
Hauttumoren wie Basalzellkarzinome (BCC) und Plattenepithelkarzinome (PEC) treten besonders häufig im Kopf-Hals-Bereich auf und betreffen überwiegend ältere Patientinnen und Patienten. Die vollständige Tumorresektion (R0) ist ein zentraler Qualitätsindikator der chirurgischen Therapie. Ziel dieser Studie war es, potenzielle Einflussfaktoren auf den Resektionsstatus zu identifizieren, insbesondere den Ausbildungsstand der Operateure, Operateurwechsel zwischen Erst- und Nachresektion sowie die Zeitspanne zwischen den Op.-Schritten. Es wurden 396 Fälle von BCC und PEC mit insgesamt 649 Operationen retrospektiv ausgewertet. Die Analyse umfasste den Vergleich des Resektionsstatus (R0 vs. R1) zwischen Operateurkategorien, die Bewertung der Zeitintervalle zwischen Erst- und Nachresektion sowie die Untersuchung eines potenziellen Einflusses von Operateurwechseln. Der Ausbildungsstand des Operateurs zeigte keinen signifikanten Einfluss auf den Resektionsstatus (p = 0,813). Auch die Zeitspanne zwischen den operativen Schritten war nicht mit der Rate unvollständiger Resektionen assoziiert (p = 0,668). Hingegen war ein Operateurwechsel zwischen Erst- und Nachresektion mit einer signifikant erhöhten Rate von R1-Resektionen verbunden (p = 0,047). Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass in einem strukturierten klinischen Setting mit standardisierten Behandlungsabläufen die Vollständigkeit der Tumorresektion weitgehend unabhängig vom Ausbildungsstand des Operateurs bei gewährleistetem Facharztstandard sowie vom Operationsintervall ist. Die erhöhte R1-Rate bei Operateurwechsel unterstreicht jedoch die Bedeutung der Kontinuität in der operativen Betreuung, die insbesondere bei komplexeren Fällen zur Sicherung der Resektionsqualität beiträgt.
Auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2026 waren erneut spannende Studien zur Strahlentherapie von Plattenepithelkarzinomen des Kopf-Hals-Bereichs (HNSCC) im Fokus. Die Phase-III-AREST-Studie zeigte, dass eine adjuvante Bestrahlung bei frühen Mundhöhlenkarzinomen mit intermediären Risikofaktoren das lokoregionäre Rezidivrisiko senken kann. Eine Post-hoc-Analyse der JCOG1008-Studie ergab keine erhöhte lokoregionäre Rezidivrate, auch bei verspäteter Einleitung der adjuvanten Radiochemotherapie. Auch dieses Jahr standen Studien zur kombinierten Radioimmuntherapie (RIT) im Mittelpunkt: In einer Subgruppenanalyse der NIVOPOSTOP-Studie blieb der Vorteil beim krankheitsfreien Überleben (DFS) durch Nivolumab bei Patienten mit ausgedehnter Neck-Dissection erhalten, was die häufig aus mechanistischer Sicht betonte hohe Relevanz der regionären Lymphknoten bei der Immunreaktion abschwächt. Bei der Behandlung von auf humane Papillomaviren (HPV-)positiven Oropharynxkarzinomen ergaben sich widersprüchliche Ergebnisse zur RIT: Die Phase-II-CCTG-HN.9-Studie zur Kombination aus Strahlentherapie mit Durvalumab verfehlte ihren Wirksamkeitsendpunkt, während die Phase-II-KEYCHAIN-Studie mit einer definitiven RIT mit Pembrolizumab einen signifikanten Vorteil im PFS gegenüber der Cisplatin-basierten Radiochemotherapie erreichte. Eine Subgruppenanalyse der Population mit einem Combined Positive Score (CPS) ≥ 10 in der KEYNOTE-412-Studie unterstrich außerdem die Bedeutung einer biomarkerbasierten Patientenselektion bei der Kombination von Strahlentherapie und Immuntherapie.
Die Einhaltung zeitlicher Vorgaben ist ein wichtiges Qualitätskriterium bei der Abklärung und Versorgung konnataler Hörstörungen. Weltweit gilt dazu die 1‑3-6-Richtlinie, die die Abklärung bis zum 3. Lebensmonat (LM), die Versorgung bis zum 6. LM fordert. Ziel unserer Studie war es zu prüfen, wie gut das Tiroler Programm zum Neugeborenen-Hörscreening (NHS) die beiden Zielvorgaben für Abklärung und Versorgung erreicht. Retrospektive Auswertung der Daten des Tiroler NHS-Programms für den Zeitraum 2011 bis 2020. Die Stichprobe umfasst alle in diesem Zeitraum in Tirol geborenen Kinder mit auffälligem Hörscreening und bestätigter Hörstörung (n = 130). Die Abklärung bis zum 3. LM erfolgte bei 66
Eine der häufigsten schlafbezogenen Atmungsstörungen ist die obstruktive Schlafapnoe (OSA), die mit erhöhter kardiovaskulärer Morbidität einhergeht und pathophysiologisch auf dem Kollaps der oberen Atemwege aufgrund eines schlafbedingten reduzierten Muskeltonus basiert. Goldstandard ist die CPAP-Therapie („continuous positive airway pressure“), die jedoch aufgrund eingeschränkter Adhärenz als alleinige Versorgungsoption manchmal nicht ausreichend ist. Die Hypoglossusnerv-Stimulation (HGNS) als Alternative zielt auf die Aktivierung der Protrusoren der Zungenmuskulatur ab, wodurch es zu einer Stabilisierung der Atemwege kommt. Klinische Studien zeigen neben einer signifikanten Reduktion des Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI), auch in Langzeitdaten, eine Verbesserung der Tagessymptomatik. Voraussetzung für einen Therapieerfolg ist v. a. eine gute und gründliche Patientenselektion.
Objective: In cutaneous squamous cell carcinoma (cSCC) of the auricle or external auditory canal entrance, involvement of the external auditory meatus (EAM) is associated with an unfavorable prognosis. The aim of this study was to evaluate oncologic outcomes as well as immunosuppressive comorbidities as potential risk factors. Methods: A total of 137 patients treated between 2007 and 2017 were included (31 cSCCs of the auricle or external auditory canal entrance with EAM involvement, 60 auricular cSCCs, 9 lip cSCCs, and 37 nasal cSCCs). Oncologic characteristics and immunosuppressive comorbidities were analyzed retrospectively. Results: The cSCCs with EAM involvement presented with significantly more advanced T and N stages than all other subgroups. Whereas EAM involvement was associated with a 1.2-fold increased risk of tumor recurrence (p = 0.016), advanced T and N stage were associated with a 1.8- and 2.5-fold increased risk of tumor-related death, respectively. After adjustment for T and N stage, the overall survival of patients with EAM involvement was comparable to that of patients with other tumor locations. Immunosuppressive comorbidities were identified in 25% of patients, most commonly diabetes mellitus, hematologic disorders, and a history of heart or kidney transplantation. However, Cox regression analysis revealed no significant association between immunosuppressive comorbidities and either recurrence-free or overall survival. Conclusion: Patients with cSCC of the auricle or external auditory canal entrance involving the EAM presented with significantly more advanced T and N stages at diagnosis, underscoring the need for more aggressive treatment strategies, including consideration of adjuvant therapy. After adjustment for T and N stage, overall survival was comparable to that of other tumor locations, suggesting that the poorer prognosis associated with EAM involvement is primarily attributable to more advanced disease at presentation rather than to distinct tumor biology.