Auch der ionische Dialekt ist erst in Ionien entstanden ; denn die Heimath eines Lautwandels (in diesem Fall die Umwandlung des â in offenes ê und der Verlust des vau) ist da zu suchen, wo derselbe am stärksten und consequentesten auftritt. Von Ionien hat sich die Spracherscheinung auf die Inseln und schwächer und durch Gegenströmungen gehemmt nach Attika verbreitet. Dies ganze Gebiet, das Mittelstück des ägäischen Meeres, bildete sprachlich, commerciell, culturel! eine eng zusammengehörige Gruppe, deren Einheit in der großen Messe von Delos ihren deutlichsten Ausdruck fand. Das leitende Element waren die lonier. So ist es begreiflich genug, daß ihr Name auf den ganzen Kreis ausgedehnt wird ; ist er doch bei den Asiaten der Name für alle Hellenen geworden. Die genealogische Poesie ordnet daher alle Gemeinden dieses Kreises dem Ion dem Sohne des Hellen unter, betrachtet sie alle als seine Nachkommen. Wenn, was ja recht wahrscheinlich ist, der Hellenenstammbaum in Ionien entstanden ist , so war eine derartige Auffassung gar nicht zu vermeiden. Auf dem Stammbaum aber beruht es in erster Linie, daß die Athener und die übrigen lonier der populären Anschauung als lonier gelten. Aber die „reinen" oder „ächten" lonier sind darum doch immer die kleinasiatischen geblieben, wenn auch, wer wie Herodot an die Genealogie glaubte, ihren Anspruch folgerecht bestreiten mußte.
Sneton hat im leben Domitians cn|>. 2 ilie hemerkung : „Unter sechs consiilnteu bekleidete er (Domitian) nur e in ordentliches und auch dieses nur dadurch, dass sein bruder (T itus) von der stelle zurück!rat und für ihn stimmte.“ ') Das zweite capitel Suetnns handelt von dem leben des Domitian unter den regierungen seines vaters und seines bruders. Gemeint sind also die ersten sechs enastílale Domitians, diejenigen, welche der prinz io den j . 7 1— 7!) a) bekleidete. Das „einzige“ ordentliche consulat Domil ians ist demnach dessen zweites v. j . 7 3 3). Sueton behauptet von diesem consulate dreierlei: 1) Nur das zweite consulat des j. 73 ist ein Ordinariat, die übrigen fünf sind suffizirte consulate. 2) Fiir das ordentliche consulat des j. 73 war ursprünglich Titus designirt, er trat nher vor «lern antritt des amtes zu gunsten seines bruders von demselben zurück. 3) Titus stimmte bei der Wahlverhandlung über das zw eite consulat des Domitian im Senate persönlich fiir seinen bruder. 1. Soll Titus für seinen bruder gestimmt haben, so muss er zu r zeit der wähl in Horn gewesen sein. Kr war aber damals im Orient. Für sein zweites consulat erscheint Domitian auf münzen sei-