
Background Climate change, demographic change and digitalisation jointly influence public health and health-care systems. Older people are particularly vulnerable to climate-related health risks and are also more frequently affected by digital exclusion. Objective This article presents the KliMATE project as an applied example to show how digital and analogue interventions can promote climate, health and digital literacy. In addition, key design principles are discussed in the context of Digital Humanism. Methods/Approach Conceptual analysis combined with project-based experience from developing an intervention consisting of a Progressive Web App and participatory formats. Results/Implications Initial experience shows that low-threshold access, the combination of digital and social formats, and participatory development are crucial for acceptance. Project materials also indicate that KliMATE purposefully links physical activity, climate-adapted training planning, social commitment and low-threshold digital support. Conclusion Digital technologies can contribute to preventing climate-related health risks if they are designed in a user-centred, transparent and inclusive manner. Digital Humanism provides a suitable ethical framework for this purpose.
Zusammenfassung Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung (IB) weisen eine hohe Krankheitslast, eine deutlich reduzierte Lebenserwartung und einen erschwerten Zugang zur Gesundheitsversorgung auf. Trotz internationaler menschenrechtlicher Verpflichtungen bestehen gegenüber der Allgemeinbevölkerung weiterhin erhebliche Ungleichheiten in Prävention, Gesundheitsförderung und medizinischer Versorgung. Ziel des Fachtags Inklusive Medizin 2026 war die Identifikation zentraler Herausforderungen sowie die Entwicklung partizipativ erarbeiteter Handlungsempfehlungen für eine zukunftsfähige inklusive Gesundheitsversorgung. Es wurde eine multiprofessionelle und partizipative Zukunftswerkstatt mit rund 100 Teilnehmenden aus Gesundheitsversorgung, Wissenschaft, Eingliederungshilfe, Selbstvertretung, Kostenträgern sowie Menschen mit IB und Angehörigen während des Fachtags Inklusive Medizin in Fulda durchgeführt. Die Bearbeitung erfolgte in vier moderierten Arbeitsgruppen zu den Themen Finanzierung, Verantwortung, Koordination und Ausbildung. Handlungsempfehlungen wurden dokumentiert, im Plenum diskutiert und zusammengeführt. Die zentralen Herausforderungen lagen nicht in fehlenden medizinischen Möglichkeiten, sondern in strukturellen Defiziten des Versorgungssystems. Identifiziert wurden insbesondere Defizite in Finanzierung, Verantwortungszuweisung, sektorenübergreifender Koordination sowie Aus- und Weiterbildung. Aus den Diskussionen wurden zehn Handlungsempfehlungen abgeleitet. Im Rahmen des Fachtags wurde ein bundesweiter Forschungs- und Transferverbund gegründet, der Versorgung, Forschung, Evidenzgenerierung und Transfer systematisch vernetzen soll. Die Herausforderungen einer inklusiven Gesundheitsversorgung sind gut beschrieben. Der zentrale Handlungsbedarf liegt heute jedoch weniger in der Problemanalyse als vielmehr in der Entwicklung, Evaluation und nachhaltigen Implementierung evidenzbasierter Versorgungsmodelle. Interdisziplinäre Netzwerke, Gesundheitsreallabore und gemeinsame Datenstrukturen bilden hierfür zentrale Voraussetzungen.
Zusammenfassung Kooperationen zwischen dem Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) und universitären Einrichtungen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Politische Maßnahmen wie der Pakt für den ÖGD fordern eine stärkere Vernetzung, um wissenschaftliche Erkenntnisse schneller zu gewinnen, in die Praxis zu übertragen und evidenzbasierte Gesundheitsmaßnahmen zu fördern. Im Rahmen des BMG-geförderten Verbundprojekts Infektionsschutz.Neu.Gestalten (I.N.Ge) wurde dieser Anspruch erprobt. Die Reflexion der Zusammenarbeit erfolgte unter Verwendung der partizipativen Methode World Café. Verbundpartner*innen aus Gesundheitsämtern und universitärer Forschung diskutierten wesentliche Erfahrungen, die mittels Clusterung systematisch ausgewertet wurden, wobei zentrale Aspekte der Art der Zusammenarbeit, Methodik und Organisation identifiziert wurden. Die Analyse zeigt, dass ein Verbundforschungsprojekt wie I.N.Ge eine klare Rollenverteilung, eine frühzeitige und kontinuierliche Abstimmung sowie ein gemeinsames Verständnis von wissenschaftlichem Arbeiten und Forschung erfordert. Die Zusammenarbeit führte zu einem besseren Verständnis der jeweiligen Arbeitsweisen und förderte den wechselseitigen Wissenstransfer. Herausforderungen ergaben sich durch unterschiedliche institutionelle Strukturen, Kulturen und Arbeitswelten sowie begrenzte personelle Ressourcen. Zudem unterschieden sich die Erwartungen prioritärer Aufgaben und Ziele der jeweiligen Institutionen (Forschung und Bevölkerungsgesundheit etc.). Die Analyse verdeutlicht, dass transdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen ÖGD und universitärer Einrichtung nicht nur eine stärkere wissenschaftliche Verankerung im ÖGD ermöglichen, sondern auch zur Praxisrelevanz universitärer Forschung beitragen. Gleichzeitig wird deutlich, dass strukturelle Unterschiede zwischen Verwaltung und wissenschaftlichen Einrichtungen weiterhin eine Herausforderung darstellen und adressiert werden müssen, um nachhaltige Kooperation zu ermöglichen. Die gewonnenen Erkenntnisse zeigen die Notwendigkeit langfristiger angelegter kooperativer Strukturen, um eine nachhaltige Integration von wissenschaftlicher Expertise im ÖGD zu gewährleisten. Kooperationen sollten bestmöglich verstetigt, mit angemessenen Ressourcen ausgestattet und durch klare Kommunikations- und Entscheidungswege unterstützt werden. Darauf basierend lassen sich Handlungsempfehlungen zur Stärkung und Weiterentwicklung der Zusammenarbeit ableiten.
Zusammenfassung Orale Erkrankungen zählen zu den häufigsten Gesundheitsproblemen weltweit und sind stark durch soziale Ungleichheiten beeinflusst. Zahnmedizinische Routine- und Sekundärdaten können wertvolle Einblicke in die Versorgung liefern, um Versorgungslücken und Risikofaktoren zu identifizieren. Ziel dieser Arbeit ist die Analyse des aktuellen Stands zur wissenschaftlichen Routine- und Sekundärdatennutzung, das Aufzeigen von Forschungslücken und die Entwicklung von Implikationen für das Fachgebiet. Scoping Review gemäß dem Konzept von Arksey und O’Malley und partieller Weiterentwicklung von Levac, Colqhoun & O’Brien. Hierbei wurden mehrere Datenbanken (PubMed/MEDLINE, SCOPUS, PubPsych) durchsucht. Insgesamt konnten 5.823 Artikel identifiziert werden, von denen 38 Publikationen die Einschlusskriterien erfüllten. Drei erfahrene Reviewer bewerteten die Studien mithilfe kriteriengeleiteter Codebooks. Der Großteil der Publikationen (n=29; 76,3%) ist international und in den letzten zehn Jahren (n=33; 86,8%) publiziert worden. Die Mehrheit der Veröffentlichungen (n=34; 89,5%) konzentrierte sich auf eine einzige Datenquelle, lediglich vier Publikationen verknüpften verschiedene Datensätze (Data Linkage). Die meisten Publikationen beschäftigten sich mit Kosten-Nutzen-Analysen und wirtschaftlichen Aspekten (n=15; 39,5%). 13 Publikationen nutzten Routine- und Sekundärdaten zur Beschreibung des Inanspruchnahmeverhaltens und spezifischer Risikofaktoren von vulnerablen Gruppen, wovon mit vier Publikationen die meisten auf die Gruppe der Kinder und Jugendliche entfielen. Routine- und Sekundärdatenanalysen in der Zahnmedizin bieten ein großes Potenzial, Versorgungslücken aufzudecken sowie spezifische Bedürfnisse und Risikofaktoren zu identifizieren. Es konnte aufgezeigt werden, dass es eine grobe Dreiteilung in der inhaltlichen Zielsetzung der zahnmedizinischen Routine- und Sekundärdatenanalyse zu geben scheint, welche sich in 1. Klinische Fragestellungen, 2. Wirtschaftlichkeit und 3. Beschreibung bzw. Identifikation von vulnerablen Personengruppen gliedert. Letzteres fokussiert sich auch im internationalen Diskurs auf Menschen mit komorbiden somatischen Erkrankungen, im höheren Lebensalter, mit Behinderungen oder Kinder und Jugendliche. Um die zahnmedizinische Versorgungsforschung zu stärken, müssen zahnmedizinische Routine- und Sekundärdaten in Deutschland besser zugänglich und nutzbar gemacht werden.