Fragestellung: Musikerdystonie (MD) ist eine relativ seltene, betätigungsspezifische Bewegungskontrollstörung, die zu unbeeinflussbaren Bewegungen und/oder Haltungen bestimmter Körperteile führt, die beim Spielen eines Musikinstruments eine wichtige Rolle einnehmen. Schätzungen zufolge sind in etwa 1% der professionellen Musiker betroffen und viele davon müssen aufgrund der Erkrankung ihre Karriere frühzeitig beenden (Altenmüller, 2010). Obwohl einige Arbeiten die Lebensqualität, die Ängstlichkeit bei Dystoniepatienten untersucht haben, ist die Datenlage für Patienten mit MD bisher unbefriedigend. Der Einfluss dieser Erkrankung und deren Folgen auf nahe Angehörige wurden dabei allerdings außer Acht gelassen. Ziel dieser Studie war es daher, mittels einer postalischen Befragung Lebensqualität, Depressivität und Ängstlichkeit und soziale Unterstützung bei MD-Patienten und Angehörigen zu erheben. Zugleich wurde auch 2 Kontrollgruppen (Musiker ohne die Diagnose MD sowie eine aus Personen unterschiedlicher Berufsgruppen zusammengestellte Kontrollgruppe) befragt. Methoden: Angst und Depression wurden mit der deutschen Version der Hospital Anxiety and Depression Scale erhoben. Stressbewältigung wurde mit Stress und Coping Inventar evaluiert. Zur Ermittlung des Wohlbefindens wurde WHO-5 Fragebogen verwendet. Ergebnisse: Die MD-Patienten zeigten eine verminderte Lebensqualität und eine höhere Rate an Depressionssymptomen im Vergleich zu gesunden Musikern und Kontrollpersonen. Angehörige der Patientengruppe zeigten allerdings nur tendenziell verminderte Lebensqualität, verglichen mit Angehörigen aus den anderen Gruppen. Diskussion: MD hat eine negative Auswirkung auf das psychische Befinden aber auch Lebensqualität bei Patienten sowie teilweise Angehörigen.