese für IMPS oder Kardiomyopathien sowie rezidivierender Myokarditis oder Perikarditis mit schweren, therapierefraktären Verläufen und Merkmalen wie Arrhythmien, persistierender linksventrikulärer Dysfunktion, spezifischen Late-Gadolinium-Anreicherungsmustern (z. B. ringförmig) oder dauerhaft erhöhtem Troponin erwogen werden. Pathogene Genveränderungen betreffen vorwiegend Strukturen der Zell-Zell-Kontakte und des Sarkomers. Bei positivem genetischem Befund sind ein interdisziplinäres Management, Familien-Screening und eine angepasste Risikobewertung etwa für implantierbare Defibrillatoren empfohlen.
Zusammenfassung Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung und betrifft weltweit etwa 40 Mio. Menschen. Neben klassischen Risikofaktoren wie Alter, Hypertonie und Adipositas spielt körperliche Aktivität eine entscheidende Rolle. Moderate Bewegung wirkt protektiv, während langjähriger, intensiver Ausdauersport – insbesondere bei Männern mittleren Alters – das Vorhofflimmerrisiko deutlich erhöht. Mechanistisch führen vagale Überaktivität, atriales Remodeling, inflammatorische Prozesse und Fibrosierung zur elektrischen Instabilität des Vorhofs. Lebensstilfaktoren wie Gewichtsreduktion und gezieltes moderates Training senken das Risiko und verbessern die Prognose. Die Therapie folgt den ESC-Leitlinien mit Fokus auf Rhythmus-/Frequenzkontrolle, Schlaganfallprävention und individueller Trainingsanpassung. Beim Sportler sind Übertraining, Doping und das Blutungsrisiko unter Antikoagulation zu berücksichtigen. Die Katheterablation ist beim aktiven Sportler zu präferieren.