
Parodontitis (PAR) und rheumatoide Arthritis (RA) gehören zu den häufigsten chronisch entzündlichen Erkrankungen des Menschen. Beide haben eine komplexe Ätiologie und sind durch eine immunologische Dysregulation gekennzeichnet. Die PAR ist primär bakteriell bedingt und führt durch entzündliche Zytokine sowie gewebeabbauende Enzyme zu einer fortschreitenden Zerstörung des Zahnhalteapparats. RA ist eine Autoimmunerkrankung mit systemischer Entzündung, die in Gelenkzerstörung und Organschäden mündet. Zwischen beiden Erkrankungen besteht eine signifikante epidemiologische und pathogenetische Assoziation, wobei gemeinsame endogene und exogene Risikofaktoren sowie ähnliche inflammatorische Mechanismen eine Rolle spielen. Die bakterielle Parodontopathogenese durch Porphyromonas gingivalis und dessen Virulenzfaktoren wird als möglicher Trigger autoimmuner Reaktionen bei RA diskutiert. Klinisch zeigen sich bei RA-PatientInnen eine erhöhte Prävalenz der PAR und eine verschlechterte Krankheitsaktivität. Erkrankungsparameter der RA korrelieren dabei positiv mit parodontalem Attachmentverlust und Zahnverlust. Für die zahnärztliche Versorgung von RA-PatientInnen sind funktionelle Einschränkungen, medikamentöse Nebenwirkungen sowie erhöhte Infektionsrisiken zu berücksichtigen. Ein interdisziplinärer, präventiv ausgerichteter Behandlungsansatz ist essenziell, um Komplikationen zu vermeiden und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.
Erstmalig wurde in Deutschland eine S2-Leitlinie zum Thema Parodontitis und Diabetes unter der interdisziplinären Federführung der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie (DG PARO), der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und der Deutschen Gesellschaft für Zahn‑, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) publiziert. Auch wenn dieses Update zur Leitlinie recht informationsdicht ist, gibt es aktuell keine einfachere Version. Die Empfehlungen sind nicht nur relevant, sondern auch praxisnah und ermöglichen es, über die Verbesserung der Mundgesundheit einen positiven Einfluss auf den allgemeinen Gesundheitszustand der Patient:innen zu nehmen.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen stellen weltweit die häufigste Todesursache dar und sind in Europa für ca. 3,9 Mio. Todesfälle (45
Medizinische Notfälle in der Zahnarztpraxis sind selten, aber potenziell lebensbedrohlich. Eine sorgfältige Anamnese und Prävention helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen, und das bewährte ABCDE-Schema unterstützt dabei eine strukturierte Notfallversorgung. Dieser Beitrag bietet einen Leitfaden zu häufigen Notfällen wie Fremdkörperaspiration, allergischen Reaktionen, Kreislaufstörungen und neurologischen Ereignissen. Neben der frühzeitigen Erkennung und Behandlung ist ein gut geschultes Team essenziell, um in kritischen Situationen schnell und richtig zu handeln.
Intraorale Eingriffe ohne Weichgewebsmanagement sind praktisch unmöglich. Selbst eine „einfache“ Zahnextraktion betrifft auch das Weichgewebe. Glücklicherweise ist die Heilung im Mundraum günstig. Werden jedoch einige Grundsätze beachtet, dankt es die Wundheilung mit weniger Narben, Morbidität und besseren Ergebnissen. Dies kommt Patienten und Behandlern gleichermaßen zugute. Statt sich zu sehr auf Wundheilungsmodulatoren zu konzentrieren, sollte der Fokus wieder mehr auf die Punkte gelegt werden, welche die Behandler direkt in der Hand haben: Inzision, Lappenpräparation und Naht. Werden hier vermeintlich einfache Prinzipien beachtet, verläuft die Heilung deutlich häufiger stadiengerecht. Op.-Techniken von einfach bis komplex sind „nur“ noch eine Kombination der verschiedenen Prinzipien, welche die Technik selbst besser verständlich und einfacher durchführbar machen lassen.