Anamorphotische Prismenpaare, die häufig verwendet werden, um elliptische in kreisförmige Strahlbündel umzuformen, bestehen üblicherweise aus zwei identischen Prismen. Da die Étendue der Strahlbündel beim Durchgang durch die Prismen erhalten bleibt, ist die Änderung des Strahlquerschnitts mit einer reziproken Änderung der Feldwinkel verbunden. Deshalb wird bei den Prismenpaaren die von der Dispersion des Glases verursachte spektrale Strahlauffächerung des ersten Prismas vom zweiten vergrößert oder verkleinert und von dessen eigener Dispersion dann nur noch teilweise kompensiert. Darum hängt die Ausgangsstrahlrichtung und auch der Ausgangsstrahldurchmesser des Prismenpaars von der Wellenlänge ab. Bei polychromatischen Anwendungen können diese Farbfehler stören, und in diesem Artikel werden verschiedene Möglichkeiten der Farbfehlerkorrektur analysiert und verglichen. Wie bei der Achromatisierung von Linsensystemen können auch bei Prismenpaaren Kombinationen von Kron- und Flintgläsern mit unterschiedlicher Dispersion für die Farbkorrektur verwendet werden. Alternativ werden Paare von Prismen aus einer gemeinsamen Glasart aber mit unterschiedlichem Ablenkwinkel kombiniert, um den Farbfehler zu korrigieren. Allerdings sind diese Prismenpaare nicht mehr geradsichtig. Bei beiden Lösungsansätzen werden ,,paraxiale” Näherungen für kleine Prismenwinkel vorgestellt, mit denen Startsysteme für die Optimierung mit realen Strahlen berechnet werden können. Ergänzt man ein drittes Prisma aus dem gleichen Glas, erhält man ein geradsichtiges, farbkorrigiertes Prismensystem ohne seitlichen Strahlversatz.