Die Studie untersucht, wie innenpolitische Fragmentierung der amerikanischen Sicherheitspolitik die Wahrscheinlichkeit von Nachfolgekriegen strukturell erhöhen kann. Der Wandel der USA von einem regionalen Hegemon zu einem potentiellen Hegemon – getrieben durch relative Machtverschiebungen gegenüber anderen Ländern und den Zusammenbruch des sicherheitspolitischen Konsenses in Washington – kann die konventionelle und nukleare Abschreckung sowie die Glaubwürdigkeit von Institutionen wie der NATO schwächen. Diese institutionalisierte Unsicherheit über amerikanische Sicherheitszusagen kann potenzielle Aggressoren zu strategischen Fehlkalkulationen einladen. Gleichzeitig erschwert das Fehlen eines glaubwürdigen regionalen Hegemons als Garantiemacht die Beendigung von Kriegen durch durchsetzbare Abkommen. Die Analyse versucht zu zeigen, dass in einem System unbalancierter Multipolarität, in dem alle drei Großmächte – USA, China und Russland – revisionistisch agieren, das Risiko für wiederkehrende Konflikte steigen kann.