
Wir beschreiben eine modifizierte Matsen-Technik zur geschlossenen Reposition bei verhakter vorderer Schultergelenkluxation anhand einer Kasuistik. Der Humeruskopf wird zunächst über den als Hypomochlion genutzten zweiten Arm ventrolateralisiert und vom vorderen Glenoidrand entkeilt. Anschließend gleitet er unter axialem Längszug und vorsichtiger Außenrotation nach dorsal in die Gelenkpfanne. Die Technik wird zu zweit unter Analgesie bzw. Analgosedierung durchgeführt. Bei einer 85-jährigen Patientin gelang nach frustranen Standardmanövern eine atraumatische Reposition. Eine Überlegenheit gegenüber etablierten Techniken lässt sich aus dieser Einzelbeobachtung nicht ableiten.
Mediale und laterale Meniskuswurzelverletzungen sind klinisch relevante Läsionen, die unbehandelt einer funktionellen totalen Meniskektomie entsprechen. Nach der Diagnosestellung ist daher häufig eine operative Therapie indiziert. Die Entscheidung sollte jedoch stets unter Berücksichtigung individueller Faktoren wie Gelenkstatus, Beinachse und BMI getroffen werden, insbesondere bei medialen Wurzelverletzungen. Operativ werden vor allem Seit-zu-Seit-Nähte und transossäre Auszugsnähte unterschieden. Laterale Wurzelverletzungen erzielen häufig gute Heilungsergebnisse, da sie meist traumatisch bei jüngeren Patientinnen und Patienten auftreten.
Zur Verbesserung der Patientenbehandlung in der Unfallchirurgie wird zunehmend auf die Untersuchung und Darstellung des gesamten Behandlungsverlaufs – der „Patient Journey“ – fokussiert, um diesen longitudinal abbilden zu können sowie Komplikationen und negative Einflussfaktoren frühzeitig zu detektieren. Mit dieser Arbeit möchten wir aktuelle Möglichkeiten der digitalen Erfassung dieses Behandlungsverlaufs mit besonderem Fokus auf die prä- und postoperative Phase diskutieren.