
Abstract Im hyper-mobilen Ökosystem des urbanen Lebens wird die Erziehung zur Weltbürgerschaft, die die Vernetzung und die gemeinsame Verantwortung betont, immer wichtiger. Dieser Artikel wirft einen neuen Blick auf die Erziehung zur Weltbürgerschaft im Rahmen des urbanen Lebens – einer Realität, in welcher der Einzelne oft eine von konventionellen Wurzeln und lokalen Gemeinschaften losgelöste Existenz erlebt. Der Artikel befasst sich mit den Herausforderungen und Chancen, die die Urbanisierung in China mit sich bringt, und plädiert für einen nuancierten Ansatz, der die komplexen Zusammenhänge zwischen unserem Handeln und seinen globalen und lokalen Auswirkungen erkennt. Der Artikel befasst sich speziell mit einer lokalen Initiative, welche die kulturelle Vielfalt Shanghais kartiert. Er zeigt, wie dieses Projekt nicht nur Studierenden hilft, ihre Umgebung neu zu entdecken, sondern auch transformative Lernerfahrungen in Bezug auf räumliche Dynamik, Geschlecht und globale Zusammenhänge ermöglicht. Die Ergebnisse legen nahe, dass die Beschäftigung mit lokalen Problemen belastbare und blühende Gemeinschaften fördern kann, die sich nicht nur um unmittelbare Belange kümmern, sondern auch zum allgemeinen Wohl des Planeten beitragen.
Abstract In seiner 1989 wegweisenden Studie The End of Nature zitiert McKibben aus den Reden, die Gott am Ende an Hiob richtet: „Where were you when I laid the earth’s foundation?“ (38,4). Gott geht die ganze Welt durch, um von Pflanzen, Tieren, Wetter bis zum Meer und den Sternen zu demonstrieren, dass es nur ein Subjekt dieser Natur geben kann – nämlich Gott. Denn die Natur ist seine Schöpfung. Das Gewitter der Fragen an Hiob, die immer nur ‚Gott‘ zur Antwort haben und niemals den Menschen, endet bei McKibben genau umgekehrt wie in der Bibel: Heute, in der industriellen Moderne mit ihren ökologischen Desastern, ist es immer nur der Mensch, der sich als Subjekt der ökologischen Katastrophen identifizieren muss. Gott mag die Erde geschaffen haben – „The end of nature“ aber verantwortet allein der Mensch. „There’s nothing here except us“, was das Schicksal des Planeten verantworten könnte. Das ist das Neue .
Abstract Inspiriert von dekolonialen Theorien untersucht der Beitrag die Chancen und Fallstricke einer Auseinandersetzung mit indigenem Wissen und indigenen Theorien aus europäischer Perspektive. Es werden mehrere Gründe genannt, warum die europäische (Erziehungs-) Wissenschaft sich mit indigenem Wissen auseinandersetzen sollte. Das Feld der Theoretisierung indigener Wissensbestände wird beschrieben, wobei der Schwerpunkt auf Kaupapa Māori liegt, einer Theorie, die auf dem traditionellen Wissen der Māori basiert. Anschließend wird unter Bezugnahme auf die im Bereich Kaupapa Māori entwickelten Gedanken der problematische Aspekt eines westlichen Interesses an diesen Wissensbeständen erörtert. Schließlich werden einige Ideen für mögliche Wege zum Aufbau solidarischer Beziehungen und ein Konzept für eine machtbewusste Übersetzung zwischen indigenem Wissen und westlichen Erkenntnistheorien vorgestellt.
Abstract Ausgehend von Niklas Luhmanns These, dass Beobachten immer Vergleichen impliziert, wird in diesem Beitrag die große Bedeutung der komparativen Analyse für die Erforschung von Partikularitäten hervorgehoben. Der Vergleich birgt jedoch mehrere Fallstricke. Zu den wichtigsten gehören die Annahme, dass der Forscher ein souveränes Subjekt ist, und die Gefahr der Ethnisierung, der Genderisierung oder des methodologischen Nationalismus, die zu einer Verdinglichung von Besonderheiten führen können. Es werden in dem Beitrag mehrere Strategien zur Diskussion gestellt, um diesen Fallstricken zu begegnen.